Wenn es um das Genre der Detektiverzählung geht, kommt man am Namen Sherlock Holmes nicht vorbei. Dabei wurde die Figur des genialen, exzentrischen Ermittlers bereits viel früher von niemand Geringerem geprägt als dem Meister des Schaurigen und Mysteriösen: Edgar Allan Poe. Mit seinen „short stories“ um C. Auguste Dupin legte Poe einen Grundstein für das Kriminalgenre.
Dieser Band widmet sich den drei bedeutendsten Kurzgeschichten dieser Thematik: The Murders of the Rue Morgue (1841), The Mystery of Marie Roget (1842) und The Purloined Letter (1845). Was macht Auguste Dupin zum Detektiv und inwiefern illustrieren die „short stories“ eine Denkfigur der Detektion?
Aus dem Inhalt:
Geschichte des Detektivgenres; Die Charakteristik des Detektivs und seiner Methoden; Strukturanalyse von Poes „Tales of ratiocination“; Expliziter Vergleich der Figuren Auguste Dupin und Sherlock Holmes; Die Dupin-Short Stories als zeitgenössisches Vorbild; Wirkungsabsichten und Rezeption
Inhaltsverzeichnis
Eva Deinzer (2009): Poe's Tales of Ratiocination - A Closer Look
Introduction
Poe and the detective story
Characteristics of Poe's Dupin stories
Ratiocination and the Power of Detection
Dupin as a template for modern detectives
Conclusion
Bibliography
Bernhard Kehler (2009): Geheimnis und Detektion. Edgar Allen Poes Erzählungen “The Murders in the Rue Morgue“ und “The Purloined Letter” als Vorbild für ein neues Genre
Einleitung
Grundstruktur der beiden Erzählungen
Wirkungsabsicht und Rezeption der beiden Erzählungen
Schluss
Literaturangaben
Ines Sundermann (2007): "You remind me of Edgar Allan Poe’s Dupin". C. Auguste Dupin und Sherlock Holmes im Vergleich
Einleitung
Figurendarstellung
Beziehung zwischen Erzähler und Detektiv
Erzählperspektive
Fazit
Literaturverzeichnis
Einzelpublikationen
Zielsetzung & Themen
Diese Publikation untersucht die historischen Anfänge und die strukturelle Entwicklung der Detektivliteratur, wobei der Fokus insbesondere auf den Erzählungen von Edgar Allan Poe und deren Einfluss auf nachfolgende Kriminalautoren wie Arthur Conan Doyle liegt. Die Forschungsfrage beleuchtet die Verbindung zwischen logischer Detektion, der Konstruktion der "Short-Story" und der Entwicklung des Detektiv-Archetyps.
- Analyse von Poes "Tales of Ratiocination" als Vorläufer des Genres.
- Untersuchung der Methode der "Ratiocination" und deren Anwendung in literarischen Kriminalfällen.
- Vergleichende Analyse der Figuren C. Auguste Dupin und Sherlock Holmes.
- Einfluss soziologischer Aspekte der Moderne auf die Verbrechensaufklärung in der Literatur.
- Übertragung klassischer Detektivstrukturen auf moderne Medienformate.
Auszug aus dem Buch
Poe and the detective story
When you turn on television and browse through the channels you will find at least some programs that deal with crime and detection: from Columbo, to Monk or to the relatively new CSI series. Crime is as old as humanity. There has always been an interest in it. Therefore it is not surprising that crime fiction has become what it is today: A commodity good which attracts many people from different ranges of society. During the last three to four decades, crime fiction has even found its way into the academia and is no longer something that people read only for pleasure (Priestman 1). One question critics have always asked about is the beginnings of the crime story. Many claim that Edgar Allan Poe was the father of the detective story, however, let us take a brief look at the history of crime fiction before we agree with that.
Stories of crime can also be found in the Old Testament, more precisely in the Book of Daniel: Susanne and the Elders and Daniel and the Priest of Bel are examples for that. And of course, the tale about Adam and Eve's oldest children: Cain who murdered his brother Abel out of jealousy. In Greek Mythology there is the story about Oedpius who unknowingly killed his father and married his mother. In the eighteenth century the cautionary tale developed: Society should be deterred from doing evil by reading about criminals and their doom. An example for this is the Newgate Calendar (1773) which is a collection of tales about how the prisoners of the Newgate Prison were captured, tried, and punished.
Zusammenfassung der Kapitel
Introduction: Der einleitende Abschnitt bietet einen Überblick über die literarische Bedeutung von Edgar Allan Poe und definiert den Fokus auf die Erzählungen "The Murders in the Rue Morgue" und "The Purloined Letter".
Poe and the detective story: Dieses Kapitel verortet Poe in der Geschichte der Kriminalliteratur und diskutiert die gesellschaftliche Relevanz des Genres sowie dessen Vorläufer.
Characteristics of Poe's Dupin stories: Die Untersuchung konzentriert sich auf die erzählerische Struktur der Dupin-Geschichten und die Rolle des Detektivs als "Leser" des Verbrechens.
Ratiocination and the Power of Detection: Hier wird der analytische Prozess, die "Ratiocination", als Kern der Detektionsmethode Poes detailliert erläutert und kritisch hinterfragt.
Dupin as a template for modern detectives: Dieses Kapitel überträgt die Charakteristika des Detektivs auf moderne Fernsehfiguren wie Adrian Monk und Dr. Gregory House.
Conclusion: Die Zusammenfassung reflektiert die Zuverlässigkeit des Detektivs und die bewusste Konstruktion von Rätseln durch Poe.
Einleitung (Kehler): Eine methodische Erläuterung zur Untersuchung der logischen Strenge und der Short-Story-Konstruktion bei Poe.
Grundstruktur der beiden Erzählungen: Dieses Kapitel befasst sich mit Poes Kompositionsprinzipien und dem Vergleich der Erzählformen im Kriminal- und Detektivroman.
Wirkungsabsicht und Rezeption der beiden Erzählungen: Hier wird die Absicht des Autors hinsichtlich der Erzeugung von Spannung und die ästhetische Einordnung seiner Werke analysiert.
Schluss (Kehler): Resümee zur Detektivgeschichte als Paradigma eines neuen Genres und deren Weiterentwicklung bis zur modernen Forensik.
Einleitung (Sundermann): Vorstellung des vergleichenden Ansatzes zwischen C. Auguste Dupin und Sherlock Holmes.
Figurendarstellung: Analyse der Persönlichkeitsmerkmale und exzentrischen Lebensstile von Dupin und Holmes.
Beziehung zwischen Erzähler und Detektiv: Untersuchung der Dynamik zwischen den Detektiven und ihren anonymen bzw. benannten Assistenten.
Erzählperspektive: Erläuterung der "Zuschauererzählung" als erzähltechnisches Mittel zur Steigerung der Spannung.
Fazit (Sundermann): Zusammenfassende Bewertung der Einflüsse von Poe auf die Doyle-Figur Sherlock Holmes.
Schlüsselwörter
Edgar Allan Poe, C. Auguste Dupin, Sherlock Holmes, Ratiocination, Detektivgeschichte, Kriminalliteratur, Analyse, Induktion, Deduktion, Erzählperspektive, Kurzgeschichte, Forensik, Literaturtheorie, Armchair Detection, Kriminalistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Anfänge und die Entwicklung der Detektivliteratur, primär durch die Untersuchung der Erzählungen von Edgar Allan Poe und deren Einfluss auf spätere Werke wie die von Arthur Conan Doyle.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die analytische Methode der "Ratiocination", die Konstruktion von Detektivgeschichten als logische Rätsel, der Charaktertyp des Detektivs sowie die Rolle des Erzählers.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Poe das Genre begründete, welche detektivischen Verfahren er etablierte und wie diese Strukturen in modernen Detektiv-Figuren und TV-Formaten fortleben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche, vergleichende Analyse, welche sowohl primäre Quellen (Poes Erzählungen) als auch sekundäre literaturtheoretische Fachliteratur einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die analytischen Methoden der Protagonisten, die Charakterisierung der Detektive, der Einfluss soziologischer Faktoren sowie die vergleichenden Aspekte der Erzählstrukturen bei Poe und Doyle detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ratiocination, Detektivgeschichte, Analyse, Induktion, Deduktion und Literaturtheorie charakterisiert.
Inwiefern beeinflusst Poes Detektiv-Konzept moderne TV-Serien wie "House M.D."?
Die Arbeit zeigt auf, dass moderne TV-Detektive (oder medizinische Ermittler) oft die gleichen exzentrischen Züge, die analytische Distanz und das Bedürfnis nach einem weniger intelligenten Assistenten aufweisen, wie es bereits bei Dupin angelegt war.
Wie bewertet der Autor die Zuverlässigkeit des Detektivs Dupin?
Der Autor argumentiert, dass der Leser den Detektiv Dupin nicht naiv als unfehlbar betrachten sollte, da Poe die Figur bewusst konstruierte, um den Leser zu täuschen und die Grenzen der logischen Deduktion aufzuzeigen.
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- Eva Deinzer (Autor), Bernhard Kehler (Autor), Ines Sundermann (Autor), 2013, Die Ahnen von Sherlock Holmes: Edgar Allan Poe und die Anfänge der Detektivliteratur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232680