IFRS 13 Fair Value Measurement. Eine kritische Würdigung der Bestimmung des Kapitalkostensatzes


Seminararbeit, 2013

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Theoretische Grundlagen des IFRS 13 Fair Value Measurement

3 Bedeutung des Kapitalisierungszinssatzes im IFRS-Umfeld

4 Eigenkapitalkosten und das Capital Asset Pricing Model
4.1 Die Bestimmung des risikolosen Basiszinssatzes
4.2 Die Bestimmung des Beta-Faktors
4.3 Die Bestimmung der Marktrisikoprämie

5 Thesenförmige Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung

Bei der Unternehmensbewertung im IFRS-Umfeld sind mit dem seit 01. Januar 2013 anzuwendenden Standard IFRS 13 - Fair Value Measurement bei der Bestimmung eines adäquaten Kapitalkostensatzes einige neue theoretische Anforderungen zu beachten. Mit diesen setzt sich diese Arbeit auseinander.

In der Praxis errechnet sich der Unternehmenswert in der Regel auf Grundlage einer Discounted-Cashflow-Methode, wobei der Kapitalisierungszins auf Empfehlung des IDW den gewogenen, durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) entspricht.1 Dabei kommt den Eigenkapitalkosten, als wesentliche Komponente des Diskontie- rungszinssatzes eine erhebliche Bedeutung zu. Insbesondere unter Heranziehung des kapitalwertorientierten Income Approach und finanztheoretischer Modelle tre- ten bei der Bestimmung des Kapitalisierungszinssatzes in der Praxis häufig Proble- me auf. Besonders aufgrund der globalen Finanzmarktkrise und der enormen Unsi- cherheit auf den Märkten herrscht ein immens verzerrtes Bild und die Anforderun- gen des IFRS 13 können in der Praxis nur begrenzt erfüllt werden. Außerdem be- stehen Inkonsistenzen zwischen den Anforderungen innerhalb des Standards und der vom Standard vorgegebenen finanztheoretischen Modelle. Die nach IFRS 13 zugrunde legende Sicht eines repräsentativen Marktteilnehmers (Market Partici- pant) bei der Bestimmung des Kapitalkostensatzes und seinen Komponenten ist ebenfalls zu hinterfragen, da hier Ermessensspielräume eingeräumt werden. Die zahlreichen bilanzierenden Unternehmen werden vor allem bei nicht börsennotier- ten, repräsentativen Marktteilnehmern (Market Participants) vor eine enorme Her- ausforderung gestellt.

Insbesondere durch die Bestimmung der Eigenkapitalkosten mit Hilfe des im Stan- dard namentlich genannten „ Capital Asset Pricing Model “ (IFRS 13 B26) ist eine Verzerrung auf dem Gesamtmarkt zu beobachten, da das Modell vergangene Ent- wicklungen in die Zukunft fortschreibt. In der Energieversorgungsbranche kommt im Rahmen der Energiewende eine zusätzliche Ausnahmesituation hinzu, welche die Bestimmung der Eigenkapitalkosten weiter erschwert. Aus diesem Grund kon- zentriert sich diese Arbeit auf die Ermittlung der Eigenkapitalkosten. Dabei wird kritisch untersucht warum bei der Bestimmung der Komponenten des CAPM Pro- bleme auftreten.

Außerdem treten in der Praxis aufgrund der Finanzmarktkrise Probleme bei der Bestimmung der Fremdkapitalkosten auf und es ist fraglich, was aus Sicht der repräsentativen Marktteilnehmer eine optimale Kapitalstruktur im Rahmen des WACC-Ansatzes bedeutet. Diese Arbeit beschäftigt sich allerdings nicht mit diesen Problemen, da die Eigenkapitalkosten meines Erachtens die zentrale Komponente des Kapitalisierungszinssatzes darstellen.

Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es im ersten Schritt die theoretischen Anforderun- gen welche der IFRS 13 zur Bestimmung des Kapitalisierungszinssatzes stellt zu nennen und vor allem zu definieren. Anschließend wird untersucht wie in der Praxis der Unternehmensbewertung im IFRS-Umfeld vorgegangen wird und inwiefern dies den Anforderungen des IFRS 13 einer gerechten Darstellung entspricht. Dabei werden die Auswirkungen der Finanzmarktkrise geschildert und der Gesamtmarkt eingeschätzt. Außerdem wird anhand eines Fallbeispiels untersucht, ob sich unter den aktuell herrschenden Umständen überhaupt unverzerrte Eigenkapitalkosten ermitteln lassen.

2 Theoretische Grundlagen des IFRS 13 Fair Value Measurement

Im Mai 2011 hat der IASB den, seit 01. Januar 2013 anzuwendenden Standard IFRS 13 Fair Value Measurement veröffentlicht, da die Zeitwertbestimmung bis- lang nicht einheitlich, sondern in verschiedenen Standards geregelt war und in eini- gen Fällen keine klaren Aussagen bezüglich der Zeitwertbestimmung gegeben wa- ren (Vgl. IFRS 13 IN5). Dies führte in der Praxis zu Inkonsistenzen, welche durch die vereinheitlichte Fair Value Definition des IFRS 13 beseitigt werden sollen (Vgl. IFRS 13 IN6). Der Fair Value ist definiert als der „(...) price, that would be received to sell an asset or paid to transfer a liability in an orderly transaction between mar- ket participants at the measurement date “ (IFRS 13 9). Der Fair Value Begriff ist als reiner „ exit price “ (IFRS 13 2) definiert. Dies bedeutet, dass der Zeitwert ein reiner Abgangspreis ist und die Definition einen Eingangspreis nicht mehr ein- schließt. Der exit price entspricht dem Preis, den man für die Veräußerung eines Assets erhalten würde oder den man für die Übertragung einer Verbindlichkeit be- zahlen müsste (Vgl. IFRS 13 Appendix A). Der Fair Value besteht unabhängig von der Existenz eines entsprechenden Transaktionsmarktes und muss über beobachtba-re Preise oder über Bewertungsverfahren hergeleitet werden.2 „Die Grundlage einer synthetischen Ermittlung des Wertmaßstabs bilden die klassischen monetären Bewertungsverfahren, die ihren Ursprung in der Investitions- und Unternehmensbewertung haben.“3

Außerdem verlangt der Standard, dass es sich um eine „ orderly transaction “ unter „ current market conditions “ handelt (Vgl. IFRS 13 2). Eine ordentliche Transaktion liegt zum Einen vor, wenn die Transaktion bereits vor dem Bewertungsstichtag am Markt offengelegt war und notwendige sowie gewöhnliche Marketingaktivitäten für die Transaktion in dieser Asset-Klasse durchgeführt werden konnten. Zum Anderen darf die Transaktion weder erzwungen sein, noch auf einem Notgeschäft basieren (Vgl. IFRS 13 Appendix A). Desweiteren muss die Transaktion unter den aktuell herrschenden Marktumständen stattfinden. Bei der Bestimmung des Fair Values sind die Annahmen zu verwenden, die ein repräsentativer Marktteilnehmer (Market Participant) zugrunde legen würde. Auch im kapitalwertorientierten Income Ap- proach müssen der „Kapitalisierungszins und seine Komponenten aus Sicht der Marktteilnehmer (Market Participants) ermittelt werden“4 (IFRS 13 B11a und B14). Um die Konsistenz und die Vergleichbarkeit von Fair Values zu erhöhen hat der IASB eine neue Fair Value Hierarchie eingeführt, welche die Inputfaktoren der Bewertungsansätze in drei Level kategorisiert (Vgl. IFRS 13 72). Dabei gelten no- tierten Preisen in aktiven Märkten (Level 1 Inputs) die höchste Priorität und nicht beobachtbaren Parametern (Level 3 Inputs) die niedrigste Priorität (Vgl. IFRS 13 72). Zu der Zeitwertbestimmung hält der Standard verschiedene Bewertungsansätze bereit. Dabei setzt er voraus, dass beobachtbare Inputfaktoren maximiert und nicht beobachtbare Inputfaktoren minimiert werden.5 IFRS 13 unterscheidet zur Fair Val- ue Bestimmung auf den Levels zwei bis drei grundsätzlich zwischen den drei be- kannten Bewertungsansätzen, dem Marktansatz (Market Approach), dem Kostenan- satz (Cost Approach) und dem Ertragswertansatz (Income Approach) (Vgl. IFRS 13 62), die als vollständig gleichwertig angesehen werden.6 Der Standard ist zwar in sich konsistent, allerdings führen die Anforderungen, insbesondere die Zeitwertbe- stimmung aus Sicht eines repräsentativen Marktteilnehmers in der Praxis häufig zu Problemen.

[...]


1 Vgl. IDW RS HFA 16 (2005), Tz. 35.

2 Vgl. Castedello/Klingbeil (2012), S. 484.

3 Ashkan Kalantary (2012), S. 82.

4 Tettenborn/Straub/Rogler (2012), S. 483.

5 Vgl. Ernst & Young (2011), S. 3.

6 Vgl. Castedello/Klingbeil (2012), S. 486.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
IFRS 13 Fair Value Measurement. Eine kritische Würdigung der Bestimmung des Kapitalkostensatzes
Hochschule
Universität Hohenheim  (Institut für Financial Management)
Veranstaltung
Internationale Rechnungslegung
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V263362
ISBN (eBook)
9783656563471
ISBN (Buch)
9783656563402
Dateigröße
1071 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
IFRS 13, Unternehmensbewertung, Kapitalkosten, CAPM, WACC, Eigenkapitalkosten, IDW, Discounted Cashflow, FAUB, Risikoloser Basiszinsatz, Marktrisikoprämie, Beta, Market Participant
Arbeit zitieren
Tim Balko (Autor), 2013, IFRS 13 Fair Value Measurement. Eine kritische Würdigung der Bestimmung des Kapitalkostensatzes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263362

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