Krankheitsbild Angst. Zur Entstehung und Behandlung von Angststörungen


Fachbuch, 2013

175 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Angststörungen. Ein kurzer Überblick von Stefanie Scheck 2004
Einleitung
Was sind Angststörungen?
Literaturliste

Teufelskreis der Angst – Wie Angststörungen entstehen von Felix Möller 2008
Einleitung
Begriffsklärung
Sozialwissenschaftliche Aspekte
Philosophische und religionswissenschaftliche Aspekte
Klassifikation und Diagnostik
Therapiemöglichkeiten
Schlussbemerkungen
Literaturverzeichnis

Phobien und Panikstörungen. Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Katja Küchemann 2004
Angst
Panikstörung
Therapie der Panikstörung
Phobien
Therapie von Phobien
Resümee
Literaturverzeichnis

Die Behandlung einer Hundephobie auf der Grundlage der Verhaltenstherapie unter Berücksichtigung allgemeiner Angststörungen sowie einer abschließenden tiefenpsychologischen Interpretation des Fallbeispiels von Bernhard R Lubberger 2009
Vorwort:
Vorbehalte psychotherapeutischer Intervention:
Themenschwerpunkte und Abgrenzung des Themas:
Angststörungen:
Epidemiologie, Verlauf:
Ätiologie, Störungsmodelle:
Abriss über die Verhaltenstherapie:
Fallbeispiel:
Diagnoseableitung:
Verhaltenstherapeutischer Interventionsansatz:
Tiefenpsychologische Interpretation des Fallbeispiels:
Literaturverzeichnis:

Spezifische Phobien – Die Blut-Verletzungs-Katastrophen- (BVK-) Phobie von Stephan Polowinski 2008
Einleitung
Was ist eine Phobie?
Was ist eine Spezifische Phobie?
Die Blut-Verletzungs-Katastrophen- (BVK-)Phobie
Fazit
Literaturverzeichnis

Angststörungen. Ein kurzer Überblick von Stefanie Scheck
2004

Einleitung

Angststörungen zählen zu den Neurosen. Der Begriff der Neurose ist über 200 Jahre alt, doch erst seit rund 100 Jahren versteht man darunter eine seelische bzw. psychosozial bedingte Gesundheitsstörung ohne nachweisbare körperliche Grundlage.

Im Pschyrembel[1] werden als heute hauptsächliche Neuroseformen die depressive Neurose, die Konversionsneurose, die Zwangsneurose, die Charakterneurose und die Angstneurose genannt.

Bei den Recherchen zu dieser Hausarbeit ist mir bewusst geworden, wie schwierig es ist, den Überblick zu behalten und die verschiedenen Krankheitstypen der Neurose zu ordnen.

Es gibt in der psychiatrischen Praxis zwei Klassifikationssysteme zur Diagnose von psychischen Störungen: das ICD-10 („International Classification of Diseases“ der Weltgesundheitsorganisation) und das DSM-IV („Diagnostical and Statistical Manual“ der American Psychiatric Association")[2].

Im ICD-10, Kapitel V, F40-F48[3] werden Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen aufgeführt. Zu diesen Störungen zählen auch die Angststörungen, die diese Hausarbeit zum Inhalt hat.

Diese Arbeit erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie versucht, die verschiedenen Formen der Angststörungen aufzuzeigen, definiert sie und beschäftigt sich mit der Symptomatik, den diagnostischen Kriterien, dem Verlauf und Ursachen und den Möglichkeiten der Therapie.

Was sind Angststörungen?

Formen der Angststörungen

Im Folgenden sollen nun die verschiedenen Angststörungen hinsichtlich ihrer Definition, Symptomatik, ihrem Verlauf und Ursachen wie auch den Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

1. Generalisierte Angststörungen
2. Panikstörungen mit bzw. ohne Agoraphobie
3. Sozialphobie
4. Spezifische Phobien
5. Posttraumatisches Stresssyndrom
6. Zwangsstörungen.

Generalisierte Angststörungen

Die generalisierte Angststörung zeigt sich in dauerhaften, d.h. mittel- bis langfristigen und vor allem exzessiven Befürchtungen, Grübeleien oder Sorgen um unterschiedliche Lebensbereiche, wie Gesundheit, Familie oder Finanzen. Die Intensität des Angsterlebens ist dabei Schwankungen unterworfen und kann sich ohne erkennbaren Grund verstärken. Hier wird auch von einer „frei flottierenden Angst“[4] gesprochen. Die ständige Sorgenbereitschaft ist nicht zu kontrollieren bzw. einzudämmen. Typisch ist eine ständige erhöhte Anspannung, Nervosität, Erregung und Überwachheit. Die generalisierte Angststörung ist mit einer Vielzahl von vegetativen Beschwerden verbunden.

Im Vordergrund steht bei dieser Störung die ständige innere Beschäftigung mit einer möglichen Bedrohung, die gleichzeitige Herabstufung der eigenen Person und eine Situation nicht bewältigen zu können. Das Denken des Betroffenen ist durch drei Elemente gekennzeichnet. Zum einen dramatisiert das Denken die Gefahren, indem es sich als allgegenwärtig und absolut erweist. Auch entfernte Situationen werden als akut und deshalb als bedrohlich und gefährlich eingestuft. Zum anderen ist das Denken gänzlich auf die Zukunft gerichtet. Der Betroffene macht sich über Auswirkungen von Ereignissen Sorgen, deren Folgen noch in keinster Weise absehbar sind. Das dritte Element besteht darin, dass für den Betroffenen immer im Vordergrund steht, welches Bild sich andere von ihm machen.

Bezeichnend ist auch, dass sich die Betroffenen immer zuerst Sorgen um ihre eigene körperliche Gesundheit, dann erst um die familiäre Situation und zuletzt um ihre finanzielle Situation machen. Für Menschen ohne eine generalisierte Angststörung stehen finanzielle Sorgen bzw. der Verlust des Arbeitsplatzes weit vor der eigenen körperlichen Gesundheit.

„Außerdem berichten Patienten mit generalisierten Angstzuständen, daß die Befürchtungen gleichsam automatisch auftauchen und nicht weggeschoben werden können, also nicht unter der Kontrolle der Patienten stehen (Barlow 1988).“[5].

Die körperlichen Beschwerden, wie erhöhte vegetative Erregung, Herzjagen oder starkes Schwitzen verstärken die Sorgen, die sich die Betroffenen um ihre Gesundheit machen; chronische Krankheiten werden befürchtet.

Ein Erkrankungsbeginn ist schwer auszumachen, da die meisten der Betroffenen angeben, schon in ihrer Kindheit mit Ängsten konfrontiert worden zu sein.

Die generalisierte Angststörung läuft meist chronifizierend und erstreckt sich über das gesamte mittlere Lebensalter und lässt erst im Alter eine Symptommilderung erkennen.

Während dieses Verlaufs erleben die meisten der Betroffenen depressive Verstimmungszustände.

Aus psychoanalytischer Sicht stellt die Angst nicht nur bei Angststörungen, sondern auch bei anderen neurotischen Störungen einen zentralen Faktor dar. Die Quelle der Angstneurose wird in einem unbewussten Konflikt zwischen dem ICH und ES-Impulsen gesehen. Diese Impulse sind meist aggressiver oder sexueller Natur und drängen nach Außen, können aber vom ICH aus Angst vor Bestrafung nicht zugelassen werden. Da die Quelle der Belastung unbewusst ist, erlebt der Betroffene Unruhe und Anspannung, ohne zu wissen weshalb.

Ein früher bestrafter ES-Impuls als Quelle der Angst ist immer gegenwärtig. „Es gibt gewissermaßen keine Möglichkeit der Angst zu entkommen; ein Mensch, der dem ES entkommt, ist nicht mehr am Leben.“[6]

Aus lerntheoretischer Sicht wird die Ursache der generalisierten Angststörung in einer emotionalen Konditionierung gesehen, bei der eine minimale kognitive Analyse der auslösenden Situation stattfindet, angstauslösende Hinweise aber verborgen bleiben.

Die direkte oder vermittelte Konditionierung von Angst vor Situationen, die eine Bedrohung durch andere oder die Gefahr des Verlust der Kontrolle darstellt, wird als eine zweite Komponente angesehen.

Die Auseinandersetzung mit der Funktion der Besorgtheit im Leben der Betroffenen für das Verständnis der generalisierten Angststörung nimmt aus kognitionspsychologischer Sicht eine zentrale Stellung ein. Der Betroffene glaubt daran, dass es wichtig sei, immer auf der Hut zu sein, um so das Gefühl zu haben, die Situation im Griff zu haben, was ihm Sicherheit verschafft. Weitere Auffälligkeiten sind, dass die Betroffenen die Tendenz haben, ihre Umgebung ständig nach potentiellen Gefahrenquellen abzusuchen. Mehrdeutige Ereignisse werden grundsätzlich als bedrohlich eingeschätzt, obwohl sie es gar nicht sind.

Die Betroffenen verfügen aufgrund ihrer Sozialisation über besonders leicht zugängliche kognitive Schemata, die auf Bedrohung hinweisen, wodurch Angst und Besorgtheit schnell und gleichsam automatisch aktiviert werden.

Bei der Therapie der generalisierten Angststörung ist vor allem wichtig, dass differenziert vorgegangen wird, um alle Komponenten des Störungsbildes zu berücksichtigen. Es sollten eine Veränderung der eigenen negativen Sicht, wie auch der Fähigkeit, Probleme zu lösen, erreicht werden. Die Behandlung des ständigen Grübelns sollte zum Ziel haben, dass das ständige sich Sorgen und Gedanken machen auf einen kurzen Zeitraum zu beschränken ist. Vor allem sollte in der Therapie erreicht werden, dass der Betroffene lernt, z.B. durch bestimmte Techniken, sich zu entspannen.

„Die Entspannung zuvor verspannter Muskeln hat aus physiologischen Gründen eine kathartische Wirkung auf die Seele (..).“[7]

Selbstverständlich gibt es hier, wie bei allen Neurosen und Störungen, Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung, auf die ich aber in dieser Arbeit nicht eingehen möchte.

Panikstörungen mit bzw. ohne Agoraphobie

Nach neueren Auffassungen handelt es sich bei einer Panikstörung nicht nur allein um eine Angst vor öffentlichen Plätzen, sondern vielmehr auch um eine „Angst vor der Angst“[8]. Wesentliches Merkmal der Panikstörung ist eine plötzliche Angst, die den Betroffenen wie aus heiterem Himmel überkommt und ihm somit in eine grundsätzliche Angsthaltung versetzt, da er befürchtet, jederzeit von einer solchen Angst bzw. Panikattacke übermannt zu werden.

DSM-IV legt hierfür Folgendes fest:

Für die Diagnose einer Panikstörung müssen wiederholte unerwartete Panikattacken aufgetreten sein. Eine Panikattacke wird weiter charakterisiert durch eine abgrenzbare Periode intensiver Angst oder Unbehagens, in der sich wenigstens 4 der folgenden Symptome abrupt entwickeln und innerhalb von 10 min ihren Höhepunkt erreichen.

1. Palpitationen, starkes Herzpochen oder beschleunigter Puls
2. Schwitzen
3. Zittern oder Beben
4. Gefühl der Atemnot oder des drohenden Erstickens
5. Würgegefühl
6. Schmerzen oder Unwohlsein in der Brust
7. Übelkeit oder abdominelle Beschwerden
8. Schwindel, Gefühl der Unsicherheit oder Ohnmachtsgefühl
9. Derealisation (Gefühl der Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (Gefühl der Abgehobenheit von der eigenen Person)
10. Furcht, verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren
11. Furcht zu sterben
12. Parästhesien (Taubheits- oder Kribbelgefühle)
13. Hitzewallungen oder Kälteschauer

Des Weiteren muss wenigstens eine dieser Attacken gefolgt werden von einer Zeit (wenigstens 1 Monat), in der ein oder mehrere der folgenden Merkmale vorhanden waren:

a) anhaltende Sorge vor weiteren Attacken
b) Sorgen über die Implikationen der Attacke oder deren Konsequenzen (z.B. Verlust der Kontrolle über sich, Herzinfarkt, Verrückt-werden)
c) deutliche Veränderung des Verhaltens in Zusammenhang mit den Attacken[9]

Der deutsche Psychiater Westphal (1872) gab diesen Angststörungen den Namen „Agoraphobie“[10].

Bei der Agoraphobie haben die Betroffenen Angst, große Plätze oder freie Straßen zu überqueren. Hiermit ist für sie die Vorstellung verbunden, zu fallen, das Bewusstsein zu verlieren oder auch anderen hilflos ausgeliefert zu sein.14¹

Angststörungen, bei denen keine speziellen Situationen oder Objekte als Gegenstand der Angst im Vordergrund stehen, wurden lange Zeit als „frei flottierende Ängste“[11] ² bezeichnet.

Eine Panikstörung mit Agoraphobie ist von anderen spezifischen Phobien abzugrenzen, bei denen es wie z.B. bei der Höhenangst zu panikartigen Attacken kommen kann, die jedoch auf bestimmte Situationen bezogen sind. Die Panikstörung ist demgegenüber dadurch charakterisiert, dass erste Angstattacken unerwartet auftreten, dann aber eine Vielzahl von Situationen vermieden werden, weil in diesen eine auftretende Angstattacke für den Betroffenen besonders unangenehm wäre.

Ein wesentliches Merkmal der Panikattacke im Unterschied zu anderen Angstzuständen ist, dass die Intensität der subjektiv erlebten Angst sehr rasch ansteigt, was sich in physiologischem Maß durch einen deutlichen Anstieg der Herzfrequenz und einer muskulären Verkrampfung widerspiegelt. „Die körperlichen und vegetativen Beschwerden verstärken das subjektive Angsterleben, da sie als Hinweis auf eine akute körperliche Bedrohung gewertet werden.“[12]

Ein Teil der Betroffenen leidet noch an anderen Angststörungen wie z.B. der sozialen Phobie oder einer generalisierten Angststörung. Häufig treten auch depressive Verstimmungen auf.

Die Panikattacken beginnen meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Bei den meisten Betroffenen setzen die Angstattacken plötzlich und unvermutet ein, bei einigen beginnt die Erkrankung mit zunächst weniger dramatischen Angst- und Verstimmungszuständen. Der Erkrankungsverlauf erfolgt wellenförmig; einer Besserung der Symptome und Angstattacken folgt häufig wieder eine Verschlimmerung, sodass man von einer Chronifizierung sprechen kann.

Eine Abgrenzung der Panikstörung von den übrigen Angststörungen ist vor allem dadurch begründet, dass eine stärkere biologisch bedingte Vulnerabiliät der Betroffenen vermutet wurde. Auch heute finden biologische Modelle der Entstehung neben den psychologischen Theorien eine wesentlich stärkere Betrachtung. Psychophysiologische Mechanismen nehmen bei der Entstehung von Panikattacken eine besondere Rolle ein. Eine erhöhte Anfälligkeit der Betroffenen für das Auftreten von Panikattacken wird dadurch nahegelegt, dass diese bei ihnen durch bestimmte Substanzen wie u.a. Koffein, Natriumlacktat oder Kohlendioxid ausgelöst werden können. Diese Substanzen lösen sowohl beim gesunden wie auch beim Menschen mit Panikattacken ähnliche körperliche Reaktionen aus. Es werden allerdings nur bei den Betroffenen intensive Angstgefühle und Panikattacken ausgelöst, die bereits Panikattacken erfahren haben. Bei Klicpera wird hier vom „Hyperventilationssyndrom“[13] gesprochen.

Durch tiefes und schnelles Atmen kommt es zum Abfall von CO2 im Blut und damit zur Verschiebung des ph-Wertes des Blutes. Solche kurzfristigen Schwankungen werden normalerweise durch andere Mechanismen ausgeglichen. Bei den Betroffenen, die chronisch hyperventilieren, kann diese kurzfristige starke Mehratmung bereits zu einer starken Verschiebung des ph-Wertes führen und somit starke physische Beeinträchtigungen verursachen. Die Symptome einer Hyperventilation, wie Herzklopfen, Benommenheit, Sehstörungen, Brustschmerzen, Krämpfen und Ängstlichkeit sind denen einer Panikattacke sehr ähnlich.

Aus lerntheoretischer Sicht wird eine interozeptive Konditionierung für die Panikzustände angenommen. Körperliche Reaktionen werden hier zum konditionierten Reiz für die Auslösung weiterer Angstreaktionen. Die Pawlow`sche Konditionierung als Erwartungslernen wird als ein weiteres lerntheoretisches Modell herangezogen. Hiermit soll die Fixierung von Erwartungen über das weitere Auftreten von Panikattacken erklärt werden. Diese Erwartungen werden dadurch geprägt, dass innere Vorgänge, wie der beschleunigte Herzschlag, durch die Koppelung mit der Angstattacke zu einem bedingten Reiz bzw. einem Signal werden, das das neuerliche Auftreten einer Panikattacke vorhersagt.

Aus kognitionspsychologischer Sicht ist die leichtere Aktivierung von kognitiven Schemata, die eine akute Bedrohung andeuten, von besonderer Bedeutung. So werden von Betroffenen mehrdeutige Situationen häufig als Hinweise auf eine vom eigenen Körper ausgehende Bedrohung interpretiert. Die Ängste der Betroffenen beziehen sich übermäßig auf Empfindungen des eigenen Körpers. So können sie z.B. einen erhöhten Herzschlag aufgrund einer vorhergegangenen körperlichen Anstrengung nicht mehr als normale Reaktion einstufen, sondern sehen dies gleich als bedrohlich an.

Bei reinen Panikattacken wird eine Implosion[14] als Therapiemöglichkeit als hilfreich angesehen. Hierbei wird der Betroffene mit jenen Vorstellungen konfrontiert, die die Panikzustände begleiten oder auslösen, um ihn davon zu überzeugen, dass diese Zustände ertragen werden können und dass diese, wie meist von den Betroffenen befürchtet, nicht zum Tode führen.

Bei Betroffenen, deren Panikattacken von Hyperventilation begleitet werden, ist eine Änderung des Atemmusters, wie auch eine Vertiefung der Atmung unter Belastung zu erzielen. Eine der wichtigsten Komponenten der Behandlung von Panikstörungen stellt die kognitive Umstrukturierung und die Veränderung der Befürchtungen, die an die Wahrnehmung bestimmter Körperreaktionen gebunden ist, dar. Einem Betroffenen, der herzbezogene Befürchtungen hat, kann anhand eines Belastungs-EKGs seine unbegründete Angst verdeutlicht werden. Die Konfrontation mit der angstauslösenden Situation als Therapieform sollte immer durch eine detaillierte Therapieplanung abgesichert sein.

Sozialphobie

Die Sozialphobie wurde erst in jüngerer Zeit von den übrigen Phobien abgegrenzt, obwohl Scheu und Zurückhaltung schon immer als psychologisches Problem bekannt waren. Sie bezieht sich auf die zwischenmenschliche Kommunikation oder die bloße Gegenwart anderer Menschen und ist stets mit der Befürchtung auf negative Bewertung durch andere verbunden. Die Sozialphobie wird als eine beträchtliche und anhaltende Angst vor einer oder mehreren sozialen Situationen definiert, wobei die Konfrontation mit dieser Situation immer wieder starke Angst auslöst. Die Betroffenen empfinden diese Angst selber als unbegründet, neigen jedoch zur Vermeidung. Werden sie von solchen Situationen aufgesucht, fühlen sie sich extrem unwohl und sind in ihrem Verhalten stark eingeschränkt.

Die Diagnose der Sozialphobie ist dann zu stellen, wenn die Ängste zu einer wesentlichen Behinderung bzw. Einschränkung der Lebensführung führen.

Die Sozialphobie kann auf eine oder mehrere soziale Situationen beschränkt sein, kann aber auch generell alle soziale Situationen umfassen. Betroffene erleben Situationen mit sozialen Anforderungen mit akuter und unkontrollierbarer Angst und leiden bei einer generalisierten sozialphobischen Angststörung unter der Unfähigkeit, sich in sozialen Situationen adäquat zu verhalten. Darüber hinaus weisen sie einen generellen Mangel an sozialer Aktivität und Kommunikation auf. Als Prototyp gelten hier Einzelgänger, die jeglichen Kontakt nach „Außen“ und zu anderen meiden.

Die Kontaktaufnahme zu anderen oder auch Gespräche mit dem Vorgesetzten sind Situationen, in denen es den Sozialphobikern besonders schwer fällt, sich selbst positiv darzustellen, selbstbewusst zu sein oder gar ihre Meinung kund zu tun. Defiziente Kommunikationsformen spielen hier eine große Rolle; die Betroffenen sprechen leise, langsam, undeutliche, mit monotoner Stimme, Gefühle werden verborgen, Gestik und Mimik werden beim Sprechen kaum eingesetzt. Der Blickkontakt zum Gegenüber wird vermieden, die mitgeteilten Inhalte sind häufig fixiert, stereotyp oder situationsunangemessen.

Die meisten Menschen verspüren in ungewohnten sozialen Situationen eine gewisse Aufgeregtheit, Sozialphobiker hingegen klagen über starke vegetative Beeinträchtigungen, wie Herzklopfen, Übelkeit oder starkes Schwitzen.

Eine wesentliche Komponente ihrer Symptomatik macht ihre Einstellung bzw. Sichtweise von sozialen Situationen aus; zum einen zeigt sie sich in einer negativen Bewertung der eigenen Person und einem inneren Monolog, der sie und ihr Verhalten abwertet, zum anderen sind sie äußerst sensibel gegenüber negativen Reaktionen anderer und schließen daraus, dass dies die Meinung aller anderen ist. Gleichzeitig ist den Betroffenen aber auch äußerst wichtig, von anderen positiv beurteilt zu werden.

Von der Symptomatik her gibt es zwei Typen von Sozialphobikern. Die Ängste der einen beziehen sich in erster Linie auf das Auftreten in formellen Situationen, die anderen belegen selbst informelle Kontakte mit Angst. Neben der erhöhten Ängstlichkeit spielen bei Sozialphobikern depressive Verstimmungen und Alkoholprobleme eine große Rolle.

Betroffene haben meist eine selbstunsichere Persönlichkeit, werden als stark introvertiert, wenig gefühlsbetont, unflexibel und besonders empfindlich gegenüber Kritik beschrieben. Es fällt ihnen schwer, Freundschaften herzustellen und sich in eine Gruppe einzufügen.

Sozialphobien treten meist im Pubertätsalter und bis zum 30. Lebensjahr auf und zeigen somit einen relativ frühen Beginn auf. Sie entwickeln sich allmählich und können aus klaustrophobischen Befürchtungen entwickeln. Durch den frühen Beginn werden den Betroffenen häufig die Chancen auf eine angemessene Ausbildung oder eine erfolgreiche Berufslaufbahn, wie aber auch der Aufbau eines sozialen Netzes oder einer Familiengründung genommen.

Die Betroffenen haben meist eine ängstlich-sensitive Persönlichkeitsstruktur. Merkmale dieser sind eine hohe Ängstlichkeit, niedriger Selbstwert, starre soziale Verhaltensmuster und die Tendenz zur Verleugnung vor Enttäuschung und Kritik.

Die Eltern der Betroffenen sind meist emotional wenig unterstützend, fördern wenig soziale Kontakte, haben selbst wenig soziale Kontakte und legen meist besonderen Wert auf die Bedeutung der Meinung anderer. Die sozialphobische Vermeidung bedeutet stets verminderte Kommunikation und damit auch indirekt die verminderte Möglichkeit der mitmenschlichen Hilfe anderer, obwohl gerade diese zur Überwindung und Bewältigung sozial kritischer Situationen helfen könnten.

Bei der Therapie der Sozialphobiker sollte die Veränderung der selbstunsicheren und sich selbst abwertenden Grundhaltung das Ziel sein. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen könnten sein: der Aufbau sozialer Kompetenz und soziales Interaktionstraining und das sich Stellen gegenüber der angstauslösenden Situation. Entscheidend bei der Therapie ist, dass alternative Denkmuster im Umgang mit den gefürchteten sozialen Situationen erprobt werden.

„Darum ist eine enge Verbindung zwischen der kognitiven Umstrukturierung der Bewertung sozialer Situationen und der Konfrontation mit den gefürchteten, sozialen Situationen erforderlich (Butler 1989).“[15]

Spezifische Phobien

Ängste vor bestimmten Situationen oder Gegenständen stellen eine heterogene Gruppe dar.

Im DSM IV werden 5 Subtypen aufgeführt:

1. Tierphobien (Angst vor verschiedenen Tieren, z.B. Spinnen, Hunden)
2. Naturphobien (Angst vor z.B. Gewitter, Wasser)
3. Blut-Injektions-Unfallphobien (z.B. Angst vor Spritzen)
4. Situationsphobien (z.B. Angst vor dem Fliegen)
5. Andere spezifische Phobien.[16]

Die tatsächliche Angst vor diesen Situationen oder Gegenständen, die von den Betroffenen selbst als unsinnig und übertrieben empfunden wird, und die daraus resultierende Vermeidung, wie auch die wesentliche Beeinträchtigung der Lebensführung durch diese Ängste, sind für die Diagnose einer spezifischen Phobie gefordert.

Die gefürchteten Gegenstände oder Situationen lösen bei den Betroffenen, wenn sie eine Konfrontation nicht vermeiden können, Angst, eine erhöhte Anspannung und vegetative Erregung aus.

Interessant ist, dass sich die physiologische Reaktion bei Verletzungsängsten, wie z.B. bei einer Blutentnahme, von der bei Phobien unterscheidet. So bewirkt die Verletzungsangst nach anfänglichem Anstieg der Herzfrequenz eher einen massiven Abfall dieses Wertes, der bis hin zur Ohnmacht führen kann. Die Bedeutung der kognitiven Verarbeitung für die Entstehung und Aufrechterhaltung von phobischen Reaktionen ist bisher noch wenig ausgearbeitet.

Einerseits zeigt sich, dass eher gefährdende Momente an dem gefürchtetem Objekt (z.B. ein Hund) wichtig sind, andererseits gibt es Hinweise dafür, dass durchaus die eigene belastende und unangenehme körperliche Reaktion auf das gefürchtete Objekt ausreicht und nicht die gefürchteten Objekte, um die Situation zu vermeiden. Generell lässt sich eine geringe Übereinstimmung zwischen den verschiedenen Komponenten der Angstreaktion feststellen, was sowohl bei der Diagnostik als auch der Planung der Therapie beachtet werden sollte.

Spezifische Phobien zeichnen sich meist durch einen recht frühen Beginn aus. Tierphobien, wie auch Naturphobien und Ängste vor einem körperlichen Eingriff, lassen sich bis in die frühe Kindheit zurückverfolgen. Situationsphobien beginnen hingegen meist erst im frühen Erwachsenenalter.

Die Zwei-Faktoren-Theorie[17] wird aus lerntheoretischer Sicht am häufigsten zur Erklärung der Entstehung von Phobien herangezogen. Hiernach wird auf bestimmte Objekte oder Situationen durch das gemeinsame Auftreten mit einem Reiz dieser furchtauslösende Charakter übertragen (klassische Konditionierung). Das Zurückziehen aus dieser Situation hat eine Abnahme der Angst zur Folge, weshalb diese Situation dann zukünftig vermieden wird (operante Konditionierung). Für manche Phobien lässt sich auch, aufgrund der Beobachtung eines traumatischen Erlebnisses bei anderen, eine daraus resultierende Vermeidung einer solchen Situation, eine Übertragung durch Modellernen, feststellen. Außerdem kann eine ständige Konfrontation mit Informationen, die auf besonders gefährliche Situationen hinweisen (wie z.B. Berichte über Flugzeugabstürze), zu einer spezifischen Phobie führen.

Eine aus der Verhaltensforschung übernommene These ist, dass es sich bei Phobikern um solche gefürchteten Objekte bzw. Situationen handelt, bei denen eine Bereitschaft besteht, mit Flucht zu reagieren, weil sie dem Überleben dient (z.B. Angst vor Schlangen oder Höhen).

Die Therapie einfacher Phobien besteht meist in der allmählichen Annäherung an die gefürchtete Situation oder den Gegenstand. Bei der Behandlung von Verletzungsängsten hat sich bewährt, das Absinken der Herzfrequenz und des Blutdrucks zu verhindern, in dem mit dem Betroffenen geübt wird, bei den ersten Anzeichen von Schwäche, dem Blutdruckabfall durch muskuläre Anspannung entgegenzuwirken.

Posttraumatisches Stresssyndrom

Das posttraumatische Stresssyndrom ist an sich so umfassend, dass eine ihm gerecht werdende Ausführung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Deshalb soll dieses nur kurz umrissen werden.

Traumatische Ereignisse jeglicher Art sind von denen, die sie erlebt haben, nicht leicht zu bearbeiten. Besondere Aufmerksamkeit fanden diese Reaktionen erst nach dem beiden Weltkriegen und als die Beeinträchtigung dieser Erlebnisse für die Betroffenen nicht mehr zu übersehen waren.

DSM-IV hebt vier Merkmale des posttraumatischen Stresssyndroms hervor und ordnet diese den Angststörungen zu:

1. Der Betreffende muss einem Ereignis ausgesetzt gewesen sein, das außerhalb der gewöhnlichen Erfahrungen eines Menschen liegt und für fast jeden Menschen eine deutliche Belastung darstellt.
2. Der Betroffene hat Schwierigkeiten, von den Ereignissen loszukommen, und erlebt ständig das Wiederauftauchen von Erinnerungen an diese Ereignisse.
3. Der Betroffene leidet unter Einschränkungen in seinem Leben, weil er sich bemüht, Situationen zu vermeiden, die diese Erinnerungen wieder hochkommen lassen, oder weil er durch diese Erlebnisse in seiner Empfindungsfähigkeit behindert bzw. abgestumpft worden ist.
4. Der Betroffene ist nervöser und weniger belastbar geworden.[18]

Nicht nur Kriegsveteranen, sondern auch Opfer von Gewalttaten und kriminellen Handlungen leiden an diesem Krankheitsbild.

Neben den bereits erwähnten Symptomen leiden die Betroffenen häufig noch an anderen psychischen Störungen. Bei Männern sind dies häufig Alkoholmissbrauch, generalisierte Angststörungen und depressive Störungen. Bei Frauen sind überwiegend generalisierte Angststörungen und depressive Zustände festzustellen. Viele der Betroffenen sind dadurch im Alltag beeinträchtigt, haben familiäre und berufliche Probleme, wie auch Kontaktschwierigkeiten.

Bei dem posttraumatischen Stresssyndrom besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der Intensität der Belastung durch die Ereignisse und den psychischen Folgen. Aber auch individuelle Faktoren, wie z.B. die Stabilität der familiären Verhältnisse, die emotionale Stabilität, sowie die soziale Eingliederung, bestimmen das Ausmaß der langfristigen Folgen mit. Strategien, die aktiv auf eine Bewältigung der Folgen und der Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen hinarbeiten, sind langfristig erfolgreicher als passive und vermeidende Bewältigungsstrategien.

Bei dieser Störung erweisen sich sowohl psychoanalytische Kurzzeittherapien, die auf eine allmähliche Bewältigung des belastenden Ereignisses und einer dosierten Auseinandersetzung damit hinarbeiten, wie auch verhaltenstherapeutische Ansätze als hilfreich.

Zwangsstörungen

Zwangsphänomene sind aufgezwungene, persönlichkeitsfremde und willentlich nicht kontrollierbare Stereotypen. Sie wirken sich auf den kognitiven Bereich als Zwangsgedanken bzw. Zwangsvorstellungen aus, auf den motorischen Bereich als repetitive oder ritualisierte Verhaltensmuster bzw. Zwangshandlungen – werden jedoch meist gemeinsam angetroffen. Zwangsgedanken und -handlungen sind für den Betroffenen psychisch sehr belastend und greifen stark in dessen Lebensführung ein, da ihre Ausführung eine beachtliche Zeit in Anspruch nimmt und die mit den Zwängen verbundenen Befürchtungen die Betroffenen daran hindern, Aktivitäten in gewohnter Weise durchzuführen oder sie dazu veranlassen, diese gänzlich einzuschränken.

Zwangsphänomene können angstauslösend, angstverstärkend oder aber auch angsthemmend wirken, wobei Zwangsvorstellungen angstauslösend und Zwangshandlungen angsthemmend für den Betroffenen wirken. Die Angstkomponente beruht hauptsächlich auf der Angst der Verhinderung der Zwangshandlungen.

Jeder Mensch hat bestimmte ritualisierte Verhaltensweisen, wie z.B. das Zählen von Treppenstufen. Pathologische Zwangsphänomene sind dagegen vor allem durch ihre Beharrlichkeit, subjektive Beeinträchtigung, Intensität und Häufigkeit gekennzeichnet.

Kognitive Zwangsphänomene beinhalten angstbesetzte Gedanken und Vorstellungen. Sie drängen sich spontan auf und sind daher für den Betroffenen nicht vermeidbar. Inhalte der Zwangsgedanken sind Befürchtungen, andere oder sich selbst schädigen zu müssen und daraus resultierende Schuldgefühle.

Zu den häufigsten Zwangsvorstellungen gehören: Unfälle, die Kontrolle über eigene aggressive oder sexuelle Impulse zu verlieren, Erkrankungen und Verletzungen. Diese Vorstellungen werden von den Betroffenen konkret und bildhaft erlebt, in anderen Fällen können sich stereotype Sätze oder Verse mit zwanghaftem Charakter aufdrängen. Manchmal haben diese Zwangsgedanken den Charakter von Zwangsimpulsen. Der Betroffene hat dann das Gefühl, etwas tun zu müssen oder auch die Kontrolle zu verlieren. Diese Zwangsgedanken drehen sich meist darum, jemand anderen zu verletzen oder gar zu töten, Obszönes oder Blasphemisches auszusprechen, werden aber praktisch niemals realisiert.

„Kranke mit aggressiven Zwangsimpulsen sind „ständig untätige Täter“ (Walter, 1955).“[19]

Die Zwangshandlungen werden häufig zur Abwehr verbundener Ängste ausgeführt. Es gibt aber auch Zwangshandlungen, die nicht an eine innere Vorstellung geknüpft sind, sondern aus dem Bedürfnis entspringen, etwas genau so tun zu müssen, bis sich eine Befriedigung einstellt und der Betroffene das Gefühl hat, dass das Getane richtig ist.

Zwangshandlungen sind komplexe Verhaltensabläufe, die durch ihren automatisierten Charakter den Betroffenen im Alltag stark beeinträchtigen.

Die häufigsten Zwangshandlungen sind:

1. Der Wiederholungszwang

Er veranlasst den Betroffenen gerade ausgeführte Handlungen in stereotyper Weise fortzusetzen und zu wiederholen, wobei es sich bei den Handlungen um keine spezifischen handelt.

2. Der Kontrollzwang

Selbst durch eine gewissenhafte Kontrolle, ob z.B. die Herdplatte abgestellt ist, lässt sich der Betroffene nicht davon abhalten, dieses immer wieder zu kontrollieren. Bei Kontrollzwängen geht es um eine ständige Überprüfung und Kontrolle gerade ausgeführter Tätigkeiten.

3. Der Reinigungszwang

Hier wird nicht nur eine Verschmutzung in realer Weise, sondern auch im symbolischen Sinne z.B. einer Versündigung befürchtet. Betroffene waschen z.B. ihre Hände bis hin zu blutigen Hautschädigungen.

4. Der Vermeidungszwang

Hier meiden die Betroffenen bestimmte Handlungen oder Objekte und führen z.B.

Entlastungsrituale durch. Dieser Zwang steht somit einem phobischen Verhalten nahe.

5. Der Zwang nach übertriebener Genauigkeit

Zählzwänge oder der Zwang, bestimmte Gegenstände in eine gewisse Ordnung zu bringen zählen hier zu. Dieser Zwang bezieht sich nicht nur auf die Handlung, sondern auch auf die Komplettierung gedanklicher Inhalte.

6. Die zwanghafte Verlangsamung

Betroffene zeigen, wenn sie so intensiv mit ihren Zwangsvorstellungen befasst sind, oft ein zeitlupenhaftes Verhalten und wirken währenddessen abwesend.

Die mit den bestimmten Zwangshandlungen verbundenen Befürchtungen und Ängste sind sehr unterschiedlich; so steht beim Waschzwang die Angst vor Ansteckung im Vordergrund, bei Kontrollzwängen eher die Vermeidung einer Katastrophe.

Die Betroffenen können diese Zwangssymptome relativ gering beeinflussen und wollen sie auch meist gar nicht unterbinden, weil diese ihnen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Die Unterdrückung der Zwangshandlungen bedeutet für die Betroffenen starkes Unwohlsein, innere Unruhe und Angst.

Die Zwangshandlungen sind meist von einer depressiven Stimmung begleitet; oft sind bei einem großen Teil der Betroffenen noch andere Angststörungen vorhanden. KLICPERA dazu:

„In den letzten Jahren wurde vor allem die Ähnlichkeit zwischen der Furcht vor Kontrollverlust bei Patienten mit Panikattacken und bei Zwangspatienten betont und darauf hingewiesen, daß die Angstzustände von Zwangspatienten den Panikattacken sehr ähnlich sind.[20]

Betroffene haben eine zwanghafte Persönlichkeitsstruktur, einen besonderen Hang zu Ordnung, Sauberkeit und starkem Perfektionismus.

Spezifische Auslösesituationen für Zwangsstörungen sind nicht bekannt. Sie treten bei einem Drittel der Betroffenen schon in der Kindheit, meist aber erst in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter auf. Der Verlauf dieser Störung ist meist kontinuierlich und hängt immer auch ein Stück weit vom Ausmaß der Belastung durch die Umgebung ab. Eine Prognose der Heilung steht immer in Zusammenhang mit der Ausprägung und Vielfalt der Zwangsstörung.

Zwangskranke bleiben oft, aufgrund des ungünstigen Verlaufes der Krankheit unverheiratet und ohne Kinder, sind beruflich zwar in gehobeneren, aber dennoch in abhängigen Positionen zu finden, da sie auch beruflich einer Ordnung und Sicherheit bedürfen.

In der Zwangsneurose sah Fenichel eine Reifekrise im ödipalen Entwicklungsabschnitt, die nicht aufgelöst wird und somit zu einer Regression auf die„anal-sadistische“23 Entwicklungsstufe führt.

Zwangsphänomene tauchen dann auf, wenn unbewusste Konflikte Angst auslösen und diese Regression gleichzeitig zu einer Aktivierung aggressiver sexueller Impulse führt. Freud (1925/26) hat auf diese Konfliktstellung Verleugnung, Reaktionsbildung, Verschiebung, Isolierung und Ungeschehenmachen als charakteristische Abwehrmechanismen beschrieben.

Fenichel (1931) sieht die Ursachen in frühkindlichen Verwöhnungsbedingungen oder aber auch im Gegensatz dazu in Versagungsbedingungen mit übertriebener Reinlichkeitserziehung.

Der lerntheoretische Ansatz geht von der klassischen Konditionierung aus; die Zwangsgedanken haben einen angstauslösenden Charakter durch das gleichzeitige Auftreten eines angstauslösenden Reizes. Ein weiterer Schritt geschieht dann als operante Konditionierung; die durch die Zwangsgedanken ausgelöste Angst wird durch bestimmte Handlungen, die Zwangshandlungen, reduziert.

Die Zwangshandlungen sind bei einer Therapie häufig schwer greifbar, da sie nur dem Betroffenen zugänglich sind und eine direkte Hilfe während des Behandlungsversuches nicht zulassen. Eine Vorgehensweise bei der Behandlung wäre, dass durch wiederholte Darbietung die Abnahme der Bedrohlichkeit der Gedanken angestrebt wird. Eine weitere Möglichkeit ist auch, eine gezielte Ablenkung durch alternative Vorstellungen, um so die Zwangsgedanken zu unterdrücken.

Es wird vorgeschlagen, nicht die Gedanken zu modifizieren, sondern bei den falschen Annahmen und Überzeugungen anzusetzen, um den Betroffenen so kognitiv zu erreichen.

Bei Zwangshandlungen wird empfohlen, die Betroffenen mit den Situationen zu konfrontieren, die die Zwangshandlung auslösen, sie aber gleichzeitig an den Zwangshandlungen zu hindern.

Da diese Art der Therapie starke Ängste bei den Betroffenen auslöst, ist es wichtig, mit ihnen diese Angst auszuhalten, bis sie erlebt haben, dass die Angst zurückgeht. Mit diesen Konfrontationsbehandlungen, so Klicpera[21], werden gute Erfolge erzielt.

Eine wichtige Hilfe bei allen Angststörungen können, neben vor allem therapeutischer Hilfe und medikamentöser Behandlung, auch Selbsthilfegruppen sein. Hier trifft der Betroffene auf „Gleichgesinnte“ und muss sich nicht mit dem Gefühl der Scham konfrontiert sehen. Hier wird ihm Mut gemacht, etwas gegen seine Schwierigkeiten zu tun und sich nicht nur als Außenseiter zu fühlen.

Literaturliste

BRÄUTIGAM, Walter "Reaktionen - Neurosen - Abnorme Persönlichkeiten. Seelische Krankheiten im Grundriß". 5., neubearbeitete Auflage; Stuttgart; New York; Thieme, 1985.[ zitiert als: BRÄUTIGAM, Seelische Krankheiten]

DAVISON, Gerald C./NEALE, John M. "Klinische Psychologie. ein Lehrbuch". Übers. von Hermann Jung. Durchges. von Arthur Günther. München, Wien, Baltimore: Urban und Schwarzenberg, 1979. [ zitiert als: DAVISON/NEALE, Psychologie]

DÖRNER, Klaus/PLOG, Ursula "Irren ist menschlich. Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie". Völlig neubearb. Ausg., 7. Aufl.- Bonn: Psychiatrie Verlag 1992 [ zitiert als: DÖRNER, Irren]

FANAI, Farroch "Umwelt, Konflikt, seelische Krankheit, Neurosen aus psychoanalytischer und verhaltenstherapeutischer Sicht". 1. Auflage, Frankfurt am Main: dipa -Verlag, 1979 [ zitiert als: FANAI, Neurosen]

FENICHEL, Otto "Psychoanalytische Neurosenlehre". Band III. Walter- Verlag AG Olten, 1977. [zitiert als: FENICHEL, Neurosenlehre]

KLICPERA, Christian/GASTEIGER KLICPERA, Barbara "Klinische Psychologie: Eine Einführung in die Syndrome psychischer Störungen". Wien: WUV- Univ. Verl., 1996.[ zitiert als: KLICPERA, Klinische Psychologie]

OERTER, Rolf/MONTADA, Leo "Entwicklungspsychologie". 5., vollständig überarbeitete Auflage. Beltz Verlage, Weinheim, Basel, Berlin, 2002.[ zitiert als: OERTER/MONTADA, Entwicklungspsychologie]

PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch. Bearbeitet v.d. Wörterbuchred. des Verlages unter d. Leitung v. Christoph Zink. 255., völlig überarb. u. stark erw. Auflage. Berlin; New York: De Gruyter. [ zitiert als: PSCHYREMBEL]

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Teufelskreis der Angst – Wie Angststörungen entstehen von Felix Möller 2008

Einleitung

Angst ist wahrscheinlich das grundlegendste Gefühl des Menschen. Ängste vor lebensbedrohlichen Situationen scheinen logisch, aber wie entstehen Ängste vor so scheinbar harmlosen Dingen wie Aufzügen oder Supermärkten? Was steckt hinter einer Angst, die zu einer Krankheit geworden ist? Im deutschsprachigen Raum gibt es grob geschätzt rund 17 Millionen Menschen mit einer Angsterkrankung. Wann aber spricht man nicht mehr von einer ängstlichen Persönlichkeit, sondern von einer ernsthaften psychischen Störung?

In meiner Hausarbeit richte ich den Fokus auf die Hintergründe und Ursachen der verschiedenen Angststörungen, so wie auf sozialwissenschaftliche und religionswissenschaftliche Aspekte der Angst. Diese interdisziplinären Betrachtungen sind gerade im Bereich der Sozialpädagogik/Sozialarbeit ein wesentliches Element, um Angststörungen nicht nur psychologisch oder biologisch erklären zu können, sondern auch, um zahlreiche soziologische Aspekte mit aufnehmen zu können.

Im Anschluss an die Ätiologie einiger Angststörungen werde ich kurz auf die unterschiedlichen Therapieformen wie die Verhaltenstherapie, aber auch die medikamentöse Behandlung eingehen.

Begriffsklärung

Der Angstbegriff wird im alltäglichen Sprachgebrauch häufig als Synonym für eine Vielzahl von verschiedenen Gemütszuständen verwendet.

Das Wort Angst leitet sich aus den Begriffen „anchein“, dem griechischen „würgen“, und aus dem lateinischen „angustus“, zu Deutsch „eng“, ab. Unter Berücksichtigung des kognitiven Aspektes ist Angst eine „… kognitive, emotionale und körperliche Reaktion auf eine Gefahrensituation bzw. auf die Erwartung einer Gefahren- oder Bedrohungssituation.“[22] Angst ist also ein eher ungerichtetes Gefühl. Es beschreibt einen akuten Gefühlszustand, in dem nicht erkennbar sein muss, wovor man genau Angst hat. Der Begriff „Furcht“ hingegen definiert eine situationsbezogene Angst. Die Quelle der Angst kann genau definiert und benannt werden.

Das Gefühl der natürlichen Angst in einer Stresssituation und das Kampf-Fluchtverhalten als Angstreaktion sicherten den Menschen in Urzeiten das Überleben. Von dieser Angst, die eine Warnung vor gefährlichen Situationen darstellt und das fundamentalste der menschlichen Gefühle ist, muss die Angst als unangepasste Verhaltensweise unterschieden werden.

Ein pathologisches Ausmaß nimmt Angst dann ein, wenn Dauer und Umfang der Angstreaktion als unverhältnismäßig stark und unbegründet eingestuft werden. In der Regel ist mit der pathologischen Angst ein hoher subjektiver Leidensdruck und eine Einschränkung der Lebensqualität verbunden.

Die Übergänge von kleinen alltäglichen Ängsten und behandlungsbedürftigen Angsterkrankungen sind fließend. Etwa die Hälfte aller Menschen, die unter einer Angsterkrankung leiden, ist nicht in therapeutischer Behandlung.[23]

Um Angst für diagnostische Zwecke objektiv beurteilen zu können, werden bestimmte Indikatoren herangezogen. Diese sind Veränderungen der physiologischen, der kognitiven und der motorischen Komponente des Körpers. Auf die Verfahren der Angstmessung wird im Punkt 5 genauer eingegangen.

Sozialwissenschaftliche Aspekte

Um das komplexe Phänomen Angst vollständig zu verstehen, sind interdisziplinäre Betrachtungsweisen unumgänglich. Längst ist Angst kein individuelles Leiden mehr. Die Auswirkungen sind in allen Bereichen des Lebens zu spüren. Volkswirtschaftliche Schäden und Kosten durch Arbeitsausfall werden auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt. Nach aktuellen Schätzungen leiden rund 10% der Gesamtbevölkerung unter Angststörungen.[24]

Die moderne Gesellschaft trägt ihren Teil dazu bei, dass die Anzahl der betroffenen Menschen, die unter Angsterkrankungen leiden, weiter ansteigt. Am 11. September 2001 übertrugen sämtliche TV-Sender die Bilder der einstürzenden Türme des World Trade Centers in New York. Diese neue Form des Terrors und der Bedrohung des öffentlichen Lebens zerstörte sämtliche individuellen und kollektiven Orientierungsmöglichkeiten. Keiner wusste zu diesem Zeitpunkt, woher die Bedrohung kam, welche Ziele die Attentäter verfolgten und was noch passieren würde. Fest stand nur: es herrschte eine lebensbedrohliche Situation. Ein wesentliches Element der Angst ist genau diese Unbestimmtheit. Wer in einer Situation Angst hat, der weiß nur sehr wenig über die Ursache oder Hintergründe dieser Situation. Aus dem plötzlichen Schreck über die einstürzenden Türme wird ein Zustand der Ungewissheit und der Angst. Dieser Prozess wurde durch die Medien weltweit in Gang gesetzt. Die Wirkung der Bilder vom 11. September löste international eine bedrohliche Form der Angst aus. Kriegsangst.[25] Auch Viktor Emil von Gebsattel, der bekannte Würzburger Begründer einer medizinischen Anthropologie, schrieb 1951 Folgendes über Angst im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung: „Die Angst hat aufgehört, eine private Angelegenheit des Einzelnen zu sein. Die abendländische Menschheit überhaupt liegt in Angst und Furcht, ein unbestimmtes Vorgefühl von ungeheuren Bedrohungen erschüttert die Seinsgewißheit der Menschen. Die Aufdringlichkeit des Angstphänomens, seit 100 Jahren stetig zunehmend, hat einen bisher nie erfahrenen Grad erreicht.“[26]

Aber auch der Sozialisationsprozess in der modernen Gesellschaft kann zur Angstentstehung beitragen. Norbert Elias untersuchte in seinem Werk „Über den Prozess der Zivilisation“ von 1939 unter anderem den Zusammenhang zwischen Zivilisierung und Angstentstehung. Nach der Theorie von Elias unterliegen die Umgangsformen der Menschen zunehmend mehr Formzwängen. Dies geschieht in Folge der Zentralisierung der Gesellschaft durch die Einrichtung staatlicher Gewalt- und Steuermonopole einerseits und durch den ständigen Konkurrenzkampf und die Differenzierung der Gesellschaft andererseits. Während des Prozesses der Zivilisation wird eine Zurückhaltung der Impulse des Körpers und der Gefühle vermittelt. Die Selbstdisziplin und Selbstkontrolle wird immer wichtiger. Dies gilt vor allem für den Umgang mit der Sexualität, mit der Aggressivität und mit der Nacktheit. In diesen Bereichen entstehen erst formelle Verhaltensvorschriften und später kommt es zu einer Verinnerlichung der neuen zivilisatorischen Standards. Werden diese verletzt, entsteht ein Schamgefühl, die Angst vor Liebesentzug und Strafe. Die treibende Kraft, diese Verhaltensregeln und Normen einzuhalten und zu verinnerlichen, ist für Elias also die Angst. Allerdings verläuft dieser Zivilisationsprozess nicht überall auf der Welt gleich. Durch kulturelle Unterschiede in den Gesellschaften entstehen auch unterschiedliche Normen und Werte. Beispielsweise wurde die Gabel als Essenswerkzeug in der Renaissancezeit eingeführt. Sie brauchte aber über 400 Jahre, um sich auch bei uns in Deutschland durchzusetzen. Natürlich kann man sich leicht vorstellen, wie viele Ängste über Jahrhunderte mit der Frage verbunden waren, wie man sich bei sozialen Anlässen und beim Essen richtig benimmt.[27] Dieses Beispiel zeigt sehr anschaulich, dass die kulturellen Entwicklungen und der Wandel der Sozialstruktur, einen Wandel der Persönlichkeitsstrukturen mit sich ziehen und die Entstehung von Ängsten auf Grund von Unsicherheiten und Angst vor Strafe miteinander verbunden sind.

Philosophische und religionswissenschaftliche Aspekte

Ist Religion eine wesentliche Quelle der menschlichen Angst? Oder anders gefragt, lebt Religion von den Ängsten der Menschen? Fest steht, dass Anhänger verschiedenster Religionen ihre Ängste mit Mitteln zum Ausdruck bringen, die diese noch mehr verstärken und kanalisieren.[28] Ängste werden projiziert in Apokalyptik, Satanismus oder Hexenverfolgung. Warum beten Menschen, ziehen an die Klagemauer, bekreuzigen sich oder lassen sich segnen? Dahinter steht die Angst vor Veränderung der existenziellen Grundlagen des Lebens. Die Angst vor Krankheit, Tod, Epidemien oder Umweltkatastrophen. Viele Religionen glauben an ein Leben nach dem Tod. Dieser Glaube soll die Angst vor dem Tod lindern und die Hoffnung verbreiten, dass der Tod nicht das Ende ist. Dieser Gedanke stärkt die Menschen und nimmt ihnen eine wesentliche Angst.

Charles Y. Glock, ein Religionssoziologe, hat vier verschiedene Dimensionen der Religiosität aufgestellt. Der religiöse Ritus, also Gottesdienste oder kirchliche Feiertage, zählen ebenso zu einem christlichen Lebensstil wie die religiöse Lebensgestaltung. Auch religiöse Erfahrungen, wie Meditationsübungen und religiöses Wissen, also die Kenntnis über die Bibel, zählen zu den Dimensionen der Religiosität. Religion ist ein umfassendes, Lebens-, Denk-, und Deutungssystem. Es beeinflusst alltägliche Verhaltensweisen, die Wertschätzung anderer Menschen, die Wertevermittlung und begleitet uns bei Lebensübergängen, wie zum Beispiel Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung.[29] Diese Integration der Religion in den Alltag schafft Sicherheit und befriedigt den Wunsch nach Rückhalt und Schutz.

Religion hat die Macht, existenzielle Ängste radikal zu potenzieren. Nicht nur der Tod steht bevor, sondern ewige Höllenqualen erwarten uns. Die Strafe wird durch das Jüngste Gericht und ewige Verdammnis gesteigert. Umweltkatastrophen reichen nicht mehr aus und werden zu Weltuntergang und apokalyptischen Katastrophen erklärt.[30] „Das ist (weit gehend) kein Angst-,Training‘ mehr, sondern ein Weg in die Verzweiflung.“[31] Da kommt die Frage auf, welchen Sinn die Formel „fürchte dich nicht“ hat, die sowohl in jüdischen als auch in christlichen Schriften mit großer Regelmäßigkeit auftritt. Als Antwort passt die Redewendung „der Glaube versetzt Berge“. Vielleicht aber nicht nur die Berge, sondern auch die von der Kirche thematisierten Ängste vor Weltuntergang und ewiger Verdammnis.

Klassifikation und Diagnostik

Wie bereits erwähnt sind für die objektive Diagnostik von Angststörungen verschiedene Indikatoren notwendig. Hierzu zählen Veränderungen im Bereich der Verstandsfunktion, also Symptome, die sich auf der kognitiven Ebene abzeichnen, Veränderungen auf der physiologischen Ebene und Veränderungen der Motorik.

Durch Veränderungen auf diesen Ebenen wird in einer akuten Gefahrensituation das Überleben gewährleistet. Ein pathologisches Ausmaß nimmt Angst dann ein, wenn Angst in einer Situation empfunden wird, aus der keine reale Bedrohung hervorgeht, eine ausgeprägte Erwartungsangst vorliegt, wenn Angstreaktionen unverhältnismäßig lange andauern und wenn eine wesentliche Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Einschränkungen und Vermeidungsverhalten zu verzeichnen ist.

In den modernen und heute am weitesten verbreiteten Diagnose-Systemen ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheits-Organisation von 1991) und DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual der Amerikanischen Psychiater- Vereinigung von 1994) sind für die verschiedenen Angststörungen umfangreiche Kriterienkataloge aufgeführt.

Phobien

Unter einer Phobie versteht man eine unbegründete, situations- oder objektbezogene Angst. Menschen, die unter einer extremen Angst vor Höhen, Spinnen oder geschlossenen Räumen leiden, und zugestehen, dass von diesen Situationen keine reale Gefahr ausgeht und ihr Vermeidungsverhalten ihre Lebensqualität entscheidend einschränkt, leiden mit großer Wahrscheinlichkeit an einer Phobie.

Der Begriff „Phobie“ leitet sich von dem griechischen Gott Phobos ab, der seinen Feinden das Fürchten lehrte und in der griechischen Mythologie als der Inbegriff für Flucht und Urängste galt.[32]

[...]


[1] vgl. PSCHYREMBEL, Wörterbuch S. 1168

[2] vgl. OERTER/MONTADA, Entwicklungspsychologie S. 718

[3] vgl. http://icd.web.med.uni-muenchen.de

[4] vgl. DAVISON/NEALE, Psychologie S. 150

[5] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 89

[6] DAVISON/NEALE, Psychologie S. 151

[7] FENICHEL, Neurosenlehre S.149

[8] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 95

[9] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 95

[10] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 95

14 ¹ vgl. BRÄUTIGAM, Seel. Krankheiten S. 136

[11] ² KLICPERA, Klinische Psychologie S. 98

[12] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 98

[13] vgl. KLICPERA, Klinische Psychologie S. 102

[14] vgl. KLICPERA, Klinische Psychologie S. 106

[15] vgl. KLICPERA, Klinische Psychologie S. 113

[16] vgl. KLICPERA, Klinische Psychologie S. 114

[17] vgl. KLICPERA, Klinische Psychologie S. 115

[18] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 117

[19] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 122

[20] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 124

23 FENICHEL, Neurosenlehre S.116

[21] KLICPERA, Klinische Psychologie S. 127 f.

[22] Hackfort/Schwenkmezger 1985, S. 19

[23] Vgl. Bandelow 2006, S. 41

[24] Vgl. Staemmler/Merten 2003, S. 10f

[25] Vgl. Dreitzel 2003, S. 18f

[26] Lang zit. n. Emil von Gebsattel 2000, S. 54

[27] Vgl. Dreitzel 2003, S.24-25

[28] Vgl Martin 2003, S. 152

[29] Vgl. a.a.O., S. 156

[30] Vgl. a.a.O. S. 159

[31] Ebd.

[32] Vgl. Bandelow 2006, S.44

Ende der Leseprobe aus 175 Seiten

Details

Titel
Krankheitsbild Angst. Zur Entstehung und Behandlung von Angststörungen
Autoren
Jahr
2013
Seiten
175
Katalognummer
V230120
ISBN (eBook)
9783656451778
ISBN (Buch)
9783956870132
Dateigröße
2411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krankheitsbild, angst, entstehung, behandlung, angststörungen
Arbeit zitieren
Stefanie Scheck (Autor)Felix Möller (Autor)Katja Küchemann (Autor)Bernhard R Lubberger (Autor)Stephan Polowinski (Autor), 2013, Krankheitsbild Angst. Zur Entstehung und Behandlung von Angststörungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230120

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