Ansätze einer Integration von Risikofrühwarnindikatoren in das Corporate Controlling


Seminararbeit, 2012
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Risiken im unternehmerischen Umfeld

2. Frühwarnsysteme im Risikomanagement
2.1 Anforderungen an ein integriertes Risikomanagement
2.2 Operative Frühwarnsysteme
2.3 Strategische Frühwarnsysteme
2.4 Notwendigkeit einer Integration von Risikoidentifikation in das Corporate Reporting

3. Ansätze integrierter Frühwarnung in das Corporate Reporting
3.1 Ansätze nach den Anforderungen der Berichtsempfänger
3.2 Ansätze von Risikofrühwarnung im Berichtsinhalt
3.2.1 Implementierung eines Ampelsystems
3.2.2 Risk-Maps als Instrument der Identifikation und Darstellung
3.2.3 Risk-Cards als aggregierte Risikoberichte

4. Risikofrühwarnung und Chancenerkennung

Literaturverzeichnis

1. Risiken ¡m unternehmerischen Umfeld

Konjunkturelle Schwankungen, Fachkräftemangel, Aktienkursschwan­kungen oder die gegenwärtige Finanzkrise haben die Gemeinsamkeit, dass alle eine potentielle Gefahr für ein Unternehmen darstellen. Unter­nehmen müssen also damit rechnen im Laufe ihres Bestehens mit solchen Risiken konfrontiert zu werden. Risiken werden hierbei als „Gefahr ver­standen, dass Ereignisse (externe Faktoren) oder Entscheidungen und Handlungen (interne Faktoren) das Unternehmen daran hindern, definierte Ziele zu erreichen bzw. Strategien erfolgreich zu realisieren“.[1] Diese kön­nen sogar in Interdependenzen zueinander stehen und sich gegenseitig verstärken oder abschwächen.

Doch welche Möglichkeiten haben Unternehmen sich gegen Risiken ab­zusichern oder diesen sogar komplett zu entgehen? Lösungsansätze zie­len meist auf die Einführung und Integration eines Risikomanagement­prozesses in die Organisationsstruktur des Unternehmens. Als zuständi­ger Bereich ist hier vor allem das Controlling mit seiner Führungs- und Koordinationsfunktion gefragt. Als Instrument steht ihm hierbei das bet­riebliche Berichtswesen zur Verfügung, dessen Funktion die Informations­verteilung im Unternehmen darstellt.

Nachfolgend soll der Begriff der Risikofrühwarnindikatoren geklärt werden, warum eine Integration in das Corporate Reporting anzustreben ist und mit welchen konkreten Ansätzen dies erfolgen kann.

2. Frühwarnsysteme im Risikomanagement

2.1 Anforderungen an ein integriertes Risikomanagement

Die Aufgabe des Berichtswesens besteht darin Informationen so weiterzuleiten, dass die entsprechenden Empfänger in der Lage sind auf Basis dieser Informationen richtige Entscheidungen zu treffen.[2] Hierbei sollen die Informationen soweit aufbereitet und verdichtet werden, dass eine Informationsüberflutung verhindert wird. In der Literatur wird hierbei dem Management Reporting die Unterstützung der Steuerungsaufgabe des Managements zugeschrieben. Nebenaufgaben umfassen die Dokumentation, Auslösung von Aktivitäten sowie Vorbereitung und Kontrolle von Entscheidungen.[3] Erweitert um den Aspekt der externen Berichterstattung entsteht hierbei der Begriff des Corporate Reporting, mit dem Ziel interne und externe Empfänger über die Ertrags-, Vermögens­und Finanzlage, sowie zukünftige Entwicklungen des Unternehmens zu informieren.[4] Das Berichtssystem sitzt hierbei in einem Spannungsfeld zwischen schneller Informationsbereitstellung und der Qualität der Berichte.[5] Berichte werden beispielsweise entweder standardmäßig in einem fixen Intervall erzeugt, auf speziellen Wunsch des Empfängers oder bei Überschreiten eines be-stimmten Schwellenwertes, als sogenannter Ad-hoc-Bericht.

Die Beschäftigung mit den Risiken des Unternehmens ist Aufgabe des Risikomanagements. Darunter wird heute ein System organisatorischer Maßnahmen verstanden, das als Aufgabe die Identifikation, Analyse, Be­wertung, Steuerung und Überwachung von Risiken eines Unternehmens hat.[6] Der sogenannte Risikomanagement-Prozess umfasst hierbei die oben genannten Aufgaben und ist ein an sich immer wiederholender Pro­zess, da eine stetige Kontrolle der Risiken oder Verbesserungen des Sys­tems nötig sind um ein langfristig funktionierendes Risikomanagement zu implementieren.[7] Zudem ist ein in die Unternehmensorganisation einge­gliedertes und nicht etwa parallel neben der eigentlichen Unternehmens­organisation laufendes Risikomanagement anzustreben, da Risiken oft­mals in unmittelbarem Zusammenhang zu anderen Informationen des Unternehmens stehen.

Das Risiko-Reporting-System muss somit nur die wesentlichen Teile einer Information übermitteln, aber trotzdem eine vollständige Gesamtsicht der Risiken garantieren. Dazu müssen die Berichte rechtzeitig erfolgen um re­agieren zu können und die Risiken möglichst genau, in quantitativer oder qualitativer Form, dargestellt werden. Zudem ist eine einheitliche Gestal­tung der Berichte zur schnelleren Informationserfassung erwünscht.[8]

2.2 Operative Frühwarnsysteme

Die verschiedenen Arten von Frühwarnsystemen, die zum Bereich der Risikoidentifikation gehören, lassen sich aufgrund des Einsatzgebietes der Systeme unterscheiden. Hierdurch wird vor allem die Nähe zur Unterneh­mensplanung deutlich.[9] Nachfolgend wird zwischen der operativen und der strategischen Frühwarnung unterschieden, um ein Gesamtbild der Risikofrühwarnung zu vermitteln. Schwerpunkt liegt dabei auf der opera­tiven Frühwarnung durch Indikatoren.

Operative Frühwarnsysteme sind vor allem auf den kurz- bis mittelfristigen Planungszeitraum ausgelegt. Hierbei wird zwischen Systemen der erstenGeneration und Systemen der zweiten Generation unterschieden. Als Systeme der ersten Generation werden Kennzahl- und hochrechnungsorientierte Systeme bezeichnet, die sich den klassischen Instrumenten des Controlling bedienen.1* Kennzahlen gelten hierbei als verdichtete Informationen der Realität, die quantitativ ausgedrückt werden und dadurch Vergleiche ermöglichen. Aufgrund der Vergangenheits­orientierung von Kennzahlen sind diese allerdings nur zur Erkennung bereits akuter Risiken geeignet oder zur nachträglichen Analyse.[10] [11] Bei hochrechnungsorientierten Systemen werden bereits erzielte Zwischen­ergebnisse in die Zukunft hochgerechnet und somit Vorhersagen (Forecasts) getroffen. Forecasts sind zudem bereits etablierte Instrumente im modernen Controlling.[12]

Indikatororientierte Frühwarnsysteme werden zurzweiten Generation von Frühwarnsystemen gezählt. Grundgedanke ist hierbei, dass Ereignisse, die ein Unternehmen betreffen, bereits durch frühzeitige Entwicklungen vorhergesagt werden können. Eingesetzt werden hierbei Indikatoren, also Anzeiger, die solche Entwicklungen aufzeigen sollen.[13] In Abgrenzung zuKennzahlen können diese Indikatoren durchaus auch qualitativer Natursein, wobei es auch Kennzahlen gibt, die sich als Indikator eignen. Da Indikatoren auf zukünftigen Vorhersagen beruhen, sind sie weniger zuverlässig als vergangenheitsorientierte Kennzahlen. Als Anforderungen an Indikatoren sind ein möglichst weiter zeitlicher Vorlauf und hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit zu stellen. Es darf jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass ein Indikator zeitlich unbegrenzt verwendet werden kann, da sich Rahmenbedingungen ändern können.[14] Nachfolgend seien einige besonders häufig eingesetzte Indikatoren aufgelistet und erklärt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Auswahl von Frühwarnindikatoren (vgl. Krystek, Müller-Stewens [Frühaufklärung] 123ff., Diederichs [Risikomanagement] 76)

[...]


[1] Beaujean/Stengel/Reichmann [Risiko] 229, im Original z.T. Fett gedruckt.

[2] Vgl. Gräf/Heinzelmann [BI] 25.

[3] Vgl. Gleich/Horváth, Michel [Reporting] 20.

[4] Vgl. Sasse/Gräf [Corporate-Reporting] 82.

[5] Vgl. Gräf/Heinzelmann [BI] 35.

[6] Vgl. Beaujean/Stengel,/Reichmann [Risiko] 229, im Original z.T. Fett gedruckt.

[7] Vgl. Reichmann [Controlling] 625.

[8] Vgl. Burger/Buchhart [Risiko-Controlling] 179.

[9] Vgl. Krystek [Früherkennung] 51.

[10] Vgl. Krystek [Früherkennung] 51.

[11] Vgl. Burger/Buchhart [Risiko-Controlling] 73f..

[12] Vgl. Krystek/Müller-Stewens [Frühaufklärung] 63f..

[13] Vgl. Baisch [Früherkennungssysteme] 81.

[14] Vgl. Krystek/Müller-Stewens [Frühaufklärung] 103f..

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Ansätze einer Integration von Risikofrühwarnindikatoren in das Corporate Controlling
Hochschule
Universität Hohenheim
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V232537
ISBN (eBook)
9783656485353
ISBN (Buch)
9783656485698
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Risiko, Reporting, Controlling, Risikomanagement, Corporate Reporting, Berichtswesen, Risiko-Management, Risk, Frühwarnung, Frühwarnindikatoren
Arbeit zitieren
Fabian Kremer (Autor), 2012, Ansätze einer Integration von Risikofrühwarnindikatoren in das Corporate Controlling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232537

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