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Erfolgreicher Schriftspracherwerb im Elementar- und Primarbereich

Title: Erfolgreicher Schriftspracherwerb im Elementar- und Primarbereich

Term Paper , 2013 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Luise Glistau (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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"Die Lehrerin beschloß, das Rechnen jetzt aufzugeben. Sie meinte, daß es Pippi vielleicht mehr Spaß machen würde, lesen zu lernen. Sie holte ein kleines, hübsches Bild hervor, das einen Igel vorstellte. Vor der Nase des Igels stand der Buchstabe i. „Jetzt, Pippi, sollst du etwas Lustiges zu sehen bekommen“, sagte sie schnell. „Hier siehst du einen Iiiigel, und dieser Buchstabe vor dem Iiiigel heißt i.“ „Ach, das glaube ich im Leben nicht“, sagte Pippi. „Ich finde, das sieht aus wie ein gerader Strich mit einem kleinen Fliegenpunkt drauf. Aber ich möchte wirklich gern wissen, was der Igel mit dem Fliegenpunkt zu tun hat." (Lindgren 1997, S. 63)

Dieser Dialog aus Astrid Lindgrens berühmter Erzählung Pippi geht in die Schule macht deutlich, was man sich als Schriftkundiger nur noch selten vor Augen führt: in Alphabetschriften sind die einzelnen Buchstaben nicht durch Ähnlichkeit sondern durch Konvention mit dem, was sie bezeichnen, verbunden und lassen dadurch keinen direkten Schluss auf die Bedeutung des gemeinten Wortes zu. Das Erlangen eben dieser Erkenntnis ist nur eine von zahlreichen Hürden, welche Kinder im Verlauf des Schriftspracherwerbs überwinden müssen. Vor allem die Eltern der Schulanfänger „erleben häufig mit Verwunderung, wie mühsam sich die ersten Schritte beim Lesen und Schreiben gestalten“ (Andresen 2005, S. 11).
Neben der Darstellung dieser sowie weiterer Schwierigkeiten, denen Kinder auf ihrem Weg des Lesen- und Schreibenlernens begegnen, soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit gezeigt werden, wie komplex der Prozess des Schriftspracherwerbs ist, vor allem aber, welche Faktoren ihn begünstigen, woran sich Schulanfänger beim Schreiben orientieren und welche Handlungsempfehlungen aus den jeweiligen Erkenntnissen für die Arbeit der Pädagogen im Elementar- und Primarbereich abgeleitet werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakteristika der Schrift

3. Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb

3.1 Zur sprachlichen Bildung durch Literacy

3.2 Anregungen für Literacy-Aktivitäten im Elementar- und Primarbereich

3.3 Das phonologische Bewusstsein

3.4 Begriffsbildungen von Kindern zum Lesen und Schreiben

4. Woran sich Schulanfänger beim Schreiben orientieren

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Komplexität des Schriftspracherwerbs bei Kindern im Übergang vom Elementar- zum Primarbereich und analysiert förderliche Faktoren sowie methodische Ansätze für pädagogische Fachkräfte.

  • Charakteristika und Abstraktionsebenen von Schriftsystemen
  • Bedeutung der Literacy-Erziehung für die sprachliche Bildung
  • Förderung des phonologischen Bewusstseins
  • Begriffsbildung und individuelle Schreiborientierungen von Kindern
  • Handlungsempfehlungen für Kindergarten und Schulanfangsphase

Auszug aus dem Buch

3.3 Das phonologische Bewusstsein

Phonologische Bewusstheit kann als Teilbereich von Literacy-Erziehung bezeichnet werden und bezieht sich auf die phonologische, also lautliche Struktur von Sprache (vgl. Andresen 2005, S. 228) und beschreibt dabei konkret Fähigkeit, sprachliche Äußerungen, wie beispielsweise einzelne Wörter in lautliche Einheiten zu zerlegen, diese gezielt zu verändern und zu identifizieren (vgl. ebd., S. 271) Man unterscheidet dabei, so Andresen, zwischen phonologischer Bewusstheit im weiteren und im engeren Sinne. Gegenstand der erstgenannten sind zum Beispiel die Markierung von Silben, das Heraushören von Reimen oder die Identifizierung von Anlauten, wohingegen die Zerlegung von vorgesprochenen Wörtern in Phoneme oder die Synthese isoliert produzierter Phoneme zu Silben oder Wörtern zu den Prozessen der phonologischen Bewusstheit im weiteren Sinne gezählt werden können (vgl. ebd., S. 228f.).

Warum es sinnvoll ist, den Zusammenhang zwischen phonologischer Bewusstheit und Schriftspracherwerb zu erforschen, sollte einsichtig sein, wenn man sich bewusst macht, dass das Erlernen einer alphabetischen Schrift ja die gezielte Auseinandersetzung mit der Lautstruktur der Sprache erfordert (vgl. Andresen, S. 229). Ausgehend von dieser Erkenntnis führt Andresen zwei Überlegungen an, deren Bearbeitung vielversprechende Möglichkeiten der sprachlichen Frühförderung eröffnet: es sei zum einen interessant zu untersuchen, „ob Leistungen im Bereich der angesprochenen Fertigkeiten bei der Einschulung Auswirkungen auf den späteren Erfolg im Lesen- und Schreibenlernen haben“ (ebd., S. 227) und zum anderen, ob die phonologische Bewusstheit von Vorschulkindern gezielt gefördert werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand eines literarischen Beispiels die Komplexität der Schriftsprache und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, förderliche Faktoren für den Schriftspracherwerb aufzuzeigen.

2. Charakteristika der Schrift: Dieses Kapitel erläutert die abstrakten Anforderungen, die eine Alphabetschrift an Kinder stellt, und differenziert zwischen der Lautstruktur und der kommunikativen Funktion von Schrift.

3. Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb: Es werden zentrale Aspekte wie Literacy, phonologisches Bewusstsein und die kindliche Begriffsbildung als essenzielle Grundlagen für das Lesen- und Schreibenlernen thematisiert.

4. Woran sich Schulanfänger beim Schreiben orientieren: Dieses Kapitel analysiert anhand praktischer Methoden, wie vielfältig Schulanfänger ihre ersten Schreibversuche gestalten und wie individuell ihre Zugänge zur Schrift sind.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass pädagogische Fachkräfte durch fundiertes Wissen über Schriftsysteme und eine gezielte Literacy-Förderung den kindlichen Erwerbsprozess maßgeblich unterstützen können.

Schlüsselwörter

Schriftspracherwerb, Literacy, Primarbereich, Elementarbereich, phonologische Bewusstheit, Sprachkompetenz, Schulanfänger, Schriftsystem, Schreibentwicklung, Lesenlernen, Sprachanalyse, pädagogische Förderung, Frühförderung, Schriftkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den komplexen Prozess des Schriftspracherwerbs bei Kindern und beleuchtet, wie Pädagogen im Elementar- und Primarbereich diesen Prozess unterstützen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind Literacy-Erziehung, die Rolle der phonologischen Bewusstheit, die Charakteristika von Schriftsystemen und die individuelle Schreibentwicklung von Schulanfängern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie komplex der Schriftspracherwerb ist, welche Faktoren ihn begünstigen und welche Handlungsempfehlungen sich daraus für Pädagogen ableiten lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die aktuelle fachdidaktische Literatur, Langzeitstudien sowie Beobachtungsmethoden wie die Arbeit mit dem „leeren Blatt“ analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Voraussetzungen wie das Verständnis für Schriftzeichen, die Förderung durch Literacy-Projekte, das phonologische Bewusstsein und die Orientierungsmuster von Kindern beim Schreiben detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schriftspracherwerb, Literacy, phonologische Bewusstheit, Elementarbereich und Sprachkompetenz.

Warum ist das phonologische Bewusstsein für den Schriftspracherwerb so wichtig?

Weil das Erlernen einer Alphabetschrift zwingend eine gezielte Auseinandersetzung mit der Lautstruktur der Sprache erfordert, um Phoneme als kleinste bedeutungsunterscheidende Einheiten zu begreifen.

Welche Rolle spielt die „Methode des leeren Blattes“ in der Argumentation?

Sie dient als Beleg dafür, wie unterschiedlich Schulanfänger auf die Aufforderung zum Schreiben reagieren und dass bereits vor der Schule vielfältige individuelle Vorerfahrungen und Konzepte über Schrift existieren.

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Details

Title
Erfolgreicher Schriftspracherwerb im Elementar- und Primarbereich
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Luise Glistau (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V263073
ISBN (eBook)
9783656518372
ISBN (Book)
9783656517962
Language
German
Tags
erfolgreicher schriftspracherwerb elementar- primarbereich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luise Glistau (Author), 2013, Erfolgreicher Schriftspracherwerb im Elementar- und Primarbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263073
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