Diese Arbeit gibt einen grundlegenden Einblick ins Financial Engineering. Im speziellen wird ein Überblick zu den verschiedensten Arten exotischer Optionen geliefert und mit welchen Methoden diese bewertet werden können. Um den Value der Option darstellen zu können, wird das rekursive Verfahren des Binomialmodells, das Black-Scholes-Modell, sowie die Monte-Carlo-Simulation vorgestellt.
Der Hauptteil dieser Arbeit behandelt die Zertifikatskonstruktion mittels exotischer Optionen und die Bewertung der enthaltenen Exotics. Im Detail wird der Aufbau einer Aktienanleihe-Protect, eines Bonuszertifikats und eines Garantiezertifikats behandelt.Zu den verwendeten exotischen Optionen (Digitals, Barrier, Asians) werden tiefergehende Informationen geliefert.
Um ein umfassenderes Verständnis zu erlangen, wird neben den rechtlichen Regularien und einem Marktausblick auch ein Einblick in die Praxis des FE geliefert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Überblick zum Thema
2 Typen exotischer Optionen und Grundsätze der Bewertung
3 Exotische Optionen im Financial Engineering
3.1 Protect Aktienanleihe
3.1.1 Konstruktion und Funktionsweise
3.1.2 Digitaloption
3.1.3 Preisbildung und Bewertung
3.1.4 Chancen und Risiken
3.2 Bonuszertifikat
3.2.1 Konstruktion und Funktionsweise
3.2.2 Barrier Option
3.2.3 Preisbildung und Bewertung
3.2.4 Chancen und Risiken
3.3 Kapitalschutzzertifikat
3.3.1 Konstruktion und Funktionsweise
3.3.2 Asiatische Option
3.3.3 Preisbildung und Bewertung
3.3.4 Chancen und Risiken
4 Financial Engineering in der Praxis
5 Schluss
5.1 Markt und Ausblick
5.2 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle exotischer Optionen im modernen Financial Engineering und ihre spezifische Anwendung bei der Konstruktion strukturierter Finanzprodukte. Ziel ist es, die Funktionsweise, Bewertungsmethoden sowie die Chancen und Risiken ausgewählter Zertifikate – speziell Protect-Aktienanleihen, Bonuszertifikate und Kapitalschutzzertifikate – detailliert darzulegen und deren praxisnahe Umsetzung durch Banken zu analysieren.
- Differenzierung und Klassifizierung exotischer Optionen
- Methodische Grundlagen der Optionsbewertung (Black-Scholes, Binomialmodell, Monte-Carlo)
- Konstruktive Zusammensetzung strukturierter Finanzprodukte
- Analyse der Risikoparameter und Hedging-Strategien in der Bankenpraxis
- Bewertung aktueller regulatorischer Entwicklungen auf dem Zertifikatemarkt
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Digitaloption
Typisch für digitale Optionen, welche auch als binäre Optionen bezeichnet werden, ist das spezielle Auszahlungsprofil. Dieses ist nämlich in seiner Höhe unabhängig vom Basiswert. Dieser bestimmt lediglich darüber, ob überhaupt ausgezahlt wird, oder nicht. Kennzeichnend ist somit der binäre Charakter. Dieser folgert aus der IT-Branche und der dortigen Eigenschaft, dass nur mit den Zahlen Null und Eins gearbeitet wird.
Digitale Optionen zahlen nur dann aus, wenn zum Fälligkeitstermin der Kurs des Underlyings oberhalb (Call-Option) bzw. unterhalb (Put-Option) des Ausübungspreises liegt. Nun muss nach zwei möglichen Varianten dieser Optionen differenziert werden. Entweder kommt es zur Auszahlung eines fixen Festbetrags, was als Cash-Or-Nothing-Option bezeichnet wird oder der Assetpreis selbst wird gezahlt, bzw. das Underlying geliefert. Letzteres wird als Asset-Or-Nothing-Option bezeichnet. Diese Variante ist zudem teurer als eine Standard-Kaufoption, da der Basispreis nicht gezahlt werden muss. Eine Kombination aus beiden Formen (AoN, CoN) nennt man Gap-Optionen. Hierbei setzt der Investor auf den Spread zwischen zwei Basiswerten. Das Auszahlungsprofil entspricht dem einer Cash-Or-Nothing Option. Vergleichbar mit einer Käuferposition in einem Asset-Or-Nothing-Call und einer Writer-Position in einem Cash-Or-Nothing-Call ist eine klassische europäische Call-Option.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Überblick zum Thema: Dieses Kapitel führt in die Welt der Derivate ein, definiert den Fokus auf exotische Optionen als nicht standardisierte OTC-Produkte und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2 Typen exotischer Optionen und Grundsätze der Bewertung: Hier erfolgt eine systematische Differenzierung exotischer Optionen nach Ausübungsformen und Payoff-Profilen sowie eine Einführung in grundlegende Bewertungsmethoden wie die Monte-Carlo-Simulation, Black-Scholes und das Binomialmodell.
3 Exotische Optionen im Financial Engineering: Das Herzstück der Arbeit analysiert detailliert die Konstruktion, Bewertung sowie Chancen und Risiken von Protect-Aktienanleihen, Bonuszertifikaten und Kapitalschutzzertifikaten.
4 Financial Engineering in der Praxis: Dieses Kapitel erläutert die praktische Umsetzung durch Banken, insbesondere im Hinblick auf Hedging-Strategien (z.B. Deltahedge), das Risikomanagement und die kundenorientierte Strukturierung von Produkten.
5 Schluss: Abschließend werden die aktuelle Marktsituation, regulatorische Einflüsse sowie ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Bedeutung des Zertifikatemarktes gegeben.
Schlüsselwörter
Exotische Optionen, Financial Engineering, Strukturierte Produkte, Zertifikate, Optionsbewertung, Protect-Aktienanleihe, Bonuszertifikat, Kapitalschutzzertifikat, Risikomanagement, Delta-Hedge, OTC-Markt, Binomialmodell, Black-Scholes, Volatilität, Anlegerschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Welt der exotischen Optionen und deren Bedeutung für die Konstruktion von strukturierten Finanzprodukten, die in der modernen Bankenpraxis eingesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Klassifizierung exotischer Optionen, mathematische Bewertungsmodelle für Derivate und die praktische Umsetzung der Produktstrukturierung bei Emissionshäusern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweisen, Bewertungsgrundlagen sowie die spezifischen Chancen-Risiko-Profile von Finanzinstrumenten wie Protect-Aktienanleihen und Bonuszertifikaten transparent zu machen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu derivativen Finanzinstrumenten sowie eigene Modellrechnungen und Szenariobetrachtungen mittels Black-Scholes-Formeln und Binomialmodellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden exemplarisch die Konstruktionsmechanismen von drei Anlageprodukten zerlegt, deren Preisbildung bei Parameteränderungen simuliert und die Rolle der Emittenten bei der Absicherung (Hedging) erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Financial Engineering, exotische Optionen, Zertifikate, Risikomanagement, Volatilität und Hedging.
Wie unterscheidet sich eine Protect-Aktienanleihe von der klassischen Variante?
Die Protect-Variante beobachtet neben dem Basispreis zusätzlich eine Sicherheitsschwelle (Protect-Level), welche die Rückzahlung zum Nominalwert schützt, solange sie am Bewertungstag nicht unterschritten wurde.
Warum ist das "Crash-Risiko" bei asiatischen Optionen geringer?
Da asiatische Optionen den Durchschnittskurs über die gesamte Laufzeit betrachten, führen abrupte Kursänderungen kurz vor Fälligkeit nicht so leicht zum wertlosen Verfall der Option wie bei klassischen Plain-Vanilla-Optionen.
- Quote paper
- Stefan Albust (Author), 2013, Financial Engineering. Einführung – Anleitung – Ausblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268070