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Aristoteles Ausführungen zur Glückseligkeit

Title: Aristoteles Ausführungen zur Glückseligkeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Schröder (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Der Begriff vom guten und glücklichen Leben ist keine neuzeitliche oder gar moderne Erfindung. Er ist bereits im antiken Griechenland diskutiert und vielseitig geprägt worden. Wenn auch die antiken Positionen in dieser Frage sich deutlich durch den kaum vorhandenen Gedanken des Pluralismus beziehungsweise Relativismus von den heutigen Standpunkten abgrenzen, so ist doch unbestritten, dass sich viele der Ideen und Teilkonzepte von damals noch in den aktuellen Vorschlägen zum guten Leben wiederfinden.
Die von der an dieser Stelle hypothetisch angenommenen postmodernen Grundlosigkeit gekennzeichnete Fülle an Glückskonzepten findet in den Überlegungen des Aristoteles eine klare Vorgabe, die das glückliche Leben vor allem rational im Gegensatz zu den intuitionalen Varianten der ‚Jede/r-muss-sein-Glück-selbst-finden-Attitüde’ bestimmbar macht.
Die nachfolgende knappe Ausarbeitung macht sich zum Ziel, das aristotelische Konzept des guten und glücklichen Lebens, so wie es heute im Buch X in der Nikomachischen Ethik, Kapitel 6 bis 9, zu finden ist, schlaglichtartig zu erhellen und in seinen Grundgedanken zu erläutern. Es zeigt sich, dass Überlegungen zum menschlichen Glücklichsein schon in der frühen griechischen Philosophie etabliert waren. Für Aristoteles bedeutet Glückseligkeit nichts Geringeres als „Ziel und Ende alles menschlichen Tuns“, was eine gründliche Beschäftigung mit dem Begriffen und Formen des Konzepts vom guten Leben nahe legt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über die Glückseligkeit

Kapitel VI. Selbstgenügsame Tätigkeit und Selbstzweck

Kapitel VII. Das vollendete Glück der Denktätigkeit

Kapitel VIII. Das Glück des praktischen Lebens

Kapitel IX. Äußere Verhältnisse

Resümee

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das aristotelische Konzept des guten und glücklichen Lebens basierend auf dem zehnten Buch der Nikomachischen Ethik (Kapitel 6 bis 9) zu erläutern und dessen Grundgedanken schlaglichtartig zu erhellen.

  • Die aristotelische Bestimmung des Glücks als vernunftgemäße Tätigkeit
  • Die Differenzierung zwischen theoretischer Denktätigkeit und praktischem Leben
  • Die Rolle der Tugend und Weisheit als höchste menschliche Ziele
  • Die Bedeutung äußerer Güter und materieller Verhältnisse für das menschliche Glück

Auszug aus dem Buch

Kapitel VII. Das vollendete Glück der Denktätigkeit

Ist Glückseligkeit eine tugendgemäße Tätigkeit, so muss sie an der "Tugend des Besten in uns" (ebd., 248, 14f) ausrichten, das heißt am Verstand. Eine Tätigkeit, die der Tugend des Verstandes entsprechend ausgeübt wird, muss nach Aristoteles Vorstellung gewissermaßen immer glückselig sein (vgl. ebd., 248, 18f). Solch eine Tätigkeit ist theoretischer, d.h. betrachtender Art. Sie ist geleitet von zwei dem Menschen eigenen Werten, nämlich dem Verstand und der Vernunft, welche die höchsten menschlichen Fähigkeiten sind; ihre Objekte sind die "vornehmsten im ganzen Feld der Erkenntnis" (ebd., 248, 22f).

Aristoteles beklagt, dass der konsensualen Meinung nach Glückseligkeit mit Lust, das heißt mit Lustgewinn verbunden ist. Die Weisheit, die Aristoteles als Tätigkeit versteht, ist die genussreichste und seligste der tugendmäßigen Tätigkeiten, wobei es ihm der größere Genuss ist bereits zu wissen, das heißt weise zu sein, anstatt nach Weisheit zu suchen. Selig ist die Tätigkeit der Weisheit deswegen, weil sie der göttlichen Tätigkeit, also der reinen vernunftgemäßen Tätigkeit des Verstandes am ähnlichsten ist. Die genussreichste Tätigkeit ist Weisheit, da sie die bedingungsloseste unter den tugendhaften Tätigkeiten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das aristotelische Glückskonzept im Kontext der antiken Philosophie und betont dessen rationale Ausrichtung als Ziel menschlichen Strebens.

Über die Glückseligkeit: Dieser Abschnitt dient als allgemeiner Rahmen zur Erörterung der unterschiedlichen Formen des glücklichen Lebens bei Aristoteles.

Kapitel VI. Selbstgenügsame Tätigkeit und Selbstzweck: Hier wird dargelegt, dass Glückseligkeit eine Tätigkeit an sich und kein bloßer Habitus oder Mittel zum Zweck ist.

Kapitel VII. Das vollendete Glück der Denktätigkeit: Dieses Kapitel identifiziert das theoretische Leben der Vernunft als die höchste und seligste Form menschlicher Existenz.

Kapitel VIII. Das Glück des praktischen Lebens: Der Autor erläutert hier die Rolle sittlicher Tugenden und die begrenzte Notwendigkeit materieller Güter für ein glückliches Leben.

Kapitel IX. Äußere Verhältnisse: Dieses Kapitel thematisiert die Abhängigkeit des Menschen von äußeren Bedingungen, wie Gesundheit, um das Denken überhaupt zu ermöglichen.

Resümee: Das Resümee reflektiert kritisch über die aristotelische Argumentationsweise und deren Bedeutung im Kontext der zeitgenössischen Philosophie.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Glückseligkeit, Vernunft, Denktätigkeit, Weisheit, sittliche Tugend, praktisches Leben, materielle Güter, menschliches Handeln, göttliche Tätigkeit, Philosophie, Tugendethik, Lebensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kapitel 6 bis 9 des zehnten Buches der Nikomachischen Ethik des Aristoteles, in denen er das Wesen des glücklichen Lebens bestimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Unterscheidung zwischen theoretischer Denktätigkeit und praktischem Leben, die Rolle der Vernunft sowie die Bedeutung von Tugend und äußeren Umständen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das aristotelische Verständnis von Glückseligkeit als höchstes Ziel menschlichen Tuns transparent zu machen und seine Relevanz zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, die sich auf die Interpretation der Texte von Aristoteles stützt, ergänzt durch eine kritische methodische Einordnung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Denktätigkeit als vollendetes Glück, die Rolle der praktischen Tugenden im Alltag und die Notwendigkeit äußerer Güter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakteristische Begriffe sind insbesondere Glückseligkeit, Vernunft, Denktätigkeit, Weisheit und Tugendethik.

Wie unterscheidet Aristoteles laut dieser Arbeit zwischen göttlichem und menschlichem Glück?

Aristoteles sieht die reine Denktätigkeit als göttlich an, da sie sich selbst genügt, während menschliches Glück oft an körperliche Bedürfnisse und äußere Güter gebunden bleibt.

Warum ist laut der Arbeit die Weisheit die höchste Form der Glückseligkeit?

Die Weisheit wird als die "bedingungsloseste" Tätigkeit beschrieben, die am engsten mit der göttlichen Vernunft verwandt ist und um ihrer selbst willen angestrebt wird.

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Details

Title
Aristoteles Ausführungen zur Glückseligkeit
College
University of Göttingen  (philosophisches)
Course
Glück und gutes Leben
Grade
2,0
Author
Thomas Schröder (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V25784
ISBN (eBook)
9783638283106
ISBN (Book)
9783638760195
Language
German
Tags
Aristoteles Ausführungen Glückseligkeit Glück Leben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schröder (Author), 2003, Aristoteles Ausführungen zur Glückseligkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25784
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