„Alles wird schneller, vernetzt, global erreichbar. Mit dem Internet verändert sich auch unsere Gesellschaft.“
In den letzten Jahren ist nicht nur die Anzahl der Händler im World Wide Web gestiegen, sondern auch die Anzahl der Online-Shopper. Allein im Jahr 2012 haben über 42,3 Millionen Menschen im Internet eingekauft. Vor allem die Schuhbranche hat sich enorm im Internet entwickelt. Laut Angaben des Instituts für Handelsforschung stieg das Marktvolumen in der Schuhbranche im E-Commerce-Markt vom Jahr 2011 zum Jahr 2012 um 27% auf 1,16 Milliarden Euro an.
Um als filialisierter Einzelhändler im Zeitalter des Internets beständig zu sein, ist es deshalb essentiell sowohl stationär als auch im World Wide Web vertreten zu sein. Bereits ein Drittel der filialisierten Einzelhändler haben aus diesem Grund begonnen, neben dem stationären Vertriebsweg das World Wide Web als zusätzlichen Vertriebskanal zu nutzen. Der mehrgleisige Vertrieb scheint dennoch nicht auszureichen, da ein Springen innerhalb des Kaufprozesses der Konsumenten zwischen dem stationären und dem online Vertriebskanal zu beobachten ist. Händler müssen auf dieses Konsumentenverhalten reagieren und Cross-Channel Strategien zur Verknüpfung ihrer Kanäle entwickeln, um das Springen zwischen den Kanälen zu ermöglichen.
Ausgangspunkt der Arbeit ist somit die Veränderung des Konsumentenverhaltens auf Grund des E-Commerce-Booms und die daraus folgende Notwendigkeit der Einführung von mehrgleisigen Vertriebswegen und deren Verknüpfung durch die filialisierten Einzelhändler.
Zielsetzung der Arbeit
Zielsetzung der Arbeit ist es, durch eine Analyse herauszufinden, inwieweit der filialisierte Schuhfacheinzelhandel am Beispiel der beiden Unternehmen Görtz und Deichmann mit Hilfe von Cross-Channel Strategien, auf die Veränderung des Konsumentenverhaltens reagiert. Zudem sollen durch die Analyse sowohl Handlungsempfehlungen für Görtz und Deichmann entwickelt werden, als auch allgemeine Hinweise, die filialisierte Einzelhändler bei der Anwendung von Cross-Channel Strategien beachten müssen, formuliert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Definitorische Grundlagen
3. Das Konzept der Cross-Channel Strategie
3.1 Veränderung des Konsumentenverhaltens
3.2 Cross-Channel Strategien entlang des Kaufprozesses
3.2.1 Kaufvorbereitung
3.2.2 Transaktion
3.2.3 Service
3.3 Erfolgsfaktoren für Cross-Channel Strategien
4. Untersuchung und Bewertung von Cross-Channel Strategien
4.1 Methodisches Vorgehen
4.2 Unternehmenspräsentation
4.3 Ergebnisvorstellung und Bewertung
4.3.1 Görtz
4.3.2 Deichmann
4.3.3 Zusammenfassung
5. Handlungsempfehlung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert, wie filialisierte Schuhhändler am Beispiel von Görtz und Deichmann durch Cross-Channel-Strategien auf das veränderte Konsumentenverhalten reagieren, und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis ab.
- Veränderung des Konsumentenverhaltens durch E-Commerce-Boom
- Grundlagen und Konzepte der Cross-Channel-Strategie
- Analyse und Bewertung der Strategien bei Görtz und Deichmann
- Erfolgsfaktoren für eine gelungene kanalübergreifende Verzahnung
- Handlungsempfehlungen zur Optimierung von Kundenschnittstellen
Auszug aus dem Buch
3.1 Veränderung des Konsumentenverhaltens
In den letzten Jahren ist der E-Commerce-Markt gewachsen. Während 2003 der Online-Umsatz noch bei 11 Milliarden Euro lag, wurde für 2013 ein Online-Umsatz in Höhe von 33,1 Milliarden Euro prognostiziert. Mit der steigenden Anzahl der Internetuser, der dadurch wachsenden Bedeutung des Internets und der stetigen Entwicklung neuer Kommunikationsmittel, entwickelten sich mobile Endgeräte neben dem stationären Einzelhandel und den Online-Shops zu zusätzlichen Channels.
Nach Angaben des Consumer Barometers, der von Google, TNS Infratest und IAB Europe entwickelt wurde, waren im Jahr 2012 nur 29% der Deutschen über das Smartphone und nur 5% über das Tablet mobil online. Heute sind es mittlerweile 36% der Deutschen, die über das Smartphone und 11%, die über das Tablet mobil online sind.
Auch der E-Commerce-Leitfaden aus dem Jahr 2012 von ibi Research untermauert die Wachstumsprognose für die Nutzer von mobilen Endgeräten. So haben von 556 Befragten 75% bestätigt, ein mobiles Endgerät, mit dem sie Zugriff auf das Internet haben, zu besitzen. Von den 134 Befragten, die zu dem Zeitpunkt der Befragung noch kein mobiles Endgerät besaßen, planten 25% in nächster Zeit die Beschaffung eines mobilen Endgerätes, während sich 8% noch unsicher waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage des veränderten Konsumentenverhaltens und die Notwendigkeit für stationäre Händler, Cross-Channel-Strategien zu implementieren.
2. Definitorische Grundlagen: Erläutert die Begriffe Channel und Strategie sowie die Abgrenzung zwischen Multi-Channel und Cross-Channel.
3. Das Konzept der Cross-Channel Strategie: Analysiert Konsumentenverhalten, Kaufprozesse und Erfolgsfaktoren bei der Implementierung von Cross-Channel-Lösungen.
4. Untersuchung und Bewertung von Cross-Channel Strategien: Führt eine Fallstudie bei Görtz und Deichmann durch, inklusive Shopbegehungen und Passantenbefragungen.
5. Handlungsempfehlung: Leitet konkrete Maßnahmen für die Händler ab, um die Nutzung von Cross-Channel-Elementen durch den Kunden zu erhöhen.
6. Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Strategien stärker an Kundenbedürfnisse angepasst werden müssen.
Schlüsselwörter
Cross-Channel, Multi-Channel, Konsumentenverhalten, Schuhfacheinzelhandel, E-Commerce, Channel-Hopping, In-Store-Terminal, Click & Collect, Customer Journey, QR-Code, Kundenbindung, stationärer Handel, Online-Shop, Mobile-Shop, Kaufprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie große Schuhhändler in Deutschland auf das veränderte Einkaufsverhalten der Kunden durch digitale Kanäle reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Verknüpfung von stationärem Handel und Online-Angeboten sowie der Analyse von Akzeptanz und Nutzbarkeit dieser Angebote.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Es soll analysiert werden, inwieweit Görtz und Deichmann durch Cross-Channel-Strategien ihr Geschäftsmodell anpassen und wie Kunden diese Strategien wahrnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse wurden empirische Shopbegehungen und eine Passantenbefragung zur Ermittlung der Kundensicht durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Cross-Channel-Konzepts und die detaillierte empirische Untersuchung der beiden Fallbeispiele Görtz und Deichmann.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Cross-Channel-Strategie, Channel-Hopping, E-Commerce, stationärer Einzelhandel und Konsumentenverhalten.
Welche Rolle spielt die Passantenbefragung für das Ergebnis?
Die Befragung dient als Momentaufnahme und zeigt auf, dass viele der implementierten Cross-Channel-Strategien, wie In-Store-Terminals oder QR-Codes, von den Kunden bisher kaum bemerkt oder genutzt werden.
Warum haben Görtz und Deichmann Schwierigkeiten bei der Umsetzung?
Die Analyse zeigt, dass es oft an mangelnder Kundenkommunikation am Point-of-Sale, fehlendem Mitarbeiterfachwissen und Usability-Hürden bei den digitalen Prozessen liegt.
- Quote paper
- Elisa Böven (Author), 2013, Analyse von Cross-Channel Strategien im filialisierten Schuhfacheinzelhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267404