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Kulturspezifische Reisegewohnheiten

Eine Analyse deutscher und italienischer Urlaubsbewertungen im Internet.

Title: Kulturspezifische Reisegewohnheiten

Master's Thesis , 2013 , 121 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simone Rieß (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Viel ist bereits in den unterschiedlichsten Kontexten über stereotype Verhaltensweisen diver-ser Nationen gesagt und geschrieben worden. Es gehört gleichsam zum Weltwissen, auch über Einwohner noch nicht selbst bereister Länder oberflächlich informiert zu sein, sofern das Land einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt. Diese Kenntnisse stimmen in der Regel nicht in allen Facetten mit der Realität überein, sondern bilden nur einige Schnittstellen mit dieser, was zur Entstehung von Klischees beiträgt. Dass diese jedoch nicht zwangsläufig etwas Nega-tives darstellen, sondern oftmals auch eine Hilfestellung in interkulturellen Kontexten bieten, kann anhand des Hotelgewerbes deutlich gemacht werden: Gastronomen können sich mithilfe des gängigen Wissens über nationale Besonderheiten auf ihre Hotelgäste einstellen und ent-sprechende (Dienstleistungs-)Maßnahmen treffen, um den Aufenthalt für Menschen aus un-terschiedlichen Nationen gleichermaßen angenehm zu gestalten. Umgekehrt wird das Mitei-nander der Touristen im internationalen Mikrokosmos Hotel insofern erleichtert, als bestimm-te Eigenheiten, die von vornherein bekannt sind, besser aufgenommen und akzeptiert werden und mitunter auch dazu dienen, miteinander ins Gespräch zu kommen, da „der Kulturkontakt durch die bloße Kenntnis der jeweils anderen Gepflogenheiten erleichtert werden [kann]“ (Baasner o.J., Abs. 11).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Motivation

1.2 Aufgabenstellung und Ziel der Arbeit

2. Eckdaten zum Reiseverhalten im nationenspezifischen Kontext

2.1 Deutsche

2.2 Italiener

3. Kulturspezifische Reisegewohnheiten

3.1 Theoretische Grundlagen

3.1.1 Kultur und Nationalität

3.1.2 Kultur und Verhalten

3.1.3 Verhalten und kulturspezifische Gewohnheit

3.1.4 Kultur und individuelle Wahrnehmung

3.2 Einführung in die empirische Untersuchung

3.2.1 Informationen zu den verwendeten Onlineplattformen

3.2.2 Struktur der Analyse

3.2.3 Thesen

4. Korpusanalyse

4.1 Hotel Berna Mailand

4.2 InterCityHotel München

4.3 Hotel Borgo Pantano Syrakus

4.4 Resümierende Betrachtung der Ergebnisse

5. Fehlerquellen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturspezifischen Reisegewohnheiten von deutschen und italienischen Touristen im Rahmen von Hotelaufenthalten. Durch eine kontrastive Analyse von Hotelbewertungen auf Onlineportalen wie Tripadvisor und Booking.com soll geklärt werden, wie subjektive Wahrnehmungen und Erwartungen an Hotelleistungen national geprägt sind und wie sich diese in unterschiedlichen Prioritätensetzungen bei der Beurteilung von Hotels widerspiegeln.

  • Kulturelle Einflüsse auf Reiseverhalten und Hotelwahrnehmung
  • Differenzierte Analyse von Hotelbewertungen deutscher und italienischer Nutzer
  • Identifikation relevanter Bewertungskriterien wie Frühstück, Personal, Lage und Zimmer
  • Konstruktive Interpretation subjektiver Urlaubserfahrungen
  • Vergleich von Stadthotels in Deutschland und Italien sowie einem sizilianischen Ferienhotel

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Kultur und Verhalten

Wenngleich Verhalten und kulturelle Prägung nicht zwangsläufig Hand in Hand gehen, existieren dennoch kulturspezifische Verhaltensunterschiede, die in diversen interkulturellen Kontexten zum Tragen kommen können. Dies soll im Folgenden näher erläutert werden.

Die wohl bekannteste empirische Untersuchung über den Zusammenhang zwischen Kultur und Verhalten wurde bereits in den siebziger Jahren von Geert Hofstede durchgeführt, der in diesem Rahmen die arbeitsbezogenen Wertvorstellungen der Mitarbeiter des Konzerns IBM in insgesamt 53 Tochtergesellschaften erfragte und auswertete. Nach mehrfacher Überarbeitung und Ergänzung konnten fünf Dimensionen landeskultureller Unterschiede formuliert werden, die auf unterschiedlicher „mentaler Programmierung“ (Hofstede 2001, 1) beruhen und wie folgt lauten: Machtdistanz, Individualismus/Kollektivismus, Maskulinität/Femininität, Unsicherheitsvermeidung und langfristige/kurzfristige Orientierung (vgl. ebd.). Für vorliegende Arbeit ist besonders die Dimension der Unsicherheitsvermeidung von Bedeutung und wird daher im Zusammenhang mit der Korpusanalyse erneut in Betracht gezogen. Dabei geht es um „the extent to which a culture programs its members to feel either uncomfortable in unstructured situations” (ebd., 1). Kulturen mit starkem Streben nach Unsicherheitsvermeidung tendieren zu Regeln und Strukturiertheit im Leben. Dies ist ein Merkmal der deutschen Kultur, während Italiener ungeplanten Veränderungen generell gelassener gegenüberstehen.

Eine weitere Dimension, die 1976 von Edward T. Hall eingeführt wurde, bezieht sich auf die low context- und high context-Kulturen. Dabei geht es um den Wert der direkten im Gegensatz zur indirekten Kommunikation: bei Ersterer besteht ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Informationsvielfalt, während bei Letzterer die Tatsachen allgemein bekannt sind und deshalb nicht explizit artikuliert werden müssen. In high context-Kulturen wird deshalb häufig wird auch mithilfe von nonverbalen Elementen wie Mimik und Gestik kommuniziert. Die italienische Kultur ist laut Hall besonders high context-geprägt, da die Italiener “have extensive information networks among family, friends, colleagues, and clients and […] are involved in close personal relationships” (Hall 1990, 6). Die hier thematisierte italienische Beziehungsorientiertheit wird im Verlauf vorliegender Untersuchung noch häufiger eine Rolle spielen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation und das Ziel der Arbeit dar, das darin besteht, Reisegewohnheiten durch die Analyse von Hotelbewertungen im Internet zu untersuchen.

2. Eckdaten zum Reiseverhalten im nationenspezifischen Kontext: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zum Reiseverhalten der Deutschen und Italiener, insbesondere im Hinblick auf Reiseziele, Urlaubsarten und die Rolle des Internets bei der Buchung.

3. Kulturspezifische Reisegewohnheiten: Der theoretische Teil diskutiert Konzepte wie Kulturdimensionen (Hofstede, Hall) und den Konstruktivismus, um Unterschiede in Wahrnehmung und Erwartungshaltung bei Hotelaufenthalten zu begründen.

4. Korpusanalyse: Hier erfolgt die detaillierte Auswertung von Hotelbewertungen dreier ausgewählter Hotels (Mailand, München, Syrakus) hinsichtlich spezifischer Kategorien wie Frühstück, Mitarbeiter und Lage.

5. Fehlerquellen: Dieses Kapitel reflektiert mögliche Manipulationen durch gefälschte Bewertungen sowie die Herausforderungen bei der Nutzung von Nationalität als einzigem Differenzierungskriterium.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Reisegewohnheiten durch Hotelbewertungen belegt werden können, wobei eine qualitative Betrachtung meist aufschlussreicher ist als eine rein quantitative.

Schlüsselwörter

Reiseverhalten, Hotelbewertung, Kulturspezifika, Deutschland, Italien, Onlineplattformen, User-generated content, Kulturdimensionen, Unsicherheitsvermeidung, High-Context-Kultur, Low-Context-Kultur, Tourismus, Korpusanalyse, Konstruktivismus, Reisegewohnheiten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich deutsche und italienische Touristen in ihren Beurteilungen von Hotels unterscheiden und welche kulturspezifischen Reisegewohnheiten sich daraus ableiten lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Internet-Hotelbewertungen, der Vergleich nationaler Reisegewohnheiten sowie die Anwendung interkultureller Kulturtheorien auf das Hotelgewerbe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, zu identifizieren, ob und wie sich Reisegewohnheiten und Erwartungshaltungen zwischen deutschen und italienischen Hotelgästen unterscheiden, indem frei formulierte Online-Rezensionen kontrastiv ausgewertet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Korpusanalyse von rund 170 Hotelbewertungen durchgeführt, wobei quantitative Datenauswertung (Dummy-Kodierung) durch eine qualitative, inhaltliche Interpretation der Kommentare ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei spezifische Hotels (Stadthotels in Mailand und München sowie ein sizilianisches Ferienhotel) anhand von Kategorien wie Frühstück, Mitarbeiter, Lage und Zimmer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Reiseverhalten, Hotelbewertung, Kulturspezifika, interkulturelle Kommunikation sowie die spezifischen Kulturtheorien von Hofstede und Hall.

Welche Rolle spielt die "Kulturfähigkeit" bei der Hotelbewertung?

Die Kulturfähigkeit ermöglicht es Gästen, sich im fremden Land anzupassen und Gegebenheiten anders zu bewerten, als sie es von ihrem Heimatland gewohnt sind, was oft einen Vergleich mit der heimischen Norm provoziert.

Warum kritisieren deutsche Gäste in Sizilien häufiger die Lage?

Die Arbeit zeigt, dass deutsche Gäste stärker auf eine klare Infrastruktur und Beschilderung angewiesen sind, während italienische Gäste aufgrund lokaler Kenntnisse mit den Gegebenheiten vertrauter sind.

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Details

Title
Kulturspezifische Reisegewohnheiten
Subtitle
Eine Analyse deutscher und italienischer Urlaubsbewertungen im Internet.
College
University of Passau
Grade
1,3
Author
Simone Rieß (Author)
Publication Year
2013
Pages
121
Catalog Number
V262158
ISBN (eBook)
9783656505341
ISBN (Book)
9783656505792
Language
German
Tags
kulturspezifische reisegewohnheiten eine analyse urlaubsbewertungen internet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Rieß (Author), 2013, Kulturspezifische Reisegewohnheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262158
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