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Nähesprache in Comics am Beispiel von Claire Brétechers "Agrippine"

Title: Nähesprache in Comics am Beispiel von Claire Brétechers "Agrippine"

Term Paper , 2002 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniela Kilper-Welz (Author)

French Studies - Linguistics
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Als Nähesprache wird meist vor allem die gesprochene Form einer Sprache bezeichnet. Jedoch ist sie, ebenso wenig wie die Distanzsprache an das Medium „geschrieben“, an das Medium „gesprochen“ gebunden. So gibt es durchaus auch nähesprachlich hoch markierte Literatur. Die literarische Gattung des Comic scheint für Nähesprache in Schriftform besonders geeignet und beliebt zu sein, da Comics in der Regel nähesprachliche Kommunikationssituationen darstellen. So wird der Text schließlich meist in sogenannten „Sprechblasen“ wiedergegeben, die Mündlichkeit erkennen lassen sollen. Durch die den Text meist dominierenden Zeichnungen wird das Verständnis gewährleistet und die Nähesprachlichkeit des Textes, wie zum Beispiel stilistische Einfachheit und Textkürze unterstützt. Jedoch darf man nicht außer acht lassen, dass es sich trotz allem um fingierte Mündlichkeit handelt. Anhand einer Korpusanalyse habe ich versucht, herauszufinden, inwieweit hier der Nähesprache entsprochen wurde und inwieweit die Schriftlichkeit immer noch den Tribut distanzsprachlicher Normen fordert. Meine Analyse beschränkt sich auf Band 1 der Comic-Serie Agrippine von Claire Brétecher, “die seit Mitte der achtziger Jahre im Nouvel Observateur erscheint und von der bisher vier Bände von je 50 Seiten im Eigenverlag der Verfasserin publiziert worden sind.“ 1 Die Ergebnisse meiner Analyse möchte ich in folgendem darlegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nähesprache in Comics am Beispiel von Claire Brétechers Agrippine

2.1 Nähesprachliche Merkmale der Morphosyntax

2.1.1 Der Gebrauch von on „nous“

2.1.2 Der Ausfall der Negationspartikel ne

2.1.3 futur composé und futur simple

2.1.4 Der Gebrauch von ça

2.1.5 Weitere nähesprachliche Auffälligkeiten im Bereich der Morphosyntax

2.2 Nähesprachliche Merkmale der Syntax

2.2.1 Die Änderung der Valenz bei craindre

2.2.2 Gesprächswörter

2.2.3 Segmentierung und Präsentativ

2.2.4 Formen der Satzfrage

2.2.5 „Unvollständige“ Syntax

2.3 Nähesprachliches Lexikon

2.3.1 Suffixbildungen

2.3.2 Das Vertauschen von Silben

2.3.3 Apokopen

2.3.4 Der Gebrauch der englischen Sprache

2.4 Imitation der Aussprache

3. Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die fiktive Mündlichkeit und die Verwendung nähesprachlicher Phänomene in der französischen Comic-Serie „Agrippine“ von Claire Brétecher, um zu analysieren, inwieweit die Darstellung den tatsächlichen Merkmalen gesprochener Sprache entspricht oder den Normen der Schriftsprache unterliegt.

  • Analyse nähesprachlicher Merkmale auf morphosyntaktischer und syntaktischer Ebene.
  • Untersuchung des jugendsprachlich geprägten Lexikons und ludischer Sprachformen.
  • Evaluation der Imitation gesprochener Sprache durch lautimitierende Schreibweisen.
  • Kontrastierung der Comic-Sprache mit wissenschaftlichen Standards der „langue parlée“.

Auszug aus dem Buch

2.1 Nähesprachliche Merkmale der Morphosyntax

Aus vermutlich sprachökonomischen Gründen wird nous im heutigen gesprochenen Französisch überwiegend durch on ersetzt. Dadurch wird das Verbparadigma verkürzt und die Reflexivkonstruktion vereinfacht (z.B. on se promène statt nous nous promenons). In Sprachbüchern wird der Gebrauch von on „nous“ meist dem français familier zugeordnet. Man ist sich aber nicht sicher, ob on „nous“ überhaupt noch diastratisch zu klassifizieren ist. Die Verwendung von on in der Bedeutung von nous im Schriftlichen gilt jedoch als Normverstoß.

Bei der Untersuchung von Agrippine Bd. 1 auf dieses Phänomen der Nähesprache hin, fiel auf, dass für nous ausschließlich on verwendet wird. Somit kommt das Personalpronomen nous kein einziges Mal vor, und auf on „nous“ entfallen 100 %. Insgesamt konnten 16 on „nous“ gezählt werden, wobei darauf hinzuweisen ist, dass auch die Erwachsenen sich dessen bedienen. So verwendet auch Agrippines Vater zweimal on in der Bedeutung von nous. Somit darf dies nicht als jugendsprachliches Phänomen in Agrippine Bd. 1 angesehen werden. Da die Verwendung von on „nous“ in der Sprechsprache bei 58-100 % liegt, entspricht Brétecher in diesem Punkt sehr prägnant der nähesprachlichen Tendenz, die den Gebrauch von on für nous favorisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Konzept der Nähesprache, begründet die Wahl des Mediums Comic und stellt das methodische Vorgehen der Korpusanalyse für die Comic-Serie Agrippine vor.

2. Nähesprache in Comics am Beispiel von Claire Brétechers Agrippine: Dieses Hauptkapitel untersucht systematisch sprachliche Marker in den Bereichen Morphosyntax, Syntax und Lexikon sowie lautliche Imitationen.

2.1 Nähesprachliche Merkmale der Morphosyntax: In diesem Abschnitt werden grammatikalische Phänomene wie der Gebrauch von „on“, der Ausfall von „ne“ und die Verwendung temporaler Konstruktionen auf ihre Nähe zum gesprochenen Französisch geprüft.

2.2 Nähesprachliche Merkmale der Syntax: Der Fokus liegt hier auf syntaktischen Strukturen, darunter die Valenzänderung von „craindre“, der Einsatz von Gesprächswörtern, Segmentierungen und die Fragebildung.

2.3 Nähesprachliches Lexikon: Dieser Teil analysiert den Wortschatz des Comics, insbesondere den Einfluss des „registre familier“, ludische Wortbildungen, Verlan, Apokopen und den Gebrauch von Anglizismen.

2.4 Imitation der Aussprache: Hier wird untersucht, inwieweit die Autorin durch orthographische Abweichungen und lautimitierende Schreibweisen versucht, den Eindruck tatsächlicher Sprechsprache zu vermitteln.

3. Schlussbetrachtung: Das Fazit zieht eine Bilanz der Analyse und stellt fest, dass es der Autorin erfolgreich gelingt, eine fiktive Mündlichkeit zu erzeugen, die für den Leser verständlich bleibt, ohne dabei vollständig auf die Normen der Schriftsprache zu verzichten.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Hausarbeit verwendeten primären und sekundären Quellen zur linguistischen Analyse.

Schlüsselwörter

Nähesprache, Comic, Agrippine, Claire Brétecher, Morphosyntax, Syntax, Mündlichkeit, jugendsprachliche Merkmale, langue parlée, Argot, ludische Sprachformen, Gesprächswörter, lautimitierende Schreibung, linguistische Korpusanalyse, Sprachnormen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die französische Comic-Serie „Agrippine“ von Claire Brétecher Merkmale gesprochener Sprache (Nähesprache) verwendet und ob diese die authentische mündliche Kommunikation widerspiegeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung gliedert sich in die Bereiche Morphosyntax, Syntax, Lexikologie und die lautliche Imitation in der Verschriftlichung, um das gesamte Sprachspektrum des Comics zu erfassen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, inwiefern der Autorin eine fiktive Mündlichkeit gelingt und wo die Grenzen der Umsetzung nähesprachlicher Normen in einem schriftlichen Medium wie einem Comic liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Verfasserin nutzt eine Korpusanalyse des ersten Bandes der Comic-Serie, bei der sie spezifische sprachliche Phänomene zählt und mit linguistischen Referenzwerten für die „langue parlée“ vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert grammatikalische Besonderheiten, Satzstrukturen, der jugendsprachliche Wortschatz sowie kreative Sprachbildungen wie Apokopen und Verlan analysiert und bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Nähesprache, fiktive Mündlichkeit, Morphosyntax, Syntax, jugendsprachliche Lexik, ludische Sprachformen und Korpusanalyse.

Wie geht die Autorin mit dem Phänomen der „Unvollständigkeit“ in der Sprache um?

Die Arbeit stellt fest, dass „unvollständige“ Syntax wie Ellipsen zwar typisch für die gesprochene Sprache ist, im Comic aber dosiert eingesetzt wird, um die Verständlichkeit für den Leser zu gewährleisten.

Welche Rolle spielt die englische Sprache in dem untersuchten Comic?

Die Verwendung von Anglizismen wird als deutliches nähesprachliches Charakteristikum der Jugend- und Familiensprache im Comic gewertet, das den informellen Sprachstil der Protagonisten unterstreicht.

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Details

Title
Nähesprache in Comics am Beispiel von Claire Brétechers "Agrippine"
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für französische Sprachwissenschaft)
Course
Gesprochene Sprache in der Romania
Grade
1,0
Author
Daniela Kilper-Welz (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V23849
ISBN (eBook)
9783638268790
Language
German
Tags
Nähesprache Comics Beispiel Claire Brétechers Agrippine Gesprochene Sprache Romania
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Kilper-Welz (Author), 2002, Nähesprache in Comics am Beispiel von Claire Brétechers "Agrippine", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23849
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