In meiner Hausarbeit über den Krieg im Pazifik, richtet sich mein Augenmerk darauf die ausschlaggebenden Gründe für Japans Kriegseintritt gegen die USA zu ermitteln. Mein Ziel war es deutlich zu machen, dass Japan sich nicht erst seit dem Angriff auf Pearl Harbour in einem Krieg befand, sondern schon vor 1941 in China Krieg führte. Da ich der Ansicht bin, dass ein tieferes Verständnis für die Zeit der japanischen Expansion bzw. des japanischen Militarismus, sich nur ergeben kann, wenn zumindest grundlegende Kenntnisse um die Geschehnisse der Zeit der Landesöffnung vorhanden sind, beginne ich meine Hausarbeit mit einer kurzen Einführung in die Ereignisse dieser Zeit.
Anschließend versuche ich Japans Weg, von einer konstitutionellen Monarchie nach preußischem Vorbild zu einem militaristischen Staat zu schildern. Der Hauptteil meiner Hausarbeit endet mit der japanischen Kapitulation am 14. August 1945.
Im Schlussteil meiner Hausarbeit, möchte ich zum einen darstellen, dass es drei Ansichten darüber gibt, wann der Krieg im Fernen Osten begonnen hat. Zum anderen möchte ich hier kurz aufzeigen, dass die 1889 in Kraft gesetzte Meji Verfassung, Japans Weg zum Militarismus begünstigte.
Meiner Hausarbeit habe ich darüber hinaus eine Übersetzung einer japanischen Homepage (http://www31.ocn.ne.jp/~nero/) aus dem Internet hinzugefügt. Die Homepage behandelt weltweite Ereignisse ab dem Jahr 1900. Bemerkenswert finde ich an ihr, dass sie zwar kurz aber dafür offen über die Zwangsprostituierten für die japanische Armee, das Nanking Massaker oder über die Zwangsarbeiterproblematik in Japan berichtet. Allerdings möchte ich auch erwähnen, dass zum Beispiel ein Verweis auf eine mögliche negative Verwicklung des Kaiserhauses oder der kaiserlichen Familie, in die Ereignisse zwischen den Jahren 1931 bis 1945 unterbleibt. Meiner Kenntnis nach hat die heutige Forschung hierüber noch kein eindeutiges Ergebnis erzielt.
Inhaltsverzeichnis
1. Japans Landesöffnung
2. Der Aufstieg zur modernen Großmacht
2.1 Die Meji-Restauration
2.2 Japans Aufstieg zur militärischen Groß- und Kolonialmacht im Pazifik
2.3 Japan in den zwanziger und dreißiger Jahren
2.4 Japans Expansionstreben auf dem chinesischen Festland
2.4.1 Der sogenannte Mandschurei Zwischenfall 満州事変 (manshû jihen)
2.4.2 Der chinesisch-japanische Krieg (1937-1945) 日中戦争 (nichû sensô)
3. Japans Außenpolitik in den Jahren 1939 bis 1941
4. Die letzten Bemühungen einen Krieg im Pazifik zu verhindern
5. Die japanische Offensive 1941-1942
6. Die alliierte Gegenoffensive (1942-1945)
6.1 Die Schlacht um die Midway Inseln
6.2 Das Ende des Krieges
7. Diskussion und Schluss
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ausschlaggebenden Faktoren für den Eintritt Japans in den Pazifikkrieg gegen die USA und verdeutlicht dabei, dass sich Japan bereits vor 1941 in kriegerischen Auseinandersetzungen in China befand. Ziel ist es, den historischen Weg Japans von einer konstitutionellen Monarchie hin zu einem militaristischen Staat im Kontext der imperialistischen Expansion aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung Japans ab der Zeit der Landesöffnung
- Aufstieg Japans zur militärischen Groß- und Kolonialmacht
- Die Rolle der Meji-Verfassung bei der Förderung des Militarismus
- Der chinesisch-japanische Krieg und die Rolle der Kwantung-Armee
- Diplomatische Verhandlungen und das Scheitern der Friedensbemühungen
- Der Verlauf des Pazifikkrieges bis zur japanischen Kapitulation 1945
Auszug aus dem Buch
2.4 Japans Expansionsstreben auf dem chinesischen Festland
Wie bereits erwähnt, hatte Japan mit dem Ende des russisch-japanischen Krieges von 1904/05, in der Mandschurei, die offiziell noch zu China gehörte, Fuß gefasst. Japan übernahm von Russland alle Rechte und Konzessionen (insbesondere für den Abbau von Rohstoffen und den Bau von Eisenbahnlinien) auf der Halbinsel Liadong. In den folgenden 25 Jahren wurden nicht nur auf der Halbinsel Liadong japanische Siedler angesiedelt, sondern es wurde auch versucht den japanischen Einflussbereich sukzessive auf die gesamte Mandschurei auszudehnen. Zum Schutze der japanischen Besitzungen auf der Halbinsel Liadong, und der japanischen Eisenbahnlinien quer durch die Südmandschurei wurden in wichtigen Städten, die an diesen Eisenbahnlinien lagen, japanische Militäreinheiten stationiert. Die sogenannte Kwantung Armee.
Am 18. September 1931 begann die gewaltsame Unterwerfung der Mandschurei durch die, dort seit 1919 stationierte, Kwantung Armee. Ein von japanischen Militärs ausgeübter, jedoch Chinesen angelasteter, Sprengstoffanschlag auf die Südmandschurische Einsenbahn, war der vorgeschobene Grund hierfür. Der Hintergrund, dieser von japanischer Seite als „mandschurischer Zwischenfall“ (manshû jihen) bezeichneten Intervention, war zum einen das japanische Interesse am Rohstoffreichtum der Mandschurei, welcher als lebenswichtig für Japans Wirtschaft angesehen wurde. Zum anderen war es die strategische Bedeutung dieses Gebietes als mögliches Aufmarschgebiet, gegen die zukünftigen Gegner China und Sowjetunion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Japans Landesöffnung: Beschreibt die historische Öffnung Japans im 19. Jahrhundert unter dem Druck westlicher Mächte und das Streben nach Modernisierung.
2. Der Aufstieg zur modernen Großmacht: Analysiert den rasanten Wandel Japans vom feudalen Agrarstaat zum industriellen Kaiserreich sowie den Drang zur kolonialen Expansion.
3. Japans Außenpolitik in den Jahren 1939 bis 1941: Beleuchtet die zunehmende internationale Isolation Japans und die Annäherung an die Achsenmächte aufgrund des laufenden China-Konflikts.
4. Die letzten Bemühungen einen Krieg im Pazifik zu verhindern: Untersucht die diplomatischen Verhandlungen zwischen der japanischen Führung und den USA sowie das Scheitern dieser Friedensbemühungen.
5. Die japanische Offensive 1941-1942: Beschreibt die militärische Strategie Japans, den Angriff auf Pearl Harbour und den schnellen Eroberungszug in Südostasien.
6. Die alliierte Gegenoffensive (1942-1945): Analysiert die strategische Wende im Pazifikkrieg, insbesondere durch die Schlacht um Midway und die Inselspringen-Taktik.
7. Diskussion und Schluss: Reflektiert über den Beginn des Krieges im Fernen Osten und die Rolle der Meji-Verfassung bei der Entstehung des japanischen Militarismus.
Schlüsselwörter
Pazifikkrieg, Japan, Mandschurei, Militarismus, Meji-Restauration, Kwantung-Armee, Außenpolitik, Pearl Harbour, Expansionsstreben, Midway, alliierte Gegenoffensive, Zweiter Weltkrieg, Hirohito, Kapitulation, Großmacht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die historischen Ursachen und den Verlauf des Krieges im Pazifik, mit einem besonderen Fokus auf die Gründe für Japans Kriegseintritt gegen die USA.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die japanische Expansion in China, die innenpolitische Entwicklung zum Militarismus, die diplomatischen Spannungen mit den Westmächten und die entscheidenden militärischen Wendepunkte im Zweiten Weltkrieg.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, zu verdeutlichen, dass der Krieg gegen die USA nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern das Resultat einer langjährigen aggressiven Expansionspolitik Japans in Asien ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer historisch-chronologischen Aufarbeitung der Ereignisse zwischen der Meji-Zeit und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Aufstieg Japans, die Einverleibung der Mandschurei, die gescheiterten diplomatischen Verhandlungen vor 1941 sowie der militärische Verlauf des Pazifikkrieges detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Pazifikkrieg, Mandschurei, Meji-Restauration, Militarismus und Pearl Harbour.
Welche Bedeutung kommt der Meji-Verfassung im Kontext des Militarismus zu?
Die Arbeit argumentiert, dass die 1889 eingeführte Verfassung dem Tenno weitreichende Befugnisse verlieh und dem Militär eine starke, vom Parlament unabhängige Position sicherte, was den Weg zum Totalitarismus begünstigte.
Warum betrachtet der Autor die Ereignisse ab 1931 als entscheidend?
Der Mandschurei-Zwischenfall 1931 wird als ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zum totalen Krieg in Asien gewertet, da er die eigenmächtige Machtausweitung des Militärs unterstrich.
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- Ercin Nurol (Author), 2004, Der pazifische Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25681