Sabbatai Zwi war der erfolgreichste Messias nach Jesus Christus und zog mit seinem nach ihm benannten Sabbatianismus einen Großteil der jüdischen Glaubensgemeinde des ausgehenden siebzehnten Jahrhunderts in seinen Bann. In diesem Essay soll nun der Frage nachgegangen werden, wie es ihm möglich war zu diesem herausragenden Messias und religiösem Führer zu avancieren. War es eine eigenständige, nur aus dem Antrieb seiner eigenen Gedanken und Aktionen erbrachte Leistung. Oder bekam er Hilfe von anderen Personen oder besonderen Umständen. Außerdem sollen die Folgen für die jüdische Glaubenswelt im Hinblick auf den Aufstieg und das abrupte Ende des Messiasdaseins durch den Übertritt Zwis zum Islam dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Sabbatai Zwi - Ein außergewöhnlicher Messias
- Psychische Erkrankung und Antinomismus
- Die Rolle von Nathan von Gaza
- Kabbalistische Interpretationen
- Auswirkungen und Folgen des Sabbatianismus
- Widerstand und Verfolgung
- Die Apostasie des Messias
- Der Einfluss auf das Judentum
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay befasst sich mit der Frage, wie Sabbatai Zwi zum erfolgreichsten Messias nach Jesus Christus aufstieg und die jüdische Glaubensgemeinde im ausgehenden siebzehnten Jahrhundert in seinen Bann zog. Dabei werden die Rolle seiner psychischen Erkrankung, die Bedeutung von Nathan von Gaza sowie die Folgen des Sabbatianismus für das Judentum analysiert.
- Die Bedeutung der psychischen Erkrankung Sabbatai Zwis für seine Messiasrolle
- Die Rolle von Nathan von Gaza bei der Etablierung und Verbreitung des Sabbatianismus
- Der Antinomismus als zentrales Merkmal der sabbatianischen Bewegung
- Die Folgen des Sabbatianismus für das orthodoxe Judentum
- Die Auswirkungen der Apostasie Sabbatai Zwis auf seine Anhänger
Zusammenfassung der Kapitel
Der erste Teil des Essays beleuchtet die psychische Erkrankung Sabbatai Zwis und deren Einfluss auf seine Lehre. Der Antinomismus, der durch seine extremen emotionalen Zustände geprägt war, wird als ein wesentlicher Bestandteil des Sabbatianismus dargestellt. Der zweite Teil widmet sich der Rolle von Nathan von Gaza, der Sabbatai Zwi maßgeblich bei seinem Aufstieg zum Messias unterstützte. Dabei werden die ergänzenden Charaktereigenschaften der beiden Männer sowie die theologische Begründung des Sabbatianismus durch Nathan von Gaza hervorgehoben. Im dritten Teil werden die Auswirkungen des Sabbatianismus auf das orthodoxe Judentum und die Folgen der Apostasie Sabbatai Zwis für seine Anhänger diskutiert.
Schlüsselwörter
Sabbatai Zwi, Messias, Sabbatianismus, Antinomismus, Nathan von Gaza, psychische Erkrankung, Kabbala, Apostasie, orthodoxes Judentum, Aufklärung, Reform, Mystik.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Sabbatai Zwi?
Sabbatai Zwi war ein jüdischer Religionsführer des 17. Jahrhunderts, der als Messias auftrat und eine massenhafte religiöse Bewegung, den Sabbatianismus, auslöste.
Welche Rolle spielte Nathan von Gaza?
Nathan von Gaza war der theologische Vordenker und „Prophet“ der Bewegung, der Sabbatai Zwi als Messias legitimierte und dessen Lehren kabbalistisch begründete.
Was bedeutet Antinomismus im Sabbatianismus?
Antinomismus bezeichnet die bewusste Verletzung religiöser Gesetze (Tora), was im Sabbatianismus als notwendige Handlung zur Erlösung der Welt interpretiert wurde.
Warum trat Sabbatai Zwi zum Islam über?
Unter dem Druck des osmanischen Sultans wählte Zwi die Konversion zum Islam (Apostasie), um der Hinrichtung zu entgehen, was seine Anhänger in eine tiefe Krise stürzte.
Welche Folgen hatte die Bewegung für das Judentum?
Die Bewegung führte zu tiefen Spaltungen im orthodoxen Judentum, beeinflusste aber auch spätere mystische Strömungen und die jüdische Aufklärung.
- Citation du texte
- Philipp-Michael Hebel (Auteur), 2009, Wer war Sabbatai Zwi?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263022