Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Biblical Theology

Die historischen und mythologischen Wurzeln der Josephserzählung Gen 37-50

Title: Die historischen und mythologischen Wurzeln der Josephserzählung Gen 37-50

Term Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Philipp Maurer (Author)

Theology - Biblical Theology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Josephsgeschichte ist ein poetisches, anthropologisches und theologisches Meisterwerk. Sie lebt aus sich, spricht für sich, sie hat eine klare Thematik und einen wohl durchdachten Aufbau. Betrachtet man die zahlreichen farbigen Einblicke, die diese Geschichte in die Lebenswelt von Menschen einer längst vergangenen Zeit gewährt, liegt der Schluss nahe, dass es eine Reihe konkreter Allegorien zu realen Gruppierungen oder Personen gibt, die sich in den Figuren der Handlung reflektieren. Die relativ klar beschriebenen und auffälligen zeitgeschichtlichen Ereignisse in der Josephsgeschichte - Einsetzung eines Ausländers zum Wesir, lang anhaltende Hungersnot, Umsiedlung eines ganzen Stammes ins Ausland - lassen darauf schließen, dass es sich bei Joseph nicht nur um eine literarische, sondern auch um eine historische Gestalt gehandelt haben könnte. Genau diesen Fragen soll sich die folgende Arbeit widmen: Gab es einen historischen Joseph oder ist alles nur eine Fiktion, eine Sage? Konnten die Autoren der Josephsgeschichte Details aus der ägyptischen Geschichte kennen und was hat sie motiviert, diese für die Darstellung einer Geschichte Israels zu verwenden? Zu diesem Zweck sollen im Rahmen der vorliegenden Arbeit die wichtigsten und, mir mehr oder weniger, am plausibelsten erscheinenden Theorien, zum historischen Joseph, ihren Platz finden - u.a. jene von J. H. Breasted, David Rohl und Robert Ranke-Graves. Demgegenüber soll der Text betrachtet werden unter dem Gesichtspunkt verschiedener Bezüge, zur babylonischen, sumerisch/akkadischen und ägyptischen Mythologie. D. h., es wird die Frage gestellt: Welche Präliterarisierungen des Stoffes finden sich im Gilgamesch-Epos und im Weltschöpfungsepos der Zweistromkultur bzw. im ägyptischen Osiris-Mythos und wieso finden sich so viele Ähnlichkeiten und Parallelen? Zum anderen soll eine Position beleuchtet werden, die vor allem von Walter Dietrich vertreten wurde, und die gewissermaßen stellvertretend für e inen modernen theologischen Ansatz steht, der die Erzählung vor dem Hintergrund der geschichtlichen Erfahrung Israels zu deuten versucht: Die Josephserzählung als Ergebnis einer Kulturfusion von nord- und südisraelitischer Erzähltradition und damit als ein Zeugnis israelischer Geschichtsschreibung. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Vorwort

B. Theorien für die Existenz eines historischen Joseph

1. Joseph im Zeitalter der Hyksos

1.1 Historisches

1.2 Joseph als Wesir des Südens unter Ahmose I. (1580-1557) (H. J. Breasted)

2. Joseph / Janhamu – Verwalter unter Echnaton (1375-1358) (Ranke-Graves/Patai)

3. Joseph in der Zeit Amenophis` III. (um 1670) (David Rohl)

C. Die Josephserzählung als literarische Fiktion

4. Die mythischen Elemente der Josephserzählung (Jeremias/Westermann)

5. Die Josephserzählung als Geschichtsschreibung des israelitischen Volkes (Walter Dietrich)

D. Schlussfolgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Josephserzählung (Gen. 37-50) auf ihre historische Authentizität sowie ihre literarische und mythologische Einbettung. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob Joseph eine historisch greifbare Persönlichkeit darstellt oder als literarische Allegorie im Kontext der israelitischen Identitätsbildung und Geschichtsschreibung zu verstehen ist.

  • Analyse historischer Theorien zur Existenz eines Josephs (Hyksoszeit, Ägypten des Neuen Reiches)
  • Untersuchung mythologischer Präliterarisierungen und Parallelen (Tammuz- und Osiris-Mythos, Gilgamesch-Epos)
  • Interpretation der Josephsnovelle als politische Allegorie der israelitischen Reichsteilung
  • Deutung der Josephsfigur im Rahmen einer theologischen Kulturfusion von Nord- und Südtradition

Auszug aus dem Buch

3. Ansatz von David Rohl: Joseph in der Zeit Amenophis` III.

Mit seinem 1995 erschienenen Buch ‚Propheten und Pharaonen‘, versuchte der britische Althistoriker und Ägyptologe David Rohl den Versuch, die bis dato angenommene Chronologie der ägyptischen Geschichte neu zu entwerfen. Sein Buch folgt dem Ziel einer kritischen Überprüfung der zutage geförderten Funde und der Belege aus der schriftlichen Überlieferung. Dabei gelingt es ihm, die anhaltenden Widersprüche, die sich zwischen Bibelwissenschaft und Archäologie entwickelt hatten, zu überwinden, indem er die hergebrachten Datierungen überdenkt. Rohls Lösung ist einfach: Die Archäologen haben zwar an den richtigen Plätzen nach Belegen für die Erzählungen der Bibel gesucht, aber sie haben sich in der Epoche geirrt.

David Rohl datiert die Ankunft des ägyptischen Volkes auf das Jahr 1662. Diese Zahl ergibt sich aus der Dauer des Aufenthaltes des Volkes Israel, von 215 Jahren und dem Zeitpunkt des Exodus im Jahre 1447. Zugrunde dieser Theorie liegen die Quellen eines Flavius Josephus: „Sie verließen Ägypten im Monat Xanthikos um die Zeit des Vollmondes am fünfzehnten Tage, im vierhundertdreißigsten Jahre nach der Ankunft unseres Vaters Abraham in Kanaan und im zweihundertfünfzehnten nach dem Zuge Jakobs nach Ägypten.“

Zusammenfassung der Kapitel

A. Vorwort: Der Autor führt in die Josephsgeschichte als literarisches und theologisches Werk ein und skizziert den methodischen Ansatz, der historische Theorien, mythologische Motive und moderne theologische Deutungen miteinander verknüpft.

B. Theorien für die Existenz eines historischen Joseph: Dieses Kapitel prüft verschiedene wissenschaftliche Thesen, die Joseph als historisch greifbare Figur in unterschiedlichen Epochen der ägyptischen Geschichte, wie der Hyksoszeit oder unter Echnaton und Amenophis III., zu verorten versuchen.

C. Die Josephserzählung als literarische Fiktion: Der Hauptteil analysiert die Josephsgeschichte als literarisches Konstrukt, das durch die Integration mesopotamischer und ägyptischer Mythen sowie durch die Spiegelung politischer Konflikte im Kontext der israelitischen Reichsteilung geformt wurde.

D. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die historische Verifizierbarkeit des Josephsstoffes spekulativ bleibt, während die symbolische und theologische Bedeutung der Erzählung als Identitätsstifter für das Volk Israel im Vordergrund steht.

Schlüsselwörter

Josephsgeschichte, Pentateuch, Ägyptologie, Historizität, Mythologie, Gilgamesch-Epos, Osiris-Mythos, Walter Dietrich, David Rohl, Kulturfusion, Reichsteilung, Geschichtsschreibung, Allegorie, Identitätsbildung, Biblische Theologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herkunft der Josephsgeschichte aus den Kapiteln 37 bis 50 des Buches Genesis unter besonderer Berücksichtigung ihrer historischen, mythologischen und literarischen Dimensionen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit befasst sich mit der Suche nach historischen Anknüpfungspunkten für die Person Josephs, den Parallelen zu altorientalischen Mythen und der theologischen Funktion der Erzählung als Spiegelbild der israelitischen Identitätssuche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel besteht darin, zu klären, ob die Josephsgeschichte als Tatsachenbericht oder als literarische Allegorie zu betrachten ist, die historische Erinnerungen und mythische Motive vereint.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine vergleichende Analyse, indem er biblische Texte in den Kontext archäologischer Daten und altorientalischer Mythen (z.B. Tammuz-Osiris-Zyklus) stellt und die Theorie der Quellenscheidung nach Walter Dietrich diskutiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung historischer Datierungsversuche (u.a. durch David Rohl) und die Analyse mythologischer Elemente, um aufzuzeigen, wie biblische Erzähler traditionelle Stoffe in einen neuen, theologisch bedeutsamen Rahmen einbetteten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Josephsgeschichte, Historizität, Mythologie, Allegorie, Geschichtsschreibung und Biblische Theologie charakterisieren.

Wie bewertet der Autor die Theorie von David Rohl?

Der Autor stuft Rohls Ansätze zur Identifizierung eines historischen Joseph in der Zeit Amenophis' III. als zwar methodisch anregend, jedoch über weite Strecken als hochspekulativ und in der Fachwelt umstritten ein.

Welche Rolle spielt die Theorie der Kulturfusion nach Walter Dietrich?

Dietrichs Theorie dient als zentraler Ansatz, um die Josephsnovelle nicht als Historienbericht, sondern als politische Allegorie der nord-süd-israelitischen Spannungen nach der Reichsteilung zu verstehen, die auf Versöhnung abzielt.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Die historischen und mythologischen Wurzeln der Josephserzählung Gen 37-50
College
Dresden Technical University  (Evang. Theologie)
Course
Pentateuch
Grade
sehr gut
Author
Philipp Maurer (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V25804
ISBN (eBook)
9783638283274
Language
German
Tags
Wurzeln Josephserzählung Pentateuch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Maurer (Author), 2003, Die historischen und mythologischen Wurzeln der Josephserzählung Gen 37-50, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25804
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint