Die Umstellung auf IBAN und BIC. Konsequenzen für Banken und Kunden


Studienarbeit, 2013

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Initiative SEPA: Neuerungen, Voraussetzungen, Ziele
2.1 Ausgangslage und Zielsetzung im Europäischen Zahlungsverkehrsraum
2.1.1 Überwindung geographischer Barrieren
2.1.2 Europa als starke Gemeinschaft
2.2 SEPA-Transaktionen
2.2.1 Von der Inlandsüberweisung zur SEPA-Überweisung
2.2.2 Die SEPA-Lastschrift
2.2.2.1 Die Gläubiger-Identifikationsnummer als Prämisse
2.2.2.2 SEPA-Mandate
2.2.2.3 SEPA-Basislastschrift (SDD Core)
2.2.2.4 SEPA-Firmenlastschrift (SDD B2B)
2.2.3 Nutzung der Girocard unter SEPA

3 SEPA: Herausforderung oder Chance?
3.1 Konsequenzen für den Kunden
3.1.1 Vorteile
3.1.2 Nachteile
3.2 Konsequenzen für die Bank
3.2.1 Zahlungsverkehr (Buchhaltung)
3.2.2 Vertrieb
3.2.3 Unternehmensführung
3.2.4 EDV-Abteilung

4 Ausblick und kritische Würdigung

5 Anhang

6 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im Zeitalter der Globalisierung nimmt der grenzüberschreitende Handel stetig zu. Hiermit verbunden ist ein steigender Bedeutungsverlust von Ländergren­zen, insbesondere in Europa.[1] Bislang zeichnet sich der europäische Zahlungs­verkehrsraum durch eine Vielfalt organisatorischer, rechtlicher und techni­scher Konzepte aus, die nicht aufeinander zugeschnitten sind. Auslandsüber­weisungen sind dadurch mit einem hohen technischen und monetären Auf­wand verbunden.[2] Durch die Einführung der gemeinsamen europäischen Währung „Euro“ im Jahr 2002 wurde bereits der erste Schritt zum dynamischs­ten Wirtschaftsraum der Welt geschaffen.[3] Das Projekt SEPA (Single Euro Payments Area) soll nun durch einheitliche Regelungen im bargeldlosen Zah­lungsverkehr für die Vollendung des Binnenmarktes sorgen.[4]

Darauf bezugnehmend wird im Rahmen dieser Studienarbeit der Frage nach­gegangen, ob die Einführung von SEPA eine große Chance, oder doch bloß eine große Zumutung ist. Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen Überblick über das Projekt SEPA zu verschaffen, sowie die daraus resultierenden Kon­sequenzen für die Banken und Kunden abzuleiten. Dies erfolgt zunächst durch das Darlegen der Ausgangssituation Europas im Punkt 2.1 und den veränder­ten Transaktionen unter SEPA im Punkt 2.2. Zusätzlich wird im Punkt 2.2.3 der Nutzung der Girocard im Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum Auf­merksamkeit gewidmet. Daraufhin werden im Punkt 3.1 die Vor- und Nachteile für den Kunden erörtert. Anschließend werden im Punkt 3.2 die von der Um­stellung betroffenen Abteilungen der Kreditinstitute behandelt. Letztendlich schließt diese Arbeit mit einem Ausblick, sowie der Beantwortung der zentra­len Leitfrage ab.

2 Die Initiative SEPA: Neuerungen, Voraussetzungen, Ziele

2.1 Ausgangslage und Zielsetzung im Europäischen Zahlungsver­kehrsraum

2.1.1 Überwindung geographischer Barrieren

Über Jahrzehnte hinweg haben sich in den europäischen Ländern diverse Mo­dalitäten und Standards im Zahlungsverkehr etabliert. Beispielsweise ist die Bank- und Kontoidentifikation je nach Land verschieden aufgebaut. Während Deutschland auf eine 8-stellige Bankleitzahl setzt, ist sie in anderen Ländern entweder bereits in der Kontonummer enthalten (z.B. Luxemburg, Nieder­lande) oder besitzt eine andere Länge. Diese organisatorische Vielfalt stellt ein Problem dar, welchem SEPA entgegenwirken soll.[5]

Das primäre Ziel von SEPA ist ergo die Vereinheitlichung und Standardisierung der europäischen Zahlungsverkehrsinstrumente, sodass kaum noch ein Unterschied zwischen nationalen und internationalen bargeldlosen Zahlungen erkennbar ist.[6] Kom­plexe und kostenaufwendige Auslandsüberweisungen entfallen auf europäi­scher Ebene, sodass jene Wirtschaft weiter wachsen und sich in naher Zukunft zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt entwickeln kann.[7] Neben den EU-Mitgliedern führen auch die EWR-Staaten Norwegen, Liechtenstein und Island sowie die Schweiz und Monaco den SEPA-Standard ein.[8] Der Ein­heitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum soll unter anderem kleine und mittel­große Unternehmen dazu motivieren, am europäischen Handel teilzunehmen und die geographischen Hürden zu überwinden.[9]

2.1.2 Europa als starke Gemeinschaft

Die Europäische Union ist erstrangig eine Wertegemeinschaft, die sich auf die wesentlichen Grund- und Menschenrechte stützt. Hierzu zählen etwa die Men­schenwürde, Demokratie, Freiheit und Gleichheit.[10] Sekundär ist die EU aber auch eine Wirtschaftsgemeinschaft, welche sich in Form der im Jahr 1957 ge­gründeten EWG widerspiegelt. Die Kernziele dieser Gemeinschaft waren die Errichtung eines gemeinsamen Marktes, die sukzessive Harmonisierung der unterschiedlichen EU-Wirtschaftspolitiken und die Förderung der Kooperation zwischen den Mitgliedsstaaten.[11]

Diese Vision steht in einer engen Verbindung zur Initiative SEPA. Während im Jahr 2002 der Schritt zum einheitlichen Bargeldverkehr geschaffen wurde, folgt nun das Gegenstück im unbaren Zahlungsverkehr, sodass die Zusam­menarbeit der Mitgliedsstaaten sowie die Umsetzung des Einheitsgedankens intensiviert werden können.[12]

2.2 SEPA-Transaktionen

2.2.1 Von der Inlandsüberweisung zur SEPA-Überweisung

Bei einer Inlandsüberweisung erfolgt die Identifikation des Zahlungspflichtigen und des Zahlungsempfängers durch die bis zu zehn Stellen umfassende Kon­tonummer und die achtstellige Bankleitzahl. Dieses überschaubare System funktioniert zwar auf nationaler Ebene, jedoch nicht bei einem Projekt mit 32 Mitgliedsstaaten.[13] Hierfür wurde eine neue Kombinatorik benötigt, die so­wohl verbraucherfreundlich ist, als auch größtmögliche Sicherheit gewährleis­ten kann.[14] Aufgrund dessen wurden die IBAN (International Bank Account Number) und der BIC (Bank Identifier Code / Business Identifier Code) einge­führt.[15]

Die IBAN ist in Deutschland 22-stellig, kann aber aus technischer Sicht eine Länge von bis zu 34 Stellen aufweisen. Hierzulande setzt sie sich aus der Län­derkennung „DE“, einer zweistelligen, vom System errechneten Prüfziffer, der achtstelligen Bankleitzahl und der zehnstelligen Kontonummer zusammen.[16] Sofern die Kontonummer der Bank nicht zehnstellig ist, wird jene vor deren Beginn mit Nullen aufgefüllt.[17] Somit könnte sich der Kunde bei bekannter Prüfziffer die eigene IBAN problemlos herleiten. Weitaus verbraucherfreundli­cher ist hingegen das Ablesen der IBAN von der Rückseite der Girocard. Fer­ner ist die IBAN seit mehreren Jahren auf allen Kontoauszügen enthalten.[18] Kunden mit Internetzugang könnten bei bekannten Bankdaten zusätzlich die Domäne „http://www.iban-rechner.de“ aufrufen, um ihre IBAN errechnen zu lassen.[19]

Anstelle der Bankleitzahl wird bei der SEPA-Überweisung letztlich noch der BIC benötigt. Dieser umfasst entweder acht oder elf Stellen und setzt sich aus dem vierstelligen Bankcode, dem zweistelligen Ländercode, der zweistelligen Ortskennung und der dreistelligen optionalen Filialkennung zusammen.[20] Als Beispiel lässt sich hier der BIC „GENODEF1VEC“ von der Volksbank Vechta eG anführen.[21]

SEPA-Überweisungen können ausschließlich in der Währung „Euro“ ausgeführt werden.[22]

[...]


[1] Vgl. Anhang, Anh. 1, S.14

[2] Vgl. Bleiber: Schnelleinstieg SEPA für Buchhaltung und kaufmännische Leitung (2013), S. 7-11

[3] Vgl. online: http://www.dac.de/aktuelles-recht-Wirtschaftsrecht-145.html (Stand: 6.10.2013, 18:40)

[4] Vgl. online: Bundesverband der deutschen Industrie: http://www.bdi.eu/SEPA-Europaeischer-Zahlungsverkehrsraum.htm (Stand: 6.10.2013, 18:50)

[5] Vgl. Bleiber: Schnelleinstieg SEPA für Buchhaltung und kaufmännische Leitung (2013), S. 8-9

[6] Vgl. Grill und Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens (2013), S. 126

[7] Vgl. o.V.: SEPA – Herausforderung und Chance (2012), S. 3

[8] Vgl. Grill und Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens (2013), S. 126

[9] Vgl. Bleiber: Schnelleinstieg SEPA für Buchhaltung und kaufmännische Leitung (2013), S. 7

[10] Vgl. online: http://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/42851/grafik-werte-der-eu (Stand: 08.10.2013, 21:31)

[11] Vgl. online: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17463/europaeische-wirtschaftsgemeinschaft-ewg (Stand: 08.10.2013, 21:45)

[12] Vgl. o.V.: SEPA – Herausforderung und Chance (2012), S.7

[13] Vgl. Ettmann, Wolff, Wurm: Kompaktwissen Bankbetriebslehre (2012), S. 92-93 und Vgl. Grill und Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens (2013), S. 127

[14] Vgl. o.V.: SEPA – Herausforderung und Chance (2012), S.7

[15] Vgl. online: http://www.iban.de/was_ist_iban.html (Stand: 10.10.2013, 20:09)

[16] Vgl. o.V.: SEPA – Herausforderung und Chance (2012), S. 13

[17] Vgl. online: http://www.iban.de/berechnung_iban.html (Stand 10.10.2013, 20:19)

[18] Vgl. o.V.: SEPA – Herausforderung und Chance (2012), S. 14

[19] Vgl. online: http://www.iban-rechner.de (Stand 10.10.2013, 21:49)

[20] Vgl. Grill und Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens (2013), S. 121

[21] Vgl. online: https://www.vbvechta.de/firmenkunden/beratung-service/informationen/sepa-euro-ueberweisung-lastschrift-iban-bic.html (Stand 10.10.2013, 21:56)

[22] Vgl. Grill und Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens (2013), S. 133

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die Umstellung auf IBAN und BIC. Konsequenzen für Banken und Kunden
Hochschule
Berufsakademie für Bankwirtschaft, Hannover
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
24
Katalognummer
V268883
ISBN (eBook)
9783656598558
ISBN (Buch)
9783656598589
Dateigröße
1181 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SEPA, IBAN, BIC, Gläubiger-ID, Lastschrift, Überweisung, Konsequenzen von SEPA, neue Zahlungsmittel
Arbeit zitieren
Lukas Lindemann (Autor), 2013, Die Umstellung auf IBAN und BIC. Konsequenzen für Banken und Kunden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268883

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