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Literatur um 1900. Arthur Schnitzlers "Lieutenant Gustl"

Eine Untersuchung der Hintergründe des Duell- und Ehrenkodexes um 1900

Title: Literatur um 1900. Arthur Schnitzlers "Lieutenant Gustl"

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Hannah Grün (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Ziel dieser Arbeit ist es, anhand des Beispiels von „Lieutenant Gustl“ Hintergründe des Duellwesens zu beschreiben. Zunächst soll mit Begrifflichkeiten, sowie konkreten Interpretationsansätzen versucht werden die Basis für im Folgenden geäußerte Vermutungen zu schaffen. Aufgezeigt werden sollen danach Schnitzlers Vorbilder literarischer und thematischer Art, d.h. neben den rein formalen auch die stofflichen Vorlagen für sein Interesse an der Krise Gustls geschlossen werden, wobei zum einen die geschichtlichen, sozialen und gesellschaftlichen Umstände seiner Zeit, zum anderen die persönlichen Charakterzüge, die der Verfasser ihm verlieh, betrachtet werden sollen. Eine kurze Zusammenfassung zu Schnitzers Wirken schließt die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Textarbeit mit „Lieutenant Gustl“

3. Thematische Vorbilder für Gustls

3.1 Biografisches zu Arthur Schnitzler

3.2 Zur Rezeptionsgeschichte von Schnitzlers Werk

3.3 Formale Vorlagen

4. Die Faszination des Duells

4.1 Ehre, wem Ehre gebührt?

4.2 Geschichtliche Einbettung des Duellwesens

4.3 Individuum und Gesellschaft

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Novelle „Lieutenant Gustl“ von Arthur Schnitzler die Hintergründe des Duell- und Ehrenkodexes in der österreichisch-ungarischen Gesellschaft um 1900. Dabei wird analysiert, wie gesellschaftliche Normen, militärisches Standesdenken und die psychische Verfassung des Protagonisten ineinandergreifen.

  • Analyse des Ehrenbegriffs und der Funktion des Duells als Standeskriterium
  • Untersuchung der psychologischen Ebene mittels des literarischen Mittels des inneren Monologs
  • Darstellung der soziokulturellen und historischen Umstände in Wien um die Jahrhundertwende
  • Erforschung von Schnitzlers literarischen und thematischen Vorbildern
  • Reflektion über die Macht gesellschaftlicher Konventionen und deren Auswirkungen auf das Individuum

Auszug aus dem Buch

Die Faszination des Duells

Aus hauptsächlich zwei Quellen speist sich die gesellschaftliche Norm, der auch der junge Lieutenant unterliegt und in deren Sinne er erzogen worden ist: Zum einen sind die Sitten der Korporal- und Burschenschaften zu nennen, zum anderen der militärische Ehrenkodex. Von beidem geprägt ist seine Persönlichkeitsstruktur, die von Natur aus eher labil ist, in keinster Weise frei, sondern äußerst abhängig von den Werten des Systems.

Die gesellschaftliche Handlungssphäre, in der sich militärische und bürgerliche Ehre überschneiden, wird durch die Waffe definiert, sei es Säbel oder Pistole, und zwar bis ins 20. Jahrhundert hinein. Die Satisfaktionsfähigkeit funktioniert dabei als Standeskriterium: Wer sich duellieren darf, muss sich auch unter bestimmten Umständen duellieren, sonst gehört er nicht mehr dazu. Eine Fülle von Duellgeschichten und –reminiszenzen, von Urteilen und Hörensagen umrankt verstärkend die Doppelkonstellation, in der Schnitzlers Leutnant Gustl sich befindet.

Gezwungenermaßen kommt es zu einer tiefen Kränkung in der Szene an der Garderobe des Theaters, um deren Verarbeitung im Stil des inneren Monologs sich das Werk bemüht. Ist schließlich ein Entschluss gefasst, kommt es unverhofft zum Ausweg aus dem vermeintlich letzten Weg zur Wiedererlangung der Ehre: Bevor er sich des Suizids schuldig machen kann, erfährt Gustl vom plötzlichen Tod des Bäckers. Statt einer Selbsttötung stehen ihm nun alle Wege wieder offen – das verhängnisvolle Vorkommnis kann getrost ad acta gelegt werden. Der maßgebliche Einfluss der öffentlichen Meinung auf seine eigene Urteilsfähigkeit (speziell diese Situation betreffend) ist durch die historische Situation in Österreich um 1900, sowie durch den beruflichen Werdegang Gustls zu erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsliteratur zu Arthur Schnitzler ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Hintergründe des Duellwesens anhand der Novelle „Lieutenant Gustl“ zu beleuchten.

2. Kurze Textarbeit mit „Lieutenant Gustl“: Das Kapitel bietet eine inhaltliche Zusammenfassung der Novelle und analysiert die sprachliche Gestaltung sowie die Bedeutung von Floskeln für das soziale Verhalten des Protagonisten.

3. Thematische Vorbilder für Gustls: Hier werden die biografischen, rezeptionsgeschichtlichen und formalen Hintergründe des Werks sowie die Einflüsse von Zeitgeist und psychoanalytischen Strömungen untersucht.

3.1 Biografisches zu Arthur Schnitzler: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss von Schnitzlers Ausbildung als Arzt und seine kritische Auseinandersetzung mit dem Offiziersstand.

3.2 Zur Rezeptionsgeschichte von Schnitzlers Werk: Es wird die zeitgenössische Kritik an der Novelle und deren Konsequenzen für den Autor dargestellt.

3.3 Formale Vorlagen: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung des inneren Monologs als innovative Erzähltechnik bei Schnitzler.

4. Die Faszination des Duells: Hier wird das Duellwesen als Symbol sozialer Privilegiertheit und als Resultat ständischer Ehre analysiert.

4.1 Ehre, wem Ehre gebührt?: Das Kapitel diskutiert den Dualismus von Innen- und Außenehre sowie die Rolle des Offizierskorps.

4.2 Geschichtliche Einbettung des Duellwesens: Es werden die historischen Zusammenhänge und juristischen Aspekte der Duellkultur in Österreich-Ungarn betrachtet.

4.3 Individuum und Gesellschaft: Das Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen persönlicher Identität und dem Zwang gesellschaftlicher Konventionen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Schnitzler als Mediziner und Literat die Krankheiten des Individuums und der Gesellschaft seiner Zeit aufdeckt.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Lieutenant Gustl, Duellwesen, Ehrenkodex, Offiziersehre, Innerer Monolog, Wiener Moderne, Gesellschaftskritik, Psychoanalyse, Militärhierarchie, Standesbewusstsein, Identität, Zweikampf, Sozialgeschichte, Jahrhundertwende.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftlichen und psychologischen Hintergründe des Duell- und Ehrenkodexes in der österreichisch-ungarischen Gesellschaft um 1900 anhand der Erzählung „Lieutenant Gustl“ von Arthur Schnitzler.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Duellwesen als Instrument der Standesehre, der Einfluss militärischer und korporativer Konventionen auf das Individuum sowie die Kritik an diesen gesellschaftlichen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch die Analyse der Novelle und ergänzender historischer sowie soziologischer Quellen die Krise der Ehre und die Macht von gesellschaftlichen Zwängen bei der Figur des Leutnant Gustl aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch historische und sozialpsychologische Aspekte sowie zeitgenössische Quellen zur Duellproblematik ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Textarbeit, eine Untersuchung der thematischen und formalen Vorbilder Schnitzlers sowie eine detaillierte Analyse der Faszination und geschichtlichen Einbettung des Duellwesens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Arthur Schnitzler, Duellwesen, Ehrenkodex, Offiziersehre, innerer Monolog, gesellschaftliche Konventionen und das Wien der Jahrhundertwende.

Wie beeinflusste der Beruf des Arztes Schnitzlers literarisches Werk?

Schnitzlers medizinische Ausbildung schärfte seinen Blick für die sozialen Hintergründe psychischer Verstörtheiten und ermöglichte ihm eine tiefgründige, diagnostische Auseinandersetzung mit der Psyche seiner Charaktere.

Warum ist die Wahl des „inneren Monologs“ für die Novelle so bedeutend?

Der innere Monolog ermöglichte es Schnitzler, die oberflächliche und fremdbestimmte Gedankenwelt des Offiziers Gustl unmittelbar und ohne auktoriale Filter offenzulegen, was zur Demaskierung seines stereotypen Weltbildes beiträgt.

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Details

Title
Literatur um 1900. Arthur Schnitzlers "Lieutenant Gustl"
Subtitle
Eine Untersuchung der Hintergründe des Duell- und Ehrenkodexes um 1900
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
2,0
Author
Hannah Grün (Author)
Publication Year
2012
Pages
22
Catalog Number
V263530
ISBN (eBook)
9783656522591
ISBN (Book)
9783656524885
Language
German
Tags
literatur arthur schnitzlers lieutenant gustl eine untersuchung hintergründe duell- ehrenkodexes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hannah Grün (Author), 2012, Literatur um 1900. Arthur Schnitzlers "Lieutenant Gustl", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263530
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