Öffentlich-rechtliches Sportfernsehen und Privatfernsehen im Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entwicklung des dualen Rundfunksystems

3 Das öffentlich-rechtliche Fernsehen
3.1 Finanzierung
3.2 Die Sportberichterstattung
3.2.1 Der TV-32-er-Vertrag
3.2.2 Problem: Randsportarten

4 Das private Fernsehen
4.1 Finanzierung
4.2 Die Sportberichterstattung
4.2.1 Entwicklung einer Randsportart am Beispiel Skispringen

5 Vergleich der Rundfunkanbieter
5.1 Gemeinsamkeiten
5.2 Unterschiede

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der moderne Fernsehalltag ist geprägt von einem großen Programmangebot bei dem der Sport eine wichtige Rolle einnimmt. Vor allem in den letzten Jahren ist eine Zunahme der Bedeutung des Sports im Fernsehen bei den Medien zu beobachten. Diese Seminararbeit im Hauptseminar Sportsoziologie mit dem Titel „Konstruktionsmuster des Sports im Fernsehen“ soll einen Einblick in die Thematik des Sportfernsehens im dualen Rundfunksystem geben. Dabei soll herausgestellt werden, ob eine Annäherung der Programme der öffentlich-rechtlichen Sender und den Privaten festgestellt werden kann.

Der erste Abschnitt dieser Seminararbeit skizziert die Entwicklung des dualen Rundfunksystems. Hierauf folgt im ersten Unterabschnitt eine Erläuterung zu den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, wie sie sich finanzieren und welche Ziele sie verfolgen. Des weiteren wird auf die privaten Fernsehsender eingegangen und deren Situation im dualen Fernsehsystem beschrieben. Anschließend wird ein Vergleich von öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanstalten vorgenommen, um sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede herauszustellen. Zum Abschluss der Arbeit soll deutlich gemacht werden, ob es zu programminhaltlichen Folgen seit der Einführung des dualen Rundfunksystems gekommen ist.

2 Die Entwicklung des dualen Rundfunksystems

Bis zum Jahr 1962 besaß die ARD als einziger deutscher Fernsehsender eine Monopolstellung. Hinzu kam 1963 das Zweite Deutsche Fernsehen als eine weitere Fernsehanstalt, die ein Kontrastprogramm verwirklichen sollte. Durch die Einführung des Zweiten Deutschen Fernsehens, sah sich die ARD einer Konkurrenzsituation ausgesetzt, bis im Jahre 1966 ein Koordinationsabkommen zwischen den Sendeanstalten geschlossen wurde.1 Dies hatte bis zu Beginn der 80er Jahre bestand und für die bundesdeutschen Zuschauer gab es die Möglichkeit zwischen den öffentlich-rechtlichen TV-Anbietern ARD, ZDF und den dritten Programmen auszuwählen. Mit der Einführung des dualen Rundfunksystems war eine Vermehrung des Programmangebots zu beobachten. Dies wirkte sich auch auf den Sendeumfang des Genres Sport aus, der um ein Vielfaches gestiegen ist. Sportsendungen, die ein beliebter Programminhalt sind, konnten schon früh einen überdurchschnittlichen Zuspruch der Fernsehzuschauer aufweisen.

Laut Rundfunkstaatsvertrag sollen öffentlich-rechtliche und private Fernsehanstalten als gleichberechtigte Rundfunkveranstalter nebeneinander auftreten. Durch die Zulassung des privaten Rundfunks wollte das Bundesverfassungsgericht damit bezwecken, dass ein publizistischer Wettbewerb entsteht, der die Meinungsvielfalt des Bürgers erhöht.

3 Das öffentlich-rechtliche Fernsehen

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bilden sich aus ARD, ZDF und den neun dritten Programmen. Ihnen wurde vom Bundesverfassungsgericht der Grundversorgungsauftrag zuteil, der die Meinungsvielfalt der Bürger sicherstellen soll. In den nun folgenden Unterpunkten wird zunächst auf die Finanzierung eingegangen.

3.1 Finanzierung

Damit überhaupt eine Grundversorgung besteht, wird das öffentlich-rechtliche Fernsehen über die Rundfunkgebühren finanziert, die der Staatsbürger zu leisten hat. Die technischen, finanziellen, organisatorischen und personellen Ressourcen finanzieren sich zu etwa 85% aus den Rundfunkgebühren; der verbleibende Anteil wird über Werbeeinnahmen gewährleistet. Eine Erwartung an die Erwirtschaftung eines finanziellen Überschusses ist keine notwendige Voraussetzung für die Übertragung einer Sportart, allerdings fehlen die verpflichtenden Bindungen was im nächsten Abschnitt näher beschrieben wird.

Dabei sind sie in ihren Möglichkeiten, z.B. bei der Ersteigerung von Senderechten, stark eingeschränkt. Da die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nur dazu berechtigt sind ihre Werbung ausschließlich werktags vor 20 Uhr zu senden und der Jahresdurchschnitt von 20 Minuten Werbung am Tag nicht überschritten werden darf, müssen die Sender auf hohe Werbeeinnahmen verzichten. Speziell bei Sportsendungen dürfen höchstens 12 Minuten pro Stunde Werbung ausgestrahlt werden.

3.2 Die Sportberichterstattung

Im Fokus der Sportberichterstattung der öffentlich-rechtlichen Anbieter soll gemäß des Rundfunkstaatsvertrages ein breites Spektrum an Sportarten ausgestrahlt werden. Eine Einschränkung des Relevanzprinzips, das Prinzip der Wichtigkeit einer Sportart, soll zugunsten einer stärkeren Berücksichtigung des Repräsentanzprinzips, d.h. der von Minderheiten angebotenen Meinung, umgesetzt werden. Dies bedeutet also für die Sportberichterstattung, dass die Sender dazu angehalten sind über die gesamte Vielfalt von Sportarten zu berichten und sich nicht nur auf einige wenige telegene Sportarten zu beschränken. Dabei ist aber ebenfalls zu beachten, dass die Öffentlich-rechtlichen im Rahmen ihrer Programmautonomie selbst darüber entscheiden können, wie sie dieser Aufgabe nachkommen. Denn weder die diversen Sportverbände noch einzelne Personen können Übertragungen einer bestimmten Sportart bzw. eines konkreten Sportwettbewerbs fordern. Da die Sender auf dem Markt konkurrenzfähig bleiben müssen, ist es schwierig einerseits möglichst viele verschiedene Sportarten auf Sendung zu bringen aber andererseits mit den gesendeten Sportarten auch viele Zuschauer an die Fernsehschirme zu bringen.

3.2.1 Der TV-32-er-Vertrag

Eine charakteristische Vorgehensweise ist der TV-32-er-Vertrag, der zwischen den öffentlich-rechtlichen Anbietern und 32 Sportverbänden geschlossen wurde. Aus ihm geht hervor, dass sowohl der Umfang als auch die Art der Sportberichterstattung völlig offen bleibt. Diese Art des Vertrages hat den Vorteil, nicht immer von Veranstaltung zu Veranstaltung lang andauernde Vertragsgespräche führen zu müssen. Allerdings werden auch gleichzeitig durch diese Offenheit die Grenzen des TV-32-er-Vertrages deutlich. Die Sendeanstalten sind keineswegs dazu rechtlich verpflichtet, der Übertragung von sportlichen Ereignissen nachzukommen. Bleiben die sportlichen Erfolge in der jeweiligen Sportart aus, so bietet dies für die Rundfunkanstalten wenig Anlass diese auf Sendung zu bringen. Das Gesamtpaket aus den 32 verschiedenen Sportarten ermöglicht lediglich die Darbietung herausragender sportlicher Veranstaltungen.

Es gibt zwei Gründe, warum der TV-32-er-Vertrag dazu geeignet ist, den Konsum der Rezipienten bei einigen Sportarten in die beabsichtigte Richtung zu lenken. Zuerst ist das Entspannungsmotiv anzubringen, warum der Zuschauer eine bestimmte Sportart ansieht. Hierbei sind Sportarten zu nennen wie Golf, Curling und Segeln. Um diese Sportarten verfolgen zu können braucht der Betrachter keine Spielregeln zu kennen, denn nur die Präsentation des Wettbewerbs reicht aus, um das entsprechende Sportereignis zu einem Unterhaltungsprodukt zu machen. Als zweiter Punkt bleibt zu erwähnen, dass dieser Vertrag zumeist die Zuschauer anspricht, denen die jeweilige Sportart geläufig ist. Zu diesem Publikum gehören vor allem Vereinsmitglieder, die den Sport aktiv betreiben oder ausgeübt haben und aufgrund dessen in der Lage sind die Sportart zu verfolgen.2 Und genau hier wird die Problematik, die weniger attraktiven Sportarten, die auch gerne als Randsportarten bezeichnet werden, deutlich und werden im nun folgenden Abschnitt behandelt.

3.2.2 Problem: Randsportarten

Durch die in Abschnitt 3.2.1. aufgeführten Motive wird nur eine Minderheit von Fernsehzuschauern angesprochen. Es gibt zum einen eher wenige Sportarten die das Entspannungsmotiv ansprechen, da Sport im Allgemeinen mit Dramatik und Spannung verknüpft ist und zum anderen die Anzahl der Zuschauer, die sich mit den Gegebenheiten der Randsportart auskennen, die generell klein ist. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die Mehrheit der Zuschauer aufgrund ihrem geringen Wissen den Unterhaltungswert einer Sportart nicht richtig beurteilen können. Daher schalten die Konsumenten bei der Übertragung von großen Sportereignissen, wie z.B. Welt- oder Europameisterschaften, zu einem Programm mit mehr Unterhaltungswert um, weil sie sich weder mit den Regeln auskennen noch die handelnden Personen erkennen. Wenn die Konsumenten umschalten und sich für ein anderes Programm

[...]


1 vgl. BURK (2003), S. 136.

2 vgl. SCHELLHAAß (2003) S. 5f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Öffentlich-rechtliches Sportfernsehen und Privatfernsehen im Vergleich
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Sport)
Veranstaltung
Hauptseminar Sportsoziologie
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V268396
ISBN (eBook)
9783656594024
ISBN (Buch)
9783656594017
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fernsehen, Sport, Privatfernsehen, Öffentlich-rechtliches, Sportfernsehen
Arbeit zitieren
Thomas Dörr (Autor), 2007, Öffentlich-rechtliches Sportfernsehen und Privatfernsehen im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268396

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