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Das Frauenbild Willehalms

Title: Das Frauenbild Willehalms

Seminar Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Münch (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die Gewalt des Mannes endet an der Schwelle des Raumes, in dem die
Frauen ihre Kinder empfingen und gebaren, die Kranken pflegten und die
Toten wuschen1. In diesem privaten Bereich, der auch als Rückzug in die
Sexualität diente, schien die Frau die Macht zu haben. Doch für die
mittelalterlichen Frauen zeigte das Leben außerhalb dieses Raumes andere
Facetten.
Aufgabe dieser Arbeit soll es sein das Frauenbild Willehalms in Wolfram von
Eschenbachs Roman zu untersuchen. Hierzu werde ich in Kapitel zwei
zunächst darauf eingehen, wie die Frau im Mittelalter gesehen wurde und
welche Rollen ihr zukamen. Dabei werde ich mich hauptsächlich auf die Zeit
des hohen Mittelalters (von 1050 bis 1250) beschränken, da in dieser Epoche
Wolfram von Eschenbach gelebt (um 1200) und den Willehalm verfasst hat2.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Beziehungen Willehalms zu seiner
Ehefrau Gyburc, seiner Schwester die Königin, seiner Mutter Irmenschart und
seiner Nichte Alyze. Jede dieser weiblichen Figuren nimmt im Roman einen
anderen Stellenwert ein und besitzt individuelle Eigenschaften.
Dementsprechend zeigt Willehalm auch unterschiedliche Reaktionen. Neben
einem kurzen Charakterabriss der vier Frauen möchte ich hauptsächlich das
Verhalten Willehalms ihnen gegenüber näher beleuchten. Abschließend
werde ich in Kapitel vier die Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal kurz
zusammenfassen.
Die Materiallage zu diesem Thema gestaltet sich nicht sehr umfangreich.
Während Gyburc in der Forschung bereits in zahlreichen Publikationen
behandelt wurde3, geht die Sekundärliteratur nur sehr oberflächlich4 oder gar
nicht auf die anderen weiblichen Figuren ein.
1 Przybilski, Martin: Sippe und geslehte. Verwandtschaft als Deutungsmuster im „Willehalm“
Wolframs von Eschenbach, Reichert Verlag, Wiesbaden, 2000, S. 212.
2 Vgl.: Lutz, Bernd (Hrsg.): Metzler Autorenlexikon. Deutschsprachige Dichter und
Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage,
Verlag J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 1994, S. 868f.
3 Vgl.: Grenzler, Thomas: Erotisierte Politik - Politisierte Erotik? Die politisch-ständische
Begründung der Ehe-Minne in Wolframs „Willehalm“, im „Nibelungenlied“ und in der „Kudrun“.
Kümmerle Verlag, Göppingen, 1992, S. 55 - 63; Przybilski, Martin: Sippe und geslehte.
Verwandtschaft als Deutungsmuster im „Willehalm“ Wolframs von Eschenbach, Reichert
Verlag, Wiesbaden, 2000, S. 193 - 214; u.a.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Frauenbild der Männer im Mittelalter

2.1. Die „minderwertige“ Frau

2.2. Die „gottergebene“ Frau

2.3. Die „höfische“ Frau

3. Willehalms Frauenbild

3.1. Die Beziehung zu seiner Frau Gyburc

3.2. Die Beziehung zu seiner Schwester

3.3. Die Beziehung zu seiner Mutter Irmenschart

3.4. Die Beziehung zu seiner Nichte Alyze

4. Schlussbetrachtung

5. Bibliographie

5.1. Literaturquellen

5.2. Internetquellen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild in Wolfram von Eschenbachs Roman „Willehalm“, indem sie die weiblichen Figuren des Werkes analysiert und das Verhalten Willehalms ihnen gegenüber beleuchtet, um dabei traditionelle und moderne Rollenbilder im Kontext des hohen Mittelalters aufzuzeigen.

  • Historische Betrachtung des Frauenbildes im Mittelalter
  • Charakterisierung und Rolle der weiblichen Hauptfiguren (Gyburc, Schwester, Mutter, Nichte)
  • Willehalms Interaktionen und Beziehungen zu den weiblichen Familienmitgliedern
  • Vergleich zwischen traditionellen gesellschaftlichen Erwartungen und literarischer Ausgestaltung
  • Synthese von höfischen Idealen und individueller Handlungsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Beziehung zu seiner Frau Gyburc

Die mit Abstand bedeutendste weibliche Figur in dem Roman ist Gyburc, die Ehefrau Willehalms. Auf den ersten Blick hat Wolfram sie rein nach dem höfischen Vorbild konzipiert. Demnach besitzt sie die hierfür typischen Charaktereigenschaften einer Dame, wie in etwa kiusche, milte und tugent. Bei der Verteidigung von Oransche weicht Wolfram von der Idealvorstellung einer Frau am Hof jedoch deutlich ab und schreibt Gyburc Fähigkeiten zu, die eher einem Ritter entsprechen. Durch das Anlegen der Rüstung verändert sich zudem ihr äußeres Erscheinungsbild und sie verliert einen Teil ihrer Schönheit.

Willehalms Beziehung zu Gyburc entspricht durchaus echter Liebe, d.h. er sieht sie nicht als Eroberung an. Neben zahlreichen Liebesbekundungen (z.B.: swar Gyburc vert, dar kêr ouch ich) wird dies in den beiden Liebesszenen im zweiten und im sechsten Buch besonders deutlich. Damit verwendet Wolfram zugleich ein typisch höfisches Motiv: der Minnedienst. Beide belohnen sich gegenseitig mit ihrer Zuneigung, wobei das höfische Ritual hinter der wahren Liebe zurücktritt. Für Willehalm bedeutet dieses Zusammensein mit Gyburc der Rückzug von den Leiden des Krieges und ein Aufwiegen der Verluste, denn sie was siner vreuden wer. Willehalm ist sich bewusst, dass er im Moment Gyburc nicht in gleichem Maße helfen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik des mittelalterlichen Frauenbildes ein und definiert das Ziel der Arbeit, Willehalms Frauenbild anhand der Romanfiguren zu untersuchen.

2. Das Frauenbild der Männer im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert die negativen, religiös begründeten sowie idealisierten Vorstellungen von Frauen im hohen Mittelalter, unterteilt in die minderwertige, die gottergebene und die höfische Frau.

3. Willehalms Frauenbild: Der Hauptteil analysiert detailliert Willehalms spezifische Beziehungen zu Gyburc, seiner Schwester, seiner Mutter Irmenschart und seiner Nichte Alyze.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Wolfram von Eschenbach traditionelle und moderne Rollenbilder verknüpft und Gyburc als Idealfigur hervorhebt, die verschiedene weibliche Tugenden vereint.

5. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Willehalm, Wolfram von Eschenbach, Mittelalter, Frauenbild, Gyburc, höfische Dichtung, Minnedienst, Geschlechterrollen, Literaturwissenschaft, Germanistik, Rittertum, Idealfrau, Tugend, Familienstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Frauenbild, das in Wolfram von Eschenbachs Roman „Willehalm“ dargestellt wird, unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des hohen Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die historischen Rollenerwartungen an Frauen, der Kontrast zwischen traditionellen und modernen Frauenbildern im Roman sowie die spezifischen Beziehungen Willehalms zu den weiblichen Hauptfiguren.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Willehalms Reaktionen auf verschiedene weibliche Bezugspersonen ein differenziertes Frauenbild widerspiegeln, das sowohl konventionelle höfische Ideale als auch unkonventionelle Handlungsspielräume umfasst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Textes „Willehalm“, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit der relevanten Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Geschichte und Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der vier zentralen Frauenfiguren Gyburc, der römischen Königin, Irmenschart und Alyze und wie sich Willehalms Verhalten in der Interaktion mit ihnen jeweils gestaltet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Willehalm, Frauenbild, Mittelalter, Geschlechterrollen, Gyburc, höfische Tugenden und mittelalterliche Familienstrukturen.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Gyburc von der der anderen Frauenfiguren?

Gyburc wird als stärkste Figur gezeichnet, der im Gegensatz zum höfischen Ideal auch ritterliche Fähigkeiten bei der Verteidigung von Oransche zugeschrieben werden, was sie von den anderen Figuren abhebt.

Welche Rolle spielt die „römische Königin“ innerhalb der Argumentation des Autors?

Die Schwester Willehalms dient als Gegenentwurf zu Gyburc; sie stellt eine feige, machtbewusste Figur dar, die erst durch familiäre Verluste und Willehalms Druck zu einer positiven Verhaltensänderung motiviert wird.

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Details

Title
Das Frauenbild Willehalms
College
Technical University of Chemnitz  (Germanistik)
Course
Proseminar: Wolfram von Eschenbach - Willehalm
Grade
1,0
Author
Michael Münch (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V25546
ISBN (eBook)
9783638281324
Language
German
Tags
Frauenbild Willehalms Proseminar Wolfram Eschenbach Willehalm
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Münch (Author), 2003, Das Frauenbild Willehalms, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25546
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