[...] Dieser Abschnitt soll zeigen, aus welchem Grunde sich die Bürger gegen die Stadtherrschaft der Erzbischöfe auflehnten. Nach der erzbischöflichen Herrschaftsgeschichte (die leider sehr gerafft dargestellt werden muß) soll das Patriziat (3.2.-3.2.2) angeschnitten werden. Hierbei werde ich den folgenden Fragen nachgehen: 1. Welchen sozialen Status hatte diese Schicht? 2. Gab es Spannungen innerhalb dieser wohlhabenden Schicht? (3.2.1. Kampf der Geschlechter in Köln), und zuletzt, 3. Welche Position hatten sie in der Stadt Köln? Da das Patriziat in der spätmittelalterlichen Geschichte eine sehr große Rolle spielte, wird sich ihre Geschichte wie ein „roter Faden“ durch diese Arbeit ziehen. Die Sozialstruktur der Stadt Köln soll im 4. Punkt behandelt werden. Dabei werde ich erst über den Rat der Stadt schreiben und aufzeigen, wie er zusammengesetzt war, also welche Schichten in ihm vertreten waren. Die Funktionen des Rates werden hierbei nicht berücksichtigt, da das den Rahmen der Arbeit sprengen würde.2 In 4.2. werde ich auf die Bürgerschicht, aber auch nur die, die in der Stadt gelebt hat, und für dieses Thema relevant ist, eingehen. Dabei geht es mir darum zu zeigen, wie man den Status eines Bürgers erlangt, welche Pflichten er gegenüber der Stadt besaß und welche unterschiede es im städtischen Bürgertum gab und ob diese Unterschiede zu Spannungen führten. Hierauf folgt nun das Hauptthema meiner Arbeit, nämlich der Weberaufstand. In diesem Abschnitt sollen die Ursachen (5.1.), der Verlauf (5.2.) und das Ergebnis (5.3.) des Aufstandes behandelt werden. Im letzten Abschnitt (6) der Arbeit werde ich versuchen, den Weberaufstand zu Analysieren. Für diese Analyse erscheint es mir wichtig, die Fragen, wie die Weberherrschaft zu beurteilen war und warum diese nun gescheitert ist, zu beantworten. Zu dem Thema des Weberaufstandes werde ich das Gedicht „Die Weverslaicht“ und „Dit is dat boich van der stede Colne“ von Gotfrid Hagen und eine Kopie einer Quelle, die uns im Grundkurs übergeben wurde, verwenden. 3 Diese Quelle erschien in der „Chronik der niederrheinischen Städte“ 3. Band. 3 Leider ist aus der Kopie der Autor nicht ersichtlich. Anm. d. Verf. .
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Einführung in die Bürgerkämpfe des Spätmittelalters
3. Das Herrschaftssystem der Stadt Köln
3.1. Die erzbischöfliche Stadtherrschaft 925 – 1288
3.2. Das Patriziat
3.2.1. Kampf der Geschlechter in Köln
3.2.2. Das Patriziat in den städtischen Gremien
4. Die Sozialstruktur in Köln: Der Rat und Die bürgerliche Mittelschicht des Spätmittelalters
4.1. Der Rat
4.2. Die bürgerliche Mittelschicht des Spätmittelalters
5. Der Weberaufstand von 1370/71
5.1. Die Ursachen
5.2. Die Weberschlacht / Der Verlauf der Ereignisse
5.3. Das Ergebnis der Weberschlacht / Fortdauer und Lösung der Kölner Konflikte
6. Analyse der Weberherrschaft / Schlußbetrachtung
7. Literaturverzeichnis
7.1. Sekundärliteratur
7.2. Quellen
8. Anhang
8.1 Anhang 1: Verfassung und Organisation der Stadtherrschaft in Köln bis ins 12. Jahrhundert hinein
8.2. Anhang 2: Die Kommunale Bewegung Des Hochmittelalters
8.3. Anhang 3: 1396 - Freiheit nur für Bürger
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Weberaufstand in Köln in den Jahren 1370/71, wobei sie insbesondere die sozioökonomischen Ursachen, den Verlauf des Konflikts sowie die kurzfristigen Ergebnisse und die anschließende Analyse der Weberherrschaft in den Fokus rückt. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich mit der Beurteilung der Weberherrschaft und den Gründen für deren Scheitern vor dem Hintergrund der Machtstrukturen in der spätmittelalterlichen Stadt Köln.
- Sozialstruktur und Machtverhältnisse in der Stadt Köln
- Rolle des Patriziats und der bürgerlichen Mittelschicht
- Ursachen und Dynamik des Weberaufstands von 1370/71
- Politische Organisation und städtische Gremien im 14. Jahrhundert
- Analyse der Weberherrschaft und ihrer Erfolgs- sowie Misserfolgsfaktoren
Auszug aus dem Buch
5.2. Die Weberschlacht / Der Verlauf der Ereignisse
Im Jahre 1370 erzwangen sich die Weber mit ihren Anhängern, durch einen Aufruhr vor dem Rathaus, eine Verfassungsänderung. Dazu ein Auszug aus „Die weverslaicht“
[...]
nu hoirt wie si’t anveingen:
bi den rait dat si geingen,
ein van den weveren bestoint zo sagen:
’ir heren, wir hain overdragen,
dat gein scheffen me zo rade
sitzen sal wer vor noch spade
noch ouch burgermeister ensi,
dat sain wir uch dabi.
Darzo will wir dat man breche
Dat ampt van der richerzechge’.91
Die Weber setzten auch diesesmal ihren Willen durch. Die Richerzeche wurde ganz abgeschafft und die Bürgermeister wurden vom Rat bestimmt. Der enge Rat blieb in seiner Zusammensetzung bestehen, verlor aber Kompetenzen, im Bezug auf das Finanzwesen, zugunsten des weiten Rates. Die Weber erreichten es, daß der weite Rat zum bedeutendsten Gremium der Stadt wurde. Sie schafften es zwar nicht, daß das Patriziat aus der Regierungen ausgeschlossen wurde, aber soviel Zugeständnisse reichten ihnen aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Thematik der innerstädtischen Unruhen des Spätmittelalters vor und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung hinsichtlich des Weberaufstands in Köln.
2. Allgemeine Einführung in die Bürgerkämpfe des Spätmittelalters: In diesem Kapitel werden die allgemeinen Ursachen, Motive der Akteure und eine Charakterisierung der städtischen Unruhen im 14. Jahrhundert dargelegt.
3. Das Herrschaftssystem der Stadt Köln: Dieser Abschnitt behandelt die Entwicklung der erzbischöflichen Stadtherrschaft sowie die Entstehung und Position des Patriziats in den städtischen Gremien.
4. Die Sozialstruktur in Köln: Der Rat und Die bürgerliche Mittelschicht des Spätmittelalters: Hier wird die Zusammensetzung des Rates sowie die Definition und Rolle der städtischen Bürgerschicht in Köln detailliert analysiert.
5. Der Weberaufstand von 1370/71: Dieses Kapitel widmet sich den konkreten Ursachen, dem Verlauf der Weberschlacht und den Ergebnissen des Aufstandes sowie der daraus resultierenden politischen Veränderung.
6. Analyse der Weberherrschaft / Schlußbetrachtung: Abschließend erfolgt eine kritische Analyse der Weberherrschaft, ein Fazit zum Scheitern der Weber und eine Reflexion über die Forschungslage zum mittelalterlichen Bürgertum.
Schlüsselwörter
Köln, Weberaufstand, Spätmittelalter, Patriziat, Stadtherrschaft, Zunft, Rat, Richerzeche, Weberschlacht, Bürgerrecht, 1370/71, Sozialstruktur, Stadtverfassung, Machtkampf, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den städtischen Unruhen in Köln im 14. Jahrhundert und untersucht exemplarisch den sogenannten Weberaufstand von 1370/71.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Sozialstruktur der Stadt Köln, die Machtverhältnisse zwischen Rat, Patriziat und Zünften sowie die politische Organisation und deren Veränderungen durch den Aufstand.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen und den Verlauf des Weberaufstands darzustellen und zu analysieren, warum die Weber trotz ihres Einflusses ihre Herrschaft nicht dauerhaft etablieren konnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse von Quellen wie zeitgenössischen Chroniken und Gedichten (z.B. „Die Weverslaicht“), ergänzt durch einschlägige Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Stadtgeschichte.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Machtsystems der Erzbischöfe und des Patriziats, die Erläuterung der Sozialstruktur sowie eine detaillierte Analyse der Ursachen, des Verlaufs und der Folgen der Weberschlacht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Köln, Weberaufstand, Spätmittelalter, Patriziat, Zünfte und der Verbundbrief als politisches Dokument der Zeit.
Wie lässt sich die „Weberherrschaft“ in Köln historisch einordnen?
Der Autor argumentiert, dass die Weberherrschaft keine revolutionäre Umwälzung war, sondern eher die Annahme eines Kompromisses, da die Weber die bestehenden politischen Strukturen weitgehend übernahmen, anstatt eine grundlegend neue Ordnung zu schaffen.
Warum spielt das Schöffenkollegium eine zentrale Rolle für die Analyse?
Das Schöffenkollegium repräsentierte die alte, erzbischöflich vereidigte Ordnung. Die Versuche der Weber, dieses Gremium und die Richerzeche zu schwächen, bilden den Kern des politischen Machtkampfes, der zum Aufstand führte.
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- Arzu Yilmaz (Author), 2003, Der Weberaufstand in Köln 1370/71 - Ursachen, Verlauf und Ergebnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24978