Florianópolis und Bamberg. Ein Städtevergleich


Facharbeit (Schule), 2005

46 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bamberg und Florianópolis – ein Städtevergleich
2.1 Die Geschichte in Bamberg und Florianópolis im Vergleich
2.1.1 Wesentliche Merkmale der Bamberger Geschichte
2.1.2 Grundlegende Kennzeichen der Geschichte von Florianópolis
2.2 Die Bevölkerungsstruktur der beiden Städte im Vergleich.
2.2.1 Verteilung der Bevölkerung anhand eines Diagramms.
2.2.2 Gründe für die unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen.
2.3 Die Gegenüberstellung des Klimas
2.3.1 Charakterisierung des Klimas in Bamberg
2.3.2 Charakterisierung des Klimas in Florianópolis
2.4 Der Tourismus im Vergleich
2.4.1 Fremdenverkehr in Bamberg
2.4.2 Fremdenverkehr in Florianópolis
2.5 Die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen
2.5.1 Wirtschaft in Bamberg
2.5.2 Wirtschaft in Florianópolis
2.6 Der Vergleich der Kulturen
2.6.1 Kulturelles Leben in Bamberg
2.6.2 Kulturelles Leben in Florianópolis
2.7 Der Vergleich der beiden Festivals
2.7.1 Die Sandkirchweih – ein Fest in Bamberg
2.7.2 Der Karneval – ein Fest in Florianópolis
2.8 Die Kirche in der Gegenüberstellung
2.8.1 Kirche in Bamberg
2.8.2 Kirche in Florianópolis

3 Schlussbetrachtung

4 Anhang
4.1 Quellenverzeichnis
4.1.1 Literaturverzeichnis
4.1.2 Internetquellen
4.1.3 Materialien
4.2 Abbildungsverzeichnis
4.2.1 Bilder
4.2.2 Diagramme
4.2.3 Tabellen

1 Einleitung

Über die Stadt Bamberg wurde schon viel geschrieben. Auch hat Bamberg bereits einige Gegenüberstellungen mit anderen Städten hinter sich. Aber wurde die Stadt Bamberg schon einmal mit einer südamerikanischen Stadt verglichen?

Wohl kaum – bis jetzt – und genau das ist das Thema meiner Facharbeit: Florianópolis (in Brasilien) und Bamberg – ein Städtevergleich. Man wird sich wohl fragen, wie man auf solch ein Thema kommen kann. Nun, vor etwa einem Jahr – während der Weihnachtszeit – fasste Mein Opa und ich den Beschluss unsere Verwandten in Florianópolis zu besuchen und somit war schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass ich meine Facharbeit über Florianópolis verfassen werde. In meiner Facharbeit vergleiche ich nicht irgendwelche Städte, vielmehr versuche ich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier überaus beliebter Städte zu erarbeiten. Denn nicht nur Bamberg wurde zur Traumstadt der Deutschen erkoren, sondern auch Florianópolis wurde zur Traumstadt der Brasilianer gewählt.

Diese beiden Städte werden von mir im Folgenden nach verschiedenen Gesichtspunkten untersucht und gegenübergestellt. Im jeweiligen Kapitel wird immer zunächst die Stadt Bamberg näher vorgestellt und anschließend wird die Stadt Florianópolis genauer beleuchtet und gleichzeitig mit Bamberg verglichen.

Im Rahmen einer Facharbeit und auch aus anderen Gründen habe ich weder einen vollständigen noch einen ausführlichen Städtevergleich anfertigen können. Ebenso muss berücksichtigt werden, dass ich so gut wie keine Informationen aus den verschiedenen Büchereien und aus dem Internet – trotz intensiver Recherche – über Florianópolis erhalten konnte, und daher war ich fast ausschließlich auf die Informationen meiner brasilianischen Verwandten angewiesen. Aus diesem Grund konnte ich zum Beispiel zum Thema Bildung oder zum Bereich Umwelt keine Gegenüberstellung anfertigen. Nichtsdestotrotz konnte ich genügend Informationen für einen ganz interessanten und aufschlussreichen Städtevergleich sammeln. Durch die Gegenüberstellung möchte ich einerseits vor allem die Attraktivität dieser beiden Städte darstellen und andererseits dazu beitragen, dass eine weitere brasilianische Stadt – neben Rio de Janeiro und Sao Paulo – bei uns beliebt wird.

2 Bamberg und Florianópolis – ein Städtevergleich

Bamberg

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

und

Florianópolis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ein Städtevergleich

2.1 Die Geschichte in Bamberg und Florianópolis im Vergleich

2.1.1 Wesentliche Merkmale der Bamberger Geschichte

Um 4000 v. Chr. belegen spätjungsteinzeitliche Funde auf dem Domberg eine Besiedlung.

Das „Castrum Babenbergis“, das erstmals im Jahre 902 urkundlich erwähnt wurde, bestand wahrscheinlich schon im 8. Jahrhundert, wie archäologische Ausgrabungen unter dem heutigen Dom und der Hofhaltung bewiesen haben. Der Name der Stadt Bamberg ist vom Adelsgeschlecht der Babenberger abgeleitet. Kaiser Otto II. schenkte die Königsburg Bamberg seinem Vetter Heinrich, der zu dieser Zeit Herzog von Bayern war. Als Erbgut gelangte Bamberg an dessen Sohn Heinrich (nach Hubel, S. 3ff. und Hörsch, S. 9ff.).

1007 gründete Kaiser Heinrich II. das Bistum (ab 1817 Erzbistum) Bamberg, das als Mittelpunkt der Slawenmissionierung dienen sollte. Durch eine nachhaltige Förderung durch Kaiser Heinrich II. wurde die Stadt Bamberg in der damaligen Zeit mit Athen und Rom verglichen. Das Bistum erstreckte sich in der Folgezeit vom Frankenwald bis Fürth, vom Ebrach- und Aischtal bis zur Pegnitz.

Die heutige Otto-Friedrich Universität wurde im Jahre 1647 gegründet und bestand anfangs aus einer theologischen und philosophischen Fakultät.

Dem Königreich Bayern wurde das Bistum 1803 im Zuge der Säkularisation eingegliedert, wodurch Bamberg von einer Haupt- und Residenzstadt zu einer Provinzstadt innerhalb Bayerns degradiert wurde.

Mit der Expansion des Stadtgebietes, der zunehmenden Industrialisierung, der Verkehrserschließung (1844 Eisenbahnanschluss) und der Entwicklung zur Schul- und Militärstadt war Bamberg auf dem Weg ein modernes Oberzentrum zu werden; die Stadt Bamberg wurde für kurze Zeit sogar bayrischer Regierungssitz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 001 Wiederaufbau der Markusbrücke

Nach dem 1. Weltkrieg verliert die Stadt enorm an politischer und industrieller Bedeutung und dies hatte zur Folge, dass Bamberg während des 2. Weltkrieges bis auf wenige strategische Ziele, wie zum Beispiel die Markusbrücke, nur geringfügig zerstört wurde. Dank der relativ geringen Schäden blieb die Struktur der mittelalterlichen Stadt aus ca. 2200 historischen Gebäuden auf etwa 250 Hektar erhalten (nach Eidloth, S. 10). Unter Denkmalschutz wurde 1981 der gesamte Altstadtbereich gestellt und 1993 wurde die Bamberger Altstadt in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen.

2.1.2 Grundlegende Kennzeichen der Geschichte von Florianópolis

Um 4 800 v. Chr. besiedelten die Tupi-Guarani-Indianer, die in mehrere Dörfer unterteilt waren, den Küstenbereich der Insel Santa Catarina. Sie ernährten sich vor allem von den Erträgen aus der Landwirtschaft und der Fischerei.

Erst im Jahre 1542 wurde Santa Catarina und damit die Tupi-Guarani-Indianer von den Spaniern unterworfen. Im portugiesisch-spanischen Territorialkrieg eroberten die

Portugiesen 1675 Santa Catarina und errichteten dort einen militärischen Stützpunkt.

Der portugiesische Seefahrer Francisco Dias Velho Monteiro legte auf der Insel „Ilha de Santa Catarina“ eine erste, aus wenigen Hütten und einem kleinen Kirchlein bestehende, Siedlung an. Die Wahl des Standortes von Francisco Dias Velho Monteiro in der geschützten Lage der „Baia Sul“ entsprach der portugiesischen Tradition, Siedlungs-plätze in unmittelbarer Nähe des Meeres auszusuchen, damit sie für die Schifffahrt erreichbar waren.

Aus der zweiten Siedlung, der man den Namen „Nossa Senhora de Desterro“ (Das Exil) gab, ging die Stadt Florianópolis hervor. Ihren heutigen Namen erhielt die Stadt 1894 zu Ehren des Marschalls Floriano Peixoto, der einer der Gründer und zweiter Präsident der Republik (1891-1894) war.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Einwohnerzahl von Desterro auf 6.000 bis 7.000 geschätzt und somit war die Hauptstadt der Provinz Santa Catarina – zu dieser Zeit – noch nicht größer als die Stadt Bamberg.

Während der nächsten Jahrzehnte förderte Brasilien die Zuwanderung um eine stabile Mittelschicht zu schaffen. Von 1829 bis 1850 wanderten vor allem deutsche Siedler nach Santa Catarina aus. Weitere Immigranten kamen später aus Polen, Russland, Italien und aus der Schweiz. Trotz einer raschen Bevölkerungszunahme konnte Florianópolis nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung der benachbarten Städten Blumenau und Joinville Schritt halten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 002 Bau der Hercílio Luz Brücke

Eines der herausragenden Bauwerke in Florianópolis ist die Hercílio Luz Brücke, die das Festland mit der Insel verbindet. Diese Hängebrücke wurde zwischen 1924 und 1926 gebaut und ist das Wahrzeichen der Stadt, da diese Stahlkonstruktion eine der größten Brücken weltweit ist. Florianópolis gilt aber auch als Verwaltungszentrum und verfügt seit 1960 über eine Bundesuniversität und ist Hauptsitz des Erzbischofs.

2.2 Die Bevölkerungsstruktur der beiden Städte im Vergleich

2.2.1 Verteilung der Bevölkerung anhand eines Diagramms

Durch das nachfolgende Diagramm kann man nicht nur die Gesamtbevölkerung der beiden Städte erkennen, sondern auch die Verteilung der Bevölkerung in die jeweiligen Altersgruppen wird veranschaulicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dia. 001 Bevölkerungsstruktur von Florianópolis und Bamberg

(Hinweis: Die Zahlen von Florianópolis beziehen sich auf das Jahr 2000, die Zahlen von Bamberg beziehen sich auf das Jahr 2002.)

Obwohl es sich in diesem Schaubild um keine „normale“ Bevölkerungspyramide handelt, lassen sich dennoch allerlei brauchbare Informationen ablesen. Die Bevölkerungsstruktur der weiblichen und männlichen Personen in den verschiedenen Altersgruppen – wie in gewöhnlichen Bevölkerungspyramiden – kann jedoch nicht dargestellt werden.

2.2.2 Gründe für die unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 003 Die Fußgängerzone in Bamberg…

Die Einwohnerzahl von Bamberg mit knapp 70.000 Personen im Jahr 2002 lässt sich mit diesem Diagramm errechnen. Anhand dieser Bevölkerungspyramide lässt sich auch erkennen, dass man Bamberg in die 5. Phase (posttransformative Phase) des Modells des demographischen Übergangs einordnen kann. In dieser Phase schrumpft die Bevölkerung, wie man an dem immer geringer werdenden Anteil der unter 20-Jährigen feststellen kann. Dagegen steigt der prozentuale Anteil der älteren Menschen von Jahr zu Jahr und dadurch gerät der Generationenvertrag immer mehr in Gefahr. Durch die stetige Überalterung der Bevölkerung in Bamberg geraten letztlich auch die Absicherungssysteme des Sozialstaates an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit.

Außerdem wird deutlich, dass es sich bei der Bevölkerungsstruktur in Bamberg um keine Glockenform mehr handeln kann, sondern vielmehr um eine Urnenform; die Sterberate ist nämlich höher als die Geburtenrate und somit schrumpft allmählich die Gesamtbevölkerung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 004 … und in Florianópolis

Schon auf den ersten Blick kann man erkennen, dass die Bevölkerungsstrukturen der beiden Städte sehr unterschiedlich sind. In Florianópolis leben ungefähr 342.000 Menschen, also etwa fünfmal so viele Einwohner wie in Bamberg. Im Gegensatz zu Bamberg lässt sich die Bevölkerungsstruktur in Florianópolis auch nicht so einfach einer bestimmten Phase des demographischen Übergangs zuordnen. Man könnte mit Hilfe der Bevölkerungspyramide eventuell annehmen, dass sich Florianópolis in der 3. oder 4. Phase befindet beziehungsweise in einem Übergangsstadium. Die Geburtenrate nimmt genauso wie die Sterberate allmählich ab und daraus resultiert nur noch eine geringe Bevölkerungszunahme. Als Ursachen für dieses generative Verhalten können die allgemeine Schulpflicht und die sozialen Absicherungssysteme angeführt werden. Durch die ansteigende Lebenserwartung in Florianópolis entstehen im Laufe der Zeit neue Probleme, mit denen die Stadt Bamberg schon seit mehreren Jahren konfrontiert ist.

Bis vor etwa 25 Jahren hätte man die Bevölkerungsstruktur in Florianópolis noch einer Dreiecksform zuordnen können. Eine solche Bevölkerungspyramide ist gekennzeichnet durch eine breite Basis – wegen der hohen Geburtenrate – und durch eine Spitze, die angesichts der steigenden Lebenserwartung immer höher wird. Die Entwicklung in Florianópolis ist jedoch schon so weit fortgeschritten, dass man seit etwa zwei Jahrzehnten von einer Pyramide mit schmaler Basis sprechen kann, weil der Anteil der unter 20-Jährigen beständig abnimmt. Als mögliche Ursache des geänderten generativen Verhaltens kann man die wirtschaftliche Entwicklung nennen. Zwar gibt es in der Bevölkerungsstruktur von Florianópolis schon einige, sehr schwache Tendenzen in Richtung Glockenform, aber bis diese erreicht wird, müssen noch etliche Jahre verstreichen. Die Urnenform, mit der sich ja die Bevölkerungsstruktur in Bamberg beschreiben lässt, wird wohl erst in einigen Jahrzehnten in Florianópolis eintreten.

Zusammenfassend kann man angesichts der Bevölkerungspyramiden sagen, dass die Bevölkerungszahl in Bamberg im Gegensatz zu Florianópolis schrumpft und infolgedessen könnte man meinen, dass vor allem die wirtschaftliche Entwicklung in Bamberg schon weiter fortgeschritten ist als in Florianópolis, was jedoch nur bedingt zutreffend ist, weil man ja bekanntermaßen von der Bevölkerungsstruktur nicht direkt auf die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt schließen kann.

2.3 Die Gegenüberstellung des Klimas

2.3.1 Charakterisierung des Klimas in Bamberg

Um eine genauere Vorstellung vom Klima in Bamberg zu erhalten, soll das folgende Klimadiagramm dienen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dia. 002 Klimadiagramm von Bamberg

Zwischen dem kältesten Monat Januar (-0,2°C) und dem wärmsten Monat Juli (18.3°C) liegt die Jahresdurchschnittsamplitude von 18,5°C und somit lässt sich das Klima in Bamberg von dem maritimen Klima abgrenzen. Die Jahresdurchschnittstemperatur von 8,8°C kennzeichnet zusammen mit der ganzjährigen Humidität das Übergangsklima. Die Niederschläge sind über das ganze Jahr in ausreichendem Umfang – zwischen 36mm im Februar und 77mm im Juni – verteilt. Eine schwach ausgeprägte „Niederschlagsspitze“ ist im Sommer zu erkennen, die auf den Beginn der Kontinentalität hinweist.

[...]

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Details

Titel
Florianópolis und Bamberg. Ein Städtevergleich
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
46
Katalognummer
V263486
ISBN (eBook)
9783656521778
ISBN (Buch)
9783656525585
Dateigröße
5533 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Regionalgeographie, Städtevergleich, Bamberg, Florianópolis, Deutschland, Brasilien, Bayern, Santa Catarina
Arbeit zitieren
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Luft (Autor), 2005, Florianópolis und Bamberg. Ein Städtevergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263486

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