Es soll in dieser Ausarbeitung ein systemtheoretischer Überblick über die strukturelle Kopplung nach dem Soziologen Niklas Luhmann gegeben werden. Zusätzlich werden zwei Systeme betrachtet und deren wechselseitige Beziehung zueinander analysiert und dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Strukturelle Kopplung der Wirtschaft an das politische System
2. Definitionen
2.1 Strukturelle Kopplung nach Niklas Luhmann
2.1.1 Wirtschaft als autopoietisches System nach Niklas Luhmann
3. Strukturelle Kopplung
3.1 Bedeutung des Einflusses der Wirtschaft für das politische System
3.1.1 Strukturelle Kopplung der Wirtschaft mit dem politischen System.
4. Beispiel
4.1 Strukturelle Kopplung anhand eines Beispiels
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage der Systemtheorie nach Niklas Luhmann, inwiefern eine strukturelle Kopplung zwischen dem Wirtschaftssystem und dem politischen System Auswirkungen auf realpolitische Entscheidungen hat und inwieweit diese Theorie zur Erklärung wirtschaftlicher Einflussnahme ausreicht.
- Systemtheoretische Grundlagen nach Niklas Luhmann
- Interaktion und Abhängigkeit von Wirtschafts- und Politiksystem
- Lobbyismus und Public Affairs als Einflussinstrumente
- Die Rolle von Macht und Einfluss in politischen Entscheidungsprozessen
- Kritische Analyse der theoretischen Erklärungsmodelle
Auszug aus dem Buch
2.1 Strukturelle Kopplung
Nach Luhmann bezeichnet die Kopplung die wechselseitige Abhängigkeit von System und Umwelt, welche zu beobachten ist, vorausgesetzt es liegt eine Unterscheidung zwischen System und Umwelt vor (Luhmann 2008, S. 376), Natürlich kann der Beobachter auch das System selbst sein, wenn er sich dazu entschließt sich selbst zu beobachten und trotz dessen die Unterscheidung zwischen System und Umwelt beibehält.
Bei diesen Interaktionen ist es so, daß die Struktur des Milieus in den autopoietischen Einheiten Strukturveränderungen nur auslöst, diese also weder determiniert noch instruiert (vorschreibt), was auch umgekehrt für das Milieu gilt. Das Ergebnis wird - solange sich Einheit und Milieu nicht aufgelöst haben - eine Geschichte wechselseitiger Strukturveränderungen sein, also das, was wir strukturelle Kopplung nennen.“ (Maturana, Varela; 1987; S. 85)
Durch die in der strukturellen Kopplung möglichen Wechselseitigkeit kann also eine Strukturveränderung im Rahmen der Möglichkeiten des Systems, seiner Organisation und seiner Struktur das Ergebnis sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Strukturelle Kopplung der Wirtschaft an das politische System: Einführung in die Fragestellung und den systemtheoretischen Rahmen der Arbeit.
2. Definitionen: Erläuterung der systemtheoretischen Begriffe der strukturellen Kopplung und der Autopoiesis im Kontext des Wirtschaftssystems.
3. Strukturelle Kopplung: Untersuchung des Einflusses wirtschaftlicher Akteure auf das politische System sowie die theoretische Herleitung der strukturellen Kopplung beider Systeme.
4. Beispiel: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf praktische Beispiele wie die öffentliche Haushaltsfinanzierung und Lobbyismus-Fälle.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsfrage und kritische Reflexion der theoretischen Erklärungsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Niklas Luhmann, Strukturelle Kopplung, Autopoiesis, Wirtschaftssystem, Politisches System, Lobbyismus, Public Affairs, Macht, Einfluss, Austauschtheorie, Entscheidungsfindung, Interessenvertretung, politische Kommunikation, Systemumwelt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systemtheoretischen Analyse der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen dem Wirtschaftssystem und dem politischen System.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der strukturellen Kopplung autopoietischer Systeme, der Rolle von Lobbyismus und Public Affairs sowie dem Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf politische Entscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie das Wirtschaftssystem und das politische System gekoppelt sind und ob diese Kopplung ausreicht, um realpolitische Entscheidungen und den Einfluss von Unternehmen zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Systemtheorie nach Niklas Luhmann basiert und durch ergänzende Theorien wie die von Parsons erweitert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen nach Luhmann, erläutert die Mechanismen der Einflussnahme durch Lobbyismus und Public Affairs und reflektiert diese anhand praktischer Beispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Systemtheorie, Strukturelle Kopplung, Lobbyismus, Wirtschaft, Politik und Macht.
Wie unterscheidet sich Macht von Einfluss laut der Argumentation?
Macht ist im Luhmannschen Sinne ein Kommunikationsmedium des politischen Systems, während Einfluss laut Parsons ein symmetrisches Gegenstück darstellt, das über positive Sanktionen und Informationen funktioniert.
Welche Rolle spielen Public Affairs Agenten?
Sie dienen als Vermittler, die notwendige Informationen liefern, um politische Entscheidungen in eine für Unternehmen vorteilhafte Richtung zu korrigieren.
Warum wird die Theorie von Luhmann als alleinige Erklärung kritisiert?
Sie kann laut Autor nicht vollständig erklären, wie große Unternehmen trotz formaler Systemtrennung faktisch Macht über politische Entscheidungen ausüben können.
Was zeigt das Beispiel der Tabaksteuer?
Es verdeutlicht die strukturelle Kopplung, da der Staat auf Steuereinnahmen aus der Wirtschaft angewiesen ist und somit die Politik indirekt durch ökonomische Rahmenbedingungen gesteuert wird.
- Arbeit zitieren
- Tülin Inalöz (Autor:in), 2012, Strukturelle Kopplung der Wirtschaft an das politische System, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267457