2009 flossen rund 59, 6 Mrd. € der gesamten Ausgaben des EU-Haushalts in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union (EU), womit die Agrarausgaben im EU-Budget zum zweitgrößten Einzeletat gehören (Rohwer, 2010: 27). Oft werden und wurden diese Ausgaben für protektionistische Maßnahmen im Agrarsektor eingesetzt, um die EU-Bauern vor der internationalen Konkurrenz zu schützen. In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich überprüfen, ob die Kritik gerechtfertigt ist, dass Entwicklungsländer durch die agrarpolitischen Praktiken der EU in ihrer Entwicklung gehemmt werden....
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Welche Länder gelten als Entwicklungsländer?
3 Innen- und außenwirtschaftliche Stellung der Entwicklungsländer im internationalen Agrarhandel
4 Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)
4.1 Ziele und Prinzipien der GAP
4.2 Entwicklung der GAP
4.2.1 Vom Nahrungsmittelimporteur zum Selbstversorger
4.2.2 Enorme Produktivitätssteigerung
4.2.3 Krise in den 1980er Jahren
4.2.4 MacSharry-Reform 1992: Von der Marktstützungs- zur Einkommenspolitik
4.2.5 Agenda 2000
4.2.6 Agrarreform 2003
4.2.7 Health Check 2008
5 Auswirkungen der GAP auf die Entwicklungsländer
5.1 EU-Exportsubventionen schuld am „Abstieg“ zum Nettoagrarimporteur?
5.2 Direktzahlungen
6 Ausweg aus der Krise?
7 Ausblick - Reform bis 2013
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU auf die wirtschaftliche Lage und Ernährungssicherung in Entwicklungsländern. Dabei wird analysiert, ob protektionistische EU-Agrarpraktiken die Entwicklung dieser Länder hemmen und welche Rolle internationale Handelsmechanismen sowie interne Strukturprobleme spielen.
- Historische Entwicklung und Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)
- Die ökonomische Rolle der Landwirtschaft in Entwicklungsländern
- Analyse der EU-Exportsubventionen und deren Einfluss auf Weltmarktpreise
- Die Problematik der Direktzahlungen und deren indirekte Dumping-Effekte
- Lösungsansätze zur Reform der GAP im Kontext globaler Ernährungssicherheit
Auszug aus dem Buch
3 Innen- und außenwirtschaftliche Stellung der Entwicklungsländer im internationalen Agrarhandel
Der größte produzierende Bereich in den Entwicklungsländern ist allen voran der primäre Sektor, das heißt „Land-, Forstwirtschaft, Fischerei und Bergbau“ (bpb, 2005: 10), wobei der Landwirtschaft in der gesamtwirtschaftlichen Produktion und damit Nahrungssicherheit sowie im Export die größte Bedeutung zukommt (Sauber, 2004: 22) Der Agrarsektor hat so den größten Anteil am Volkseinkommen und beschäftigt die meisten Menschen. (Sauber, 2004: 22)
Der Außenhandel wird überwiegend mit den westlichen Industrieländern geführt (bpb, 2005: 10). Viele unterentwickelte Länder spezialisierten sich wegen ihres technologischen Rückschrittes und ihres komparativen Vorteils bei agrarischen Primärgütern früh auf deren Produktion und Export. Die Produktion von Halb- und Fertigwaren bzw. Investitionsgütern wäre weitaus weniger lukrativ gewesen, da die Industrieländer in diesem Bereich klar im Vorteil waren und sind (Enquete-Kommission, 2002: 144/123). So importieren Entwicklungsländer die Halb- und Fertigwaren, was zu einem ungleichen Warenaustauschverhältnis und so zum Nachteil der Entwicklungsländer führt. Schließlich erzielen Industrieländer mit der Herstellung von Fertigwaren „größere Lerneffekte, technologische Fortschritte und Verdienstspannen“ (bpb, 2005: 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Bedeutung des EU-Agrarbudgets und der Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich der Auswirkungen der GAP auf Entwicklungsländer.
2 Welche Länder gelten als Entwicklungsländer?: Diskussion der Schwierigkeiten bei der Definition von Entwicklungsländern und Vorstellung der Kriterien von Weltbank (BNE) und OECD (DAC).
3 Innen- und außenwirtschaftliche Stellung der Entwicklungsländer im internationalen Agrarhandel: Analyse der Bedeutung des Agrarsektors für Entwicklungsländer und der Abhängigkeit vom Export primärer Agrargüter.
4 Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP): Darstellung der Ziele, Prinzipien und der historischen Entwicklung der GAP bis zur Reform 2003 und dem Health Check 2008.
5 Auswirkungen der GAP auf die Entwicklungsländer: Erörterung der kontroversen Diskussion über den Einfluss von Exportsubventionen und Direktzahlungen auf die Entwicklungsländer.
6 Ausweg aus der Krise?: Diskussion über alternative Ansätze, wie die Stärkung von KMU und eine bedarfsorientierte Produktionssteuerung in der EU.
7 Ausblick - Reform bis 2013: Zusammenfassung der Rechtsvorschläge für die Zeit nach 2013 sowie Bewertung der geplanten Änderungen.
Schlüsselwörter
Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, Entwicklungsländer, Ernährungssicherheit, Exportsubventionen, Direktzahlungen, Weltmarktpreise, Agrarhandel, OECD, Welthandel, Strukturwandel, Landwirtschaft, Agrarreform, Nettoagrarimporteur, Protektionismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der europäischen Agrarpolitik (GAP) und der wirtschaftlichen Situation bzw. Ernährungssituation in Entwicklungsländern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen Handelshemmnisse, Agrarsubventionen, die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten sowie die Notwendigkeit einer entwicklungspolitisch orientierten Agrarreform.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Überprüfung, ob die GAP negative Auswirkungen auf Entwicklungsländer hat und ob eine stärkere Liberalisierung oder Reform dieser Politik gerechtfertigt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die verschiedene Expertenmeinungen und Studien (u.a. Reichert, Sauber, OECD, Weltbank) gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der GAP, die Mechanismen von Exportsubventionen und Direktzahlungen sowie deren direkte und indirekte Folgen für Agrarmärkte in Entwicklungsländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie GAP, Entwicklungsländer, Agrarsubventionen, Ernährungssicherheit und Welthandel beschreiben.
Welche Kritik äußert die Autorin an den Direktzahlungen?
Die Autorin kritisiert, dass Direktzahlungen oft weiterhin produktionsgebunden fungieren und somit ein indirektes Dumping-Potenzial auf internationalen Märkten bergen.
Wie bewertet die Autorin die Rolle von transnationalen Konzernen?
Sie betont, dass transnationale Konzerne die "unproduktiveren" lokalen Erzeuger vom Markt verdrängen und durch ihre Größe signifikante Vorteile bei Kosten und Technologiezugang haben.
- Arbeit zitieren
- Sarah Hölting (Autor:in), 2012, Welche Auswirkungen hat die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) auf die wirtschaftliche Situation und Ernährungssicherheit der Entwicklungsländer?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268458