Der Prozess der empirischen Sozialforschung


Studienarbeit, 2013

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Die empirische Sozialforschung
2.2 Qualitative und quantitative Methoden der Forschung
2.3 Der empirische Sozialforschungsprozess

3 Analyse des empirischen Sozialforschungsprozesses
3.1 Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems
3.2 Planung und Vorbereitung der Erhebung
3.3 Datenerhebung
3.4 Datenauswertung
3.5 Berichterstattung

4 Zusammenfassung

Anlagen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Der empirische Sozialforschungsprozess nach Diekmann

Abbildung 2 - Schritte bei der Planung und Vorbereitung des Erhebungsinstrumentes

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 - Gegenüberstellung quantitativer und qualitativer Forschungsmethode

Tabelle 2 - Dimensionale und Semantische Analyse

Tabelle 3 - Kriterien die bei der Problemdefinition berücksichtigt werden sollten

Anlagenverzeichnis

Anlage A - Strukturmodell nichtexperimenteller Forschung nach Kromrey

Anlage B - Prozess der emprischen Sozialforschung nach Schnell, Hill & Esser

1 Einleitung

Die Forschung ist eine der wichtigsten Methoden der Wissenschaft. Mit ihr werdenModelle, Theorien und Gesetze erstellt, welche dazu dienen, die komplexe Realität zubeschreiben um Probleme in einer strukturierten Art und Weise lösen zu können. Umdieses Ziel erreichen zu können, sind jedoch empiriegestützte Ausarbeitungen nötig. (vgl.Häder, 2010, S. 27f)

In naturwissenschaftlichen Forschungen ist die Erhebung empirischer Daten größtenteilssehr objektiv und die Methoden zur Erhebung der Daten können sehr gut festgelegt unddokumentiert werden. Doch nicht nur in der naturwissenschaftlichen Forschung spielenModelle, Theorien und Gesetze eine wichtige Rolle, sondern auch in der sozialwissenschaftlichen. Prägnante Beispiele hierfür wären Unternehmen, die massive Marktforschungbetreiben oder politische Parteien, welche Meinungsumfragen durchführen. DieseForschungen sind für die Auftraggeber zweifelsohne enorm wichtig und es ist nichtabzusehen, dass sie in der Zukunft an Bedeutung verlieren. Vor dem Hintergrund der sichzuspitzenden Wettbewerbssituation ist z.B. davon auszugehen, dass die Marktforschungfür Unternehmen immer wichtiger wird.

Forschung in der Sozialwissenschaft ist jedoch ein sehr komplexes Thema. Schaffer nennthier als Hauptproblem die schwere Messbarkeit von Werten. Weitere Probleme wären z.B.Scheinkorrelationen, Verzerrungen der Beobachtungen durch den Forscher oder eineungünstige Auswahl von Stichproben (vgl. Schaffer, 2009, S. 34ff). Um die Komplexität derThematik beherrschen zu können, werden diverse Modelle eingesetzt, welche einestrukturierte Bearbeitung der Forschung ermöglichen und somit der Problemvermeidungbzw. -bewältigung dienen sollen.

Die Empirie gestützte Sozialforschung ist demnach ein aktuelles, wichtiges und komplexesThema. Ziel dieses Assignments ist es daher aufzuzeigen, wie der Prozess bei derempirischen Sozialforschung aufgebaut sein sollte und welche Probleme bei den einzelnenProzessschritten auftreten können. Um dieses Ziel zu erreichen werden in Kapitel 2zunächst die nötigen Grundlagen definiert und Abgrenzungen getroffen. Kapitel 2.1beschreibt hierbei den zentralen Begriff der empirischen Sozialforschung und Kapitel 2.2stellt die wesentlichen Methodengruppen der Forschung vor (quantitative und qualitativeForschung). Anschließend werden in Kapitel 2.3 diverse Prozessmodelle vorgestellt, welchezur systematischen Durchführung einer empirischen Sozialforschung dienen. Eines dieser

Modelle wird im späteren Verlauf des Assignments für eine strukturierte Bearbeitung der Thematik verwendet. In Kapitel 3 wird der Forschungsprozess vorgestellt. Die einzelnenUnterkapitel entsprechen hierbei den einzelnen Phasen des Prozesses, welcher in Kapitel 2.3 vorgestellt und ausgewählt wurde. Hierbei wird jeweils auf den Inhalt und die Probleme der jeweiligen Phase eingegangen. Diese sollen am Beispiel einer Fallstudie analysiert werden, welche im Kapitel 3.1 formuliert wird. Abschließend wird in Kapitel 4 eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse dieses Assignments gegeben und das angewandte Vorgehen wird kritisch gewürdigt.

2 Grundlagen

2.1 Die empirische Sozialforschung

Für den Begriff der empirischen Sozialforschung existieren diverse Definitionen. Eine viel zitierte stammt hierbei von Atteslander.

“Empirische Sozialforschung ist die systematische Erfassung und Deutung sozialer Erscheinungen. Empirisch bedeutet, dass theoretische formulierte Annahmen an spezifischen Wirklichkeiten überprüft werden.” (Atteslander, 2006, S. 4)

Diese Definition beschreibt den Charakter der empirischen Sozialforschung bereits sehrgut. Atteslander betont in seinen Ausführungen die Wichtigkeit der systematischenBearbeitung eines Forschungsprojektes, was auch in der Erfahrung des Autors als wichtigeAnforderung anzusehen ist. Schlichtes Erfassen und Deuten sozialer Erscheinungen ist eineTätigkeit, welche permanent von jedem Menschen durchgeführt wird (z.B. beimEinschätzen der Reaktion eines Mitmenschen auf ein bestimmtes Ereignis). ZwingendeVoraussetzung für eine Forschung ist somit ein systematisches Vorgehen und eine gewisseKomplexität der Problemstellung, welche über die alltägliche Deutung sozialerErscheinungen hinausgeht (vgl. Atteslander, 2006, S. 103f). Weiterhin ist das systematischeVorgehen wichtig, um Probleme bei der Forschung zu vermeiden. Dies wird im Rahmenvon Kapitel 3 ausführlich diskutiert. Ein systematisches Vorgehen kann hierbei erreichtwerden, indem mit einem Prozessmodell gearbeitet wird. Beispiele hierfür werden inKapitel 2.3 vorgestellt, um eine systematische Bearbeitung im Rahmen dieses Assignmentszu ermöglichen.

Der Begriff der „sozialen Erscheinungen“ steht hierbei relativ abstrakt für das menschlicheVerhalten. Somit handelt es sich bei der empirischen Sozialforschung um eine

Querschnittsdisziplin, welche in allen Sozialwissenschaften zum Einsatz kommt um das

menschliche Verhalten besser verstehen zu können (vgl. Häder, 2010, S. 20). Neben derSoziologie gehören hierzu auch andere Disziplinen, wie z.B. die Psychologie,Rechtswissenschaften und die Wirtschaftswissenschaften (vgl. Rüther & Wozniak, 2008, S. 1). Betrachtungsgegenstand dieses Assignments sind somit ausschließlich sozialwissenschaftliche Forschungen. Eine mögliche Transferierung der Erkenntnisse aufnaturwissenschaftliche Forschungen ist nicht Diskussionsgegenstand dieses Assignments.

2.2 Qualitative und quantitative Methoden der Forschung

Bei der Forschung werden im Allgemeinen zwei unterschiedliche methodische Ansätze unterschieden. Da ein grundlegendes Verständnis dieser beiden Ansätze für die weitere Bearbeitung der vorliegenden Problemstellung erforderlich ist, werden diese im Folgenden kurz vorgestellt. Allgemein werden quantitative und qualitative Methoden der Forschung unterschieden. Diese werden in Tabelle 1 gegenübergestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 - Gegenüberstellung quantitativer und qualitativer Forschungsmethode (vgl. Romanenkova, Repping, Zavirsek, & Zorn, 2006)

Wie der Tabelle zu entnehmen ist, divergieren die beiden Ansätze recht stark. Qualitative Methoden (wie z.B. Interviews) eignen sich sehr gut um Grundlagenforschung zu betreiben, während sich quantitative Methoden (wie z.B. standardisierte, elektronische oder Papierfragebögen) eher dafür eignen, bereits aufgestellte Theorien mithilfe empirischer Daten zu beweisen (vgl. Schaffer, 2009, S. 60). Keiner der beiden Ansätze ist per se gut oder schlecht, sie verfolgen lediglich unterschiedliche Ziele. Es kann sich daher anbieten, die beiden Methoden in der Forschung zu kombinieren. Hierzu sollten jedoch ggf. zwei gesonderte Forschungsprojekte gestartet werden.

2.3 Der empirische Sozialforschungsprozess

Aufgrund der bereits dargelegten Komplexität der empirischen Sozialforschung haben sichdiverse Modelle etabliert, welche eine systematische Bearbeitung bei diesem Prozessermöglichen sollen. Kromrey beschreibt den Prozess der empirischen Sozialforschunghierbei als „͙ eine Reihe ineinander verzahnter Entscheidungen“ (2002, S. 107). Er betontin seinen Ausführungen explizit, dass es sich bei seinem Prozessmodell, welches ausführlichin der Anlage A dargestellt wird, keineswegs um einen stur linear einzuhaltenden Prozesshandelt, sondern vielmehr um eine grobe Strukturierung von Teilschritten, die sichuntereinander beeinflussen. Dies ist auch aus Sicht des Autors eine wichtige Ergänzung.(vgl. Kromrey, 2002, S. 106ff)

Ein weiteres, recht häufig eingesetztes Modell stammt von Schnell, Hill, & Esser. DiesesModell beschreibt den Forschungsprozess allgemein sehr gut und wird vollständig in derAnlage B dargestellt. Im Gegensatz zu Kromrey beenden Schnell, Hill & Esser den Prozessnicht mit der Auswertung der erhobenen Daten, sondern schließen auch die Publikationder Daten mit in den Forschungsprozess ein. Dies ist sehr vorteilhaft, da die Publikation derErgebnisse auch aus Sicht des Autors eine sehr wichtige Rolle spielt. Ein Problem, welchesdieser Prozess aufweist, ist die Tatsache, dass die Theoriebildung als zweiter Schritt imProzessmodell steht. Somit eignet sich das Prozessmodell zwar gut für die quantitativeForschung, ist jedoch für qualitative Forschungsmethoden ehern ungeeignet. Da es dieZielstellung dieses Assignments ist, einen möglichst breiten Überblick über alle Methodender Forschung zu vermitteln, ist dieses Modell im Rahmen dieses Assignments eherungeeignet. (vgl. Schnell, Hill, & Esser, 2011, S. 7ff)

Das etwas abstraktere Modell von Diekmann, welches in der Abbildung 1 dargestellt wird,eignet sich im Gegensatz zu den anderen beiden Modellen hervorragend für dieAnwendung im Rahmen dieses Assignments, da es die Publikation der Ergebnisse ebenfallsals Bestandteil des Prozesses ansieht und nicht streng linear ablaufen muss. Weiterhin istder höhere Abstraktionsgrad als günstig anzusehen, da die Bearbeitung des Themas imRahmen dieses Assignments aus Platz- und Zeitgründen auf einer etwas abstrakterenEbene erfolgen muss. Nach Einschätzungen des Autors ist der etwas höhereAbstraktionsgrad nicht als sehr kritisch anzusehen, da die Modelle inhaltlich recht starkkonvergieren. Somit deckt auch das verwendete Modell von Diekmann alle relevantenPhasen ab. (vgl. Diekmann, 2005, S. 162ff)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Der empirische Sozialforschungsprozess nach Diekmann (vgl. 2005, S. 162)

Wie der Abbildung entnommen werden kann, werden die einzelnen Phasen in den Kapiteln 3.1 bis 3.5 inhaltlich beschrieben.

3 Analyse des empirischen Sozialforschungsprozesses

3.1 Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems

Das Ziel der ersten Phase des Forschungsprozesses ist es, eine möglichst detaillierteProblemstellung festzulegen, welche keinerlei Fehlinterpretationen erlaubt. Dies wird inder Praxis häufig als trivial angesehen, ist jedoch auch aus der Erfahrung des Autors,welcher als Controller in einem Krankenhaus beschäftigt ist, ein sehr wichtiges Vorhaben.Ist die Problemstellung nicht eindeutig formuliert, kompromittiert dies die gesamteForschung. Um die Ausführungen in diesem und den folgenden Kapiteln besser zuverdeutlichen, soll der Forschungsprozess beispielhaft an einem Krankenhaus präsentiertwerden, welches den Zusammenhang zwischen der Patientenzufriedenheit und denFallzahlen des Hauses analysieren möchte. Anhand dieser relativ abstraktenProblemstellung sollen zunächst beispielhaft mögliche Präzisierungen der Problemstellungpräsentiert werden.

Kromrey betont in seinen Ausführungen ebenfalls, wie wichtig eine präzise Formulierung und Wortwahl im Forschungsprozess ist. Er schlägt vor, zunächst eine semantische und eine dimensionale Analyse durchzuführen. Die beiden Methoden werden in der Tabelle 2 vorgestellt. (vgl. Kromrey, 2002, S. 114ff)

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Der Prozess der empirischen Sozialforschung
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V264173
ISBN (eBook)
9783656534570
ISBN (Buch)
9783656537731
Dateigröße
1203 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Empirie, Forschung, Sozialforschung, Planung, Analyse, Datenerhebung, Datenauswertung, Berichterstattung, Sozialforschungsprozess, Diekmann
Arbeit zitieren
B.Sc. Daniel Simmank (Autor), 2013, Der Prozess der empirischen Sozialforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264173

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