Il futurismo e le donne / Futurismus und Frauen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

14 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Futuristinnen

3. Zwischen Frauenfeindlichkeit und Feminismus

4. Das Manifest des Futurismus und das Manifest der futuristischen Frau

5. Die Verachtung des Weibes

7. Der futuristische Tanz

8. Schlusswort

9. Bibliographie

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden, wie „die Verachtung des Weibes“ zu verstehen ist und ob und wie sich Futuristinnen dazu verhalten haben. Außerdem wird ein Text einer Futuristin vorgestellt und darauf analysiert, ob er den Anforderungen des technischen Manifestes der futuristischen Literatur entspricht. Dazu werden die Bereiche des Futurismus vorgestellt, in denen sich Frauen verwirklichten. Außerdem werden vier Futuristinnen vorgestellt, und es werden Beispiele dafür aufgeführt wie sich Futuristinnen zur „Verachtung des Weibes“ verhielten. Im nächsten Kapitel wird auf das Manifest der Schriftstellerin Valentine Saint-Point und auf Aktionen und Reaktionen Marinettis zu diesem Manifest eingegangen. Ebenso wie auf das Frauenbild Marinettis und der Futuristen. Im folgenden Kapitel wird noch mal explizit die „Verachtung des Weibes“ dargestellt. Der folgende Teil beinhaltet eine kurze Analyse zweier parole in libertà von Marietta Angelini, und der letzte Teil beschreibt den futuristischen Tanz. Die vorrangig von Marinetti stammenden Zitate sind fast ausnahmslos aus Hansgeorg Schmidt-Bergmanns Futurismus, Geschichte, Ästhetik, Dokumente in der deutschen Übersetzung übernommen worden. Als zu bearbeitenden Text habe ich parole in libertà von Marietta Angelini ausgewählt. Um, ganz im Sinne des Futurismus, die Ordnung zu sprengen, habe ich eine Liste von mir bekannten Futuristinnen ins Textbild eingefügt, in der Textanalyse den Text um die Bilder herum angeordnet und Bilder in den Text über futuristischen Tanz eingefügt.

2. Futuristinnen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Futuristinnen waren in so gut wie jedem Bereich des Futurismus vertreten. So gab es unter ihnen Schriftstellerinnen, Dichterinnen, Malerinnen, Herausgeberinnen, Tänzerinnen und sogar Köchinnen, die sich der futuristischen Küche widmeten, die auch in einem Manifest beschrieben wurde. Valentine de Saint-Point ist das Pseudonym der französischen Schriftstellerin Anne-Jean-Valentine-Marianne Desglans de Cessiat-Vercell. Sie wurde 1875 in Lyon geboren und verstarb 1953 in Kairo. Saint-Point hat in Paris Malerei studiert und bis 1917 erfolgreich als freie Schriftstellerin gelebt. Sie verfasste 1912 das Manifest der futuristischen Frau und 1913 das Manifest der Wollust sowie einige Manifeste zu Theater und Tanz.

Enif Robert wurde 1886 in Prato geboren und war Schauspielerin und Schriftstellerin. Unter dem Nachnamen ihres Mannes veröffentlichte sie Artikel in der Italia Futurista, in denen sie über die Rolle der Frau und über die Emanzipation schrieb. Ihre Artikel wurden 1918 in der zweiten Auflage von Marinettis Buch Come si seducono le donne gesammelt veröffentlicht. Sie starb 1974 in Bologna.

Marietta Angelini war Zimmermädchen im Hause Marinettis und durch ihre Literatur fand sie in Futuristenkreisen große Anerkennung. Durch die Ermutigung Marinettis und Cangiullos schrieb sie futuristische Gedichte, die u. a. in der futuristischen Zeitschrift „Vela Latina“ veröffentlicht wurden.

Giannina Censi wurde 1913 geboren und studierte Tanz in Paris. 1930 trifft sie Marinetti und beeinflusst von Isadora Duncan experimentiert sie mit Tanz, um bald darauf den futuristischen Mythos der Maschine tänzerisch zu interpretieren. Ihre zu diesem Zweck verwendeten metallischen, badeanzugähnlichen Kostüme wurden von Enrico Prampolini kreiert. Sie interpretierte unter anderem auch zwei Stücke von Depero. 1935 war sie aus gesundheitlichen Gründen gezwungen mit dem Tanzen aufzuhören, gab aber ab dann Unterricht.

Sie starb 1995.[1]

3. Zwischen Frauenfeindlichkeit und Feminismus

Auch wenn in der avantgardistischen Bewegung des Futurismus einige weibliche Künstlerinnen zu finden sind, kann deren Präsenz kaum im Zusammenhang mit dem Feminismus genannt werden.

Sie bewegten sich außerhalb der Diskussion über die „Verachtung des Weibes“, wie die Dichterin Angelini, die sich ausschließlich der futuristischen Dichtung widmete und den theoretischen Teil der Bewegung außer Acht ließ.

Sie wandten sich der Theorie des Futurismus zu und verfochten die „Entsentimentalisierung“ der Frau, so wie die französische Schriftstellerin Saint-Point. Das bedeutete letztendlich, die Frau dem Mann anzugleichen, grausamer und instinktiver zu werden und nicht, den Feminismus anzustreben, der ihres Erachtens nach ein Gehirnfehler der Frau war.[2]

Die dritte Möglichkeit zeigt uns z.B. Enif Roberts auf, die in ihrer Literatur diese Theorien aufgreift und der Rolle der Frau trotzdem eine eindeutig negative und minderwertige Note gibt und so der Idee des Futurismus folgt.

Alles in allem ist die Frauenfrage in der Bewegung des Futurismus in der Ausarbeitung der Theorie weitaus höher bewertet als in der Praxis. In der Theorie werden alle klassischen Eigenschaften der Frau als negativ bewertet, während es in der Praxis durchaus einige Frauen gab, die sich in der Futurismusbewegung einen Namen machten. Diese gehörten aber alle mehr oder weniger dem späten Futurismus an.[3]

4. Das Manifest des Futurismus und das Manifest der futuristischen Frau

Die Thesen neun und zehn des Ersten Manifest des Futurismus von Marinetti sagen es sehr deutlich:

[...]


[1] Vgl. www.futurism.org.uk

[2] Vgl. Manifest der futuristischen Frau, Valentine de Saint-Point, aus Futurismus, Geschichte, Ästhetik, Dokumente, Hansgeorg Schmidt-Bergmann, rowohlts enzyklopädie, Hamburg 1993

[3] Vgl. „Die Frauen von übermorgen“: Schriftstellerinnen und Avantgarde, aus Literarische Avantgarden, Anna Nozzoli, Hrg. Manfred Hardt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Il futurismo e le donne / Futurismus und Frauen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Fachbereich für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Il futurismo nel contesto europeo/Futurismus im Europäischen Kontext
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
14
Katalognummer
V24012
ISBN (eBook)
9783638269988
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Futurismus, Frauen, Europäischen, Kontext
Arbeit zitieren
Alke Lowin (Autor), 2004, Il futurismo e le donne / Futurismus und Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24012

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