Die Materialwirtschaft umfasst alle unternehmenspolitischen Maßnahmen der
Planung, Durchführung und Kontrolle der Materialbeschaffung, Materiallagerung,
Materialverteilung und Materialentsorgung. (Oeldorf (2002), S.19) Durch die Verringerung der Fertigungstiefe hat sich das Beschaffungsvolumen z.B. in
der Automobilindustrie auf etwa 67 % der Gesamtkosten erhöht. (Kluck, S. 18). Der
Materialwirtschaft kommt deshalb eine hohe Bedeutung im betrieblichen Umfeld zu,
weil in der Materialwirtschaft die Optimierungspotenziale besonders groß sind , und
die Hebelwirkung an dieser Stelle immens ist. Dies hat auch zu einer stärker
strategischen Ausrichtung der Materialwirtschaft bis hin zum Vorstandsressort
geführt. Auf der anderen Seite sind durch diese Aufwertung der Materialwirtschaft im Unternehmen auch die Anforderungen an sie gestiegen. Die Materialwirtschaft und
Logistik befindet sich somit in einem Zielkonflikt zwischen der Forderung nach
erweiterten Leistungen bei ständigen Kostensenkungen (Abb. 1). Zur optimalen
Leistungsgestaltung bedienen sich Materialwirtschaft und Logistik u.a. der folgenden
erläuterten Optimierungsverfahren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Materialwirtschaft
1.1 Gründe für Optimierungen
2. Materialrationalisierung
2.1 Standardisierung
2.1.1 Normung
2.1.2 Typung
2.1.3 Mengenstandardisierung
2.2 Materialnummerung
2.3 Modulbildung
3. Instrumente der Materialwirtschaft
3.1 Wertanalyse
3.1.1 Grundlagen
3.1.2 Arten
3.1.2.1 Value Analysis (Erzeugnis- Wertanalyse)
3.1.2.2 Value Engineering (Konzept- Wertanalyse)
3.1.3 Arbeitsablauf
3.2 Verfahren der Materialanalyse
3.2.1 ABC- Analyse
3.2.2 XYZ- Analyse
3.2.3 ABC- und XYZ- Analyse in Kombination
4. Prozessmanagement in der Materialwirtschaft
4.1 Prozessoptimierung
4.2 Phasen des Prozessmanagements nach Ferk
4.2.1 Die Gemeinkosten- Wertanalyse
4.2.2 Die Kostentreiber- Analyse
4.2.3 Die Aktivitätenanalyse
4.2.4 Die Prozessanalyse
4.2.5 Die Kostentreiber- Rechnung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, effektive Methoden zur Optimierung in der Logistik und Materialwirtschaft darzustellen, um die Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Kostenreduzierung und Prozessverbesserungen zu steigern. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei darauf, welche instrumentellen Ansätze – von der Materialrationalisierung bis hin zum ganzheitlichen Prozessmanagement – geeignet sind, um Transparenz zu schaffen und Ineffizienzen in den betrieblichen Abläufen systematisch zu beseitigen.
- Standardisierung als Mittel zur Rationalisierung (Normung, Typung, Modulbildung)
- Wertanalyse zur funktionsorientierten Kostenoptimierung
- Anwendung von ABC- und XYZ-Analysen zur Klassifizierung und Steuerung
- Strukturierung von Prozessmanagementsystemen in fünf Phasen nach Ferk
- Identifikation und Steuerung von Kostentreibern zur Effizienzsteigerung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Grundlagen
Die Kunden erwarten einen gewünschten Nutzen der erworbenen Produkte. Ziel der Wertanalyse ist eine möglichst kostengünstige Realisierung dieses Nutzens. Sie ist nach DIN 69910 genormt und wird dort als „das systematische analytische Durchdringen von Funktionsstrukturen mit dem Ziel einer abgestimmten Beeinflussung von deren Elementen (z.B. Kosten, Nutzen) in Richtung einer Wertsteigerung“ definiert. (Kluck (2002), S.45)
Diese Rationalisierungsmethode versucht ausgehend von einer systematischen Analyse der Funktionen und dazugehörigen Kosten, unnötige Funktionen zu eliminieren, weil sie vom Kunden nicht ausreichend honoriert werden sowie die Funktionspalette eines Erzeugnisses zu erweitern, wenn dies den Unternehmensgewinn steigert.
Ursachen für solche überflüssigen Funktionen sind überinterpretierte Kundenwünsche seitens der Hersteller und Befürchtungen der Lieferanten, den Wünschen des Herstellers nicht gerecht zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Materialwirtschaft: Das Kapitel definiert die Aufgaben der Materialwirtschaft und beleuchtet die steigende Bedeutung von Optimierungen aufgrund erhöhter Beschaffungskosten.
2. Materialrationalisierung: Hier werden Methoden der Standardisierung wie Normung, Typung und Mengenstandardisierung sowie Verfahren der Materialnummerung zur Effizienzsteigerung vorgestellt.
3. Instrumente der Materialwirtschaft: Das Kapitel erläutert die Wertanalyse als Rationalisierungsmethode sowie die Materialanalyse mittels ABC- und XYZ-Klassifizierungen.
4. Prozessmanagement in der Materialwirtschaft: Es wird ein systematischer fünf-Phasen-Prozess nach Ferk zur ganzheitlichen Optimierung von Unternehmensabläufen detailliert beschrieben.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit bereichsübergreifender Zusammenarbeit und skizziert die zukünftige Ausdehnung der Optimierung auf die gesamte Supply Chain.
Schlüsselwörter
Materialwirtschaft, Logistik, Optimierung, Rationalisierung, Wertanalyse, Prozessmanagement, ABC-Analyse, XYZ-Analyse, Kostentreiber, Standardisierung, Normung, Modulbildung, Prozessoptimierung, Gemeinkosten-Wertanalyse, Supply Chain Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit verschiedenen Strategien und Instrumenten zur Optimierung von Abläufen in der Logistik und Materialwirtschaft, um die Kostenstruktur und Effizienz in Unternehmen zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Materialrationalisierung, die Wertanalyse zur Produktoptimierung, mathematisch-analytische Verfahren wie ABC- und XYZ-Analysen sowie ein phasenbasiertes Prozessmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch Methoden der Kostensenkung und Leistungsgestaltung die Effizienz entlang der Wertschöpfungskette zu erhöhen und die Informationstransparenz im Unternehmen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Analyse von Methoden und Instrumenten angewandt, unterstützt durch praxisbezogene Beispiele, Fallstudien (wie die Diskettenbox-Analyse) und grafische Darstellungen, die auf gängiger Fachliteratur basieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Standardisierung, die wertanalytischen Instrumente, die Verfahren zur Materialanalyse sowie das fünfstufige Prozessmanagement nach Ferk, ergänzt durch die Kostentreiber-Rechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Begriffe sind Materialwirtschaft, Rationalisierung, Prozessmanagement, Wertanalyse, Kostentreiber und Supply Chain Management.
Wie hilft die ABC-Analyse bei der Materialsteuerung?
Sie ermöglicht eine gezielte Differenzierung von Materialien nach ihrem Wertanteil, wodurch knappe Ressourcen priorisiert auf die wirtschaftlich bedeutendsten A-Teile gelenkt werden können.
Was unterscheidet das "Value Engineering" von der klassischen "Value Analysis"?
Während die Value Analysis (Erzeugnis-Wertanalyse) bereits existierende Produkte optimiert, zielt das Value Engineering (Konzept-Wertanalyse) bereits in der frühen Entwicklungsphase darauf ab, vermeidbare Kosten präventiv auszuschließen.
Welche Rolle spielt die Kostentreiber-Analyse innerhalb des Prozessmanagements?
Sie identifiziert Faktoren, die Kosten verursachen, und ermöglicht es, durch die Analyse der Abhängigkeiten zum Prozessverlauf gezielte Optimierungsmaßnahmen zur Senkung mengenabhängiger Prozesskosten einzuleiten.
- Arbeit zitieren
- Stefan Küppers (Autor:in), Jennifer Weber (Autor:in), 2003, Optimierungen in der Materialwirtschaft und Logistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25547