Gedichtinterpretation mit Fokus auf Stilmittel & Expressionismus. Exemplarisch an "Die Nächte explodieren in den Städten" von Ernst Wilhelm Lotz


Facharbeit (Schule), 2013
14 Seiten
Dieter Karstropp (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1) Vorwort

2) Stilmittelliste
a) Formal
(1) Metrum
(2) Reimschema
(3) Weitere
b) Bildlich
c) Epochales
d) Sprachlich/Lautlich

3) „Die Nächte explodieren in den Städten“

4) Gedichtinterpretation

5) Expressionismus

Vorwort:

Meine Intention zur Entstehung dieses Werkes war hauptsächlich mein Wissen über Gedichtinterpretationen und verschiedene lyrische Stilmittel, die ich in knapp zwei Jahren gesammelt habe, an andere Schüler weiterzugeben. Bei der Gedichtinterpretation haben mich seit dem Deutschunterricht immer die ungeheure Fülle an Stilmitteln interessiert, die man speziell zur Analyse von literarischen Texten zuziehen kann, leider werden diese, auch nach eigener Erfahrung, in vielen Unterrichten immer wieder vernachlässigt. Da Gedichte hermetische, also innerlich verschlüsselte Texte sind, ist es besonders wichtig, dass jedes einzelne Wort, in diesen recht kurzen Texten, interpretiert werden muss, ohne natürlich das Thema, also den Inhalt zu vernachlässigen. Ich möchte also hier den Schülern, speziell denen der gymnasialen Oberstufe, aber natürlich auch denen anderer Jahrgangstufen, eine Liste an Stilmitteln präsentieren – viele, die ich im Deutschunterricht kennen lernen musste, aber auch einige, die ich mir selbst zu Klausurvorbereitungen erarbeitet habe und die wohl recht umfassend für Gedichtinterpretationen an Gymnasien ausreichen werden. Zu den aufgelisteten Stilmitteln werde ich Erklärungen, vereinzelt auch Beispiele liefern. Den zweiten Teil der Arbeit stellt die praktische Anwendung in der Gedichtinterpretation/analyse, am Beispiel des expressionistischen Gedichts „Die Nächte explodieren in den Städten“ von Ernst Wilhelm Lotz, das ich in einer Deutschklausur bearbeitet habe, und dabei eine gute Note erzielte, nach entsprech-enden Verbesserungen meiner Deutschlehrerin habe ich diese Interpretation bearbeitet. Zusätzlich möchte ich noch einen Einblick in die Hintergründe der Kulturepoche Expressionismus liefern, falls man die Epochen/Zeitumständen in eine Interpretation mit einfließen lassen will, Informationen zur Biographie des Autors werde ich aber bewusst auslassen.

Mit diesem Werk möchte ich das oft abgelehnte Thema Gedichte den Lesern näher bringen, wobei dieser Aufsatz von einem Schüler für Schüler geschrieben wurde.

Stilmittelliste:

Formal:

Metrum:

Jambus: unbetont - betont ( x X), liefert eine beschleunigende Sprechweise (z.B. „Aufbruchsgedichte“, Hektik, oft im Sturm und Drang, teils auch „tänzeln“)

Trochäus: betont - unbetont (X x), liefert verlangsamende Sprechweise ; (Ruhe, Naturidylle, Ziel das Gedicht abzubremsen)

Daktylus: betont – unbetont – unbetont (X x x ), (volksliedhaft, Tanz, teils auch in musikalischen Gedichten)

Anapäst: unbetont – unbetont – betont (x x X)

Spondeus/Hebungsprall: betont – betont (X X), (z.B. Bluttat)

Chorjambus: unbetont – betont – betont – unbetont (x X X x), (oft im Barock. z.B. Doch nah und aaaaaaaaaaa fern)

Alexandriner: sechshebiger Jambus mit einer Zäsur in der Mitte (beliebt im Barock)

Blankvers: fünfhebiger Jambus ohne Reim

Rhythmus: Bruch/Abweichung im Metrum; (Sprechpause entsteht, lädt zum Nachdenken ein)

Reimschema:

Paarreim: Reimschema (a a b b); (oft idyllische Liebessituation, „Liebespaar“)

Kreuzreim: (a b a b); (deutet auf Probleme in der Liebe hin)

Umarmender Reim: (a b b a); (sorgt für formalen Zusammenhalt im Gedicht)

Schweifreim: (a a b c c b); (Verbindung der Strophen untereinander)

Binnenreim: Reim innerhalb eines Verses; (Steigerung der Alliteration/Assonanz)

Verschränkter Reim: Schweifreim der über mehrere Verse gezogen wird

Haufenreim: Verstärkte Version des Paarreims: (a a a a b b b b)

Zweckreim: Flapsiger, nur zwecksmäßiger Reim; (häufig in modernen Gedichten), (z.B. „das war’s aus meinem Poesiealbum / und darauf reimt sich grobe Viehhaltung)

Waise: reimloser Vers in einem Gedicht mit Reimschema

unreiner Reim: Zwei Verse die sich nicht perfekt reimen; (drückt Unstimmigkeit aus, z.B.: klamm und lahm)g

Weitere:

Zäsur: Komma/Satzzeichen in der Versmitte; (eine Sprechpause ensteht, Metrum bricht zusammen, Einschub in der Zäsur deuten auf Wendepunkt im Gedicht hin)

Enjambement: Ein Satz wird von einem Vers in den nächsten weitergeführt; Unterscheidung in:

- schwaches Enjambement: Bindewort zwischen den beiden Versen (z.B. und)

- starkes Enjambement: Satz wird pausenlos durchgeführt

Sekundenstil: Ein konsequent durchgesprochener Satz; (zeitnahes Gefühl, „sekundengenau“, beliebt im Naturalismus → besonders viele Enjambements)

Zeilenstil: Sätze enden an Versenden, viele Interjektionen ; (beliebt im Expressionismus, Gefühlsausdruck → wenig/keine Enjambements)

Anapher: Wiederholung des Anfangswortes eines Verses innerhalb des Gedichts

Epipher: Wiederholung des Endwortes eines Verses innerhalb des Gedichts

Chiasmus: Kreuzstellung einer Aussage, meist getrennt durch eine Zäsur (z.B. Kunst ist lang, kurz ist das Leben → Gegensatz von lang und kurz)

Parallelismus: Wiederholung des Satzbaus eines Verses (nur Übereinstimmung der Form keine identische Wiederholung!)

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Gedichtinterpretation mit Fokus auf Stilmittel & Expressionismus. Exemplarisch an "Die Nächte explodieren in den Städten" von Ernst Wilhelm Lotz
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V230601
ISBN (eBook)
9783656464907
ISBN (Buch)
9783656466598
Dateigröße
685 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Expressionismus, Gedichtinterpretation, Die Nächte explodieren in den Städten, Stilmittel, Stilmittelliste, Ernst Wilhelm Lotz, Lyrik in der gymnasialen Oberstufe, Literaturepochen
Arbeit zitieren
Dieter Karstropp (Autor), 2013, Gedichtinterpretation mit Fokus auf Stilmittel & Expressionismus. Exemplarisch an "Die Nächte explodieren in den Städten" von Ernst Wilhelm Lotz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230601

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