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Das Bild der Türken in "Des Turken Vasnachtspil" von Hans Rosenplüt

Title: Das Bild der Türken in "Des Turken Vasnachtspil" von Hans Rosenplüt

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bachelor Ramona Schilling (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mit der Niederlage bei Nikopolis im Jahre 1369 und spätestens durch die Eroberung Konstantinopels 1453, die das Ende des byzantinischen Reiches bedeutete, wurde der christlichen Gemeinschaft mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt, dass die Osmanen zu einer ernsthaften Bedrohung geworden waren und für lange Zeit bleiben sollten. Die Menschen fühlten ihren Besitz bedroht und hatten Angst um ihr Leben.
In dieser Zeit und verstärkt nach der erfolglosen Belagerung Wiens durch Sultan Süleyman I., gab es mehr und mehr Dichter, die der Türkenthematik Raum in ihren Werken einräumten. Balthasar Mandelreiß, Peter von Renz oder auch Michel Beheim riefen in ihren Dichtungen zum Kampf gegen die Osmanen auf. Sie forderten die christliche Bevölkerung auf, innere Streitigkeiten und Kriege zu beenden, um mit der vereinten Macht der Christenheit den osmanischen Feind besiegen zu können. In der Realität herrschten allerdings viele innerchristliche Streitigkeiten und auch Probleme zwischen den Obrigkeiten der Kirche und des Adels machten ein geeintes Auftreten gegen den Feind unmöglich.
In den Texten der Zeit finden sich genaue Schilderungen über die, von den Osmanen begangenen, Grausamkeiten der Bevölkerung gegenüber und es wurden bestimmte Stereotypen aufgerufen. Auch Dramatiker wie Hans Sachs und Jakob Ayrer verarbeiteten die Türkenmotivik und schließlich entstanden auch einige Fastnachtspiele zum Thema.
Hier soll es nun um das Stück Des Turken Vasnachtspil vom Nürnberger Dichter Hans Rosenplüt gehen, bei dem das Bild der Türken auf den ersten Blick viel positiver erscheint als es zeittypisch der Fall war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1: Fastnachtspiele

1.1 Der Ort

1.2 Die Spieler

1.3 Das Publikum

Kapitel 2: Zweck der Fastnachtspiele

2.1 Belustigung durch Obszönität

2.2 Belustigung durch Wiedererkennung

2.3 Belustigung durch Verkehrung

2.4 Moral und Belehrung

Kapitel 3: Des Turken Vasnachtspil

3.1 Einführung

3.2 Hans Rosenplüt

Kapitel 4: Analyse des Turken Vasnachtspils

Das Bild der Türken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Fastnachtspiel "Des Turken Vasnachtspil" des Nürnberger Dichters Hans Rosenplüt mit dem Ziel, die ambivalente Darstellung der türkischen Osmanen im Kontext der zeitgenössischen Türkenfurcht und der literarischen Gattung des Fastnachtspiels zu analysieren und kritisch einzuordnen.

  • Strukturelle Grundlagen und gesellschaftliche Funktion des mittelalterlichen Fastnachtspiels.
  • Biografische und literarhistorische Einordnung des Dichters Hans Rosenplüt.
  • Detaillierte Analyse der Türkendarstellung in "Des Turken Vasnachtspil".
  • Untersuchung der "verkehrten Welt" als rhetorisches Mittel zur Adels- und Gesellschaftskritik.
  • Kontrastierung von positiven und negativen Stereotypen in der zeitgenössischen Wahrnehmung der Osmanen.

Auszug aus dem Buch

Das Bild der Türken

Die Furcht vor den Osmanen war, wie bereits erwähnt, sehr groß unter der Bevölkerung. Daher erscheint der Sultan auf den ersten Blick doch durchaus positiv, wenn man die Grausamkeiten der Türken und ihren Einfall in christliches Gebiet bedenkt. Auch die sprachlichen Unterschiede zwischen Christen und Türken sind deutlich. Während die Türken zivilisiert, gebildet und meist sehr höflich sprechen, verhält sich die christliche Obrigkeit durch das Führen skatologischer Reden entgegen dem damaligen Sittenkodex. Sie treten dabei aber nicht nur gegen dem Sittenkodex ihrer eigenen Gesellschaft auf, sondern agieren so, wie man es von den Osmanen eigentlich erwarten würde. Dies ist als Zeichen einer fastnächtlichen Verkehrung zu betrachten, auch wenn betont werden muss, dass die Strafen lediglich Drohungen bleiben, die physische Würde des Sultans auf der Bühne aber unangetastet bleibt. So erscheint die christliche Obrigkeit hilflos gegenüber den übermächtigen Osmanen, als „schwächliche Maulhelden,“ wie Hansjürgen Linke zeigt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Kontext der osmanischen Bedrohung im 15. Jahrhundert und führt in die Thematik der Türkendarstellung in der Literatur ein.

Kapitel 1: Fastnachtspiele: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, die Rahmenbedingungen und die regionalen Unterschiede der mittelalterlichen Fastnachtspiele.

Kapitel 2: Zweck der Fastnachtspiele: Hier werden die Funktionen der Spiele als Ventil für soziale Ängste, zur Belustigung und zur moralischen Belehrung analysiert.

Kapitel 3: Des Turken Vasnachtspil: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, Datierung und die Autorschaft des konkreten Stückes von Hans Rosenplüt.

Kapitel 4: Analyse des Turken Vasnachtspils: In diesem zentralen Analyseteil wird die differenzierte Darstellung des Sultans und die Verwendung als Mittel zur gesellschaftlichen Kritik untersucht.

Das Bild der Türken: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Analyseergebnisse zur Ambivalenz der Türkendarstellung und ordnet diese in den Forschungsdiskurs ein.

Schlüsselwörter

Fastnachtspiel, Hans Rosenplüt, Des Turken Vasnachtspil, Osmanen, Türkenfurcht, Verkehrte Welt, Adelskritik, Mittelalter, Türkendarstellung, christliches Kaiserreich, Literaturgeschichte, Antichrist, Sozialkritik, Konstantinopel, Sittenkodex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Nürnberger Fastnachtspiel "Des Turken Vasnachtspil" und hinterfragt, warum der Sultan darin überraschend positiv dargestellt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das mittelalterliche Fastnachtspiel, die historische Türkenfurcht und die literarische Technik der verkehrten Welt als Mittel zur Gesellschaftskritik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Analyse der Ambivalenz in der Türkendarstellung und die Klärung, inwiefern Rosenplüt das Stück zur Kritik an christlichen Missständen nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen, historischer Kontexte und bereits existierender Forschungsmeinungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der Fastnachtspiele, die Einordnung des spezifischen Stückes sowie die detaillierte Analyse der sultanischen Darstellung und ihrer Funktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fastnachtspiel, Hans Rosenplüt, Türkenfurcht, Adelskritik und die verkehrte Welt.

Warum wird der Sultan im Stück "positiver" dargestellt als in anderen Texten?

Diese Darstellung dient primär dazu, einen Kontrast zur christlichen Obrigkeit zu schaffen, deren Fehlverhalten durch den "Erbfeind" als besonders gravierend aufgezeigt werden soll.

Welche Rolle spielt die "verkehrte Welt" bei der Kritik?

Die verkehrte Welt erlaubt es, soziale und politische Normen temporär aufzuheben, wodurch das Publikum durch den Spiegel des Fremden dazu gebracht wird, eigene Missstände zu reflektieren.

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Details

Title
Das Bild der Türken in "Des Turken Vasnachtspil" von Hans Rosenplüt
College
University of Tubingen
Grade
2,0
Author
Bachelor Ramona Schilling (Author)
Publication Year
2012
Pages
23
Catalog Number
V231184
ISBN (eBook)
9783656474524
ISBN (Book)
9783656474739
Language
German
Tags
bild türken turken vasnachtspil hans rosenplüt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor Ramona Schilling (Author), 2012, Das Bild der Türken in "Des Turken Vasnachtspil" von Hans Rosenplüt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231184
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