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Warum stimmte Norwegen im Referendum 1994 gegen einen EU-Beitritt?

Titel: Warum stimmte Norwegen im Referendum 1994 gegen einen EU-Beitritt?

Hausarbeit , 2008 , 29 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Corinna Mailänder (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Warum hat sich die Bevölkerung von Norwegen 1994 gegen einen Beitritt in die Europäische Union entschieden? Dieser Frage geht die Hausarbeit investigativ nach.

Seit inzwischen schon mehreren Jahrzehnten wird die europäische Integration vorangetrieben. Dies zeigt sich sowohl in Beitritten von immer mehr Ländern als auch in vertiefenden Maßnahmen wie der Einführung des Euro als gemeinsame Währung. Norwegen bildet hier eine Ausnahme, denn entgegen dem starken Willen der meisten Nicht-EU-Länder hat Norwegen als bisher erstes und einziges Land eine Mitgliedschaft abgelehnt.

Wie kommt es, dass ein Land, das so eng mit seinen skandinavischen Nachbarn Dänemark, Schweden und Finnland verbunden ist, sich doch in diesem wichtigen Punkt von ihnen unterscheidet? Warum die Bevölkerung ein zweites Mal gegen eine Mitgliedschaft votierte, war zunächst nicht ganz nachzuvollziehen. Zum einen bestanden bereits mehrere Kooperationsabkommen Norwegens mit der EU. Zum anderen war es nicht unwahrscheinlich, dass sich zusätzliche wirtschaftliche und politische Vorteile aus einem Beitritt ergeben. Darüber hinaus gelten weite Teile der Bevölkerung als grundsätzlich proeuropäisch. Die Gründe können auf nicht nur einer Überlegung fußen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie

2.1 Gründe und Einfluss der Bevölkerung in peripheren Gebieten

2.2 Dominanz der wirtschaftlichen Gründe

2.3 Souveränitätsverlust

3. Methoden

4. Fragen für die durchzuführenden Interviews

5. Wirtschaft und Politik

5.1 Gegensatz Zentrum – Peripherie

5.2 Import und Export

5.3 Agrarpolitik

5.4 Außen- und Sicherheitspolitik

6. Souveränität

7. Sonstige Einflussfaktoren

8. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Beweggründe, die zum negativen Ausgang des Referendums über den EU-Beitritt Norwegens im Jahr 1994 führten. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern ökonomische Interessen, die Wahrung der nationalen Souveränität und geographische sowie sicherheitspolitische Aspekte die Entscheidung der norwegischen Bevölkerung beeinflussten.

  • Wirtschaftliche Faktoren und deren Bedeutung für die Stimmabgabe
  • Einfluss der peripheren Gebiete und regionaler Interessen
  • Die Rolle der nationalen Souveränität im Diskurs
  • Sicherheitspolitische Überlegungen und internationale Bindungen
  • Analyse durch Experteninterviews mit politischen Vertretern

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Seit inzwischen schon mehreren Jahrzehnten wird die europäische Integration vorangetrieben. Dies zeigt sich sowohl in Beitritten von immer mehr Ländern als auch in vertiefenden Maßnahmen wie z.B. der Einführung des Euro als gemeinsame Währung. Norwegen bildet hier eine Ausnahme, denn entgegen dem starken Willen der meisten europäischen Nicht-EU-Länder hat Norwegen als bisher erstes und einziges Land eine Mitgliedschaft abgelehnt, was oftmals Unverständnis und Fragen hervorruft. Wie kommt es, dass ein Land, das so eng mit seinen skandinavischen Nachbarn Dänemark und Schweden sowie Finnland verbunden ist – sowohl kulturell und gesellschaftlich als auch politisch und wirtschaftlich – sich doch in diesem so viele Bereiche einschließenden Punkt so erheblich von ihnen unterscheidet?

Schon 1961 zeichneten sich erste Anzeichen eines möglichen Beitritts ab, als auf Bestreben der international orientierten norwegischen Arbeiterpartei Det norske Arbeiderparti eine Bewerbung um eine Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft eingereicht wurde. Eine nicht unerhebliche Unterstützung erfuhr die Bewerbung innenpolitisch durch die Arbeiterpartei, die konservative Partei Høyte und große Teile der Wirtschaft sowie der Medien. Doch die Bevölkerung stimmte in dem Referendum 1972 mit 53 % gegen einen Beitritt. Somit traten 1973 im Zuge der Norderweiterung lediglich Großbritannien, Irland und Dänemark bei. Für Norwegen war der Kampf der Bevölkerung für ein Referendum und damit gleichzeitig gegen die alleinige Entscheidungs gewalt der Regierung nicht folgenlos geblieben. Im Endeffekt kam es zum Sturz zweier Regierungen und zu der Auflösung bzw. Neuorganisation von Parteien, Organisationen und Institutionen. Daher musste die nachfolgende Regierung zu allererst Ordnung schaffen und das Vertrauen in das politische System wiederherstellen. Für Norwegen war das Thema EG-/EU-Beitritt nun bis Anfang der 1990er-Jahre tabu (vgl. Miles 1996: 135, 139).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der europäischen Integration und die norwegische Sonderrolle als Nicht-EU-Mitglied sowie die Hintergründe der frühen Referenden.

2. Theorie: Dieses Kapitel stellt die zentralen Hypothesen zu wirtschaftlichen Gründen, dem Einfluss peripherer Regionen und der Bedeutung von Souveränität auf.

3. Methoden: Hier wird der methodische Ansatz erläutert, der auf Experteninterviews mit Vertretern verschiedener politischer Lager basiert.

4. Fragen für die durchzuführenden Interviews: Dieses Kapitel listet die spezifischen Fragestellungen auf, die zur Untersuchung der Entscheidungsgründe an die Experten gerichtet wurden.

5. Wirtschaft und Politik: Das Kapitel analysiert die komplexen Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen Interessen, regionalen Unterschieden, Agrarpolitik sowie sicherheitspolitischen Aspekten.

6. Souveränität: Hier wird die ambivalente Haltung Norwegens zur Souveränität in Anbetracht der EU-Abkommen und der faktischen politischen Einbindung untersucht.

7. Sonstige Einflussfaktoren: Es werden ergänzende Faktoren wie die kulturelle Identität und die historische Erfahrung in Personalunionen beleuchtet.

8. Schluss: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die verschiedenen Argumente der EU-Gegner und -Befürworter.

Schlüsselwörter

Norwegen, EU-Referendum 1994, Europäische Integration, Souveränität, Agrarpolitik, Fischerei, wirtschaftliche Stabilität, EWR, Außenpolitik, Peripherie, Experteninterviews, nationale Identität, EU-Beitritt, Arbeiterpartei, Sicherheitsfragen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die spezifischen Gründe und Faktoren, die dazu führten, dass die norwegische Bevölkerung im Jahr 1994 in einem Referendum gegen den Beitritt zur Europäischen Union stimmte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die wirtschaftliche Bedeutung von Agrar- und Fischereisektor, die Rolle der nationalen Souveränität, geographische Disparitäten zwischen Zentrum und Peripherie sowie sicherheitspolitische Überlegungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Hypothesen zu prüfen, warum Norwegen als Sonderfall in Skandinavien die EU-Mitgliedschaft konsequent ablehnte und welche ökonomischen und politischen Motive dabei den Ausschlag gaben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt als Methode die Auswertung von Experteninterviews, bei denen norwegische Politiker verschiedener Parteien und Überzeugungen befragt wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Zusammenhänge, die wirtschaftliche Lage Norwegens (insbesondere Öl, Fischerei und Landwirtschaft) sowie die sicherheitspolitische Einbettung in das transatlantische Bündnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Norwegen, EU-Referendum, Souveränität, Agrarpolitik, Fischerei, EWR-Abkommen und nationale Identität.

Warum spielte die Landwirtschaft eine so entscheidende Rolle?

Die norwegische Landwirtschaft profitierte von hohen nationalen Subventionen, die durch einen EU-Beitritt gefährdet schienen, was insbesondere in ländlichen Regionen zu einer starken Ablehnung führte.

Inwiefern beeinflusste die "Peripherie" das Abstimmungsverhalten?

Die Bevölkerung in den ländlichen, geografisch entlegenen Gebieten (Peripherie) fühlte sich vom Machtzentrum entfernt und fürchtete den Verlust ihrer Rechte über lokale Ressourcen wie Fischbestände.

Wie bewertet die Arbeit den Souveränitätsverlust?

Die Arbeit stellt heraus, dass die Bevölkerung aus Angst vor Souveränitätsverlust gegen den Beitritt stimmte, obwohl Norwegen durch Abkommen faktisch bereits in viele EU-Entscheidungsprozesse eingebunden ist.

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Details

Titel
Warum stimmte Norwegen im Referendum 1994 gegen einen EU-Beitritt?
Hochschule
Universität Bremen
Note
2,7
Autor
Corinna Mailänder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
29
Katalognummer
V262916
ISBN (eBook)
9783668625983
Sprache
Deutsch
Schlagworte
warum norwegen referendum eu-beitritt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Corinna Mailänder (Autor:in), 2008, Warum stimmte Norwegen im Referendum 1994 gegen einen EU-Beitritt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262916
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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