Ziel dieser Arbeit ist es, am Beispiel von „Unibrennt“ eine soziale Bewegung möglichst umfassend zu beschreiben. Zu Beginn wird versucht „Unibrennt“ zu definieren. Dabei wird vor allem der Frage nachgegangen, warum es sich bei „Unibrennt“, um eine soziale Bewegung handelt. Die Auseinandersetzung mit den Themen, Enstehung, Struktur, Ziele und öffentliche Debatte, ermöglichen eine Allgemeine Beschreibung. Im zweiten Teil der Arbeit steht die subjektive Sicht der TeilnehmerInnen im Vordergrund. Es wird den Fragen nachgegangen, was Personen zur Teilnahme motiviert hat, worin die TeilnehmerInnen die Erfolge sehen und was die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Ziele waren. Um diese Dimensionen möglichst gut erfassen zu können, wurden drei narrative Interviews durchgeführt. Alle drei Befragten nahmen aktiv an der „Unibrennt“-Bewegung teil. Es wurden zwei Studierende- und eine Lehrende Teilnehmerin befragt.
Inhaltsverzeichnis
Teil I Allgemeine Beschreibung
1. Einleitung und Definition von „Unibrennt“
2. Entstehung
3. Struktur der Bewegung
4. Ziele von „Unibrennt“
4.1. Forderungskataloge
5. Politische Ableitungen
Teil II Empirische Fragestellungen
1. Fragestellungen
2. Methoden der Datengewinnung und Aufbereitung
3. Auswahl der InterviewpartnerInnen
4. Ergebnisse
4.1. Motive
4.2. Herausforderungen
4.3. Erfolge
5. Schlussfolgerungen und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die „Unibrennt“-Protestbewegung aus einer kombinierten theoretischen und empirischen Perspektive. Ziel ist es, die Entstehung, Struktur und Zielsetzungen der Bewegung zu beleuchten sowie die subjektiven Erfahrungen von Teilnehmerinnen hinsichtlich ihrer Motivation, den bewältigten Herausforderungen und den erzielten persönlichen sowie gesellschaftlichen Erfolgen zu analysieren.
- Definition und theoretische Einordnung von „Unibrennt“ als soziale Bewegung
- Strukturelle Dynamiken und Herausforderungen innerhalb der Hörsaalbesetzungen
- Analyse politischer Forderungen und deren gesellschaftlicher Resonanz
- Empirische Untersuchung persönlicher Motive durch narrative Interviews
- Reflektion über individuelle Lernprozesse und die langfristigen Auswirkungen der Bewegung
Auszug aus dem Buch
Struktur der Bewegung
Die Bewegung ging spontan von der „Basis“ der Studierenden aus und nicht von der ÖH (Österreichische Hochschülerschaft), welche die gesetzlich vorgesehene Vertretung der Studierenden darstellt. Einzelne Personen und Fraktionen der ÖH schlossen sich der Bewegung an und nehmen an den Protesten teil. Die Bewegung traf alle Entscheidungen gemeinsam und es gab keine hierarchischen Strukturen innerhalb von „Unibrennt“. Zweimal pro Tag fanden in den besetzten Hörsälen Vollversammlungen statt, bei denen Entscheidungen über das weitere Vorgehen abgestimmt und nach Mehrheitsprinzip beschlossen wurden. Die zahlreichen BesetzerInnen des Audimax in Wien hatten für den Ablauf der täglichen Plena auch einiges an organisatorischer Arbeit zu leisten. Um die Organisation besser gestalten zu können entstanden verschieden Arbeitsgruppe wie: die Presse AG, Volxsküche AG, Versorgungs AG, und Abendgestaltung AG. Die verschiedenen AGs arbeiteten zum größten Teil selbstständig und brachten ihre Vorschläge dann ins Plenum ein (vgl. Maier &Arnim-Ellissen 2010: S. 216). Durch offene Struktur der Arbeitsgruppen wurde es den TeilnehmerInnen ermöglicht, die Gruppe zu wechseln und so die für sie passende zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
Teil I Allgemeine Beschreibung: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung, definiert „Unibrennt“ als soziale Bewegung und beschreibt deren Entstehung, Struktur, Ziele sowie politische Implikationen.
1. Einleitung und Definition von „Unibrennt“: Hier wird die Bewegung zeitlich und inhaltlich eingeordnet und anhand soziologischer Kriterien als soziale Bewegung charakterisiert.
2. Entstehung: Das Kapitel zeichnet den Beginn der Proteste an der Akademie der bildenden Künste sowie deren Ausbreitung auf andere österreichische Universitäten nach.
3. Struktur der Bewegung: Hier wird die basisdemokratische Organisation der Bewegung und die Bedeutung der Arbeitsgruppen sowie der Plena erläutert.
4. Ziele von „Unibrennt“: Dieses Kapitel behandelt die inhaltlichen Schwerpunkte der Bewegung, insbesondere die Kritik am Bologna-Prozess und die Forderung nach freiem Bildungszugang.
4.1. Forderungskataloge: Eine vergleichende Analyse der Forderungen verschiedener Universitäten zeigt Gemeinsamkeiten in der Ablehnung der Ökonomisierung von Bildung auf.
5. Politische Ableitungen: Hier wird das Spannungsfeld zwischen der studentischen Bewegung und der offiziellen Politik sowie die mediale Wirkung thematisiert.
Teil II Empirische Fragestellungen: Dieser Teil widmet sich der subjektiven Sichtweise der Akteurinnen durch die Auswertung qualitativer Interviews.
1. Fragestellungen: Es werden die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der persönlichen Motive und der erlebten Erfolge der befragten Teilnehmerinnen formuliert.
2. Methoden der Datengewinnung und Aufbereitung: Das Kapitel begründet die Wahl des narrativen Interviews als Erhebungsmethode und beschreibt das angewandte Codier-System.
3. Auswahl der InterviewpartnerInnen: Hier werden die Auswahlkriterien für die befragten Studierenden und Lehrenden dargelegt.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Interviews werden strukturiert nach Motiven, Herausforderungen und Erfolgen präsentiert.
4.1. Motive: Dieses Kapitel beleuchtet die Beweggründe der Befragten und deren Identifikation mit den Zielen von „Unibrennt“.
4.2. Herausforderungen: Die praktischen und emotionalen Hürden während der Besetzungszeit, wie Zeitmanagement oder Druck von außen, werden hier diskutiert.
4.3. Erfolge: Es wird reflektiert, welche individuellen Kompetenzen gewonnen wurden und inwiefern systemische Ziele erreicht werden konnten.
5. Schlussfolgerungen und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Bewegung und dem Ausblick auf deren langfristige Bedeutung.
Schlüsselwörter
Unibrennt, soziale Bewegung, studentische Proteste, Hörsaalbesetzung, Bologna-Prozess, Bildungspolitik, Demokratisierung, Hochschulbildung, Ökonomisierung, narratives Interview, politische Partizipation, soziale Netzwerke, studentisches Engagement, Basisdemokratie, Audimax.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die „Unibrennt“-Protestbewegung, die 2009 an österreichischen Universitäten stattfand, sowohl in ihrem theoretischen Kontext als auch anhand von empirischen Interviews mit ehemaligen Teilnehmerinnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entstehung und Struktur der Bewegung, die inhaltliche Kritik an der Ökonomisierung der Hochschulbildung sowie die subjektive Erfahrung von Protest, Erfolg und persönlicher Veränderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine umfassende Beschreibung der Bewegung, bei der besonders die individuellen Sichtweisen der Studierenden und Lehrenden auf ihre Partizipation und die daraus resultierenden Erkenntnisse im Vordergrund stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die narrative Interviews mit drei aktiv beteiligten Personen durchführte und diese mittels der Methode des offenen Kodierens auswertete.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Beschreibung der Bewegung (Teil I) und einen empirischen Teil (Teil II), der die Motive, Herausforderungen und Erfolge aus Sicht der Befragten analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie „Unibrennt“, „soziale Bewegung“, „Hochschulbildung“, „Ökonomisierung“, „basisdemokratische Struktur“ und „narrative Interviews“.
Wie organisierte sich die Bewegung „Unibrennt“?
Die Bewegung zeichnete sich durch eine basisdemokratische, nicht-hierarchische Struktur aus, in der Entscheidungen im Plenum getroffen wurden und Arbeitsgruppen die organisatorische Arbeit selbstständig übernahmen.
Was berichten die Befragten über ihre persönliche Entwicklung?
Die Befragten geben an, durch die Bewegung eine politische „Selbstermächtigung“ erfahren zu haben, neue Netzwerke geknüpft und eine kritischere Haltung zum bestehenden Bildungssystem entwickelt zu haben.
Wie bewerten die Teilnehmenden den Erfolg der Bewegung?
Der Erfolg wird differenziert betrachtet: Während eine großangelegte Systemveränderung nicht erreicht wurde, werden die gesteigerte mediale Aufmerksamkeit, die Thematisierung von Missständen und die individuellen Lernprozesse als bedeutende Teilerfolge gewertet.
Welche Rolle spielte das Internet für die Bewegung?
Das Internet fungierte als wichtiges Medium zur Vernetzung, zur Verbreitung von Informationen über Web 2.0-Anwendungen und zur Erhöhung der Reichweite durch Livestreams aus den besetzten Hörsälen.
- Quote paper
- Nora Zeilinger (Author), 2012, 'Unibrennt' als Beispiel für eine soziale Bewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231816