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Philosophie der Freiheit: Peter Bieris "Handwerk der Freiheit" in der Diskussion

Title: Philosophie der Freiheit: Peter Bieris "Handwerk der Freiheit" in der Diskussion

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Johannes Vees (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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In seinem Vorwort schildert Peter Bieri in aller Kürze seine Motivation zur Verfassung des Werkes „Das Handwerk der Freiheit – über die Entdeckung des eigenen Willens“. Hierbei gelingt es ihm, die Komplexität der Freiheitsthematik anschaulich und präzise darzulegen und daraus sein Interesse an der Kreation eines verständlichen Textes über ein mannigfach diskutiertes und philosophisch abstraktes Thema abzuleiten. So bedachte er von Anfang an, seine Gedanken klar und deutlich zu Papier zu bringen, denn schließlich gibt es bereits unzählbar viele fachwissenschaftliche Arbeiten in der Philosophie, welchen es nicht hinreichend gelingt, das äußerst spannende Phänomen der Freiheit für Laien zugänglich zu machen.
Als eben solcher habe ich mich – trotz der Tatsache, dass ich Philosophie als Grundlagenwahlfach studiere – zunächst verstanden und demzufolge eine gewisse anfängliche Skepsis dem Buch gegenüber inne gehabt. Diese habe ich im Verlauf der Lektüre abbauen können, da mich gerade die Kompliziertheit des Freiheitsbegriffs, aber auch im selben Atemzug die einleuchtende Schilderung Bieris zunehmend fesselte.
Das Buch beginnt der Autor mit einem Prolog, welchen er „Irrgarten“ nennt. Darin wird quasi ein Grundgerüst erstellt, welches für das weitere Lesen unabdingbar ist. Die drei zusammengehörenden Begriffe der Bedingung, Gesetzmäßigkeit sowie des Verstehens sind fundamental für „unsere Idee einer Welt, in der wir planvoll handeln können.“ Überdies reißt Bieri das Dilemma der Bedingtheit sowie der Unbedingtheit an. Ein Dilemma deswegen, da es unumgänglich zu Widersprüchen innerhalb der Ideen kommt. Dies ist der Punkt, an welchem die Philosophie einschreitet: „Sie ist der Weg und die Anstrengung, über die grundlegenden gedanklichen Dinge, die uns beschäftigen, Klarheit zu gewinnen.“ Letzten Endes werden unterschiedliche Auffassungen in der Philosophie nämlich zum Anlass genommen, sich mit ihnen auseinander zu setzen anstatt diese schlichtweg als gegeben hinzunehmen.
In jenem einführenden Prolog gelingt es dem Autor auf wunderbare Art und Weise, seine Leserschaft selbst in den Irrgarten zu führen. So muss ich eingestehen, dass es in meinem Fall ein wahrhaftig langer Prozess war, bis eine finale Logik einkehrte. Erst nach wiederholter Lektüre habe ich den Sinn in vollem Umfang erfahren, welcher schlagartig einen deutlichen Spannungsschub mit sich brachte (...).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Peter Bieri – Das Handwerk der Freiheit

2.1 Bedingte Freiheit

2.1.1 Etwas tun – etwas wollen

2.1.2 Tun und lassen, was man will

2.1.3 Die Freiheit der Entscheidung

2.1.4 Erfahrungen der Unfreiheit

2.1.5 Zeiterfahrung als Maß der Unfreiheit

2.2 Unbedingte Freiheit

2.2.1 Unbedingte Freiheit: die Motive

2.2.2 Unbedingte Freiheit: eine Fata Morgana

2.2.3 Freiheit von innen und von außen

2.2.4 Lebensgeschichte und Verantwortung: Raskolnikov vor dem Richter

2.3 Angeeignete Freiheit

2.3.1 Die Aneignung des Willens

2.3.2 Facetten der Selbstbestimmung

3. Schluss

4. Zur Person: Peter Bieri

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Peter Bieris Werk „Das Handwerk der Freiheit“ auseinander. Ziel ist es, die Konzepte der bedingten, unbedingten und angeeigneten Freiheit zu analysieren, deren Bedeutung für das menschliche Handeln zu prüfen und den persönlichen Standpunkt des Autors zur Freiheit in Bezug auf seine zukünftige pädagogische Arbeit zu reflektieren.

  • Analyse des Freiheitsbegriffs und der Willensbildung
  • Unterscheidung zwischen bedingter und unbedingter Freiheit
  • Bedeutung von Verantwortung und moralischem Empfinden
  • Die Rolle der Zeiterfahrung als Indikator für Unfreiheit
  • Pädagogische Implikationen und Anwendung des Freiheitsbegriffs

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Etwas tun – etwas wollen

Um die im Irrgarten verloren gegangene Übersicht zurückzuerlangen, benötigt man zunächst einmal die Fähigkeit, ein „distanziertes Verhältnis“5 zu den eigenen Gedanken zu gewinnen. Es gilt, sich der Begrifflichkeiten klar zu werden, was jedoch ein sehr diffiziles Unterfangen sein kann.

Raskolnikovs Totschlag mit der Axt dient als ausgezeichnetes Beispiel zur Definition der Handlung. Sie ist charakterisiert dadurch, dass man die eigenen Bewegungen spüren kann, denn schließlich hat man sie ja auch aktiv in Gang gesetzt und alsdann vollzogen. Das Gegenteil hierzu bildet die Passivität einer Bewegung, welche uns zuzustoßen scheint und somit quasi erlitten wird. Es gibt keinerlei Möglichkeit, ihr entgegenzuwirken, sie „geschieht“6 lediglich. Wenn man dies bildlich darstellen will, so ist der Vergleich zu einer Marionette, wie Bieri ihn anstellt, durchaus berechtigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation, sich mit Peter Bieris Freiheitsverständnis auseinanderzusetzen, und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.

2. Peter Bieri – Das Handwerk der Freiheit: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die drei zentralen Freiheitsformen Bieris – die bedingte, unbedingte und angeeignete Freiheit – sowie deren Auswirkungen auf menschliches Handeln und Zeitempfinden.

3. Schluss: Der Verfasser reflektiert seine persönliche Haltung zu den diskutierten Freiheitstheorien und überträgt das Konzept der „bedingten Freiheit“ auf die pädagogische Praxis im Schulalltag.

4. Zur Person: Peter Bieri: Ein kurzer biografischer Abriss würdigt den akademischen Werdegang des Philosophen und Schriftstellers.

Schlüsselwörter

Philosophie, Freiheit, Willensfreiheit, Handlungsspielraum, Raskolnikov, Bedingtheit, Unbedingtheit, Selbstbestimmung, Verantwortung, Zeiterfahrung, Willensbildung, Pädagogik, Peter Bieri, Identität, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer philosophischen Auseinandersetzung mit dem Werk „Das Handwerk der Freiheit“ von Peter Bieri und untersucht das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Bestimmtheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Analyse der Willensfreiheit, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Freiheitsbegriffen sowie die Bedeutung von Verantwortung und moralischem Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die von Bieri aufgestellten Thesen kritisch zu beleuchten und eine Brücke zwischen der philosophischen Theorie und der praktischen pädagogischen Erziehungsarbeit zu schlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die interpretative Textanalyse und die Auseinandersetzung mit philosophischen Grundbegriffen zur Reflexion der eigenen Haltung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Kategorien der bedingten, unbedingten und angeeigneten Freiheit systematisch anhand der Gliederung des Originalwerkes untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Willensfreiheit, Handlungsspielraum, Selbstbestimmung, Bedingtheit und Verantwortung sind die prägenden Begriffe.

Wie bewertet der Autor Bieris These zur Bedingtheit?

Der Autor sieht in der These, dass Grenzen keine Hindernisse, sondern Voraussetzungen für Freiheit sind, den gehaltvollsten Kern des Werkes.

Welche Rolle spielt Raskolnikov im Text?

Die Figur dient als zentrales Fallbeispiel, um die Problematik der Zurechenbarkeit und moralischen Verantwortung in Relation zur (Un-)Bedingtheit des Willens zu diskutieren.

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Details

Title
Philosophie der Freiheit: Peter Bieris "Handwerk der Freiheit" in der Diskussion
College
University of Education Weingarten
Grade
1,0
Author
Johannes Vees (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V232782
ISBN (eBook)
9783656497912
ISBN (Book)
9783656498834
Language
German
Tags
Philosophie Freiheit Peter Bieri Handwerk der Freiheit unbedingte Freiheit bedingte Freiheit Raskolnikov Zeiterfahrung angeeignete Freiheit Selbstbestimmung Fata Morgana Unfreiheit wollen und tun
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Vees (Author), 2008, Philosophie der Freiheit: Peter Bieris "Handwerk der Freiheit" in der Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232782
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