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Mythos Enigma. Kulturgeschichtliche Aspekte einer Verschlüsselungsmaschine

Title: Mythos Enigma. Kulturgeschichtliche Aspekte einer Verschlüsselungsmaschine

Bachelor Thesis , 2013 , 57 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Benesch (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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„"Man muß den Dingen ins Gesicht sehen: Kryptosysteme werden nicht nur von der U.S. Regierung als Waffen angesehen, Kryptosysteme sind Waffen - sowohl Verteidigungswaffen wie auch Angriffswaffen. Wem das nicht klar ist, der hat aus dem Verlauf des 2. Weltkriegs nichts gelernt.“

Nicht nur bei Konflikten und Kriegen, sondern auch in Friedenszeiten spielten Ver- und Entschlüsselung eine große Rolle. Die Bedeutung der Kryptographie, der „Lehre von den Geheimschriften“, tritt dabei besonders in ersteren hervor. Die ältesten bekannten Codierungen, die Ideogramme (ca. 2000 Jahre v. Chr.), stammen aus China und dienten rein friedlichen Zwecken.
Der Verlauf zahlreicher Auseinandersetzungen ist allerdings durch die Entzifferung einer Geheimschrift entscheidend beeinflusst worden, so zum Beispiel der Erste Weltkrieg durch die Entschlüsselung des Zimmermann-Telegramms. Ebenso wurde auch der Verlauf des Zweiten Weltkrieges durch Kryptosysteme und deren Brechung maß-gebend in bestimmte Bahnen gelenkt. Die Einführung der Enigma-Maschine ermöglichte u.a. die großen Erfolge der deutschen U-Boote, und die Entschlüsselung eben dieser Maschine verkürzte den Krieg vermutlich um einige Jahre. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, der Sieg der Alliierten ruhe auf den Schultern derer, denen die Überlistung der Enigma-Maschine gelang.
Die Entschlüsselung der Enigma war lange Zeit ein britisches Staatsgeheimnis, und erst 1974 wurde durch die Veröffentlichung eines Buches das Schweigen gebrochen. Seitdem publizierten Wissenschaftler unzählige literarische Werke, die sich mit der Enigma beschäftigen. Dabei gab ein Großteil „im Wesentlichen die Aussagen einiger weniger Werke angelsächsischer und vor allen britischer Provenienz wieder“.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Mythos rund um die Verschlüsselungsmaschine Enigma und dessen kulturgeschichtliche Aspekte. Der Fokus liegt hierbei auf der Frage, was die Enigma zu einem solchen Mythos werden ließ und wie dieser in den modernen Medien verarbeitet wird. Dabei wird zuallererst das Objekt an sich genauer betrachtet: die Enigma. Ihr Aufbau und ihre Funktion werden erläutert, sowie der Erfinder vor- und die Verwendung der Maschine dargestellt. Anschließend werden die Phasen ihrer Entschlüsselung aufgezeigt, die zuerst im polnischen byro szyfrov mit Marian Rejewski begann und in Bletchley Park unter der Federführung von Alan Turing berühmt wurde...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Enigma-Maschine

2.1. Aufbau und Funktion

2.2. Der Erfinder und die Verwendung der Maschine

3. Die Entschlüsselung

3.1. Das byro szyfrov und Marian Rejewski

3.2. Bletchley Park und Alan Turing

4. Der Mythos Enigma

4.1. Die unknackbare Maschine

4.2. Der Mythos im Museum: Bletchley Park

4.3. Der Mythos in der Fiktion: „Enigma“ von Robert Harris

4.3.1. Der Roman

4.3.2. Der Film

4.3.3. Die Bedeutung beider für den Mythos

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die kulturgeschichtlichen Aspekte der deutschen Verschlüsselungsmaschine Enigma. Dabei wird analysiert, wie aus der technischen Maschine ein Mythos entstehen konnte, wie dieser in modernen Medien wie Literatur und Film verarbeitet wird und welche Rolle die Entschlüsselung durch die Alliierten für diesen Mythos spielt.

  • Technische Grundlagen und Funktionsweise der Enigma-Maschine
  • Die historische Entschlüsselung der Enigma durch polnische und britische Codeknacker
  • Mythenbildung um die "unknackbare" Maschine und deren Geheimhaltung
  • Mediale Aufarbeitung und Instrumentalisierung der Enigma-Geschichte in Romanen und Spielfilmen

Auszug aus dem Buch

2.1. Aufbau und Funktion

Eine Enigma besteht im Wesentlichen „aus drei Hauptelementen, die miteinander verdrahtet sind: einer Tastatur für die Eingabe der Klartextbuchstaben, einer Verschlüsselungseinheit [...] und einem Lampenfeld, das die Geheimbuchstaben anzeigt.“ Die Verschlüsselungseinheit besteht im Falle der Enigma aus den Walzen oder auch Rotoren. Eine Walze ist „eine dicke Gummischeibe, die von Drähten durchzogen ist“. Die innere Verdrahtung ist hierbei das Entscheidende, denn sie bestimmt, wie die Buchstaben verschlüsselt werden. Eine weitere Besonderheit der Walze ist, dass sie sich jedes Mal, wenn ein Buchstabe gedrückt, also verschlüsselt wird, um ein Sechsundzwanzigstel ihres Umlaufs weiter dreht. „Die erste Walze ist mit einem Federzapfen ausgestattet,“ und wenn sie eine vollständige Umdrehung hinter sich hat, stößt sie die zweite Walze um ein Sechsundzwanzigstel ihres Umlaufs weiter und so fort. Die erste militärisch eingesetzte Enigma, die Enigma C, hatte drei von diesen Walzen.

Ein weiteres wichtiges Bauteil der Verschlüsselungseinheit ist die sogenannte Umkehrwalze, oder auch Reflektor genannt. Im Prinzip ähnelt diese einer normalen Walze, sie ist ebenfalls „eine Gummischeibe mit innenliegender Verdrahtung“, allerdings rotiert sie nicht. Simon Singh beschreibt die Funktion der Umkehrwalze wie folgt:

„Der Chiffreur tippt einen Buchstaben ein und schickt damit ein elektrisches Signal durch die drei Walzen und dann in den Reflektor. Der Reflektor schickt es durch die Walzen wieder zurück, doch auf einem anderen Weg. [...] Das Signal wird nicht wieder in die Tastatur geleitet, [...] sondern auf das Lampenfeld. [...] Die Maschine verschlüsselt einen Klarbuchstaben mit einem Geheimbuchstaben, und solange sie dieselbe Einstellung hat, entschlüsselt sie denselben Geheimbuchstaben zurück in denselben Klarbuchstaben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der Kryptographie in Kriegen und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit zur Mythenbildung rund um die Enigma vor.

2. Die Enigma-Maschine: Dieses Kapitel erläutert den technischen Aufbau, die Funktionsweise der Walzen sowie die kommerzielle und militärische Einführung der Maschine.

3. Die Entschlüsselung: Hier werden die drei Phasen der Kryptanalyse beschrieben, beginnend mit der Pionierarbeit der polnischen Mathematiker bis hin zum Einsatz von Bletchley Park und Alan Turing.

4. Der Mythos Enigma: Das Kapitel dekonstruiert den Mythos der "unknackbaren" Maschine und untersucht dessen mediale Darstellung in Museen, Literatur und Film.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Faszination für die Enigma als "Mythos" bis heute anhält und durch die ständige mediale Präsenz weiter genährt wird.

Schlüsselwörter

Enigma, Kryptographie, Kryptanalyse, Bletchley Park, Alan Turing, Marian Rejewski, Mythenbildung, Zweiter Weltkrieg, Codierung, Entschlüsselung, Spionage, Robert Harris, Ultra, Geheimsprache, Nachrichtentechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kulturgeschichtlichen Aspekte der Verschlüsselungsmaschine Enigma und analysiert, warum sich um dieses Objekt ein Mythos gebildet hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Technik der Enigma, die Geschichte ihrer Entschlüsselung durch alliierte Kräfte sowie die mediale Verarbeitung dieser Ereignisse in der Nachkriegszeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, warum die Enigma zu einem solchen Mythos werden konnte und wie dieser Mythos in modernen Medien wie Literatur und Film konstruiert und weiterentwickelt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse, indem sie primäre historische Fakten zur Entschlüsselung mit der Untersuchung medialer Darstellungen (Roman, Film) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Beschreibung der Maschine, einen historischen Teil über die Entzifferungsarbeit in Polen und England sowie eine umfangreiche Analyse der Mythenbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kryptographie, Bletchley Park, Enigma, Mythenbildung, Geheimhaltung und die historische Rolle der Codeknacker.

Welche Bedeutung hatte die "Griechenwalze" bei der Enigma M4?

Die Griechenwalze wurde eingeführt, um die Sicherheit der Marine-Enigma zu erhöhen, was jedoch Bletchley Park vor neue Herausforderungen bei der Entschlüsselung stellte.

Warum wird die Rolle der polnischen Mathematiker im Film "Enigma" kritisiert?

Kritiker bemängeln, dass der Film die bahnbrechende Vorarbeit der polnischen Mathematiker für die Entschlüsselung der Enigma fast vollständig unterschlägt oder nur marginal erwähnt.

Inwiefern hat sich der Mythos Enigma nach 1974 gewandelt?

Vor der Lüftung des Staatsgeheimnisses 1974 war die "Unknackbarkeit" der zentrale Teil des Mythos; danach rückten die Helden der Entschlüsselung und das Geheimnis der britischen Geheimdienstarbeit in den Fokus.

Warum wird Tom Jericho im Film "Enigma" als "James Bond"-ähnliche Figur kritisiert?

Kritiker stören sich daran, dass der Film einen "brillanten Denker" und Mathematiker zu einem actionreichen Helden umformt, was der historischen Figur des Alan Turing und der realen Arbeit in Bletchley Park nicht gerecht wird.

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Details

Title
Mythos Enigma. Kulturgeschichtliche Aspekte einer Verschlüsselungsmaschine
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,3
Author
Andrea Benesch (Author)
Publication Year
2013
Pages
57
Catalog Number
V265777
ISBN (eBook)
9783656568551
ISBN (Book)
9783656568438
Language
German
Tags
mythos enigma kulturgeschichtliche aspekte verschlüsselungsmaschine
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Benesch (Author), 2013, Mythos Enigma. Kulturgeschichtliche Aspekte einer Verschlüsselungsmaschine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265777
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