Johann Wolfgang von Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil" gilt als das Werk deutscher Literatur schlechthin. Die Geschichte des dem Leben überdrüssigen Faust, der einen Pakt mit dem Teufel eingeht und sich in das junge Gretchen verliebt, bietet jede Menge Raum für Interpretationen.
Die Schwerpunkte in diesem Buch sind Faust als Tragödie, der Prolog im Himmel, die Margareten-Tragödie und ein Vergleich mit der biblischen Hiobsgeschichte.
„Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn!“ (Vers 214f.)
Aus dem Inhalt: Originaltext: Faust. Der Tragödie erster Teil., Zu Goethes „Prolog im Himmel“, Margaretes Entwicklung, Vergleich der Hiobsgeschichte mit Goethes Faust
Inhaltsverzeichnis
Johann Wolfgang von Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil"...... 7
Faust: Der Tragödie erster Teil
Zu J.W. Goethes Faust. Prolog im Himmel. ............................................... 151
Einleitung
Hüter und Behütete
Advocatus hominis
Einigkeit und Recht und Freiheit
Konfiguration des Disparaten
Die „Margareten – Tragödie“: Margaretes Entwicklung ................................. 165
Einleitung
Tragödie
Eine Einführung in die Margareten - Tragödie
Margaretes Entwicklung
Die Begründung der Tragödie: Margaretes Rückkehr
Schlussbetrachtung
Die Hiobsfigur in Goethes Faust......................................................................... 203
Einleitung
Johann Wolfgang von Goethe
Faust. Der Tragödie Erster Teil
Vergleich: Hiob – Faust
Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Publikation befasst sich mit einer tiefgehenden Analyse von Johann Wolfgang von Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil". Das primäre Ziel der Arbeit ist es, das Werk durch drei spezifische Blickwinkel zu untersuchen: den Prolog im Himmel, die Entwicklung von Margarete sowie den Vergleich der Faust-Figur mit der biblischen Hiob-Gestalt, um die Umwertung traditioneller moralischer und religiöser Motive aufzuzeigen.
- Analyse des Prologs im Himmel und dessen Funktion innerhalb der kosmologischen Ordnung
- Untersuchung der tragischen Entwicklung Margaretes und ihres Weges zur autonomen Figur
- Vergleichende Analyse zwischen dem biblischen Buch Hiob und Goethes Faust
- Dekonstruktion der klassischen Rollenbilder von Engeln, Teufel und dem Menschen Faust
Auszug aus dem Buch
Einleitung
Goethe hat seinem Lebenswerk – die Auseinandersetzung mit dem Fauststoff begleitete ihn über die gesamte Dauer seines schriftstellerischen Schaffens – drei Prologe vorangestellt. Auf die Zueignung, „der lyrischen Selbstaussage des Dichters“ folgt das Vorspiel auf dem Theater, in dem der Leser ein Metadiskurs über die Schwierigkeiten der Vermittlung zwischen dichterischem Schaffen und der Veröffentlichung und Kommerzialisierung desselben zuteil wird. Das letzte Präludium ist der Prolog im Himmel. Hier wird das Tor zum Werk endgültig aufgestoßen: Aus jenseitiger Perspektive wird der Protagonist Faust eingeführt und eine kosmologische Ordnung entworfen, „die das folgende Geschehen in den göttlichen Schöpfungsplan integriert“ und als durch ihn bedingt ausweist. Dergestalt formt Goethe mit dem Prolog im Himmel den großen Rahmen des gesamten Dramas und die Exposition der Handlung.
Im Prolog im Himmel setzt Goethe seine Figuren in eine Konstellation, als deren Vorbild das biblische Buch Hiob angesehen werden darf. Goethe selbst hat mehrfach darauf hingewiesen. Im Buche Hiob fasst Gott in der himmlischen Ratsversammlung den Beschluss, dem Teufel freie Hand zu lassen, um so die Frömmigkeit des gottgetreuen – und deshalb sehr vermögenden – Hiob zu erproben. Mit der alttestamentarischen Schilderung des von Leid heimgesuchten Hiob entwickelte sich über die Jahrhunderte ein Diskurs über die Rechtfertigung Gottes angesichts des von ihm trotz seiner angenommenen Güte und Allmacht zugelassenen oder verursachten Leidens in der Welt. Dieser Diskurs fand Ende des 17. Jahrhunderts mit Leibniz, der dafür den Begriff der Theodizee prägte, seinen ersten Höhepunkt.
Zusammenfassung der Kapitel
Zu J.W. Goethes Faust. Prolog im Himmel.: Das Kapitel untersucht die Rolle des Prologs als metaphysische Exposition, die durch den Vergleich mit dem Hiob-Stoff die traditionelle moralische Ordnung hinterfragt und aufbricht.
Die „Margareten – Tragödie“: Margaretes Entwicklung: Dieses Kapitel analysiert Margaretes Prozess der Subjektwerdung und ihren tragischen Niedergang, wobei ihre gesellschaftliche Gebundenheit und ihre psychologische Entwicklung im Zentrum stehen.
Die Hiobsfigur in Goethes Faust: Das letzte Kapitel stellt die Faust-Figur der biblischen Hiob-Gestalt gegenüber und arbeitet fundamentale Unterschiede in der Intention und dem Schicksal beider Figuren heraus.
Schlüsselwörter
Goethe, Faust, Prolog im Himmel, Margarete, Hiob, Theodizee, Tragödie, Literaturanalyse, Erlösung, Teufel, Mephistopheles, Schöpfungsmythos, Schuld und Sühne, Individuum, Religion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil" unter drei verschiedenen analytischen Perspektiven: dem Prolog im Himmel, dem Schicksal der Margarete und dem Vergleich zwischen Hiob und Faust.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Theodizee-Frage, die Entwicklung der Margareten-Figur vom naiven Mädchen zur tragischen Heldin sowie die intertextuellen Bezüge zur biblischen Hiob-Geschichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Goethe christliche Traditionen umwertet und den Faust-Stoff durch eine neue kosmologische und philosophische Dimension zu einem universellen Menschheitsdrama erhebt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Sekundärliteratur kritisch reflektiert und das Werk durch einen direkten Vergleich mit Motiven aus dem Alten Testament interpretiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Analysen: die Funktion des Prologs im Himmel, die psychologische und gesellschaftliche Entwicklung Margaretes und die spezifische Gegenüberstellung von Faust und der Hiobsfigur.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Theodizee, Subjektwerdung, Intertextualität, Schuld, Sühne und das Ringen des Individuums gegen eine übergeordnete kosmologische Ordnung.
Welche Bedeutung hat der Vergleich zwischen Hiob und Faust?
Der Vergleich dient dazu, die Besonderheit von Goethes Faust-Figur herauszustellen: Während Hiob trotz Leids seinem Glauben treu bleibt, strebt Faust als moderner Mensch nach Entgrenzung und Erkenntnis, was ihn fundamental von der traditionellen Hiob-Figur unterscheidet.
Was schlussfolgert die Arbeit bezüglich Margaretes Ende?
Margarete wird als tragische Figur verstanden, die sich durch ihre bewusste Entscheidung zur Buße und zur Übergabe an Gottes Gericht vom determinierten Individuum zum autonomen, wenn auch tragisch endenden, Subjekt entwickelt.
- Arbeit zitieren
- Bernd Jäger (Autor:in), Katrin Bänsch (Autor:in), Monique Wicklein (Autor:in), 2013, Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“. Eine Analyse aus drei Blickwinkeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232747