Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Heiligtum der Athena in Paestum. Zunächst erfolgt eine kurze geographische und geschichtliche Einordnung der Stadt, die sich unter anderem mit der Herkunft der Siedler und der Planung der Stadt befasst. Diesem Abschnitt folgt eine Beschreibung des Tempels und seiner einzelnen Bauglieder, im Bezug auf dessen Erhaltungszustand und Rekonstruierbarkeit. Die nachfolgenden Kapitel befassen sich mit der Cella des Tempels und dem Maßverhältnis, welche dem Bau zugrunde liegt. Im Kapitel über die Treppenhäuser erfolgt ein kurzer Exkurs über dessen mögliche Funktion und Herkunft. Der Abschnitt Datierung befasst sich schließlich mit einigen Vergleichen, die die von Krauss gemachte Datierung stützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Grundlegung der Stadt und frühe Bauten
2.1 Gründung und Stadtplanung
3. Der nördliche Tempel
3.1 Der Altar
3.2 Ringhalle und dorische Säulen
3.3 Architrave
3.4 Metopen – Triglyphenfries
3.5 Das Geison / Die Sima / Der Giebel/ Das Dach
4. Die Cella
4.1 Die Säulen der Cella
5. Maßverhältnis
6. Treppenhäuser
7. Datierung
8. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Heiligtum der Athena in Paestum unter architektonischen und historischen Gesichtspunkten. Ziel ist es, die bauliche Struktur, das Maßverhältnis des Tempels sowie die Funktion der integrierten Treppenhäuser zu analysieren und den Bau im Kontext der zeitgenössischen griechischen Architektur sowie der Stadtgeschichte von Poseidonia einzuordnen.
- Geographische und geschichtliche Einordnung der Stadtgründung Poseidonias.
- Detaillierte Beschreibung der baulichen Elemente des Athenatempels (Ringhalle, Gebälk, Cella).
- Analyse der geometrischen Proportionen und Maßverhältnisse des Tempelentwurfs.
- Untersuchung der architektonischen Funktion und Herkunft der Treppenhäuser.
- Stilistische Datierung des Tempels anhand von Vergleichsbeispielen.
Auszug aus dem Buch
3.2 Ringhalle und dorische Säulen
Der Unterbau der Ringhalle besteht aus drei Stufen, die von Krauss von unten nach oben mit I – III nummeriert wurden. Auf der III Stufe ruhen die Säulen. Das von den Säulenachsen gebildete Rechteck beträgt 40 : 96 Fuß. Der Boden der Ringhalle besteht aus großen Pflasterplatten, welche etwas tiefer als das Stylobat liegen und die nach einem klarem System verlegt wurden. Alle 36 Säulen der Ringhalle, wie auch die unterste Schicht der Architrave sind noch erhalten. Es fehlen dennoch vielfach Stücke vom Echinus oder der Abaki, die herausgebrochen sind.
Die Säulenschäfte verjüngen sich nach oben hin stark, mit einem Durchmesser von 1,25 m am Schaftansatz auf 0,852 m an den Schaftenden. Dennoch weisen sie eine deutliche Schwellung auf, die jedoch durch die schlank gehaltene Form nicht so deutlich hervorsticht. Jede Säule ist von 20 Kanneluren eingefasst. Die Grate der Kanneluren treten optisch scharf hervor. Unterhalb des Echini umschließt ein Blätterkranz den oberen Abschluss des Säulenschafts, welcher Kapitell und Säulenschaft deutlich voneinander trennt. Dieser liegt eher wie ein Halsband und nicht wie eine Trennlinie um die Säule. Die Blätter nehmen den Verlauf der Kanneluren auf, so dass aus jeder Kannelure jeweils zwei Blätter hervorgehen. Die Kapitelle sind weit ausladend, der Abakus hat eine Breite von 1,769 m. Die Übergänge der einzelnen Elemente sind weich gearbeitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, des untersuchten Objekts und der methodischen Herangehensweise an die Bauanalyse.
2. Die Grundlegung der Stadt und frühe Bauten: Historische Kontextualisierung der Gründung von Poseidonia und deren Stadtplanung.
2.1 Gründung und Stadtplanung: Detaillierte Untersuchung der städtebaulichen Struktur und der frühen Besiedlungsphasen.
3. Der nördliche Tempel: Allgemeine Beschreibung des Athenatempels, seiner Lage, Fundgeschichte und der äußeren Bauform.
3.1 Der Altar: Beschreibung der baulichen Beschaffenheit und Funktion der Altarplattform.
3.2 Ringhalle und dorische Säulen: Detaillierte Analyse des Unterbaus, der Säulenform und der Kapitellgestaltung.
3.3 Architrave: Untersuchung des Aufbaus und der Verzierung der architravierenden Balkenschichten.
3.4 Metopen – Triglyphenfries: Beschreibung der Konstruktion und Anordnung des dorischen Frieses.
3.5 Das Geison / Die Sima / Der Giebel/ Das Dach: Analyse der oberen Abschlusselemente und der Dachkonstruktion des Tempels.
4. Die Cella: Untersuchung der Innenraumgestaltung und des baulichen ionischen Einflusses.
4.1 Die Säulen der Cella: Beschreibung der spezifischen Gestaltung und Anordnung der inneren Säulenreihe.
5. Maßverhältnis: Analyse der mathematischen Proportionen und des Entwurfsschemas des Tempels.
6. Treppenhäuser: Diskussion über die Funktion, Herkunft und Deutung der Treppenanlagen im Tempel.
7. Datierung: Wissenschaftliche Einordnung der Erbauungszeit anhand stilistischer und komparativer Merkmale.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Besonderheiten und der architektonischen Qualität des Bauwerks.
Schlüsselwörter
Athenatempel, Paestum, Poseidonia, Dorische Ordnung, Ionischer Einfluss, Tempelarchitektur, Stadtplanung, Treppenhäuser, Bauornamentik, Maßverhältnis, Antike, Archäologie, Westgriechenland, Baugeschichte, Bauglied.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der baugeschichtlichen Analyse des Athenatempels in Paestum, wobei die Architektur des Gebäudes im Kontext der Siedlungsgeschichte von Poseidonia untersucht wird.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Ausarbeitung?
Die Schwerpunkte liegen auf der städtebaulichen Einbettung des Heiligtums, einer detaillierten Analyse der einzelnen architektonischen Bauteile und der mathematischen Proportionslehre des Tempels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine wissenschaftliche Beschreibung des Tempelbaus, um durch Analyse der Architektur, der Proportionen und der Treppenanlagen eine fundierte Aussage über dessen Entwurf und Datierung zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine archäologische Analyse der Baubefunde, den Vergleich mit anderen westgriechischen Tempelbauten sowie die Auswertung relevanter Fachliteratur und Grabungsergebnisse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der städtischen Rahmenbedingungen, die detaillierte bauanalytische Untersuchung des Tempels (von der Ringhalle bis zur Cella), die Berechnung der Maßverhältnisse und einen Exkurs zu den Treppenhäusern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Athenatempel, Paestum, Dorische Ordnung, Ionischer Einfluss und antike Bauanalyse definiert.
Warum wird die Datierung des Tempels als komplex beschrieben?
Die Datierung stützt sich weitgehend auf stilistische Vergleiche von Ornamenten und Wasserspeiern, da keine direkten schriftlichen Zeugnisse zum Bauvorgang vorliegen, was Vergleiche mit delphischen Schatzhäusern notwendig macht.
Welche Rolle spielen die Treppenhäuser bei der Interpretation des Baus?
Die Treppenhäuser sind ein rätselhaftes architektonisches Element. Die Arbeit prüft verschiedene Theorien, ob diese zu Kulträumen im Dachbereich führten oder schlichten praktischen Zwecken dienten, kommt jedoch zu dem Schluss, dass ihre exakte Funktion ungeklärt bleibt.
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- B.A. Andreas Hickel (Author), 2013, Der Athenatempel in Paestum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230457