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Die Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat in ausgewählten politischen Ideen

Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus

Title: Die Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat in ausgewählten politischen Ideen

Bachelor Thesis , 2013 , 39 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Lindinger (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Frage, durch welche politische Ideologie die verschiedenen Wohlfahrtsstaaten geprägt sind. Die Arbeit befasst sich demnach mit der Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat in ausgewählten politischen Ideen.
Im Zentrum stehen die wesentlichen politischen Ideen des 19. Jahrhunderts, der Konservatismus, der Liberalismus und der Sozialismus. Die meisten programmatischen Grundlagen der modernen demokratischen Parteien gehen auf eine der drei genannten Ideologien zurück. Ihnen kommt deshalb in der Geschichte der politischen Ideen eine besondere Bedeutung zu, weshalb sie auch in dieser Arbeit ausgewählt wurden. Um sich mit einer bestimmten politischen Problemstellung, wie der des Wohlfahrtstaates auseinanderzusetzen, bedarf es theoretischer Kenntnisse über grundlegende politische Ideen (vgl. Heidenreich 2002, S. 9). Demzufolge versucht diese Ausarbeitung die ausgewählten politischen Ideen theoretisch darzustellen. Des Weiteren wird geklärt, was unter einem Wohlfahrtsstaat zu verstehen ist und wodurch ein solcher grundsätzlich gekennzeichnet ist. Darüber hinaus wird auf einzelne Erklärungsansätze eingegangen, welche die Gründe für die Entstehung und Entwicklung moderner Wohlfahrtsstaaten, auf jeweils unterschiedliche Ursachen und Triebkräfte, zurückführen. Es wird versucht, aus der jeweiligen Theorie der ausgewählten politischen Ideen Ansätze zu finden, welche auf die idealtypische Ausgestaltung des Wohlfahrtsstaates gemäß dieser Ideologie schließen lassen. Im Laufe der Arbeit werden auch bestimmte Typologien von Wohlfahrtsstaaten behandelt. Hauptaugenmerk liegt hier auf der Wohlfahrtsstaatstypologie von Esping-Andersen (1998). Zum Schluss dieser Arbeit soll durch einen Vergleich der ausgewählten politischen Ideen mit den Wohlfahrtsstaatstypen nach Esping-Andersen (1998) noch einmal hervorgehoben werden, welche ideologische Kernelemente den jeweiligen Wohlfahrtsstaatstypus besonders prägen. Es soll veranschaulicht werden, dass die unterschiedlichen Typen von Wohlfahrtsstaaten tief in bestimmten Ideologien verwurzelt sind und diese jeweils unterschiedliche Auffassungen von der idealtypischen Ausgestaltung eines Wohlfahrtsstaates haben. [...] Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, hervorzuheben, dass die unterschiedlichen politischen Ideen jeweils abweichende Vorstellungen von dem haben, was allgemein als Wohlfahrtsstaat bezeichnet wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politische Ideen

2.1 Konservatismus

2.2 Liberalismus

2.3 Sozialismus

3. Wohlfahrtsstaat

3.1 Kennzeichen des Wohlfahrtsstaates

3.2 Entstehung des Wohlfahrtsstaates

3.2.1 Funktionalistische Erklärungsansätze

3.2.2 Interessen und konflikttheoretische Ansätze

3.2.3 Institutionalistische Ansätze

3.2.4 Wohlfahrtskulturelle Ansätze

3.3 Wichtige Begriffe in der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung

3.3.1 Äquivalenzprinzip

3.3.2 Bedarfsgerechtigkeitsprinzip

3.3.3 Bedürftigkeitsprüfung

3.3.4 Dekommodifizierung

3.3.5 Solidaritätsprinzip

3.3.6 Subsidiaritätsprinzip

3.3.7 Stratifizierung

3.4 Wohlfahrtsstaaten nach dem Bismarck- oder Beveridge System

3.4.1 Bismarck System

3.4.2 Beveridge System

4. Rückschlüsse aus den theoretischen Konzepten der politischen Ideen auf die Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat

4.1 Rückschlüsse auf den Wohlfahrtsstaat aus konservativer Perspektive

4.2 Rückschlüsse auf den Wohlfahrtsstaat aus liberaler Perspektive

4.3 Rückschlüsse auf den Wohlfahrtsstaat aus sozialistischer/sozialdemokratischer Perspektive

5. Wohlfahrtsstaatstypologie nach Esping-Andersen

5.1 Konservatives Wohlfahrtsstaatsmodell

5.2 Liberales Wohlfahrtsstaatsmodell

5.3 Sozialdemokratisches Wohlfahrtsstaatsmodell

6. Ideologische Kernelemente in den einzelnen Wohlfahrtsstaatstypen

6.1 Ideologische Kernelemente im konservativen Wohlfahrtsstaatstypus

6.2 Ideologische Kernelemente im liberalen Wohlfahrtsstaatstypus

6.3 Ideologische Kernelemente im sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaatstypus

7. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, wie die drei zentralen politischen Ideen des 19. Jahrhunderts – Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus – das Verständnis und die Ausgestaltung von Wohlfahrtsstaaten geprägt haben. Die zentrale Forschungsfrage liegt in der ideologischen Fundierung verschiedener Wohlfahrtsstaatstypen, um aufzuzeigen, dass die unterschiedlichen Konzepte tief in diesen politischen Traditionen verwurzelt sind.

  • Analyse der politischen Grundkonzepte (Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus)
  • Theoretische Untersuchung der Definition und Entstehung von Wohlfahrtsstaaten
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Wohlfahrtsstaatstypologie nach Gøsta Esping-Andersen
  • Vergleich von ideologischen Kernelementen mit den Wohlfahrtsstaatstypen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Funktionalistische Erklärungsansätze

Funktionalistischen Erklärungsansätzen zufolge, liegt die Entstehung des Wohlfahrtsstaates in der Industrialisierung und ihren Folgen begründet. Dies wird auch als Logik des Industrialismus bezeichnet. Die Industrialisierung der Wirtschaft führte zu grundlegenden Änderungen in der Gesellschaft (vgl. Ullrich 2005, S. 28). Diese Auswirkungen sind durch die Auflösung traditioneller Lebenszusammenhänge, dem Anstieg der Bevölkerungszahl, sowie der Landflucht und der damit einhergehende Konzentration der Bevölkerung in urbanen Gebieten gekennzeichnet.

Im Zuge dieser Veränderungen gesellschaftlicher Strukturen entstanden neue soziale Probleme, Nöte und Bedürfnisse (vgl. Lessenich 2008, S. 39 f.). Bestehende soziale Sicherungssysteme, wie z.B. Familien und Zünfte, waren diesen veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr gewachsen (vgl. Ullrich 2005, S. 28). Demnach ist der Wohlfahrtsstaat eine Antwort auf die veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen, sowie auf die damit einhergehenden neu entstandenen sozialen Probleme, im Laufe der Entwicklung von der Agrar- zur Industriegesellschaft (vgl. Lessenich 2008, S. 39).

Des Weiteren besagt dieser Ansatz, dass die Qualität des Wohlfahrtsstaates von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes abhängig ist (vgl. Ullrich 2005, S. 28 f.). Zu den funktionalistischen Erklärungsansätzen zählen auch die neomarxistischen Ansätze, welche die Ursache für die Entwicklung des Wohlfahrtsstaates in der kapitalistischen Produktionsweise begründet sehen (vgl. ebd., S. 29). Demnach braucht es zur Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems ein gewisses Maß an wohlfahrtsstaatlicher Absicherung, um es vor seiner Selbstzerstörung zu bewahren (vgl. Lessenich 2008, S.41).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Kritik am Wohlfahrtsstaat ein und begründet die Notwendigkeit, diesen aus den Perspektiven zentraler politischer Ideologien zu betrachten.

2. Politische Ideen: Es erfolgt eine theoretische Darstellung der drei prägenden politischen Ideologien des 19. Jahrhunderts: Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus.

3. Wohlfahrtsstaat: Dieses Kapitel definiert den Begriff Wohlfahrtsstaat, analysiert Entstehungsansätze und erläutert wesentliche Begriffe sowie die Unterschiede zwischen dem Bismarck- und Beveridge-System.

4. Rückschlüsse aus den theoretischen Konzepten der politischen Ideen auf die Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat: Hier werden die politischen Theorien genutzt, um Rückschlüsse auf die idealtypische Ausgestaltung von Wohlfahrtsstaaten zu ziehen.

5. Wohlfahrtsstaatstypologie nach Esping-Andersen: Die Typologie von Esping-Andersen wird als methodisches Konstrukt eingeführt, um die drei Grundmodelle (konservativ, liberal, sozialdemokratisch) zu differenzieren.

6. Ideologische Kernelemente in den einzelnen Wohlfahrtsstaatstypen: Das Kapitel vergleicht die zuvor analysierten Ideologien mit den Esping-Andersen-Typen, um die ideologischen Wurzeln der verschiedenen Wohlfahrtsstaatsmodelle freizulegen.

7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass reale Wohlfahrtsstaaten Idealtypen entsprechen und durch die jeweilige ideologische Verankerung tiefgreifend geformt wurden.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsstaat, Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus, Esping-Andersen, Sozialpolitik, Politische Ideologien, Dekommodifizierung, Stratifizierung, Sozialversicherung, Solidaritätsprinzip, Subsidiarität, Idealtypen, Soziale Sicherheit, Wohlfahrtsstaatsforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung von Wohlfahrtsstaaten durch die Brille der drei großen politischen Ideologien des 19. Jahrhunderts: Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition des Wohlfahrtsstaates, seine historischen Entstehungsursachen, wichtige fachspezifische Begriffe sowie die Typologisierung von Wohlfahrtsstaaten nach Gøsta Esping-Andersen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die ideologischen Wurzeln verschiedener Wohlfahrtsstaatsmodelle freizulegen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche politische Ideen abweichende Vorstellungen von der Gestaltung sozialer Sicherungssysteme begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, wobei Idealtypen (nach Max Weber) und die Typologie von Esping-Andersen als methodische Hilfsmittel dienen, um die ideologische Ausgestaltung der Wohlfahrtsstaatstypen zu systematisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die politischen Ideen definiert, Erklärungsansätze für die Entstehung von Wohlfahrtsstaaten kritisch diskutiert, die Unterschiede zwischen Bismarck- und Beveridge-Systemen erläutert und die Esping-Andersen-Modelle mit den jeweiligen politischen Ideologien verknüpft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben den drei Ideologien insbesondere Dekommodifizierung, Stratifizierung, das Subsidiaritätsprinzip, das Äquivalenzprinzip sowie die Unterscheidung zwischen konservativen, liberalen und sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaatsmodellen.

Wie unterscheidet sich der konservative Wohlfahrtsstaat laut der Arbeit von den anderen Typen?

Der konservative Typ zeichnet sich durch die Koppelung an die Erwerbsarbeit und das Subsidiaritätsprinzip aus, wobei die Familie eine zentrale Rolle einnimmt und Leistungen primär dem Erhalt von Statusunterschieden dienen.

Warum ist das "drei-Welten-Modell" von Esping-Andersen für diese Arbeit so wichtig?

Es dient als strukturgebendes Instrument, um reale Wohlfahrtsstaaten in theoretische Kategorien einzuteilen und somit nachweisen zu können, dass unterschiedliche Typen tief in bestimmten ideologischen Traditionen verwurzelt sind.

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Details

Title
Die Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat in ausgewählten politischen Ideen
Subtitle
Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus
College
University of Linz  (Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik)
Course
Politische Ideen der Gegenwart
Grade
2,0
Author
Sebastian Lindinger (Author)
Publication Year
2013
Pages
39
Catalog Number
V266164
ISBN (eBook)
9783656560227
ISBN (Book)
9783656560210
Language
German
Tags
vorstellung wohlfahrtsstaat ideen konservatismus liberalismus sozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Lindinger (Author), 2013, Die Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat in ausgewählten politischen Ideen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266164
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