In der technischen Serienproduktentwicklung ziehen Fehler, die in der Produktentstehung gemacht werden, große Aufwände in der Korrektur nach sich. Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer Null-Fehler-Integrierung, um Fehler und Kosten zu minimieren. Sie untersucht die Ursachen für Fehler bzw. der Fehlerentstehung im Zusammenhang mit Kosten und Zeit im Projektverlauf und versucht über die Optimierung des Projektmanagements und Identifizierung von kritischen Momenten der Vision der Umsetzung der Null-Fehler-Toleranz nahe zu kommen z. B. werden die psychologischen Einflussfaktoren auf die optimale Projektführung betrachtet. Denn nur, wenn die Ursachen für die Fehlerentstehungen im Projektverlauf bekannt sind, kann Fehlerbildern bereits in der frühen Phase der Entwicklung gezielt gegengesteuert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 FORSCHUNGSFRAGE
1.4 INHALTLICHER AUFBAU DER MASTER THESE
1.5 METHODIK
1.6 RELEVANZ DER FORSCHUNGSFRAGE
2 DIMENSIONEN DER FEHLERENTSTEHUNG UND FEHLERFOLGEN
2.1 BEZIEHUNG ZWISCHEN QUALITÄT UND FEHLER
2.2 RISIKOURSACHEN FEHLERHAFTER PRODUKTE
2.2.1 DIE PSYCHOLOGIE DES MENSCHEN ALS FEHLERVERURSACHER UND PROBLEMLÖSER
2.2.2 FEHLERFAKTOREN IN DER ORGANISATION
2.2.3 ARTEN VON FEHLVERHALTEN TECHNISCHER PRODUKTE
2.2.4 EINFLUSS DURCH STÖRFAKTOREN AUF DAS TECHNISCHE FEHLVERHALTEN
2.2.5 RECHTLICHE FOLGEN FEHLERHAFTER PRODUKTE
3 PROJEKTVORBEREITUNG FÜR EIN NULL – FEHLER - PRINZIP
3.1 ORGANISATION (MANAGEMENT)
3.2 PROJEKTMANAGEMENT
3.2.1 PROJEKTMANAGER
3.2.2 PROJEKTTEAM
3.2.3 PROJEKTZIELE
3.2.4 PROJEKTPLANUNG UND IHR METHODENEINSATZ
3.2.5 KOMMUNIKATION UND INFORMATIONSFLÜSSE
3.2.6 TECHNISCHE DOKUMENTATION
3.3 STRATEGISCHES MARKETING ALS VORGELAGERTER PLANUNGSFAKTOR
4 VERFAHREN DER QM-METHODEN IN DER PRODUKT- UND PRODUKTIONSENTWICKLUNG
4.1 KUNDENERWARTUNGEN, KUNDENFORDERUNGEN UND WÜNSCHE
4.2 KONZEPTE FÜR DAS PRODUKT- UND PRODUKTIONSDESIGN
4.2.1 RISIKOMINIMIERUNG DER PRODUKT- UND PRODUKTIONSANFORDERUNGEN
4.2.2 DESIGN VERIFICATION PLAN AND REPORT UND CONTROL PLAN
4.3 ROBUSTHEITSGESTALTUNG
4.3.1 GESTALTUNG EINES ROBUSTEN PRODUKTDESIGNS
4.3.2 GESTALTUNG EINES ROBUSTEN PRODUKTIONSPROZESSES
4.4 SUPPLY-CHAIN / BESCHAFFUNG
4.5 VERIFIKATION
4.5.1 VERIFIKATION PRODUKTDESIGN
4.5.2 VERIFIKATION PRODUKTIONSDESIGN
5 SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Implementierung eines Null-Fehler-Prinzips in der technischen Serienproduktentwicklung. Das primäre Ziel ist es, den Produktentstehungsprozess durch systematisches Projektmanagement und den Einsatz qualitätssichernder Methoden so zu optimieren, dass Fehler bereits in der frühen Entwicklungsphase vermieden und damit Kosten sowie Haftungsrisiken signifikant reduziert werden.
- Analyse von Fehlerursachen und Fehlerfolgen im Produktlebenszyklus
- Psychologische Aspekte der Fehlerentstehung durch Entscheidungsträger
- Projektmanagement als strukturelle Grundlage für Fehlervermeidung
- Methodeneinsatz (QFD, FMEA, Six Sigma) zur Risikominimierung
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Pflichtenkreise des Herstellers
Auszug aus dem Buch
2.2.1 DIE PSYCHOLOGIE DES MENSCHEN ALS FEHLERVERURSACHER UND PROBLEMLÖSER
Nach Ehrlenspiel entsteht der Produkterfolg nur zu 10% aus der Technik, aber zu 90% aus dem Handeln der Entscheidungsträger. Die Ursache über Erfolg oder Misserfolg liegt in der Produktentstehung, in der Art und Weise, wie Personen mit sich oder anderen umgehen und dadurch den Produkterfolg weit mehr beeinflussen als die Technik oder wissenschaftlich „harte“ Methoden und Prozesse. Ausgehend vom Denken der einzelnen Person zeigt sich, dass sich die Notwendigkeit methodischen Vorgehens aus der Begrenzung des menschlichen Gedächtnisses im Verhältnis zur Produktkomplexität und dem Erstellungsprozess ergibt. Der einzelne Mensch an sich stößt schnell im Projektverlauf aufgrund der Projekt „Neuheit, Komplexität, usw.“ (s. a. Kapitel 3.2) durch sein begrenztes Fakten-, Kontext-, System- u. Methodenwissen auf Probleme und nimmt durch sein Vorgehen seine Entscheidungen im Projektverlauf selbst, bewusst oder unbewusst, wesentlichen Einfluss auf das Auftreten von Problemen.
Ein Problem wird von Personen oder Personengruppen selber definiert und ist dadurch charakterisiert, dass keine Lösungsansätze für den Weg zur Zielerreichung feststehen oder den Beteiligten nicht bewusst ist, wie das Ziel aussehen sollte. Im Gegensatz ist eine Aufgabe eine Anforderung mit einem eindeutig präzisierten Ziel mit bekanntem Vorgehen zur sicheren Zielerreichung. Erfolgreiche Ingenieure setzen Methoden aus Erfahrung zielgerichtet, aber auch unbewusst ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Das Kapitel erläutert die Problemstellung fehlerhafter Produkte und definiert das Null-Fehler-Prinzip sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 DIMENSIONEN DER FEHLERENTSTEHUNG UND FEHLERFOLGEN: Hier werden Ursachen für Fehler, insbesondere die psychologischen Faktoren und organisatorischen Rahmenbedingungen, sowie die rechtlichen Konsequenzen bei fehlerhaften Produkten analysiert.
3 PROJEKTVORBEREITUNG FÜR EIN NULL – FEHLER - PRINZIP: Dieses Kapitel behandelt das Projektmanagement, die Organisation und die Notwendigkeit einer strukturierten Planung als Voraussetzung für eine erfolgreiche Produktentwicklung.
4 VERFAHREN DER QM-METHODEN IN DER PRODUKT- UND PRODUKTIONSENTWICKLUNG: Dieser Teil beschreibt konkrete Qualitätsmethoden wie FMEA, QFD und Six Sigma, die in verschiedenen Phasen zur Fehlervermeidung eingesetzt werden.
5 SCHLUSS: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die menschliche Komponente und das strategische Marketing entscheidende Schlüssel zum Erfolg des Null-Fehler-Prinzips sind.
Schlüsselwörter
Null-Fehler-Prinzip, Produktentstehungsprozess, Qualitätsmanagement, Fehlermanagement, Fehlerfolgekosten, Projektmanagement, Risikominimierung, Six Sigma, FMEA, QFD, Produkthaftung, Konstruktionspflicht, Robustheitsgestaltung, Kundenzufriedenheit, Prozessoptimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung eines Null-Fehler-Prinzips in der technischen Serienproduktentwicklung, um die Qualität zu erhöhen und Fehlerkosten systematisch zu vermeiden.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Ursachenanalyse von Fehlern, Projektmanagement-Methoden, die Bedeutung der menschlichen Psychologie in Entwicklungsprozessen sowie die rechtlichen Pflichten des Warenherstellers.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Null-Fehler-Prinzip systematisch im Produktentstehungsprozess von Serienprojekten verwirklicht werden kann, um eine zuverlässige und fehlerfreie Produktion zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse/Textanalyse, um wissenschaftliche Literatur, Gesetze und Normen zu untersuchen und darauf basierend Maßnahmen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Fehlerursachen (psychologisch und organisatorisch), die rechtlichen Folgen, die methodischen Ansätze im Projektmanagement sowie die konkrete Anwendung von QM-Werkzeugen wie QFD, FMEA und Six Sigma.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Null-Fehler-Prinzip, Produktentstehung, Qualitätsmanagement, Fehlerfolgekosten, Prozessfähigkeitsuntersuchung (PFU) und Produkthaftung.
Welche Bedeutung hat die "Zehnerregel" in dieser Thesis?
Die Zehnerregel besagt, dass Fehlerfolgekosten von Phase zu Phase im Produktlebenszyklus exponentiell steigen, was die Dringlichkeit für Fehlervermeidung bereits in der Planungsphase unterstreicht.
Wie spielt das Kano-Modell bei der Fehlerbetrachtung eine Rolle?
Das Kano-Modell hilft, die Kundenzufriedenheit durch die Gewichtung von Anforderungen (Basis-, Leistungs- und Begeisterungsqualität) zu verstehen, wobei eine Nichterfüllung dieser Anforderungen als Fehler definiert wird.
Warum ist die psychologische Komponente für Ingenieure wichtig?
Da ca. 90% des Produkterfolgs auf das Handeln der Beteiligten zurückzuführen ist, müssen Ingenieure Denkfehler durch methodische Unterstützung und ein Bewusstsein für eigene kognitive Schwächen kompensieren.
- Quote paper
- Johann Arnoldner (Author), 2012, Null-Fehler-Prinzip in der Serienproduktentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231700