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Die Verschriftlichung phonetischer und prosodischer Mündlichkeitsmerkmale in "Harry Potter and the Deathly Hallows" und ihre Übersetzung ins Schwedische und Norwegische

Titre: Die Verschriftlichung phonetischer und prosodischer Mündlichkeitsmerkmale in "Harry Potter and the Deathly Hallows" und ihre Übersetzung ins Schwedische und Norwegische

Thèse de Bachelor , 2011 , 107 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Lou Hilsbecher (Auteur)

Langues scandinaves
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In beinahe jedem Roman, unabhängig von der Sprache, der Epoche und dem Genre, in welchem er verfasst ist, finden sich Verweise auf Mündlichkeit, indem die wörtliche, also mündliche Rede von Figuren gekennzeichnet wird. Hierbei zeigt sich, dass die Kennzeichnung wörtlicher Rede nicht allein durch Anführungszeichen erfolgt, sondern vor allem auch durch sprachliche Elemente, die spezifisch auf spontan gesprochene Sprache verweisen und somit den Eindruck realer Mündlichkeit entstehen lassen. Dies wird auch als literarische Mündlichkeit bezeichnet. Sie befindet sich im Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, da sie innerhalb der Schrift mit schriftlichen Mitteln realisiert wird, aber dennoch den Anschein spontan gesprochener Sprache erweckt.
Bei der sprachwissenschaftlichen Erforschung literarischer Mündlichkeit handelt es sich um eine relativ junge Disziplin, die vor allem durch die Arbeiten von Koch/Oesterreicher (1985; 1994) zum Verhältnis zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit angestoßen wurde. Hier sind vor allem die auch im Rahmen dieser Arbeit konsultierten Untersuchungen von Ayad (1980), Goetsch (1985), Blank (1992), Berthele (2000) und Englund Dimitrova (2004) zu nennen, sowie besonders die umfassende Arbeit Freuneks (2007) zu Formen und Funktionen literarischer Mündlichkeit und der Problematik ihrer Übersetzung.
In dieser Arbeit soll zunächst vor dem Hintergrund der Beziehung zwischen den Sprachebenen Mündlichkeit und Schriftlichkeit untersucht werden, wie das Phänomen literarische Mündlichkeit im Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit entsteht. Hierbei soll besonders berücksichtigt werden, welche Elemente spontan gesprochener Sprache in literarischer Mündlichkeit verschriftlicht werden und ob und inwiefern sich bei der Übertragung von Mündlichkeitsmerkmalen ins schriftliche Medium besondere Probleme ergeben. Weiterhin soll auch untersucht werden, ob sich neben dem schlichten Verweis auf reale Mündlichkeit im schriftlichen Medium noch weitere oder spezifischere Funktionen literarischer Mündlichkeit feststellen lassen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mündlichkeit und Schriftlichkeit

3. Literarische Mündlichkeit

3.1. Literarische Mündlichkeit zwischen Nähe und Distanz

3.2. Merkmale mundaner Mündlichkeit und deren Verschriftung in der Literatur

3.3. Übersetzung literarischer Mündlichkeit

4. Phonetische und prosodische Mündlichkeitsmerkmale in Harry Potter and the Deathly Hallows und deren Übersetzung ins Schwedische und Norwegische

4.1. Phonetische Ebene

4.1.1. Standard- und diatopisch neutrale Umgangssprache

4.1.2. Dialekte und Soziolekte

4.1.2.1. Rubeus Hagrid

4.1.2.2. Mundungus Fletcher

4.1.2.3. Weitere dialektale und soziolektale Markierungen

4.1.3. Interferenzen

4.1.3.1. Interferenzen französischer Muttersprachler

4.1.3.2. Interferenzen bulgarischer Muttersprachler

4.1.4. Individuelle und situationsbedingte Aussprachefehler

4.1.5. Zusammenfassung

4.2. Prosodische Ebene

4.2.1. Betonung/Satzakzent

4.2.2. Tonhöhe: Intonationsverlauf und Register

4.2.3. Pausen

4.2.4. Lautstärke

4.2.5. Sprechgeschwindigkeit

4.2.6. Stimmqualität und Stimmfärbung

4.2.7. Zusammenfassung

5. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie phonetische und prosodische Mündlichkeitsmerkmale in Joanne K. Rowlings Roman "Harry Potter and the Deathly Hallows" in das schriftliche Medium übertragen werden und wie diese Merkmale in die schwedische sowie norwegische Übersetzung transferiert werden, um die Wirkung "literarischer Mündlichkeit" zu evozieren.

  • Analyse von Verschriftungsstrategien für Mündlichkeitsmerkmale.
  • Kontrastiver Vergleich zwischen dem englischen Original und den skandinavischen Übersetzungen.
  • Untersuchung der Konnotationen von Dialekten, Soziolekten und Interferenzen.
  • Betrachtung von prosodischen Elementen wie Intonation, Lautstärke und Pausensetzung.
  • Diskussion der Übersetzbarkeit literarischer Mündlichkeit und der damit verbundenen Invariantenkonkurrenz.

Auszug aus dem Buch

3.1. Literarische Mündlichkeit zwischen Nähe und Distanz

Auf der Basis des Kontinuum-Modells von K./O. (1985; 1994) kann literarische Mündlichkeit als Darstellung von Nähesprache im Distanzsprache-affinen graphischen Code definiert werden. Im Gegensatz zu mundaner Mündlichkeit müssen bei literarischer Mündlichkeit jedoch drei verschiedene Ebenen unterschieden werden: (1) Die produktive Ebene, welche die Produktion des literarischen Texts und somit auch der fiktiven mündlichen Äußerungen durch den Autor berücksichtigt, (2) die fiktionale Ebene, auf der sich die fiktiven Kommunikationsteilnehmer im literarischen Text befinden, (3) die rezeptive Ebene, auf welcher sich die Relation zwischen dem fiktiven Sprecher bzw. der fiktiven Sprechsituation und dem Leser, welche vor allem durch physische, referentielle und soziale Distanz gekennzeichnet ist, abspielt.

Von diesen drei Ebenen ist nur die Kommunikationssituation auf der fiktionalen Ebene mit Kommunikationssituationen vergleichbar, in welchen mundane Mündlichkeit stattfindet. Die fiktionale Ebene existiert jedoch nicht selbständig, sondern nur im Bezug auf den Autor oder auf den Leser.

Die produktive Ebene ist, ebenso wie die rezeptive Ebene, durch eine Distanzsituation gekennzeichnet: Beim Verfassen eines literarischen Textes sind distanzsprachliche Produktionsbedingungen und Versprachlichungsstrategien wie etwa physische Distanz und Reflektiertheit vorherrschend. Literarische Mündlichkeit im Text ist also grundsätzlich fiktiv: sie entsteht durch Nachbildung nähesprachlicher Versprachlichungsstrategien unter distanzsprachlichen Kommunikationsbedingungen (vgl. Blank 1991: 27; K./O. 1985: 24).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema literarische Mündlichkeit im Spannungsfeld von Nähe und Distanz ein und definiert die Forschungsziele der Arbeit.

2. Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Dieses Kapitel erläutert das Kontinuum-Modell von Koch und Oesterreicher und stellt die mediale Dimension der Sprache sowie das Verhältnis von Nähe- und Distanzsprache dar.

3. Literarische Mündlichkeit: Hier wird der Begriff der literarischen Mündlichkeit im engeren Sinne definiert und in Abgrenzung zur mundanen Mündlichkeit sowie in fiktionale, fiktive und fingierte Aspekte gegliedert.

4. Phonetische und prosodische Mündlichkeitsmerkmale in Harry Potter and the Deathly Hallows und deren Übersetzung ins Schwedische und Norwegische: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der die Verschriftungsstrategien im Original sowie die entsprechenden Übersetzungsverfahren im Schwedischen und Norwegischen analysiert.

5. Konklusion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die norwegische Übersetzung häufiger zu einbürgernden Verfahren neigt, während die schwedische Übersetzung eher normorientiert und nivellierend verfährt.

Schlüsselwörter

Literarische Mündlichkeit, Nähe, Distanz, Verschriftung, Übersetzung, Koch/Oesterreicher, Harry Potter, Dialekt, Soziolekt, Interferenz, Prosodie, Tonhöhe, Lautstärke, Äquivalenz, Invarianz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der "literarischen Mündlichkeit", also dem Phänomen, wie mündliche Sprache in schriftlichen, fiktionalen Texten dargestellt wird.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die zentralen Felder sind die Definition von Nähesprache im schriftlichen Medium, die linguistische Analyse phonetischer und prosodischer Merkmale sowie die Strategien und Probleme der Übersetzung dieser Mündlichkeitsmerkmale.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Verschriftungsstrategien im Originalroman "Harry Potter and the Deathly Hallows" zu ermitteln und zu vergleichen, wie diese Strategien in die schwedische und norwegische Übersetzung übertragen wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?

Die Arbeit nutzt das Kontinuum-Modell von Koch/Oesterreicher als theoretische Basis für eine kontrastive Analyse der verschiedenen Sprachversionen.

Was wird im umfangreichen Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert, wie phonetische Merkmale (Dialekte, Soziolekte, Interferenzen) und prosodische Elemente (Betonung, Intonation, Lautstärke) mittels typographischer und sprachlicher Mittel verschriftlicht werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Nähe- und Distanzsprache", "Konnotation", "Evokation", "Nivellierung" und "Einbürgerung".

Warum wird die Sprache von Lord Voldemort als Gegenpol in der Analyse verwendet?

Lord Voldemorts Sprache zeichnet sich durch das Fehlen von Mündlichkeitsmerkmalen aus, was seinen dämonischen Charakter, seine Autorität und seinen hohen sozialen Status unterstreicht.

Welche Rolle spielt die Übersetzung von Seamus Finnigans Dialekt in der Untersuchung?

Die Übersetzung des eigentlich implizit irischen Dialekts in der norwegischen Fassung zeigt auf, wie durch explizite dialektale Markierungen ein ländlicher Konnotationsgehalt hinzugefügt wird, der im Original so nicht intendiert war.

Warum gestalten sich Prosodische Merkmale als schwieriger zu übersetzen?

Da sie weniger stark durch orthographische Regeln kodifiziert sind und oft über keine direkten Äquivalente im graphischen Code verfügen, erfordern sie bei der Übersetzung oft sprachsystembedingte Anpassungen.

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Résumé des informations

Titre
Die Verschriftlichung phonetischer und prosodischer Mündlichkeitsmerkmale in "Harry Potter and the Deathly Hallows" und ihre Übersetzung ins Schwedische und Norwegische
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Note
1,0
Auteur
Lou Hilsbecher (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
107
N° de catalogue
V269981
ISBN (ebook)
9783656607601
ISBN (Livre)
9783656607595
Langue
allemand
mots-clé
verschriftlichung mündlichkeitsmerkmale harry potter deathly hallows übersetzung schwedische norwegisch dänisch schriftsprache nähe-distanz-modell
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lou Hilsbecher (Auteur), 2011, Die Verschriftlichung phonetischer und prosodischer Mündlichkeitsmerkmale in "Harry Potter and the Deathly Hallows" und ihre Übersetzung ins Schwedische und Norwegische, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269981
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