Liebe, Angst, Wut – drei zentrale Emotionen, die wohl jedem bekannt sind. Schon immer ist es ein Wunsch der Menschen gewesen, die eigenen und die Gefühle anderer zu verstehen. Aus diesem Grunde sind Emotionen auch in der Psychologie häufig ein zentraler Untersuchungsgegenstand.
Um die Welt der Emotionen zu erforschen, müssen sie wissenschaftlich untersucht werden. Um dies möglich zu machen, müssen spezifische Gefühle künstlich erzeugt werden können, wofür es spezielle Techniken gibt, die im Laufe dieser Referatsausarbeitung vorgestellt werden sollen. Anschließend werden die Effektivitäts- unterschiede der Manipulationstechniken dargestellt. Außerdem wird ein Blick darauf geworfen, wie sich der Effekt verändert, wenn man mehrere Techniken gleichzeitig einsetzt.
Gegen Ende wird dann eine Studie zur Stressforschung vorgestellt, die überraschende Ergebnisse über die kleinen und großen Ärgernisse des Alltags ans Tageslicht befördern wird. Der Untersuchung von Kanner, Coyne, Schaefer und Lazarus gehen zunächst einige allgemeine Informationen zur Stressforschung voran, bevor das genaue Untersuchungsverfahren präsentiert wird. Lazarus und Folkmann stellten 1984 fest, dass ein Ereignis, ob nun ein bedeutendes Lebensereignis oder ein kleines Alltagserlebnis, für den Menschen nur dann mit Stress besetzt ist, wenn er oder sie es als stressig interpretiert; somit lässt sich Stress definieren als die negativen Gefühle und Überzeugungen, die entstehen, wann immer Menschen sich außerstande sehen, den Anforderungen ihrer Umwelt gerecht zu werden.
Mit dieser These und der Frage nach den geschlechtsspezifischen Unterschieden beschäftigt sich der Schlussteil dieser Arbeit.
Einschränkend muss gesagt werden, dass diese Referatsausarbeitung lediglich die drei Emotionen Freude, Trauer und Stress behandelt. Die Untersuchung weiterer Emotionen würde den Rahmen dieser Ausarbeitung leider sprengen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Emotionsauslösende Maßnahmen für wissenschaftliche Untersuchungen
2.1 MIP: Vorstellung und Imagination
2.2 MIP: Freie mentale Emotionsgenerierung
2.3 MIP: Emotionshervorrufendes Material
2.4 MIP: Befriedigung und Nicht-Befriedigung von Bedürfnissen
2.5 MIP: Generierung eines emotional relevanten, psychologischen Zustands
3. Effektivitätsprüfung der Manipulation
4. Emotionsanalyse am Beispiel der Stressforschung
4.1 Allgemeine Erläuterungen zur Stressforschung
4.2 Vorstellung der Studie ‚Comparison of two Modes of Stress Measurement’
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht wissenschaftliche Methoden zur künstlichen Auslösung von Emotionen (Mood Induction Procedures) und analysiert deren Effektivität. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stressforschung, wobei insbesondere die Bedeutung alltäglicher kleiner Belastungen im Vergleich zu gravierenden Lebensereignissen anhand einer spezifischen Studie beleuchtet wird.
- Methoden der Emotionsinduktion (MIP)
- Vergleich der Effektivität verschiedener Emotionsauslöser
- Stressforschung und die Rolle von Alltagshassles vs. Uplifts
- Zusammenhang zwischen Alltagsereignissen und psychischem Wohlbefinden
- Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Stressverarbeitung
Auszug aus dem Buch
4. Emotionsanalyse am Beispiel der Stressforschung
Der Mensch ist in der Lage unzählige, verschiedene Emotionen zu empfinden. Neben sehr einnehmenden Gefühlen wie Angst oder Schmerz gibt es auch weniger starke. Im folgenden soll sich spezifisch auf den Faktor Stress konzentriert werden. Zunächst wird ein allgemeiner Überblick über die komplexe Problematik der Stressforschung gegeben und anschließend eine Studie von Kanner, Coyne, Schaefer und Lazarus vorgestellt.
Ob ein Mensch gesund oder krank ist, definiert sich nicht allein dadurch, ob er Krankheitserreger im Körper hat oder einen gebrochenen Arm. Verschiedenste psychologische Belastungen können den Menschen ebenfalls krank machen. Ein kritisches Beispiel dafür ist der Stress. ( Inglehart, 1991).
Menschen, die in ihrem Leben außergewöhnlich vielen Stressfaktoren ausgesetzt sind, haben wie Morse, Martin und Moshonov 1991 behaupteten, eine niedrigere Lebenserwartung. Diese Stressfaktoren können langwierige Trennungen, der Verlust einer geliebten Person oder auch finanzielle Probleme sein.
Nun versuchen Wissenschaftler zu definieren, was genau Menschen unter persönlichem Stress verstehen und wie er sich auf die Gesundheit eines Menschen auswirkt. Unter den Pionieren der Stressforschung ist auch Hans Seyle (1956, 1976), der Stress als die physiologische Reaktion des Körpers auf bedrohliche Ereignisse definiert hat. Er konzentrierte sich in seiner Studie darauf, wie der Körper auf eine Bedrohung reagiert, die durch ein psychisches oder physisches Trauma etabliert wurde. In späteren Jahren haben sich die Forscher vor allem damit beschäftigt, was genau ein Lebensereignis zu einer Bedrohung für den Menschen werden lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Emotionen als Forschungsgegenstand ein und skizziert das Ziel, Methoden der Emotionsinduktion sowie eine spezifische Studie zur Stressforschung vorzustellen.
2. Emotionsauslösende Maßnahmen für wissenschaftliche Untersuchungen: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Techniken (MIP), mit denen Emotionen für experimentelle Zwecke künstlich erzeugt werden können.
3. Effektivitätsprüfung der Manipulation: Hier werden Verfahren diskutiert, mit denen überprüft werden kann, ob eine emotionale Manipulation bei der Testperson erfolgreich war.
4. Emotionsanalyse am Beispiel der Stressforschung: Dieses Kapitel gibt einen theoretischen Überblick über die Stressforschung und präsentiert eine Studie über den Einfluss kleiner Alltagsereignisse auf das psychische Wohlbefinden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur Wirksamkeit von Emotionsinduktionen zusammen und reflektiert die methodischen Grenzen der untersuchten Stressstudie.
Schlüsselwörter
Emotionen, Emotionspsychologie, Mood Induction Procedures, MIP, Stressforschung, Hassles, Uplifts, Alltagsereignisse, psychisches Wohlbefinden, psychologische Belastung, Versuchsdesign, Emotionsinduktion, Stressfaktoren, psychische Gesundheit, Studienanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Erforschung von Emotionen, insbesondere die Frage, wie Forscher spezifische Gefühle in einer Laborsituation kontrolliert auslösen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Die zentralen Themen sind die verschiedenen Techniken der Mood Induction Procedures (MIP) sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Stressforschung, insbesondere dem Einfluss von täglichen Kleinstressoren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über Methoden zur Emotionsauslösung zu geben und zu analysieren, wie zuverlässig diese Techniken in der Forschung funktionieren, ergänzt durch eine Fallstudie zu Stressfaktoren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende psychologische Untersuchungsmethoden und eine spezifische Studie von Kanner, Coyne, Schaefer und Lazarus zu synthetisieren und zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Vorstellung von MIP-Techniken (wie Vorstellungskraft, Musik oder soziale Interaktion) und eine Analyse der Korrelation zwischen Alltagserlebnissen und seelischem Unwohlsein.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Emotionsinduktion, Stressforschung, Hassles, Uplifts, experimentelle Psychologie und die Messung von emotionalen Zuständen.
Warum betrachten die Forscher in der Studie besonders 'Hassles' und 'Uplifts'?
Die Studie untersuchte, ob ständige kleine Alltagsprobleme (Hassles) und positive Erlebnisse (Uplifts) einen stärkeren Einfluss auf die Gesundheit haben als große, seltene Lebensereignisse.
Welches zentrale Ergebnis lieferte die Studie von Kanner et al.?
Das zentrale Ergebnis ist, dass kleine negative Alltagserlebnisse bei Männern und kleine positive Alltagserlebnisse bei Frauen ein stärkerer Prädiktor für seelisches Unwohlsein sind als gravierende, bedeutende Lebensereignisse.
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- Elena Horn (Author), 2008, Wie werden Emotionen zu Forschungszwecken ausgelöst?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265130