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"More human than human." Das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Lebensform in Ridley Scotts "Blade Runner" als Beispiel des Cyberpunk-Genre

Titel: "More human than human." Das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Lebensform in Ridley Scotts "Blade Runner" als Beispiel des Cyberpunk-Genre

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Janina Schizmer (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Exzerpt:
Viele Wissenschaftler und Zeitgenossen sind der Auffassung, dass heutzutage ein Zeitalter vorherrscht, welches die Grenzen zwischen Körper und Technik auflöst. Es ist die Rede von einer Symbiose des bislang Unvereinbaren. Die Erschaffung von Künstlichen Intelligenzen sowie auch Entwicklungen in der Neuroprothetik oder der Bio- und Gentechnik zählen gegenwärtig nicht mehr zu den Ausgeburten eines illusionistischen Science Fiction Abenteuers, sondern sind längst Alltag geworden. Über solche Hybride zwischen Mensch und Maschine diskutieren Medienwissenschaftler, Feministinnen, Sozial- und Literaturwissenschaftler, Theologen und Philosophen anhand von zahlreichen Tagungen, Ringvorlesungen, Seminaren und Veröffentlichungen, die im Titel mit Begriffen wie „Körperspuren, Körperfragmenten, Medienkörpern, Entkörperung“ jonglieren. Die vorliegende Arbeit soll einen partiellen Einblick in das Verhältnis von Mensch und Maschine und die damit einhergehende Frage nach dem Menschsein in Ridley Scotts Blade Runner geben, der zu den Beispielen des verfilmten Cyberpunk-Genres gehört, welches sich ursprünglich in der Literatur der 80er Jahre herauskristallisierte. Hauptsächlich stützt sich die Arbeit auf den 1992 erschienenen Director’s Cut des Films, da dieser von seiner Vielschichtigkeit profitiert und mehr Interpretationsansätze bietet.
Als erstes wird ein Überblick über den Cyberpunk, einem Subgenre des Science Fiction, gegeben. Hierbei werden erste Parallelen zu Blade Runner ersichtlich, grundlegende Cyberpunk-Elemente wie eine zunehmende Verschmelzung von Mensch und Maschine oder das Leiden des Individuums in einer anti-humanistischen, fragmentierten Welt, und eine partielle Abgrenzung zum traditionellen Science Fiction aufgezeigt. Im Anschluss wird der Begriff des „Cyborgs“ näher definiert und die damit einhergehende Fusion von Mensch und Maschine, die Cyborgisierung, näher erläutert. Somit wird der Übergang zu Blade Runner hergestellt, um die Verhältnisse zwischen den Androiden bzw. „Replikanten“ und den humanen Menschen ausführlicher charakterisieren und herausarbeiten zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Cyberpunk – eine Begriffsdefinition

2.1 Die Welt des Cyberpunk – in Abgrenzung zum traditionellen Science Fiction

2.2 Die Rolle der Technologie im Cyberpunk

3. Mensch und Maschine

3.1 Die Cyborgisierung

4. „More human than human.“ – das Verhältnis von Mensch und Maschine in Ridley Scotts Blade Runner

4.1 Die Replikanten – künstlich oder menschlich?

4.2 Das Auge als Symbol der Abgrenzung

4.3 Erinnerungen als Zeichen der Menschlichkeit

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Lebensform in Ridley Scotts Film "Blade Runner" und analysiert, inwiefern dieser Film das Cyberpunk-Genre repräsentiert und die Frage nach dem Menschsein reflektiert.

  • Definition und Merkmale des Cyberpunk-Genres
  • Die Verschmelzung von Mensch und Maschine (Cyborgisierung)
  • Analyse der Replikanten als künstliche Lebensform
  • Symbolik von Augen und Erinnerungen als Marker der Menschlichkeit
  • Das Spannungsfeld zwischen künstlichem und humanem Leben

Auszug aus dem Buch

4.2 Das Auge als Symbol der Abgrenzung

Das Symbol des Auges zieht sich durch den gesamten Film, von der anfänglichen Großaufnahme des blauen Auges (als Zuschauer kann man nicht zuordnen, zu wem das Auge letztendlich gehört, es scheint wie losgelöst; es könnte den Replikanten Roy oder Leon Kowalski (Brion James) gehören, ebenso den Cops Deckard oder Dave Holden (Morgan Paull)64), in dem sich das brennende Inferno des „New Los Angeles“ spiegelt, bis hin zur Homophonie des englischen Wortlautes von „Eye“ und „I“. Gerade hierin wird die Identität bzw. Subjektivität, welche die zentrale Frage nach dem Menschsein im Film stellt, reflektiert. Zugleich wird dem Zuschauer auch eine Unterscheidung des „Eye“s geboten; die Replikanten besitzen rot leuchtende Augen (vgl. z.B. die mechanische Eule in Tyrells Büro oder Rachaels Augen), welche sie von den normalen Menschen unterscheidet.65 Kaja Silverman (geb. 1947) schreibt:

„Die ersten Einstellungen lösen in antizipierender Weise die Dichotomie zwischen Replikant und Mensch auf, indem sie ein Auge in den Mittelpunkt rücken, das beiden gehören könnte. Das liegt daran, daß dieses Organ genau den Punkt repräsentiert, an dem in der Welt von BLADE RUNNER der Unterschied zwischen beiden sichtbar wird.“66

Ein Aspekt, in dem ebenfalls das Auge als Symbol in den Mittelpunkt tritt und die Replikanten bzw. künstlich erschaffenen Menschen von den humanen Menschen unterscheidet, ist der sogenannte Voigt-Kampff-Test. Der Test soll bei den potenziellen Replikanten eine emotionale Reaktion auslösen, indem sie mehr oder weniger bizarre Fragen beantworten müssen. Die Entlarvung als künstlicher Mensch ist dann gegeben, wenn sich eine Kapillarerweiterung, Fluktuation der Pupille sowie eine Vergrößerung der Iris zu erkennen geben (das Auge des Befragten wird immer zur Überwachung in Großaufnahme auf einem Monitor des Aufzeichnungsgeräts wiedergegeben).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung führt in die Thematik der Symbiose von Mensch und Technik ein und verortet die Arbeit im Kontext des Cyberpunk-Genres und des Films Blade Runner.

2. Cyberpunk – eine Begriffsdefinition: Dieses Kapitel definiert den Begriff Cyberpunk, grenzt ihn vom traditionellen Science Fiction ab und beleuchtet die Rolle der Technologie.

3. Mensch und Maschine: Hier werden der Menschheitstraum von der Erschaffung künstlichen Lebens sowie die Konzepte der Cyborgisierung und Bionisierung theoretisch erörtert.

4. „More human than human.“ – das Verhältnis von Mensch und Maschine in Ridley Scotts Blade Runner: Das Hauptkapitel analysiert die Replikanten, die Bedeutung des Auges als Symbol und die Funktion von Erinnerungen im Film Blade Runner.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Verwischung der Grenzen zwischen Mensch und Maschine im Film sowie die Rolle von Deckard.

Schlüsselwörter

Cyberpunk, Blade Runner, Replikanten, Mensch-Maschine-Verhältnis, Cyborgisierung, Bionisierung, Künstliche Intelligenz, Voigt-Kampff-Test, Erinnerung, Identität, Science Fiction, Ridley Scott, Philp K. Dick, Posthumanismus, Film Noir.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Lebensform am Beispiel des Cyberpunk-Films "Blade Runner" von Ridley Scott.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind das Cyberpunk-Genre, die Verschmelzung von Mensch und Technik (Cyborgisierung/Bionisierung) sowie die philosophische Frage nach dem Menschsein.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Blade Runner das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine darstellt und welche Merkmale (wie Erinnerungen oder emotionale Reaktionen) zur Abgrenzung oder Definition von "Menschsein" im Kontext einer technisierten Zukunft herangezogen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und filmanalytische Untersuchung, die sich auf Literaturanalyse, Filmkritiken und philosophische Konzepte stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Replikanten, die spezifische Symbolik des Auges im Film und die Bedeutung von Erinnerungen und Fotos als Indikatoren für Menschlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Cyberpunk, Replikanten, Cyborgisierung, Künstliche Intelligenz, Identität und die spezifische Symbolik von Blade Runner.

Welche Rolle spielt der Voigt-Kampff-Test im Film?

Der Test dient dazu, künstliche Lebensformen durch emotionale Reaktionen in den Augen zu identifizieren, wird jedoch im Film als methodisch unsicher und ethisch hinterfragbar dargestellt.

Warum wird der Begriff "Replikant" statt "Androide" verwendet?

Regisseur Ridley Scott bevorzugte den Begriff "Replikant", da ihm "Androide" zu abgegriffen erschien und der Begriff besser den künstlichen "replicate plating"-Prozess widerspiegelt.

Welche Bedeutung haben die "Erinnerungen" im Film?

Erinnerungen fungieren als Sitz der Menschlichkeit. Da die Replikanten über keine eigene Vergangenheit verfügen und ihre Erinnerungen oft implantiert oder Fälschungen sind, wird ihre Identität und ihr Status als "lebende" Wesen hinterfragt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"More human than human." Das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Lebensform in Ridley Scotts "Blade Runner" als Beispiel des Cyberpunk-Genre
Hochschule
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig  (Institut für Medienforschung)
Veranstaltung
Techniktheorien als Konzeption des Menschen
Note
2,3
Autor
Janina Schizmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V263542
ISBN (eBook)
9783656522461
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ridley Scott More human than human human Medien Wissenschaft Filmgeschichte Film Blade Runner Cyberpunk Cybernetik Künstlich Menschlich Lebensform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janina Schizmer (Autor:in), 2012, "More human than human." Das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Lebensform in Ridley Scotts "Blade Runner" als Beispiel des Cyberpunk-Genre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263542
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Leseprobe aus  21  Seiten
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