Kooperation zwischen Schule und Sportverein


Hausarbeit, 2007

25 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Entwicklungen der Kooperation zwischen Schule und Sportverein
1.1 Möglichkeiten der Kooperation
1.2 Finanzielle Förderung der Kooperationsangebote

2 Motive und Ziele für eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein
2.1 Kooperationsziele aus Sicht der Schule
2.2 Kooperationsziele aus Sicht des Vereins
2.3 Kooperationsziele der Schülerinnen und Schüler
2.4 Motiv des Bewegungsmangels in unserer Gesellschaft

3 Eine didaktische Begründung aus Sicht der Schule
3.1 Ziele und Aufgaben des Schulsports und des neuen Bildungsplans
von 2004
3.2 Untersuchung der schulischen Ziele hinsichtlich einer Kooperation zwischen Schule und Sportverein (Ziele kursiv)

4 Schlussbetrachtung

5 Bezug zu den weiteren besuchten Lehrveranstaltungen
5.1 Lehrveranstaltung – Schulentwicklung in der Grundschule
5.2 Lehrveranstaltung – Erziehung und Schule im Spiegel der Rechtsprechung

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Klettern auf Bäumen, Versteckspielen und Fangen, Fußballspielen auf der Straße, Balancieren, Seilhüpfen, Kreiseltreiben und Reifenschlagen waren einige der früher selbstverständlichen Bewegungsspiele in der Kindheit und gleichzeitig der beste Zugang zum Sporttreiben“ (Kapustein, 1993, S. 11).

Doch wie sieht die Bewegung der Kinder und Jugendlichen heute aus?

Bei uns nimmt derzeit der Medienkonsum unserer Kinder und Jugendlichen ein so hohes Maß an, dass der Sport darunter leidet. Immer mehr Jugendliche treten aus Sportvereinen aus oder werden erst gar nicht mehr Mitglied. Der Grund liegt nicht darin, dass Kindern der Sport keinen Spaß mehr bereitet, es fehlt schlicht und einfach die Zeit dazu. Die Medien fesseln unsere Kinder an die Bildschirme oder der Freundeskreis zieht sie in Discos und Clubs. Ich möchte hier nicht andere Freizeitaktivitäten neben dem Sport diskreditieren, doch es muss sich bewusst gemacht werden, dass der Sport in der Schule einen erheblichen Beitrag dazu leisten kann, dem Sporttreiben wieder ein besseres Image zu verleihen.

Als optimale Unterstützung dieses Zieles ist mit Sicherheit die Kooperation zwischen Schule und Sportverein zu sehen.

In meiner Hausarbeit werde ich mich genauer mit dieser Thematik beschäftigen.

Zu Beginn gehe ich auf die jüngsten Entwicklungen der Kooperation von Schule und Sportverein und neben der finanziellen Förderung auch auf die Möglichkeiten der Kooperation in diesem Bereich ein. Hierbei geht es mir auch darum, das Thema auf das neue Konzept der Ganztagsschulen zu beziehen. Dabei geht es um den Baustein der „Kooperation Schule – Sportverein“ im Betreuungsangebot der Ganztagsschulen.

Danach werde ich die Motive der Zusammenarbeit und die Ziele der beiden Kooperationspartner sowie der Schülerinnen und Schüler aufzeigen. Nicht zu vergessen ist dabei der Bezug zum neuen Bildungsplan von 2004, indem ich die Ziele darstelle und danach aufzeige, inwieweit diese Ziele durch eine Kooperation zu erreichen sind.

Ich selber bin schon lange als Trainer einer Jugendmannschaft in einem Tischtennisverein tätig. So werde ich in meiner Hausarbeit eigene Erfahrungen sowie auch Erkenntnisse durch Gespräche mit Jugendbegleitern in Ganztagsschulen aus unserem Verein mit einfließen lassen. Daneben habe ich mich bei der Laupheimer Schulsozialarbeiterin Fr. Gutmann in einem Gespräch über die Kooperation zwischen Schule und Sportvereinen informiert.

Meine Ausführungen beziehen sich sowohl auf die Primarstufe, als auch auf die Sekundarstufe I + II.

1 Entwicklungen der Kooperation zwischen Schule und Sportverein

Die Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen ist eine Facette des außerordentlichen Sportunterrichts an Schulen.

Früher gab es keine bestimmten Organisationssysteme oder praktikable Modelle für die Zusammenarbeit der beiden Institutionen. Doch seit den Olympischen Spielen 1972 in München und vor allem in den vergangenen Jahren mit dem Ausbau von Ganztagsschulen hat sich in diesem Bereich einiges bewegt.

Die Gemeinschaftsarbeit von Schule und Sportverein wurde schon immer durch engagierte Sportlehrerinnen und Sportlehrer, welche in Vereinen oftmals zugleich ehrenamtlich tätig waren, ermöglicht. Seit 1980 kam es jedoch zu einer dynamischen Entwicklung in diesem Bereich, indem derart lokale Initiativen durch mehr und mehr institutionalisierte Formen der Kooperation bereichert wurden. In den einzelnen Bundesländern sind flächendeckend Kooperations-programme eingerichtet worden, die eigene Zielsetzungen und Organisations-strukturen haben. Gab es 1991 gerade einmal 6 Kooperationsprogramme stieg die Zahl bis 1996 auf 22 Programme in den einzelnen Bundesländern. Diese neuen Organisations- und Förderstrukturen schafften es also immer mehr kooperative Aktionen der Schulen und Sportvereine zu schaffen. Auch wurden in den Ländern die entsprechenden Haushaltsmittel dafür bereitgestellt. Aus aktueller Sicht kommt hinzu, dass die Kooperation ein wichtiger Baustein der seit 2001 stark geförderten Ganztagsschulen ist. Es wurden in den vergangenen Jahren in Baden-Württemberg bis zu 5000 Kooperations-programme durchgeführt, wobei über 100.000 Schüler profitierten.

Zusätzlich konnten die Landesregierungen in den vergangenen Jahren der Kooperation zwischen Schule und Sportverein zahlreiche Impulse geben. Durch die Programme der Talentsuche und Talentförderung in Zusammenarbeit von Schule und Sportverband, dem Landessportfest der Schulen, der Initiative zur Qualifizierung von Schülern für die Übernahme von Leitungsfunktionen im außerunterrichtlichen Schulsport und Vereinssport, dem Landesprogramm „Mehr Mädchen und Frauen im Sport“, dem „Kompensatorischen Sport in der Schule“ und vor allem durch die Initiative „Kinder mit mangelnden Bewegungserfahrungen“ haben die Landesregierungen zur erfolgreichen Entwicklung der Kooperation Schule – Sportverein beigetragen.

Diese positiven Entwicklungen zeigen auch, dass sowohl seitens der Schule als auch der Vereine, die Kooperation als wirksame gegenseitige Unterstützung in der Verfolgung der eigenen Ziele bewertet wird.

1.1 Möglichkeiten der Kooperation

Schulen und Sportvereine können auf vielfältige Art und Weise kooperieren. Dabei sollten alle Angebote unter Berücksichtigung der pädagogischen, sozialen und sportmedizinischen bzw. gesundheitlichen Aspekte des Schulsports erfolgen. Bei der Auswahl der Aktionen sollten die Wünsche der Schülerinnen und Schüler miteinbezogen werden, und die Kommunikation zwischen den Schülern, Eltern und der Schulkonferenz die Grundlage für das erweiterte Sportangebot im Schulalltag bilden.

In meinen folgenden Ausführungen beziehe ich mich auf Ziroli (1998, S. 64f.).

Bei den Kooperationsformen ist zwischen Einmalveranstaltungen und kontinuierlich durchgeführten Veranstaltungen zu unterscheiden. Unter Einmalveranstaltungen fallen zeitlich begrenzte Angebote sowie solche in größerem zeitlichen Abstand. Dagegen finden regelmäßige Veranstaltungen mindestens alle 14 Tage während eines ganzen Schuljahres statt. Um jedoch einen stetigen Kontakt zwischen Schule und Verein zu gewährleisten sind die kontinuierlichen Maßnahmen der Kern des Kooperationsgedankens. Das Ziel muss es sein die Angebote auszuweiten, d.h. es geht um eine Bereicherung durch Arbeitsgemeinschaften an der Schule sowie Übungs- und Trainings-einheiten im Verein.

Im Moment finden Kooperationen hauptsächlich mit Grundschulen, Sonderschulen und Hauptschulen statt, während die Realschulen immer mehr in die Zusammenarbeit mit Sportvereinen integriert werden. Die Kooperationen mit Gymnasien sind dagegen noch relativ selten. Dies ist mit Sicherheit auch darauf zurückzuführen, da sich die Ganztagsschulen derzeit noch mehr auf die Grund- und Hauptschulen konzentrieren.

Mit Blick auf die Sportarten, besteht durch eine Kooperation die Möglichkeit, den Kanon der vorwiegend traditionell vermittelten Sportarten (Fußball, Handball, Basketball, Volleyball) in der Schule etwas zu verlassen. Früher war das Sportverständnis aus Wettbewerb und Leistung geprägt. Heute schreit die Jugend im Grunde genommen, aufgrund des gesamtgesellschaftlichen Wertewandels, nur so nach neuen attraktiven Bewegungsaktivitäten. Ungebundenheit, Kreativität, Individualisierung, Eigenständigkeit, Bedürfnis-orientierung und hedonistische Werte wie Genuss, Abenteuer und Spaß lassen die Fluktationsrate traditioneller Sportarten zunehmend steigen. Immer mehr Kinder und Jugendliche gehen dem Modetrend nach und fahren Inline-Skates oder spielen Beachvolleyball, Streetball, „Ultimate Frisbee“ und das immer populärer werdende „Footbag“. In der Schule haben diese Trends bisher, trotz günstiger Voraussetzungen des neuen Bildungsplans von 2004, noch keinen Einlass gefunden. Gerade Leichtathletik und Turnen stößt auf immer größere Ablehnung bei den Schülern, und sprechend ist auch der offensichtliche Attraktivitätsverlust dieser ehemals dominierenden Vereinssportarten zugunsten von Rückschlagspielen wie Tennis, Tischtennis oder Badminton (vgl. Schulz, 1995, S. 69f.).

Des Weiteren können durch den zusätzlich außerunterrichtlich angebotenen Sport zum einen leistungsorientierte Schüler, zum anderen aber auch gezielt benachteiligte oder behinderte Schüler gefördert werden. Auch das gemeinsame Sporttreiben von Behinderten und Nichtbehinderten sowie die Integration von Verhaltensauffälligen wird ermöglicht. Weiter zählen hierzu neben sportlichen Projekttagen, wie Wanderungen oder Radtouren, auch das Wettkampfwesen „Jugend trainiert für Olympia“ und die Bundesjugendspiele.

Um einen Überblick über die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten zu bekommen, werde ich im Folgenden auch aus Sicht der einzelnen Institutionen die möglichen Maßnahmen auflisten.

Gemeinsame Angebote von Schule und Verein:

- kooperative Sportangebote (allgemein)
- deutsches Sportabzeichen
- Leistungsabzeichen
- Schulsportfeste
- gegenseitige Besuche in den Übungs- bzw. Sportstunden

Veranstaltungen der Schulen unter Mitwirkung der Vereine:

- Arbeitsgemeinschaften im Schwerpunkt Breitensport oder Leistungssport
- Sport an Sonderschulen (erweitertes Bildungsangebot)
- Bundesjugendspiele
- Schulsporttageskämpfe
- Schülersportgemeinschaften
- Schulvergleichswettkämpfe
- Projekttage
- Pausensport

Veranstaltungen der Vereine unter Mitwirkung der Schulen:

- Schnupperangebote
- Tag der offenen Tür
- Mach-mit-Programme
- Talentsichtung der Vereine
- Talentfördergruppen
- Ferienfreizeiten, Sportfreizeiten
- Teilnahme von Schulen an Meisterschaften (vgl. Ziroli, 1998, S. 65)

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Kooperation zwischen Schule und Sportverein
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
1,5
Autor
Jahr
2007
Seiten
25
Katalognummer
V266492
ISBN (eBook)
9783656565000
ISBN (Buch)
9783656565017
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperation Schule Verein, Schule, Verein
Arbeit zitieren
Thomas Huber (Autor), 2007, Kooperation zwischen Schule und Sportverein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266492

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