Das Leben und die Pädagogik Maria Montessoris


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
23 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Abschnitte aus dem Leben Maria Montessoris

3. Die Grundideen der Montessori-Pädagogik

4. Zur Aktualität der Montessori-Pädagogik

5. Montessoris Sicht des Menschen

6. Begriffsklärungen:
6.1 „Polarisation der Aufmerksamkeit“
6.2 „Die „sensiblen Phasen“
6.3 Der „absorbierende Geist“

7. Die Religion

8. Die „Kosmische Erziehung“

9. Der neue Lehrer und Erzieher

10. Die „Freiarbeit“

11. Integration

12. Der Stundenplan:
12.1 Fachunterricht
12.2 Projektarbeit
12.3 Lerninhalte
12.4 Noten
12.5 Die Klassen

13. Die „vorbereitete Umgebung“

14. Die Montessori-Materialien:
14.1 Die Farbtäfelchen
14.2 Die Kommode mit 6 Schubladen
14.3 Die roten Stäbe

15. Schlussbetrachtung

Anhang:
- Literatur- und Quellenverzeichnis

Das Leben und die Pädagogik Maria Montessoris

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit setze ich mich mit der Montessori-Pädagogik auseinander, dessen Anwendung ich hauptsächlich am Beispiel von Kleinkindern nahe bringen werde. Interesse, Neugier und der Weg für eine alternative Methode waren der Antrieb für diese Hausarbeit. Nur kurz werde ich dabei zu Beginn auf die Biographie von Maria Montessori eingehen, um mich daran anknüpfend mit ihrem allgemeinen anthropologischen Standpunkt auseinanderzusetzen. Ich werde beispielsweise versuchen folgende Fragen zu beantworten: Was sieht Montessori den Menschen im Allgemeinen und welche Position nimmt die Religion dabei für Montessori ein?

Des Weiteren werde ich mich den wichtigen pädagogischen Grundprinzipien Montessoris widmen, die noch heute Anwendung finden. Ich werde zum Beispiel darauf eingehen, was Montessori unter „Polarisation der Aufmerksamkeit“ versteht, was die „sensiblen Phasen“ beinhalten oder welche Rolle der „absorbierende Geist“ für Montessori spielt.

Aber auch die Umsetzung der Montessori-Pädagogik wird einen Teil dieser Arbeit bilden. Inwiefern sollen die Montessori-Pädagogen den Kindern genügend Freiraum gewähren und eher als eine Art Begleiter auftreten? Welche Funktion erfüllt daran anknüpfend die Freiarbeit?

Im Folgenden werde ich mich dann der Integration von Kindern zuwenden und die pädagogischen Erfahrungen Montessoris mit behinderten Kindern näher erläutern. Der letzte große Abschnitt meiner Arbeit wird sich mit den Montessori-Materialien auseinander setzen. Im Schlussteil werde ich zusammenfassend meine Arbeit mit einer persönlichen kritischen Stellungnahme beenden.

2. Abschnitte aus dem Leben Maria Montessoris

Um ihre reformpädagogischen Ansätze zu verstehen, werde ich im Folgenden das Leben von Dr. Maria Montessori mit ihrem Werk in Bezug setzen und einige biographische Angaben zu Maria Montessori wiedergeben.

Maria Montessori wurde 1870 in Chiravalle (Italien) geboren. Im Jahre 1892 beginnt sie ihr Medizinstudium und promovierte 1896 zur ersten „Dottoressa“[1], ersten Ärztin Italiens. Als Assistenzärztin in der Abteilung Kinderpsychiatrie machte sie im Universitätsrankenhaus San Giovanni viele wichtige Erfahrungen, die sie unter anderem auf die vernachlässigte Stellung behinderter Kinder aufmerksam machte. Sie eröffnete eine eigene Praxis, aber ihr Interesse für Pädagogik nahm mit der Zeit stetig zu, sodass sie 1902 erneut das Studium der Psychologie, Pädagogik und Anthropologie begann. Als sie dann ab 1903 vier Jahre lang als Professorin lehrte und dabei die damals praktizierte Schulpädagogik kennenlernte, nahm sie in Folge dessen 1907 die Aufgabe an, unbeaufsichtigte Kinder aus Arbeiterfamilien in einem selbstgegründeten Kinderhaus Casa dei Bambini zu betreuen. Dieses Kinderhaus in San Lorenzo ermöglichte Fortschritte bei den Kindern und zeichnete sich durch erzieherische Erfolge aus.[2]

Montessori ließ dabei die Kinder stets mit ihren selbst entwickelten Methoden arbeiten. Sie gewann ihre Erkenntnisse bezüglich der Kindesentwicklung vor allem durch die intensive Beobachtung der Kinder.

„Zentrale Bedeutung erhält ihre Beobachtung, daß sogar kleine Kinder im Alter von etwa drei Jahren – im Widerspruch zur damals herrschenden theoretischen Auffassung – zu einer außergewöhnlichen anhaltenden Konzentration fähig sind, wenn sie Gelegenheit haben, sich in freier Wahl mit einem ihrem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechenden Gegenstand manipulativ auseinanderzusetzen.“[3]

Mit ihrem ersten Werk „Die Entdeckung des Kindes“ (1909), erlangte Montessori internationale Anerkennung. Von nun an widmete sie sich der Verbreitung ihrer Pädagogik[4], was jedoch durch den Faschismus in Europa unterdrückt wurde. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden in Deutschland alle Montessori-Einrichtungen geschlossen[5], da das totalitäre Weltbild unvereinbar war mit einer Pädagogik, die die Freiheit des Individuums als ganz zentral einstuft.[6] Infolge dessen emigrierte Montessori nach Indien und starb 1952 in Holland.

Die Montessori-Pädagogik wird heute weltweit praktiziert, vor allem an Schulen und in Kinderhäusern. Aber was beinhaltet diese Pädagogikart eigentlich und welche Grundideen verfolgt sie?

3. Die Grundideen der Montessori-Pädagogik

Die Montessori-Pädagogik ist ein reformpädagogisches Bildungsangebot, dass sich sowohl pädagogisch als auch didaktisch am Kind orientiert und somit auch die Grundbedürfnisse des Kindes berücksichtigt. Im Vorderpunkt der Montessori-Pädagogik steht die individuelle und freie Entwicklung der Kinder. Das Kind soll nach Montessori als vollwertiger Mensch gedacht werden und soll lediglich in seinen Entscheidungen gefördert und zum selbstständigen Denken angeregt werden. Der wohl bekannteste Satz von Montessori fasst diesen grundlegenden Gedanken nochmal präzise zusammen: „Hilf mir, meine Arbeit selbst zu tun“[7]

Generell wird davon ausgegangen, dass ein Kind zum Guten strebt und stets den Lernwille in sich trägt. Den Angelpunkt der reformpädagogischen Bildung Montessoris stellt die Freiarbeit dar, auf die ich später eingehen werde. Zunächst aber werde ich kurz auf die Aktualität der Montessori-Pädagogik eingehen.

4. Zur Aktualität der Montessori-Pädagogik

„In der politischen Rhetorik und im öffentlichen Diskurs haben die Begriffe Werte, Menschenbilder, Sinn, Orientierung, Traditionen, Normen, Wertmaßstäbe und schließlich auch Bildung Hochkonjunktur.“[8]

Dementsprechend liegt es nahe, dass die reformpädagogischen Ansätzen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Insbesondere die Waldorf-, Freinet-, Jena-Plan- und Montessori-Schulen treten immer mehr in den Mittelpunkt der Betrachtung.

In rund 600 Kindergärten, etwa 300 Grundschulen und in über 100 Sekundarschulen wird in Deutschland seit 1990 die Montessori-Pädagogik durchgeführt. Die Mehrzahl der Institutionen befinden sich in freier Trägerschaft. Die Montessori-Pädagogik erlebt beispielsweise durch die PISA-Studien ein stetig wachsendes Interesse in Deutschland. Gerade die „Freiarbeit“ kann sich für Kinder mit unterschiedlichen Erziehungs- und Bildungsvoraussetzungen günstig auswirken. Kinder aller sozialen Schichten wird der Zugang zur Montessori-Pädagogik gewährleistet. Wie Montessori den Menschen an sich charakterisiert, wird der folgende Abschnitt näher erläutern.

5. Montessoris Sicht des Menschen

Montessori begreift den Menschen als ein personales Wesen[9], dessen kreativ-schöpferisches Element, „Aktivität und Freiheit“[10], als „Geist“ charakterisiert wird.

„Der gesamte Mensch entwickelt sich innerhalb eines geistigen Raumes.“[11]

Das Kind nimmt hierdurch seine Umwelt ganzheitlich in das Unbewusste auf. Des Weiteren kennzeichnet sie den Menschen als einmaliges und unverwechselbares Individuum. Zugleich ist es aber ein “von Natur aus ein soziales Wesen“ .[12]

[...]


[1] vgl. Waldschmidt, Ingeborg: Maria Montessori Leben und Werk. München: C. H. Beck Verlag 2001, S. 15 f..

[2] vgl. Kramer, Rita: Maria Montessori, Leben und Werk einer großen Frau. München: 1983. S. 137 ff.

[3] Ludwig, Harald; Fischer, Christian; Fischer, Reinhard; Klein-Landeck, Michael (Hrsg.): Sozialerziehung in der Montessori-Pädagogik Theorie und Praxis einer "Erfahrungsschule des sozialen Lebens" Münster: LIT Verlag 2005. S. 12.

[4] vgl. Ludwig, Harald; Fischer, Christian; Fischer, Reinhard; Klein-Landeck, Michael (Hrsg.): Sozialerziehung in der Montessori-Pädagogik Theorie und Praxis einer "Erfahrungsschule des sozialen Lebens" Münster: LIT Verlag 2005. S. 12 f.

[5] vgl. Kramer , Rita: Maria Montessori, Leben und Werk einer großen Frau. München: 1983. S. 393 ff.

[6] vgl. Kramer, Rita: Maria Montessori, Leben und Werk einer großen Frau. München: 1983. S. 393 ff.

[7] vgl. www.montessori-vereinigung.de

[8] Steffensky, Fulbert: Zukunft der Bildung. In: Zeitschrift für Pädagogik 7-8/03. S. 59.

[9] vgl. Montessori, Maria: Über die Bildung des Menschen. Freiburg: 1966. S. 16.

[10] Montessori, Maria: Kinder sind anders. München: 1995. S. 44.

[11] Montessori, Maria: Das kreative Kind. Der absorbierende Geist. Freiburg: 1972. S. 56.

[12] Ludwig, Harald; Fischer, Christian; Fischer, Reinhard; Klein-Landeck, Michael (Hrsg.): Sozialerziehung in der Montessori-Pädagogik Theorie und Praxis einer "Erfahrungsschule des sozialen Lebens" Münster: LIT Verlag 2005. S. 11.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Das Leben und die Pädagogik Maria Montessoris
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar: Treibhäuser der Zukunft
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V233481
ISBN (eBook)
9783656501053
ISBN (Buch)
9783656501763
Dateigröße
596 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
leben, pädagogik, maria, montessoris
Arbeit zitieren
Dana Michaelis (Autor), 2011, Das Leben und die Pädagogik Maria Montessoris, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233481

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