Hospizidee - Eine Kulturbewegung des Sterbens


Hausarbeit, 2004
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesellschaftliche Aspekte
2.1 Gesellschaftliche Situation in Bezug auf Alter, Sterben und Tod
2.2 Demographischer Wandel
2.3 Traditionen im Bereich Sterben und Tod in Alten- und Pflegeheimen

3. Die Hospizbewegung
3.1 Die Entstehung und Bedeutung der Hospizidee

4. Schlussbetrachtung

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

Ludwigsburg, den 23.02.2004

1. Einleitung

Alt werden will jeder – ins Heim will keiner. Umfragen haben ergeben, dass 80% der Deutschen gerne Zuhause sterben möchten. Darum findet die Auseinandersetzung mit einem eventuellen Heimeinzug erst statt, wenn er unumgänglich ist.

Diese Situation kann auf den Umgang mit Sterben und Tod übertragen werden. Jeder stirbt irgendwann, das ist eine unumstößliche Tatsache und doch will kaum einer etwas davon wissen. Tod wird allein dem Alter zugeschrieben, er wird in Institutionen ausgelagert. Dort ist er dann weit genug weg und man braucht sich nicht mit ihm zu beschäftigen. Alter und Verfall werden verdrängt und zwar gesamtgesellschaftlich.

Durch diese Tabuisierung in Verbindung mit der zunehmenden Hochaltrigkeit, entwickeln sich Krankenhäuser, Alten - und Pflegeheimen, immer mehr zu Sterbehäusern.

Obwohl in solchen Institutionen der Tod und das Sterben zur Alltagsroutine gehört, erlebte ich durch meine Tätigkeit als Krankenschwester sehr selten eine sogenannte Sterbekultur.

Durch meine Erfahrungen als Krankenschwester, wie auch als Tochter von „alten“ Eltern, stelle ich mir immer wieder die Frage warum in unserer Gesellschaft, insbesondere in den Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen keine Kultur des Sterbens möglich ist.

In der nun folgenden Hausarbeit möchte ich dieser Frage nachgehen und eine Kulturbewegung des Sterbens (die Hospizbewegung) vorstellen.

2. Gesellschaftliche Aspekte

Im nun folgenden Teil der Hausarbeit möchte ich die gesellschaftlichen Realitäten im Umgang mit Sterben und Tod darstellen.

2.1 Gesellschaftliche Situation in Bezug auf Alter, Sterben und Tod

„In unserer Gesellschaft ist Tod und Sterben in zunehmendem Maße mit dem höheren Lebensalter verbunden (…), die Zahl der wissenschaftlichen Abhandlungen und der journalistischen Reportagen zur Todesproblematik in höherem Lebensalter nimmt zu“ (Gerhard Deimling 1990, S.4).

Man könnte also glauben, das viel beschriebene Tabu zum Thema Tod und Sterben werde zusehends aufgelöst. Im Alltag jedoch, ist das Thema nach wie vor tabuisiert. Wer nicht persönlich betroffen ist, muss dem Tod nicht begegnen.

Je seltener der Tod direkt erlebt wird, desto weniger Veranlassung besteht, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Es können keine Formen der Begleitung und des Trauerverhaltens eingeübt bzw. alte Traditionen gepflegt werden. In der Wahrnehmung der meisten Menschen findet der Tod, wenn überhaupt, nur bei alten Menschen und in ausgelagerten Institutionen statt.

Demgegenüber steht eine ständige Präsenz von Sterben und Tod in den Medien, dargestellt in mehr oder weniger blutrünstigen Krimis, Nachrichten oder Dokumentationen. Todespornographie als Ersatz für direkte Erfahrung.

Die gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen laufen auf vollen Touren.

Nicht nur der Tod an sich wurde aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung verdrängt, sondern auch seine Vorboten.

Ältere Menschen sind nur dann ein willkommener und wahrgenommener Teil der Gesellschaft, wenn sie weder von körperlichem noch geistigem Verfall betroffen sind.

Sehr weit - und klarsichtig hat der Schweizer Schriftsteller Max Frisch diese Problematik in seinen Tagebuchnotizen bereits 1968 zur Sprache gebracht.

„Niemand will wissen, was ihm im Alter bevorsteht. Wir sehen es zwar aus nächster Nähe täglich, aber um uns selbst zu schonen, machen wir aus dem Altern ein Tabu: der Gezeichnete

selber soll verschweigen, wie widerlich das Alter ist.(…) Das Gebot, das Alter zu ehren, stammt aus Epochen, als hohes Alter eine Ausnahme darstellte. Wird heute ein Alter Mensch gepriesen, so immer durch Attest, dass er verhältnismäßig noch jung sei, geradezu noch jugendlich. Unser Respekt beruht immer auf einem „Noch“. Noch unermüdlich, noch immer eine Erscheinung, durchaus noch beweglich in seinem Geist, noch immer imstande und so weiter. Unser Respekt gilt in Wahrheit nie dem Alter, sondern ausdrücklich dem Gegenteil:

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Hospizidee - Eine Kulturbewegung des Sterbens
Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V25064
ISBN (eBook)
9783638277969
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hospizidee, Eine, Kulturbewegung, Sterbens
Arbeit zitieren
Simone Grau (Autor), 2004, Hospizidee - Eine Kulturbewegung des Sterbens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25064

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