Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Biblical Theology

Der Moseberg (Gabal Musa)

Title: Der Moseberg (Gabal Musa)

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andreas Schraut (Author)

Theology - Biblical Theology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Auszug aus Ägypten bedeutete für das Volk Israel einen gewaltigen Einschnitt in
ihrer Geschichte. Nicht nur die jahrelange Knechtschaft fand ein Ende, zugleich wurde
mit dem Dekalog das Fundament für ein eigenständiges Israel und sein Rechtssystem
gegeben. Das Alte Testament berichtet ausführlich von dieser Begebenheit
auf dem Berg Sinai:
„Im dritten Monat nach dem Auszug der Söhne Israel aus dem Land Ägypten, an eben
diesem Tag kamen sie in die Wüste Sinai.
Sie brachen auf von Refidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich in der
Wüste; und Israel lagerte sich dort dem Berg gegenüber.
Mose aber stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berg aus zu: So sollst
du zum Haus Jakob sagen und den Söhnen Israel mitteilen:
Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und <wie> ich euch auf Adlerflügeln
getragen und euch zu mir gebracht habe. (…)
Und der HERR sprach zu Mose: Geh zum Volk und heilige sie heute und morgen!
Und sie sollen ihre Kleider waschen,
damit sie für den dritten Tag bereit sind; denn am dritten Tag wird der HERR vor den
Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabsteigen.“1
So ist es also verständlich, dass man versucht hat (und es auch geschafft hat), diese
Stätte zu lokalisieren, an der das Gesetz an Mose übergeben wurde. Der Moseberg
(Ğabal Mūsā) auf der Sinaihalbinsel wurde dazu als Stätte ausersehen und wird seit
Jahrhunderten von Pilgern als solche verehrt. Doch durch das Aufkommen der Pentateuch-
Kritik wird von vielen die Authentizität dieses Ortes angezweifelt. Viele Forscher
- die bekanntesten unter ihnen sind ohne Zweifel Julius Wellhausen und Martin
Noth - gaben Vorschläge für alternative Auszugsrouten der Hebräer aus Ägypten und
somit auch für andere Orte der Gottesbegegnung ab. Es gibt wohl kaum ein Gebiet
zwischen Ägypten und Israel, in dem der Berg der Gesetzgebung nicht vermutet
wird. Doch zu einem Konsens wird es nie kommen, denn zu ungenau sind die geographischen
Beschreibungen des Alten Testamentes und auch die Doppelbenennung
von Sinai und Horeb im Alten Testament tut ihr Übriges dazu.
Doch ist es ja gerade die Doppelbenennung des Gottesberges, die einen dann angesichts
der festen Identifizierung des Ğabal Mūsā stutzig werden lässt. Horst Heinemann hat für diese Doppelbenennung folgende Erklärung herausgearbeitet:
„Aber im Nordreich heißt der Gottesberg »Horeb«. [...]

Excerpt


Gliederung

A. Der Mosesberg - Ort der Gesetzgebung Jahwes?

B. Das Verhältnis der beiden Weltreligionen Judentum und Christentum zum Sinai

1. Das Judentum

2. Das Christentum

C. Der Sinai als „Heiliger Berg“ des Islam

D. Die Diskussion um die Lage des Gottesberges in der neuzeitlichen Forschung

1. Die Sirbal - Theorie

2. Die Vulkanhypothese

E. Zusammenfassung: Die Kriterien für die endgültige Identifizierung des Ğabal Mūsā

1. Das Phänomen der Dendriten

2. Der Ğabal Mūsā - ein heiliger Berg für die Nabatäer

3. Die Lokalisierung des biblischen Geschehens anhand des ‚Brennenden Dornbuschs’

F. Fazit: Ist der Ğabal Mūsā tatsächlich der Sinai des AT?

1. Die außerchristlichen Hinweise auf die Sinaihalbinsel als Ort des Gottesberges

2. Die ewige Suche nach dem Gottesberg - Gibt es ihn überhaupt?

G. ANHANG I

ANHANG II

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Identifizierung des Ğabal Mūsā als biblischen Berg Sinai und hinterfragt die Authentizität dieses Ortes im Kontext historischer, religiöser und archäologischer Forschung.

  • Historische Entwicklung der Sinai-Verehrung in Judentum, Christentum und Islam.
  • Wissenschaftliche Kontroversen zur geographischen Lage des Gottesberges (Sirbal-Theorie vs. Vulkanhypothese).
  • Bedeutung der Dendriten und des "Brennenden Dornbuschs" für die Lokalisierungstradition.
  • Die Rolle der frühchristlichen Eremiten bei der Etablierung des Ğabal Mūsā als Wallfahrtsort.

Auszug aus dem Buch

D. Die Diskussion um die Lage des Gottesberges in der neuzeitlichen Forschung

Nicht nur im Islam des Mittelalters, sondern auch in der Forschung der westlichen Neuzeit kam es immer wieder zu Kontroversen um die Lage des Gottesberges. Zum großen Teil spielte - wie oben bereits angesprochen - die aufkommende Pentateuchkritik eine große Rolle. Zwei ernstzunehmende Theorien sollen dabei besonders in den Blick genommen werden: Die Sirbal-Hypothese von Burckhardt und die Vulkanhypothese von Beke. Besonders die Sirbal - Hypothese besaß echte Ansätze, um den Ğabal Mūsā als Berg der Gesetzgebung abzuwerten.

1. Die Sirbal - Theorie

Nicht nur Ğabal Mūsā, sondern auch der Sirbal, der mit seinen 2070 m NN über die Oase Firan emporragt, erregt die Beachtung der Reisenden, die in der Sinai-Halbinsel unterwegs sind: „Im letzten Abendlicht erhebt sich der riesige Sirbal mit seinen fünf Zacken majestätisch über das Tal. Hier haben schon die Nabatäer (…) ihre Berggötter verehrt.“

Zusammenfassung der Kapitel

A. Der Mosesberg - Ort der Gesetzgebung Jahwes?: Einführende Betrachtung der biblischen Berichterstattung über den Sinai und der Problematik einer eindeutigen geographischen Zuordnung.

B. Das Verhältnis der beiden Weltreligionen Judentum und Christentum zum Sinai: Analyse der unterschiedlichen religiösen Gewichtung des Sinai-Ortes, wobei das Christentum die heutige Identifizierung maßgeblich vorantrieb.

C. Der Sinai als „Heiliger Berg“ des Islam: Untersuchung der muslimischen Traditionen und der allmählichen Integration des Katharinenklosters in die islamische Verehrung.

D. Die Diskussion um die Lage des Gottesberges in der neuzeitlichen Forschung: Darstellung wissenschaftlicher Gegenthesen, insbesondere der Sirbal-Theorie und der Vulkanhypothese, die den Ğabal Mūsā infrage stellten.

E. Zusammenfassung: Die Kriterien für die endgültige Identifizierung des Ğabal Mūsā: Zusammenstellung der Faktoren, die zur Etablierung des Ğabal Mūsā führten, darunter dendritische Gesteinsphänomene und die Tradition des Brennenden Dornbuschs.

F. Fazit: Ist der Ğabal Mūsā tatsächlich der Sinai des AT?: Kritische Schlussbetrachtung, die den Ğabal Mūsā primär als Ergebnis christlicher Identifizierungstradition und nicht als historisch gesicherten Ort identifiziert.

Schlüsselwörter

Sinai, Ğabal Mūsā, Gottesberg, Pentateuchkritik, Katharinenkloster, Dendriten, Brennender Dornbusch, Nabatäer, Sirbal, Egeria, Exodus, Biblische Archäologie, Offenbarung, Horeb, Pilgerwesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und religiöse Identifizierung des Ğabal Mūsā auf der Sinaihalbinsel als den Berg Sinai, an dem Mose laut Altem Testament die Gesetzgebung empfing.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Traditionen der abrahamitischen Religionen, archäologische Diskussionen zur Lokalisierung, das Pilgerwesen sowie botanische und geologische Erklärungsversuche für biblische Wunderphänomene.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Ursprung der Identifizierung des Ğabal Mūsā zu ergründen und kritisch zu hinterfragen, ob es sich um einen historisch verifizierbaren Ort oder um eine gewachsene religiöse Tradition handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine exegetisch-historische und topographische Untersuchung, die Primärquellen der Pilgerberichte (z.B. Egeria) mit moderneren Forschungsergebnissen der Pentateuchkritik abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Perspektiven von Judentum, Christentum und Islam sowie alternative Lokalisierungstheorien wie die Sirbal-Theorie und die Vulkanhypothese.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sinai, Ğabal Mūsā, Pentateuchkritik, Katharinenkloster, Dendriten und der Brennende Dornbusch.

Warum spielt die Rolle der Eremiten eine besondere Rolle?

Die Arbeit legt dar, dass die frühchristlichen Eremiten durch die Lokalisierung der biblischen Ereignisse an topographisch idealen Orten maßgeblich zur Etablierung des Ğabal Mūsā als zentralem Wallfahrtsort beitrugen.

Welche Bedeutung haben die sogenannten Dendriten?

Dendriten sind baumartige Kristallisationen im Gestein, die von Pilgern und Mönchen häufig fälschlicherweise als versteinerte Pflanzen oder Abbilder des „Brennenden Dornbuschs“ interpretiert und somit zur Legitimation des Standortes genutzt wurden.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Der Moseberg (Gabal Musa)
College
University of Würzburg  (Altes Testament)
Course
Topographie, Archäologie und Geschichte Unterägyptens und der Sinaihalbinsel
Grade
1,7
Author
Andreas Schraut (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V26010
ISBN (eBook)
9783638284776
Language
German
Tags
Moseberg Musa) Topographie Archäologie Geschichte Unterägyptens Sinaihalbinsel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schraut (Author), 2004, Der Moseberg (Gabal Musa), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26010
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint