Ziel dieser Arbeit soll es sein zu eruieren, wie die Europäische Zentralbank auf die Finanzkrise reagiert hat. Nach einem kurzen Abriss der Gründung und Geschichte der EZB, werden die geldpolitischen Instrumente erläutert, die die EZB zur Verfügung stehen. Hier besteht auf keinen Fall der Anspruch auf Vollständigkeit. Ich beziehe mich in dieser Arbeit nur auf die Offenmarktgeschäfte und die ständigen Fazilitäten, da sie meiner Meinung nach am wichtigsten sind. Mir ist durchaus bewusst, dass auch die Mindestreserve ein großes Instrument der EZB ist, aber dies ist auf Grund des Rahmens dieser Hausarbeit nicht möglich diese auch noch zu erläutern. Dies gilt auch für die weiteren ergriffenen Maßnahmen der EZB, wie die Bankenaufsicht, der ESFS oder der ESM usw. Dies lässt sich vielleicht irgendwann im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit veranschaulichen. Um der Arbeit auch einen temporären Rahmen zu geben, werden erst alle Ereignisse ab dem 15. September 2008, also nach dem Fall von Lehman Brothers, betrachtet.
Demzufolge gliedert sich die Arbeit in drei Teile. Im ersten Abschnitt wird ein kurzer Einblick in die Geschichte der EZB gegeben. Anschließend werden die einzelnen Instrumente vorgestellt, um dann abschließen zu eruieren, welche davon und wie diese Geldpolitischen Instrumente eingesetzt worden sind.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE GESCHICHTE UND GRÜNDUNG DER EUROPÄISCHEN ZENTRALBANK
3. DIE GELDPOLITISCHEN INSTRUMENTE DES ESZB
3.1. OFFENMARKTGESCHÄFTE
3.1.2. Befristete Transaktionen
3.1.3. Definitive Käufe bzw. Verkäufe
3.1.4. Emission von EZB-Schuldverschreibung
3.1.5. Devisenswapgeschäfte
3.1.6. Hereinnahme von Termineinlagen
3.2. VERFAHREN
3.2.1. Tenderverfahren
3.2.2. Bilaterale Geschäfte
3.3. STÄNDIGE FAZILITÄTEN
3.3.1. Spitzenrefinanzierungsfazilität
3.3.2. Einlagefazilität
3.3.3. Inanspruchnahme von ständigen Fazilitäten
3.4. NOTENBANKFÄHIGE SICHERHEITEN
4. DIE REAKTION DER EZB AUF DIE „FINANZMARKTKRISE“
4.1. DAS VERHALTEN DES LEITZINSES
4.2. LÄNGERE LAUFZEITEN BEI LIQUIDITÄTSZUFÜHRENDEN GESCHÄFTEN
4.3. MENGENTENDER MIT VOLLZUTEILUNG
4.4. WÄHRUNGSSWAPVEREINBARUNGEN
4.5. SICHERHEITENERFORDERNISSE
4.6. PROGRAMM ZUM ANKAUF GEDECKTER SCHULDVERSCHREIBUNGEN
4.7. PROGRAMME FÜR DIE WERTPAPIERMÄRKTE
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die geldpolitischen Reaktionen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Finanzkrise ab dem 15. September 2008. Ziel ist es, die Funktionsweise der eingesetzten Instrumente – insbesondere Offenmarktgeschäfte und ständige Fazilitäten – zu analysieren und deren Anwendung im Kontext der Krisenbewältigung nachzuvollziehen.
- Grundlagen und Geschichte der EZB
- Methodik der geldpolitischen Instrumente (Offenmarktgeschäfte, ständige Fazilitäten)
- Anpassungen der Leitzinspolitik und Laufzeitverlängerungen
- Sondermaßnahmen wie Währungsswapvereinbarungen und Wertpapierankaufprogramme
Auszug aus dem Buch
3.1. Offenmarktgeschäfte
Die Offenmarktgeschäfte (open market operations) spielen eine wichtige Rolle in der Geldpolitik des ESZB. Ihr hauptsächlicher Einsatz dient der Steuerung der Zinssätze und der Liquidität am Markt, um Signale bezüglich des geldpolitischen Kurses zu geben. Ursprünglich verstand man unter Offenmarktgeschäften den Kauf und Verkauf von Wertpapieren am offenen Markt, nun wird jedoch „dieser Begriff vom Eurosystem rein enumerativ gebraucht, d.h. Offenmarktgeschäfte sind diejenigen Geschäfte, die die Zentralbank als solche bezeichnet, ohne dass es sich dabei um Käufe bzw. Verkäufe von Wertpapieren am offenen Markt handeln muss.“
Die Initiative geht bei Offenmarktgeschäften immer von der EZB aus. Somit liegt auch die Entscheidung über das einzusetzende Instrument und deren Bedingung für die Durchführung der Geschäfte bei ihr. Unter dem Aspekt der Zielsetzung, Rhythmus und Verfahren, können die Offenmarktgeschäfte des ESZB in die vier folgenden Kategorien unterteilt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert das Thema und den zeitlichen Rahmen der Untersuchung, beginnend mit der Insolvenz von Lehman Brothers im September 2008.
2. DIE GESCHICHTE UND GRÜNDUNG DER EUROPÄISCHEN ZENTRALBANK: Skizziert die drei Stufen der Wirtschafts- und Währungsunion und die Etablierung des Eurosystems.
3. DIE GELDPOLITISCHEN INSTRUMENTE DES ESZB: Beschreibt detailliert die verschiedenen geldpolitischen Instrumente wie Offenmarktgeschäfte, Verfahren, ständige Fazilitäten und Anforderungen an Sicherheiten.
4. DIE REAKTION DER EZB AUF DIE „FINANZMARKTKRISE“: Analysiert konkrete Maßnahmen der EZB, darunter Leitzinssenkungen, Laufzeitverlängerungen und spezielle Kaufprogramme zur Liquiditätsstützung.
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle der EZB als handelnde Institution in Krisenzeiten.
Schlüsselwörter
Europäische Zentralbank, EZB, Finanzkrise, Geldpolitik, Offenmarktgeschäfte, Ständige Fazilitäten, Leitzins, Liquidität, Eurosystem, Lehman Brothers, Refinanzierungsgeschäfte, Währungsswap, Preisstabilität, Wirtschaftskrise, Tenderverfahren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geldpolitische Reaktion der EZB auf die weltweite Finanzkrise, die nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 eskalierte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Funktionsweise geldpolitischer Instrumente sowie die spezifischen Krisenmaßnahmen, wie Zinsanpassungen und Liquiditätszuführungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachvollziehbar zu erläutern, mit welchen Mitteln die EZB versucht hat, den Geldmarkt vor dem Austrocknen zu bewahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse theoretischer Grundlagen und der Anwendung dieser Instrumente anhand der realen Ereignisse ab September 2008.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert die Funktionsweise von Offenmarktgeschäften und ständigen Fazilitäten sowie die konkreten Reaktionsmuster der EZB während der Krise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind EZB, Finanzkrise, Geldpolitik, Offenmarktgeschäfte, Liquidität und Leitzinspolitik.
Warum war der September 2008 ein entscheidender Wendepunkt?
Die Insolvenz von Lehman Brothers löste eine globale Schockwelle aus, die das Finanzsystem destabilisierte und ein entschlossenes Eingreifen der Zentralbanken erforderlich machte.
Welche Rolle spielten die Währungsswapvereinbarungen?
Sie dienten dazu, Banken gegen Sicherheiten mit der notwendigen Liquidität in Fremdwährungen, insbesondere US-Dollar, zu versorgen, um internationale Transaktionen abzusichern.
Warum hat die EZB griechische Anleihen zeitweise als Sicherheiten ausgesetzt?
Dies geschah im Zuge der Überprüfung der Notenbankfähigkeit aufgrund der unsicheren Lage im Rahmen der Anpassungsprogramme während der Staatsschuldenkrise.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Jesse Bochert (Autor:in), 2013, Mit welchen geldpolitischen Instrumenten reagierte die EZB auf die Finanzkrise?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269252