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"Shutter Island": Zwischen Ermittlungsarbeit und Schizophrenie.

Der last act twist und die Frage nach der wahren Identität.

Titel: "Shutter Island": Zwischen Ermittlungsarbeit und Schizophrenie.

Hausarbeit , 2013 , 37 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sarah Asic (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der im Jahr 2010 veröffentlichte US-amerikanische Psycho-Thriller Shutter Island ist einer der finanziell erfolgreichsten Regie-Darbietungen des amerikanischen Regisseurs Martin Scorsese. Mit einem geschätzten Brutto-Umsatz von 127.968.405 Millionen Dollar allein in den USA reiht sich die Geschichte rund um den US-Marshall Edward – „Teddy“ – Daniels in die obere Liga der Hollywood-Filme des Jahres 2010 ein. Eine Besonderheit des Filmes ist die darin angewendete Erzählweise: Die unzuverlässige Erzählung. Diese Erzählform gehört zu den Erzählmöglichkeiten des postklassischen Hollywood und soll den Zuschauer bewusst auf eine falsche Fährte locken. Sie soll dem Film somit eine Art Doppeldeutigkeit verleihen. Innerhalb dieser Arbeit wird diese Form der Erzählung und das überraschende Filmende – der so genannten last act twist – näher beleuchtet. In Zusammenhang mit dieser Zielsetzung geht die Ausarbeitung der Frage nach der wahren Identität der Hauptfigur einher. Zudem soll die Analyse klären, warum das Ende in Shutter Island als last act twist bezeichnet werden kann, obwohl es zunächst so scheint, als wäre die Identität des Protagonisten Edward Daniels letztlich aufgelöst. Es wird somit untersucht, welche offensichtlichen und indirekten Hinweise und Zeichen im Filmverlauf auf Doppelidentität der Hauptfigur hindeuten. Gibt es eventuell zwei Erzählebenen – ähnlich wie in The Sixth Sense (1999) – und wenn ja, wie werden diese in der Erzählung miteinander verwoben, beziehungsweise in die Erzählung eingebaut, sodass Möglichkeiten der Mehrfachinterpretation gegeben sind?
Bevor sich diese Arbeit jedoch der narrativen Filmanalyse von Shutter Island zuwendet, wird vorab noch auf die Filmanalyse als Methodik eingegangen, um auch die Vorgehensweise in dieser Ausarbeitung transparenter zu gestalten. Anschließend werden wichtige theoretische Grundlagen, Begrifflichkeiten und die Arbeitshypothesen erläutert. Dieser theoretische Teil stellt gleichzeitig die Grundlage für ein lückenloses Verständnis der eigentlichen Analyse dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodik: Die Filmanalyse- und Fernsehanalyse nach Knut Hickethier

3. Theoretische Grundlagen

3.1 Definition Dramaturgie

3.2 Definition Narration

3.3 Traditionelle Dramaturgie versus offene Dramaturgieformen

3.5 Erzählstrategien im Film: Die unzuverlässige Erzählung

3.5.1 Der last act twist

4. Hypothese

5. Filmanalyse

5.1 Plot

5.2 Der last act twist: Schizophren oder nicht?

5.3 Der last act twist in Shutter Island: Die narrative Umsetzung im Film

5.4 Hypothesenprüfung

6. Fazit

8. Stab

9. Sequenzprotokoll

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den US-amerikanischen Psycho-Thriller „Shutter Island“ (2010) hinsichtlich seiner narrativen Struktur, insbesondere der Erzählstrategie der unzuverlässigen Erzählung und des sogenannten „last act twist“. Ziel ist es zu ergründen, ob und wie der Film mittels dieser Erzählweise Doppelidentitäten konstruiert und ob die Geschichte auf zwei parallelen, sich ausschließenden narrativen Ebenen interpretiert werden kann, die erst durch das Filmende verdeutlicht werden.

  • Analyse filmtheoretischer Grundlagen (Dramaturgie, Narration, unzuverlässiges Erzählen)
  • Untersuchung der narrativen Umsetzung des „last act twist“ in Shutter Island
  • Anwendung der Filmanalyse nach Knut Hickethier inklusive Sequenzprotokoll
  • Diskussion der Identitätskonstruktion von Edward Daniels bzw. Andrew Laeddis
  • Überprüfung der Hypothese hinsichtlich der Existenz zweier narrativer Ebenen

Auszug aus dem Buch

3.5.1 Der last act twist

Der last act twist stellt insofern eine Besonderheit dar, als dass er den Zuschauer auch am Ende des Films im Unklaren lässt und ihm im Vergleich zu den anderen beiden Spielarten der unzuverlässigen Erzählung eine Aufklärung vorenthält. Leschke fasst dies zusammen:

„Das Erzählen hat offenbar seine Entschlossenheit verloren. Es wird mehrfach erzählt, es kann so sein oder auch anders und von diesem Auch-anders-sein-können wird das Publikum auch durch keine finale Lösung mehr befreit.“

Am Ende des Films kann der Zuschauer also nicht eindeutig klären, ob es sich um eine unzuverlässige Erzählung handelt oder ob diese doch zuverlässig ist. Die Bezeichnung des twist bezieht sich dabei primär auf die Hauptfigur des Films, die in den meisten Fällen eine Wandlung erfährt. Es finden Offenbarungen, so genannte identity-surprises statt, die eine neue Bewertung für das bis dahin Gesehene erforderlich machen. Aufgrund der identity-surprises, also der Wandlung der Hauptfigur, erhalten vorangegangene Szenen eine neue Bedeutung. Der Zuschauer muss den Film also rückwirkend noch einmal im Inneren betrachten. Doch nicht nur für den Zuschauer, sondern auch für die Produktionen, die einen last act twist in der Erzählung planen, ergibt sich eine große Herausforderung. Während der Rezipient Szenen rückwirkend neuen Bedeutungen zuschreiben muss und damit einem komplexen Prozess der Neubewertung gegenübersteht, müssen Filmemacher Szenen in ihren Film einbinden, die genug Platz für die Interpretationsspielräume des Zuschauers lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Psycho-Thrillers Shutter Island ein, definiert die Forschungsfrage bezüglich der Identität der Hauptfigur und erläutert die Relevanz der unzuverlässigen Erzählweise für das Filmverständnis.

2. Methodik: Die Filmanalyse- und Fernsehanalyse nach Knut Hickethier: Hier wird der methodische Ansatz der hermeneutischen Filmanalyse nach Hickethier dargelegt, der dazu dient, ästhetische und narrative Strukturen transparent und nachvollziehbar zu untersuchen.

3. Theoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden grundlegende fachwissenschaftliche Begriffe wie Dramaturgie, Narration und Strategien des unzuverlässigen Erzählens definiert, um eine Basis für die Analyse zu schaffen.

4. Hypothese: Dieses Kapitel formuliert die zentrale Arbeitshypothese, dass die Identitätskonstruktion des Protagonisten auf zwei narrativen Ebenen erfolgt, die erst durch den „last act twist“ erkennbar werden.

5. Filmanalyse: Der Hauptteil umfasst die detaillierte Inhaltsangabe sowie eine eingehende Analyse des Filmendes, der Indizien für die Doppelidentität und der narrativen Umsetzung unter Anwendung der gewählten Methode.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Hypothese der zweigeteilten narrativen Ebenen und betont die Komplexität der Erzählstrategie, die den Zuschauer zu einer ständigen Neubewertung des Gesehenen zwingt.

8. Stab: Dieser Abschnitt liefert die formalen Daten zum Film, einschließlich Stab und Besetzung.

9. Sequenzprotokoll: Das Sequenzprotokoll bietet eine detaillierte, zeitliche Aufschlüsselung der filmischen Ereignisse als Grundlage für die durchgeführte Analyse.

Schlüsselwörter

Shutter Island, Martin Scorsese, Filmanalyse, unzuverlässige Erzählung, last act twist, Identitätskonstruktion, Narration, narrative Ebenen, Doppelidentität, Knut Hickethier, Psycho-Thriller, Gedankenspielfilme, Wahrnehmung, Rezeption, Hermeneutik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Psycho-Thriller „Shutter Island“ hinsichtlich seiner komplexen Erzählstruktur, insbesondere der Frage, wie der Film den Zuschauer durch eine „unzuverlässige Erzählung“ hinsichtlich der wahren Identität des Protagonisten manipuliert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf filmtheoretischen Konzepten wie der Dramaturgie und Narration, der Identitätskonstruktion im Film sowie der Analyse von Erzählstrategien, die zu einer kognitiven Mehrdeutigkeit beim Rezipienten führen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es zu klären, warum das Ende des Films als „last act twist“ bezeichnet werden kann und ob die Geschichte des Protagonisten auf zwei narrativen Ebenen verläuft, die sich wechselseitig ausschließen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Verfasserin nutzt die narrative Filmanalyse nach Knut Hickethier, ergänzt durch ein detailliertes Sequenzprotokoll, um die filmischen Strukturen und Indizien hermeneutisch zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltszusammenfassung (Plot) und eine tiefgehende Filmanalyse, in der verschiedene Szenen und Hinweise darauf geprüft werden, ob sie die Identität des Protagonisten als US-Marshall oder als Klinik-Patient stützen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören „last act twist“, „unzuverlässige Erzählung“, „interne Fokalisierung“, „narrative Ebenen“, „identity-surprise“ und der Begriff des „Gedankenspielfilms“.

Wie genau beeinflusst die „interne Fokalisierung“ das Verständnis des Films?

Da der Zuschauer das Geschehen primär aus der Sicht von Edward Daniels wahrnimmt und identische Informationsstände mit der Figur teilt, wird die Täuschung über seine wahre Identität erst durch den „last act twist“ und die damit verbundene Neubewertung der Szenen möglich.

Warum lässt sich das Ende des Films nicht als einfache Auflösung betrachten?

Laut der Autorin lässt das Ende zwar eine Interpretation als therapeutisches Rollenspiel zu, doch enthalten bestimmte Szenen und Wortlaute Hinweise, die auch eine psychotische Traumatisierung durch die Anstalt nahelegen, wodurch der Film eine endgültige, eindeutige Auflösung verweigert.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Shutter Island": Zwischen Ermittlungsarbeit und Schizophrenie.
Untertitel
Der last act twist und die Frage nach der wahren Identität.
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Theorie und Praxis der Dramaturgie
Note
1,3
Autor
Sarah Asic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
37
Katalognummer
V262699
ISBN (eBook)
9783656516156
ISBN (Buch)
9783656516347
Sprache
Deutsch
Schlagworte
shutter island zwischen ermittlungsarbeit schizophrenie frage identität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Asic (Autor:in), 2013, "Shutter Island": Zwischen Ermittlungsarbeit und Schizophrenie., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262699
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  37  Seiten
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