'Der Kopfball in spielähnlichen Situationen'


Unterrichtsentwurf, 2004

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt:

1. Situations- und Bedingungsanalyse
1.1 Zur Charakteristik der Lerngruppe
1.2 Organisatorische Rahmenbedingungen

2. Sachanalyse
2.1 Überlegungen zum Lerninhalt
2.2 Schwierigkeitsanalyse

3. Didaktische Analyse
3.1 Begründung der Stoffauswahl
3.2 Bezug zum Bildungsplan (Klasse 9)
3.3 Stellung des Themas innerhalb der Unterrichtseinheit

4. Methodisch-didaktische Überlegungen und Alternativen

5. Intentionen und Lernziele

6. Literaturverzeichnis

7. Internet

8. Quellennachweis

9. Unterrichtsskizze

10. Hallenaufbau

11. Stationsplakate

12. Laufkarte

13. Bewertungsbogen Dehnen/Kräftigen

14. Erklärung

1. Situations- und Bedingungsanalyse

1.1 Zur Charakteristik der Lerngruppe

Die Lerngruppe besteht aus 32 Schülern der Klassen 9a, 9b und 9c. Sie werden von mir einmal die Woche in einem Hallendrittel, und das andere mal in zwei Hallenritteln unterrichtet. Frau XXX, die alle Mädchen der neunten Klassen in Sport unterrichtet, und ich wechseln uns meist in diesem Rhythmus ab.

Die Schüler kommen aus den dörflichen Gemeinden des Einzugsgebiets XXX wie etwa XXX, XXX, XXX, XXX oder XXX. Laut Stundentafel haben die Schüler im neunten Schuljahr zwei Stunden Sportunterricht. Diese fallen auf die ersten beiden Stunden am Mittwochvormittag.

Schüler , die wegen „leichter Beschwerden“ nicht am Sportunterricht teilnehmen können, müssen einmal pro Halbjahr ein Protokoll der Stunde anfertigen.

Letztes Schuljahr, als ich die Klasse freitags in Sport hatte, war es schon so, dass wir als Sportlehrer nie genau sagen konnten, wann der Unterricht mit allen Schülen beginnen konnte. Zur ersten Stunde können wir nie pünktlich mit allen Schülern gleichzeitig anfangen, da die Busse der auswärtigen Schüler (vor allem der aus XXX) sehr knapp vor Unterrichtsbeginn an der Schule ankommen. Von dort aus, bzw von der Haltestelle an der Hauptstrasse, müssen die Schüler dann erst noch zur Halle gehen, die cirka fünf bis zehn Gehminuten entfernt liegt. Die heutige Lehrprobe liegt aber in der fünften Stunde. Die Doppelstunden der ersten und zweiten Stunde wurden komplett (Jungen und Mädchen) auf die fünfte und sechste Stunde verlegt. Unterrichtsbeginn ist also 11.20 Uhr.

Die Stunde der Lehrprobe ist die fünfte Stunde. Zwischen der 4. und 5. Unterrichtsstunde liegt die zweite, zehnminütige große Pause. Die Schüler müssen trotzdem schon vor Ende der vierten Stunde gemeinsam den Weg von der Schule zur XXX-Halle antreten, um noch genug Zeit zum Umziehen zu haben. Das Eintragen in die Anwesenheitsliste sollte bis dahin schon erledigt sein. Die Schüler wissen, dass sie sich vor Beginn der Stunde in die Anwesenheitslisten eintragen müssen. Dies tun sie selbstständig. Trotzdem wird es oftmals vergessen, da die Schüler nach einem Ball fragen und losspielen wollen. Ich muss also immer kurz überprüfen, ob alle Schüler sich eingetragen haben.

Im Fußball weist die Gruppe ein recht unterschiedliches Niveau auf. Sieben Schüler spielen aktiv im Verein Fußball. Alle spielen in der C-Jugend, bis auf XXX XXX, der noch in der D-Jugend spielen darf. Diese Vereinsspieler und noch 2-3 andere Schüler ragen im Fußball heraus, eine etwas größere Gruppe hat noch erhebliche Defizite bei den elementaren Grundfertigkeiten.

Beobachtungen in diesem Schuljahr ergaben, dass in der Klasse 9a (13 Schüler) mit ein bis zwei Ausnahmen Basketball favorisiert wird, in der Klasse 9b (11 Schüler) das Verhältnis von Fußball zu Basketball gleich ist und in der Klasse 9c (8 Schüler) fast ausschließlich Fußball bevorzugt wird.

Die Spielfreude der Schüler hat den Nachteil, dass sie Reflexionsphasen vergleichsweise weniger attraktiv empfinden als das „reine“ Fußballspiel. Ich musste die Schüler schon das ein oder andere Mal daran erinnern, dass es sich nach wie vor um eine schulische Veranstaltung handelt, in der ab und an auch einmal nachgedacht werden muss, und nicht um eine Freizeitaktivität.

In der zurückliegenden Fußballdoppelstunde wurde die Technik des Kopfballs eingeführt. Die Schüler arbeiteten dabei in Einzel- und Partnerarbeit.

1.2 Organisatorische Rahmenbedingungen

Wie bereits erwähnt, stehen dieser Lerngruppe mal ein und mal zwei Hallendrittel zur Verfügung. In den beiden äußeren Hallendritteln kann je ein Handballtor aufgebaut werden. Fußbälle und Volleybälle sind in ausreichender Anzahl vorhanden. Einige Bälle sind schon etwas älter und müssen vor jeder Stunde aufgepumpt werden. Kleine Hütchen, die an einer Station gebraucht werden, muss ich aus der Gymnastikhalle des Bildungszentrums ausleihen.

Die Schüler wurden von mir am Montag darüber informiert, dass der Sportunterricht in der fünften Stunde stattfindet und dass sie früher aus der vierten Stunde entlassen werden. Der jeweilige Religionslehrer bzw. die jeweilige Religionslehrerin wurden ebenfalls darüber informiert. Alle Schüler der Klassen 9 a, b und c haben zu dieser Stunde anwesend zu sein, bis auf die Schüler mit „Dauerattest“, die bis zum heutigen Datum noch nicht am Sportunterricht teilnehmen konnten.

2. Sachanalyse

2.1 Überlegungen zum Lerninhalt

Das Thema der Lehrprobe wird „Der Kopfball in spielähnlichen Situationen“ sein.

Zweikämpfe werden heute vielfach in der Luft gewonnen. Wer sich taktisch und motivational nicht darauf einstellt, der wird sie verlieren.

Im heutige Fußball bemüht man sich, den Ball überwiegend flach bzw. in einer mit dem Fuß erreichbaren Höhe zu spielen. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Situationen, in denen man hiervon zweckmäßigerweise abweicht. Dazu zählen u.a. der Abstoß des Torwarts, der befreiende Schuss des Verteidigers, der Steilpass des Mittelfeldspielers oder die Flanke des Außenstürmers. Auch in Standardsituationen wie beim Freistoß, Eckstoß oder Einwurf fliegt der Ball meistens hoch zum Mitspieler. Um den Ball bei einem derartigen Zuspiel annehmen oder in eine bestimmte Richtung stoßen zu können, ist die Technik des Kopfballspiels zu beherrschen. Sie ist äußerst vielfältig, wie die folgende Aufgliederung zeigt[1]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit dem Kopf kann der Ball auf unterschiedlichste Art und Weise gespielt werden:

- im Stand,
- im Sprung,
- aus dem geraden Anlauf mit und ohne Absprung,
- aus dem Lauf mit Absprung und mit Drehung.

In der Regel wird der Ball dabei zwar mit der Stirn getroffen, in prekären Abwehr- oder aussichtsreichen Angriffssituationen wird aber schon auch einmal mit der Schläfe oder dem Hinterkopf gespielt.

Technik

Die Technik des Kopfballspiels ist sehr vielfältig und variabel. Deshalb ist es wenig sinnvoll, sie als Bewegungsstereotyp zu beschreiben, so wie das für die Stoßarten mit dem Fuß getan werden kann.

Wichtiger ist, dass der Schüler einige Grundsätze beachtet und gute konditionelle und psychische Voraussetzungen für die Technik mitbringt.[2]

Richtiges Abspringen

Die richtige Sprungtechnik ist neben einem guten Ballgefühl und neben einer gewissen Einsatzbereitschaft eine Grundlage für ein erfolgreiches Kopfballspiel. Vor allem aber darf der Schüler dabei keine Angst vor dem Ball oder vor einem Zusammenstoß mit dem Gegner haben. Beim Aufwärmspiel wird die Angst vor dem Ball dadurch genommen, dass vorerst mit weicheren Bällen gespielt wird. Beim Stationsbetrieb verwenden wir sowohl Volleybälle als auch Fußbälle. Die Volleybälle sind etwas leichter als die Fußbälle.

Kopfball aus dem Stand

Die Ausgangsstellung für den Kopfball ist eine frontale Schritt- oder Parallelstellung (siehe Bild 1). Die Beine sind in den Knie- und Fußgelenken leicht gebeugt (Bilder 1 – 3). Der Oberkörper holt nach hinten aus, indem das Hüftgelenk und die Kniegelenke stark gebeugt und nach vorn geschoben sowie die angewinkelten Arme zurückgeführt werden (Bilder 1,2,2a).[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit dem ganzen Körper zum Ball

Schüler, die nur mit dem Kopf ängstlich in Richtung Ball stochern, sind besonders anfällig für Verletzungen. Wer sich seinen Gegner dagegen durch vollen Einsatz der gesamten Körpermasse auf Distanz hält, der kann aus der Bogenspannung heraus dann relativ ungefährlich köpfen.

Aus der Bogenspannung schnellt der Oberkörper dem Ball entgegen und die Stirn trifft den Ball in dem Moment, indem sich dieser über dem Körper befindet (Bilder 3, 4, 6a). Die Knie werden zur Unterstützung der Stoßbewegung schnellkräftig gestreckt, so dass der Kopfstoß aus dem ganzen Körper erfolgt (Bilder 3 – 5). Die Stirn trifft den Ball von hinten in seinem Zentrum (Bild 4).

Nacken steif

Aus Gründen der Verletzungsvorbeugung und um Kopfstöße wirklich als scharfe Schüsse abgeben zu können, muss der Nacken fixiert werden.

Kinn auf die Brust

Das ist zwar anatomisch kaum möglich, aber diese Trainerfloskel weist in die richtige Richtung der erfolgreichen Körperhaltung. Der Ball kann nur dann frontal geköpft werden, wenn das Kinn (bei fixierter Nackenmuskulatur!) zusätzlich durch Anspannen der vorderen Halsmuskel nach unten gezogen wird (Bild 4). Vor allem die von den Torhütern gefürchteten Kopfballaufsetzer sind nur mit dieser Technik möglich.[4]

Die Augen sind geöffnet, um die Flugbahn des Balles verfolgen zu können (Bilder 1 – 4). Nach der Ballberührung schwingt der Oberkörper hinter dem Ball her (Bilder 5, 6, 6a).[5]

2.2 Schwierigkeitsanalyse

Auch schwächeren Schülern sollte es möglich sein, die Grundarten des Kopfballs in der Grobform zu beherrschen. Beim angehechteten Flugkopfball (Station 5) könnten einige ungeübte Schüler größere Schwierigkeiten haben, weil das Timing des Balles einer längeren Übung bedarf. Vor dem Stationsbetrieb zum Kopfball steht eine kurze Phase der Ballgewöhnung. Die Schüler spielen sich hierzu an ihrer jeweiligen Station etwas warm, bevor es richtig losgeht. Erst wenn alle Stationen aufgebaut sind und alle sich kurz eingespielt haben, beginnen wir mit dem Vorstellen jeder Station.

Für diejenigen Schüler, die nicht im Verein Fußball spielen und in der Freizeit andere Sportarten bevorzugen, sind die Aufgabenstellungen an den Stationen 1 und 5 technisch recht anspruchsvoll. Ansonsten sind die Übungen absichtlich recht einfach gehalten, damit auch diejenigen Schüler Erfolgeserlebnisse machen können, die im Fußball nicht so gut sind.

Durch die Aufgabenstellungen erhält der Schüler sehr schnell ein Rückmeldung, da eine Übung zum Kopfball Präzision verlangt. Die Schüler müssen in Partner oder Gruppenarbeit konzentriert und beständig üben und dürfen nicht gleich resignieren, wenn ihre Bemühungen erst mal scheitern sollten. Bei den etwas besseren Schülern dürfte keine Langeweile aufkommen, da es um Erreichen von Punkten geht und sie bestimmt eine höhere Frequenz erreichen.

Die Schüler erfahren an den Stationen unmittelbar Erfolg und Misserfolg (Gelingt der Kopfball?). Dies ergibt eine direkte Rückmeldung. Verbale Tipps und kurzes Andeuten von Bewegungsausführungen können manchem Schüler helfen. Hier muss individuell vorgegangen werden (Timing – akustische Signale von außen sind geeignete Mittel, Stellung zum Ball, Körperhaltung, Treffflächen am Kopf und

Ball, ...). Fortschritte zeigen sich den Schülern selbst.

[...]


[1] Vgl. KOLLATH, Dr. E.: Fußballtechnik in der Praxis. Aachen 1991, S.105

[2] Vgl. BAUER, G.: Fußballtechnik heute – mit spielerischem Training zum Erfolg. München 1998, S. 94

[3] THISSEN, G.: Sportiv Fußball – Kopiervorlagen für den Fußballunterricht. 1. Auflage, Leipzig 1999, S. 41

[4] Vgl. BAUER, G.: Fußballtechnik heute – mit spielerischem Training zum Erfolg. München 1998, S. 95f.

[5] THISSEN, G.: Sportiv Fußball – Kopiervorlagen für den Fußballunterricht. 1. Auflage, Leipzig 1999, S.41

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
'Der Kopfball in spielähnlichen Situationen'
Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Schwäbisch Gmünd
Veranstaltung
Sportunterricht Klasse 9
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
28
Katalognummer
V24705
ISBN (eBook)
9783638275163
ISBN (Buch)
9783640855933
Dateigröße
4226 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Unterrichtsentwurf zur 2. Staatsprüfung für das Lehramt an Realschulen im Fach Sport
Schlagworte
Kopfball, Situationen, Sportunterricht, Klasse
Arbeit zitieren
Thomas Ruf (Autor), 2004, 'Der Kopfball in spielähnlichen Situationen', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24705

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