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Analyse und Messbarkeit rhetorischer Kommunikationskompetenz

Entwicklung von Handlungsanleitungen zur ganzheitlichen Analyse von Rhetorik

Titel: Analyse und Messbarkeit rhetorischer Kommunikationskompetenz

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2013 , 95 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katharina Wuttke (Autor:in)

Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie lässt sich rhetorische Kommunikationskompetenz messen und bewerten? Dieser Frage geht die vorliegende Arbeit nach. In Anbetracht der Tatsache, dass Rhetorik die älteste Kommunikationswissenschaft der Welt ist und rhetorische Kompetenz in unserer Gesellschaft als Schlüsselqualifikation gilt, ist es verwunderlich, dass sich bislang kaum Forscher diesem Thema gewidmet haben und es keine etablierte Methode zur Rhetorikanalyse gibt. Die bestehenden Ansätze zur rhetorischen Analyse stammen größtenteils aus dem US-amerikanischen Raum und sind entweder veraltet oder beziehen sich lediglich auf einen Teilbereich der Analyse – meist auf die Textanalyse und hier im Besonderen auf den Einsatz rhetorischer Figuren oder auf die Argumentation.
Die wissenschaftliche Inhaltsanalyse erfreut sich zwar immer größerer Beliebtheit, hält aber bislang auch keine Methode bereit, die alle notwendigen Analyse- Bereiche – also beispielsweise auch die non- und paraverbale Kommunikation – zu einer Methode zusammenfügt, mit der sich rhetorische Fähigkeiten im Ganzen analysieren und messen ließen. Diesem Desiderat widmet sich der vorliegende wissenschaftliche Projektbericht. Die Arbeit geht zunächst der Frage nach, welche Methoden und Theorien aus unterschiedlichen Fachbereich bereits zur Verfügung stehen, um rhetorische Fähigkeiten zu messen und zu bewerten. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden am Ende der Arbeit Handlungsempfehlungen zur ganzheitlichen Analyse von Rhetorik entwickelt, die sowohl den Redetext, als auch die Argumentation, die Körpersprache, die Gestik und die Mimik, die Stimme, die Präsentationsform und viele weitere Faktoren berücksichtigen.

Unter rhetorischer Kommunikationskompetenz wird in diesem Zusammenhang die Fähigkeit verstanden, Sachverhalte in Reden oder öffentlichen Sprechsituationen durch Verwendung sprachlicher Zeichen verständlich, überzeugend und souverän darstellen zu können.1 Problematisch aus Sicht der Wissenschaft ist daran, dass diese Fähigkeiten nicht direkt sichtbar sind, also empirisch durch Beobachtung nicht erschlossen werden können. Insofern benötigt ein Forscher, der Rhetorik messen und bewerten will, gute Analyse- und Interpretationsfähigkeiten. Gleichzeitig besteht die Herausforderung bei der Entwicklung einer Methode zur ganzheitlichen Rhetorikanalyse darin, möglichst alle notwendigen Faktoren mit einzubeziehen, den Forscher aber gleichzeitig nicht zu stark einzuengen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Definition und thematische Einordnung von Rhetorik

2.1 (Rhetorische) Kommunikation

2.1.1 Verbale Kommunikation

2.1.2 Nonverbale Kommunikation

2.1.3 Paraverbale Kommunikation

2.1.4 Extraverbale Kommunikation

3. Methoden aus verschiedenen Fachbereichen zur Analyse von Rhetorik

3.1 Sprachliche Wirkung der Rede: Linguistische Analyse

3.1.1 Gesprächsanalyse nach Deppermann

3.1.2 Semantische, syntaktische & pragmatische Textanalyse

3.1.3 Stilanalyse (Analyse rhetorischer Stilmittel)

3.1.4 Lesbarkeitsindex nach Flesch

3.2 Überzeugungsfähigkeit der Rede: Die Argumentationsanalyse

3.2.1 Aristotelische Toposanalyse

3.2.2 Moderne Argumentationsanalyse-Ansätze

3.3 Die Funktion(en) der Rede: Kommunikationsmodelle

3.3.1 Lasswell-Formel

3.3.2 Organonmodell von Bühler

3.3.3 Theorie des kommunikativen Handelns nach Habermas

3.3.4 Grice‘sche Konversationsmaxime

3.4 Rede und Persuasion: (Sozial-) Psychologische Ansätze

3.4.1 Impression-Management-Theorie nach Goffman

3.4.2 Yale-Ansatz der Forschergruppe um Hovland

3.4.3 Halo-Effekte

3.4.4 Elaboration-Likelihood-Model von Petty und Cacioppo

3.4.5 Theorie der kognitiven Dissonanz nach Festinger

4. Handlungsempfehlungen zur ganzheitlichen Analyse von Rhetorik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der Entwicklung einer Methode zur ganzheitlichen Analyse von Rhetorik. Das primäre Ziel ist es, ein Instrumentarium zu schaffen, das rhetorische Kompetenz in Redesituationen messbar und bewertbar macht, da bisherige Ansätze meist auf isolierte Teilbereiche wie die reine Textanalyse beschränkt sind.

  • Interdisziplinäre Zusammenführung von Theorien aus Linguistik, Psychologie und Kommunikationswissenschaft.
  • Entwicklung eines praktikablen Zehn-Punkte-Plans zur systematischen Analyse von Redeauftritten.
  • Berücksichtigung von verbaler, nonverbaler, paraverbaler und extraverbaler Kommunikation.
  • Analyse von Argumentationsstrukturen unter Einbeziehung von Persuasionsmodellen.
  • Integration von situativen Rahmenbedingungen und Selbstdarstellungsstrategien des Redners.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Gesprächsanalyse nach Deppermann

Die Gesprächsanalyse (kurz: GA) befasst sich mit gesprochener, meist dialogischer Sprache. Sie will Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Menschen Gespräche führen. Die Methodik der GA ist bislang eher wenig entwickelt, was unter anderem auf ihr Empirieverständnis zurückzuführen ist: Die GA bedient sich den Prinzipien der qualitativen Sozialforschung. Ihr Forschungsgegenstand ist die natürliche menschliche Kommunikation und damit stets subjekt- und situationsbezogen. Dieser Gegenstand liegt vollständig nie offen, sondern muss immer durch Interpretation erschlossen werden.

Die Forschungsfrage ist – im Gegensatz zur deduktiven Methodik – nicht Ausgangspunkt, sondern Ziel der Forschung (Theoriegenerierung). Die Forscher haben bei der GA zudem den Anspruch, möglichst offen vorzugehen. Deshalb legen sie ihre Hypothesen nicht apriorisch fest, sondern passen sie im Laufe des Forschungsprozesses ständig an den Untersuchungsgegenstand an. Sie verwenden zudem keine standardisierten Methoden, damit sie eine höchstmögliche Flexibilität gewährleisten können und keine relevanten Phänomene übersehen. Deshalb ist die GA ein weitestgehend offenes Feld, das kein methodisches Vorgehen festschreibt.

Damit dennoch aussagekräftige Ergebnisse entstehen können, muss das Untersuchungsmaterial als Arbeitsgrundlage der GA, also das Transkript, möglichst naturalistisch und intersubjektiv nachvollziehbar sein. „Unter «Transkription» versteht man die Verschriftlichung von akustischen oder audiovisuellen (AV) Gesprächsprotokollen nach festgelegten Notationsregeln“ (Deppermann 2008: 39). Dabei ist wichtig, das Gespräch in seiner Mündlichkeit genau so niederzuschreiben, wie es tatsächlich stattgefunden hat – das heißt sämtliche Laute, Interjektionen, Pausen, Betonungen aber auch Versprecher und Überlappungen oder die Lautstärke in das Transkript mit einfließen zu lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Methode zur Messung rhetorischer Kommunikationskompetenz, da bisherige Ansätze meist nur isolierte Teilbereiche abdecken.

2. Definition und thematische Einordnung von Rhetorik: Dieses Kapitel definiert den Rhetorikbegriff und ordnet ihn historisch sowie wissenschaftlich ein, wobei die verschiedenen Modalitäten menschlicher Kommunikation abgegrenzt werden.

3. Methoden aus verschiedenen Fachbereichen zur Analyse von Rhetorik: Der umfangreiche Hauptteil stellt linguistische, psychologische und kommunikationswissenschaftliche Theorien vor, die als Grundlage für die Rhetorikanalyse dienen können.

4. Handlungsempfehlungen zur ganzheitlichen Analyse von Rhetorik: Basierend auf den zuvor vorgestellten Theorien entwickelt dieser Abschnitt einen Zehn-Punkte-Plan als praktischen Leitfaden für eine ganzheitliche Rhetorikanalyse.

5. Fazit: Die abschließende Reflexion resümiert die Komplexität der Rhetorikanalyse und betont die Notwendigkeit, den erarbeiteten Plan in der Praxis zu erproben und kontinuierlich zu optimieren.

Schlüsselwörter

Rhetorik, Kommunikationskompetenz, Rhetorikanalyse, Argumentationsanalyse, Persuasion, Gesprächsanalyse, Sprachwissenschaft, Impression Management, Linguistik, Kommunikationsmodelle, Zehn-Punkte-Plan, Rhetorische Stilistik, Einstellungsänderung, Kognitive Dissonanz, Sprechwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer ganzheitlichen Methode zur Messung und Bewertung rhetorischer Kommunikationskompetenz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Linguistik (Gesprächs- und Textanalyse), die Argumentationsanalyse, Kommunikationsmodelle sowie sozialpsychologische Ansätze der Persuasion und Selbstdarstellung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Handlungsanleitung (ein Zehn-Punkte-Plan), die es ermöglicht, Rhetorik nicht nur als Text, sondern als komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Theorien aus verschiedenen Fachdisziplinen, um diese zu einem interdisziplinären Analyseinstrument zusammenzuführen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden methodische Ansätze wie die Gesprächsanalyse, die Argumentationsanalyse, verschiedene Kommunikationsmodelle (z.B. Bühler, Habermas) und psychologische Modelle (z.B. ELM, Impression-Management) vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit in der Rhetorikanalyse geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Rhetorik, Rhetorikanalyse, Kommunikationskompetenz, Argumentation, Persuasion und die entwickelte Methode des Zehn-Punkte-Plans.

Was ist das Besondere an dem Ansatz zur Gesprächsanalyse?

Der Ansatz betont, dass Gespräche als prozesshafte, interaktive Einheiten verstanden werden müssen, wobei vor allem die Transkriptionskonventionen als wertvolles Werkzeug für die Rhetorikanalyse extrahiert werden.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Argumentation und Beweis?

Die Arbeit verdeutlicht, dass ein Argument lediglich ein Mittel zur Veranschaulichung ist, während Beweise (Induktion/Deduktion) logisch zwingenden Charakter haben, wobei die Rhetorik primär auf Plausibilität und nicht auf absolute Wahrheit abzielt.

Warum ist das "Impression Management" für Redner relevant?

Es ist relevant, da Redner stets versuchen, ihren Eindruck auf das Publikum zu steuern, was durch die Analyse von Strategien und Taktiken der Selbstdarstellung auf der "Vorderbühne" nachvollziehbar wird.

Welche Rolle spielen kognitive Dissonanzen bei Reden?

Kognitive Dissonanzen entstehen beim Publikum, wenn Redeinhalte ihren Überzeugungen widersprechen; die Analyse dieser Prozesse hilft dem Redner, sein Publikum besser einzuschätzen und seine Argumente wirksamer zu platzieren.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Analyse und Messbarkeit rhetorischer Kommunikationskompetenz
Untertitel
Entwicklung von Handlungsanleitungen zur ganzheitlichen Analyse von Rhetorik
Hochschule
Hochschule Osnabrück  (Kommunikationsmanagement)
Note
1,3
Autor
Katharina Wuttke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
95
Katalognummer
V231153
ISBN (eBook)
9783656475866
ISBN (Buch)
9783656476320
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikationsmanagement Rhetorik rhetorische Analyse Rhetorik-Analyse Kommunikation Kommunikationskompetenz Körpersprache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Wuttke (Autor:in), 2013, Analyse und Messbarkeit rhetorischer Kommunikationskompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231153
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Leseprobe aus  95  Seiten
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