Interpretation der Parabel "Eine kaiserliche Botschaft" von Franz Kafka


Facharbeit (Schule), 2011

3 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Interpretation der Parabel „Eine kaiserliche Botschaft“ von Franz Kafka

Die Parabel „Eine kaiserliche Botschaft“ von Franz Kafka, entstanden 1917, handelt von einer Person, die sich erträumt, dass ihr der Kaiser eine Botschaft sendet, die allerdings nie ankommt.

Zu unterteilen ist die Erzählung in fünf Sinnabschnitte: Der erste verdeutlicht den Gegensatz zwischen dem sterbenden Kaiser und dem voraussichtlichen Empfänger der geheimen Botschaft. Der nächste Abschnitt handelt von der Wichtigkeit der Botschaft und im dritten Teil wird die Nachricht vom Boten überbracht. Im vierten Sinnabschnitt findet sich der Wendepunkt, da sich dem Boten Hindernisse in den Weg stellen, wodurch die Nachricht nie ankommt. Der letzte Teil der Erzählung handelt sodann von dem Untertanen, der auf die Botschaft wartet, sich aber alles nur erträumt.

Erzähltechnisch fällt auf, dass die Parabel von einer auktorialen Sicht erzählt wird. Der Erzähler ist allwissend und kann vom Standpunkt des Boten zum Aufenthaltsort des Untertanen wechseln. Jedoch wird dieser mit „Du“ angeredet.

In der sprachlichen Betrachtung fällt auf, dass Kafkas Erzählung durchzogen ist von vielen rhetorischen Figuren. Schon im ersten Teil werden viele sprachliche Ausschmückungen verwendet, um den Gegensatz zwischen dem Kaiser und seinem Untertanen zu verdeutlichen. Zum Beispiel lassen sich Pleonasmen erkennen: „in die fernste Ferne“. Diese Figur ist beispielsweise zugleich auch Alliteration, was die Häufung von rhetorischen Mitteln zeigt. Auch finden sich Korrekturen von zu schwachen Ausdrücken, genannt Correctio: „dem Einzelnen, dem jämmerlichen Untertanen“. Auch zwei Allegorien, die für abstrakte Begriffe stehen und einander gegenübergestellt werden, betonen ebenfalls den Kontrast zwischen dem Versender der Botschaft und dem Adressaten: die „kaiserliche Sonne“, die für den Kaiser steht und der „in die fernste Ferne geflüchtete Schatten“, was den Untertan darstellt. Da sich Sonne und Schatten ausschließen verdeutlicht dies, dass der Kaiser für den Untertan unerreichbar ist. Es wird also bereits hier angedeutet, dass das Überbringen der Nachricht zum Scheitern verurteilt ist.

Des Weiteren fallen Repetitionen auf: „Der Kaiser […] hat dir, dem […], gerade dir hat der Kaiser […]“, die das Außergewöhnliche der Tatsache betont, dass der Kaiser gerade einem unwichtigen Bürger eine Botschaft sendet.

Ebenfalls um die Wichtigkeit der Nachricht im zweiten Abbschnitt zu verdeutlichen, wird eine Repetition angewandt: „[…] ihm die Botschaft ins Ohr geflüstert […] noch ins Ohr sagen ließ […]“.

Auffällig ist auch der Einschub in Zeile 1: „Der Kaiser – so heißt es – hat dir […]“, was den Zweifel an der Richtigkeit der Aussage, das heißt Zweifel an der Existenz der Botschaft, ausdrückt und diese somit schon zu Beginn einschränkt. Auch noch weitere Parinthesen fallen im Verlauf der Erzählung auf.

Es lässt sich ferner feststellen, dass zur näheren Beschreibung von Personen bzw. Handlungen viele Adjektive verwendet werden: „dem jämmerlichen Untertan“; „ein kräftiger, ein unermüdlicher Mann“; „das herrliche Schlagen“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Interpretation der Parabel "Eine kaiserliche Botschaft" von Franz Kafka
Veranstaltung
Deutsch Leistungskurs
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
3
Katalognummer
V269410
ISBN (eBook)
9783656605300
ISBN (Buch)
9783656605232
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interpretation, parabel, eine, botschaft, franz, kafka
Arbeit zitieren
Madleen Wendt (Autor:in), 2011, Interpretation der Parabel "Eine kaiserliche Botschaft" von Franz Kafka, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269410

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