Thomas Hobbes: Der Mensch im Naturzustand


Hausarbeit, 1999

13 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

A) Einleitung

Leben und Werk von Thomas Hobbes

B) Hauptteil
Kapitel I : Selbstererhaltung als Antrieb des Menschen
Kapitel II : Eigenschaften, Fähigkeiten und Leidenschaften des Menschen als Konfliktursachen
1. Die natürliche Gleicheit des Menschen hinsichtlich Körperkraft und Erfahrung
2. Die Rolle der Vernunft im Überlebenskampf und als Konfliktursache
3. Mißtrauen und Ruhmsucht als Konfliktursache
Kapitel III : Das Wesen des Naturzustandes
Kapitel IV : Der Mensch in der Gesellschaft

C) Schluß

Würdigung Hobbes als Begründer des neuzeitlichen Weltverständnisses

Der Politikphilosoph Thomas Hobbes wurde sein Leben lang von zwei Grunderlebnissen stark beeinflußt: Das direkte Miterleben des Bürgerkriegs in England 1642 bis 1649 und des Dreißigjährigen Krieges auf dem europäischen Kontinent, der zu seiner Lebenszeit tobte, verunsicherte Hobbes Lebensgefühl.

Außerdem wurde er geprägt durch die „aufstrebende profane Naturwissenschaft“[1], die auch seine philosophischen Schriften nachhaltig prägte.

Thomas Hobbes wurde am 5. April 1588 in Westport bei Malmesbury (Wilshire) als Sohn eines armen, ungebildeten Landvikars geboren. Hobbes war ein äußerst begabtes Kind. Mit der finanziellen Hilfe eines reichen Onkels begann er bereits mit sechs Jahren Latein und Griechisch zu studieren und konnte schon acht Jahre später das Studium an der Universität Oxford beginnen. Seine Abschlußarbeit schreib er bereits 1607 . Sie baute aus seiner intensiven Beschäftigung mit Aristoteles und der Scholastik auf. Bereits hier zeigte sich sein kritisches und freisinniges Denken.

Aufgrund einer Empfehlung begann Hobbes sein Berufsleben als Hofmeister in der wohlhabenden und einflußreichen Familie des Barons Cavendish of Hardwick.

Diese Stellung hielt er mit einigen Unterbrechungen bis zu seinem Tod inne; sie garantierte ihm materielle Unabhängigkeit. Desweiteren war es ihm durch diese Stellung möglich, oftmals Bildungsreisen anzutreten und politisch einflußreich tätig zu werden.

Auf verschiedenen Reisen nach Frankreich und Italien lernte er Renè Descartes, Piere Gassendi sowie Galileo Gallilei kennen. Mit letzterem verband ihn eine enge Freundschaft. Somit pflegte Hobbes mit den „wichtigsten Begründern des naturwissenschaftlich geprägten neuzeitlichen Weltbildes“[2] Kontakt. In England begegnete er u.a. dem Philosophen Francis Bacon. Als republikanische Unruhen gegen König Karl I. Stuart ausbrachen und die Entwicklung zum Bürgerkrieg weiterhin fortschritt, veröffentlichte Hobbes 1640 einen ersten Entwurf seiner Staatsphilosophie: „The Elements of Law, Natural and Politic“. Weil in diesem Werk Hobbes die Monarchie befürwortete, mußte er kurz darauf nach Paris fliehen. Während seinem zehnjährigem Aufenthalt in Paris gab er 1642 eine umfassendere 2. Fassung seiner Staatsphilosophie unter dem Titel „De cive“ und deren letzte Version unter dem Titel „Leviathan or The Matter, Form and Power of a Commonwealth Ecclesiasticall and Civil“ heraus. In diesen Werken beschäftigt er sich hauptsächlich mit dem Thema „Naturzustand und Mensch“.

Hobbes gilt als der Begründer der politische Philosophie der Neuzeit, weil er sie „allein auf die Fundamente ökonomischer Rationalität stützt“[3]. Seine „revolutionäre Neubegründung der politischen Philosophie steht [...]mit der für den Beginn der Neuzeit charakteristischen tiefgreifenden Umgestaltung der Sozialwelt und des politischen Raums in enger Verbindung“[4]. In dieser Zeit zeigten Galileo Galilei (1564-1692)und Johannes Kepler (1571-1630), die „das Weltbild des Kopernikus entscheidend vervollkommneten – und Sir Isaac Newton (1643-1727) [...] [welcher,] deren Werk mit seiner Erkenntnis der Gesetze der Mechanik und der Gravitation [krönte]“[5] „der Naturwissenschaft völlig neue Wege“[6]. Hobbes übernimmt deren „Betonung der mathematischen Methode, um nun auch Probleme der Ethik oder der Politik mit der geometrischen Methode [( more geometrico)] einer Lösung zuzuführen“[7]. Er versteht sich auf dem Gebiet der Politikwissenschaft „als Galilei der Staatsphilosophie, als Harvey der Lehre vom politischen Körper und seinen Bewegungen. Die mathematische Naturwissenschaft seien, so heißt es im Widmungsbrief [Hobbes]zu De Corpore von 1655, eine ‚neue Sache‘ , im wesentlichen Galilei zu verdanken, der das Tor zum ‚physikalischen Zeitalter‘ weit aufgestoßen habe [. J]edoch ist die politische Philosophie dieses in einem weitaus größerem Maße; denn sie ist nicht älter als das Buch, das ich unter dem Titel De Cive selbst geschrieben habe“[8].

Hobbes veröffentlichte in London den dritten Teil seiner „Elemente philosophiae“ („De corpore“ 1655 und „De homine“ 1658) und veranstaltet 1668 eine Gesamtausgabe seiner philosophischen Schriften in Amsterdam (vgl.H. Lieber: a.a.O.,S. 179, Z.37-38). Er verblieb den Rest seines Lebens in England und starb am 4. Dezember 1679 auf dem Gut der Familie Cavendish of Hardwick, wo er 1608 als Hauslehrer begonnen hatte (vgl. W.Blum: a.a.O., S.105, Z.23 ff) . Aufbauend auf die Grunderfahrungen seines Lebens, nämlich einerseits die Schrecken und Existenzängste des Bürgerkriegs und andererseits die Begegnung mit der aufstrebenden Naturwissenschaft, wird Hobbes zu seiner Philosophie veranlasst, nach der in der Wissenschaft die Rettung und die Hoffnug für alle Todesängste und Schrecken des Krieges liegen. Deshalb fordert er nach „Art der Geometrie, ‚more geometrico‘ muß [...] die Politik im Dienste verläßlicher Friedensstiftung und –sicherung verfahren“[9]. Die Naturwissenschaft muß den lebensgefährlichen Leidenschaften der Menschen entgegenwirken.

Entsprechend der naturwissenschaftlichen Methodik baut Hobbes auch seine Staatsphilosophie auf: er geht zunächst von der Grundlage des Staates („Leviathan“) aus, indem er den Menschen isoliert im Naturzustand betrachtet. Diese Analyse des Menschen im Naturzustand ist das Hauptthema meiner Hausarbeit. Sie beschäftigt sich im folgenden u.a. mit der Selbsterhaltung als nach Hobbes zentralem und wahrem Antrieb des Menschen, seinen Eigenschaften, Fähigkeiten, Leidenschaften und den menschlichen Konfliktursachen, die alle zusammen nach Hobbes zum „Krieg aller gegen alle“[10] führt.

[...]


[1] Hans-Joachim Lieber: Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart, erschienen in Schriftenreihe Bd.299, Studien zur Geschichte und Politik, hrsg. von Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1993, S.178, Z.30

[2] H. Lieber:a.a.O.,S.179, Z. 45

[3] Wolfgang Kersting: Thomas Hobbes. Leviathan, Berlin 1996 (Klassiker auslegen;6), S.14, Z. 33-34

[4] W. Kersting: Th. Hobbes. Leviathan, a.a.O., S.15, Z. 18-23

[5] W. Blum, M.Rupp und M.Gaulina: Politische Philosophen, 3. Aufl., hrsg. von Bayrische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 1997, S.107, Z. 27-30

[6] W. Blum: a.a.O., S. 107, Z. 26-27

[7] W. Blum: a.a.O., S. 107, Z. 30-33

[8] W. Kersting: Th. Hobbes. Leviathan, a.a.O., S.17, Z.9-18

[9] H. Lieber: a.a.O.,S.181, Z.10-11

[10] Thomas Hobbes: Vom Menschen – Vom Bürger (Elemente der Philosophie II / III), hrsg. von V. Günter Gawlick, Hamburg 1977, S.69, Z. 37-38

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Thomas Hobbes: Der Mensch im Naturzustand
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Note
2
Autor
Jahr
1999
Seiten
13
Katalognummer
V26957
ISBN (eBook)
9783638291408
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas, Hobbes, Mensch, Naturzustand
Arbeit zitieren
Verena Watzal (Autor), 1999, Thomas Hobbes: Der Mensch im Naturzustand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26957

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