Das nationale Verbandswesen im Kaiserreich: Merkmale, Erklärungsansätze und historiographische Zusammenhänge


Hausarbeit (Hauptseminar), 1998

31 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Die nationalen Verbände im Kaiserreich
1. Europäische Perspektiven
2. Erkenntnisinteresse, historische und historiographische Relevanz
3. Vorgehensweise und Gliederung

II. Der Ausgangspunkt: Die Charakteristika der Verbände
1. Das neue Nationsverständnis
2. Selbstverständnis und Verhältnis zu den Parteien
3. Struktur und Strategie
4. Soziale Zusammensetzung und Mitgliederentwicklung

III. Strukturgeschichte und Sozialimperialismus - Die nationalen Verbände im Urteil der „kritischen“ Geschichtswissenschaft
1. Der historiographische Kontext
a) Entstehungszusammenhänge
b) Die Bewertung des Kaiserreichs
2. Die strukturellen Determinanten der Entwicklung nationaler Verbände im Kaiserreich
a) Industrielle Revolution und Agrarkrise in Deutschland
b) Die Folgen der Modernisierung
c) Die politische Verarbeitung der Transformationsprozesse
3. Anmerkungen zum „Sozialimperialismus“

IV. „Rethinking German History“ and „Reshaping the Radical Right“ - Die Kritik aus Großbritannien
1. Der historiographische Kontext
2. Die Untersuchungen der nationalen Verbände

V. Schlussbetrachtung: „A synthesis of these various interpretations“ - a mission impossible ?

Literaturliste

I. Einleitung: Die nationalen Verbände im Kaiserreich

1. Europäische Perspektiven

„Die Faszination von Patriotismus und Nationalismus - Die „neue Rechte“ und die Mittelschichten“ - so das Thema des Referats, aus dem sich die vorliegende Arbeit entwickelt hat. Untersuchungsgegenstand waren die gesellschaftlichen Trägergruppen von Imperialismus und Nationalismus, oder genauer: Die Trägergruppen, die sich in der Hochphase des Imperialismus in den „nationalen Verbänden“ eine organisatorische Form gaben. Diese nationalen Verbände sollen auch in der folgenden Arbeit im Zentrum des Interesses stehen. Hierbei handelt es sich zunächst um ein europäisches Phänomen[1]: Im Referat wurde versucht, dem Rechnung zu tragen, indem die diesbezüglichen Entwicklungen im Deutschen Kaiserreich und in Großbritannien umrissen wurden.

Gerade aus dieser komparativen Perspektive heraus fiel bereits bei der Lektüre zum Referat eine Besonderheit der Entwicklung in Deutschland auf: Den nationalen Verbänden im Kaiserreich wird in der gesamten Literatur zum Thema ein besonderes, politisches wie gesellschaftliches Durchsetzungsvermögen attestiert.

So weist Hans-Ulrich Wehler darauf hin, daß die „Alldeutschen“, d.h. die Mitglieder des radikalsten Exponenten des nationalen Verbandswesens, noch in den 1890er Jahren bei Konservativen als „Stammtischpolitiker“ galten - vor dem Weltkrieg jedoch „wichtige Berater- und Vermittungsfunktionen“ wahrnehmen[2]. Geoff Eley stellt heraus, daß die in den Verbänden organisierten radikalen Nationalisten die Konservativen in die Ecke drängten und letztlich zu Zugeständnissen zwangen: „This amounted to a fundamental radicalization of the right“[3]. Paul Kennedy vergleicht das nationale Verbandswesen in Deutschland mit dem in Großbritannien; er verweist ebenfalls auf die besondere Allianz zwischen Konservatismus und Radikalnationalismus im Kaiserreich. Diese habe zur Folge, daß die deutsche politische Kultur vor dem Weltkrieg wesentlich weiter rechts stehen würde als im Empire, und das in fast jedem Bereich[4]. Und Roger Chickering, um einen letzten Kenner der nationalen ‘Szene’ im Kaiserreich anzuführen, stellt in Bezug auf die europäische Perspektive der hier focussierten Organisationen fest: „It appears certain that nowhere were they as large, numerous, active, or well financed as in the German Empire. Nor does any European government appear to have cultivated them as extensively as the German government“[5]. Diese Feststellung eines besonderen Durchsetzungsvermögens nationaler Verbände im Deutschen Reich ruft natürlich nach einer Erklärung. Sie soll in den folgenden Erörterungen versucht werden.

2. Erkenntnisinteresse, historische und historiographische Relevanz

Warum konnten die nationalen Verbände im Kaiserreich so großen Einfluß gewinnen ?

Bei der Beantwortung dieser Frage ist es vorbei mit dem Konsens unter den Historikern - der hält sowieso nur einer oberflächlichen Betrachtung stand. Die Auseinandersetzung mit den Ursachen der Entwicklung nationaler Verbände, speziell in Deutschland, enthüllt erst die Vielschichtigkeit des Themas. Im wesentlichen konnten zwei unterschiedliche Erklärungsansätze ausgemacht werden[6].

Der erste Ansatz analysiert die Rolle der nationalen Verbände „von oben“, d.h. über die strukturellen Determinanten ihrer Entwicklung, und über ihre Funktion in der Machtpolitik der „traditionellen, vorindustriellen Eliten“[7].

Der zweite Ansatz hebt bei der Analyse des nationalen Verbandswesens mehr auf die Motivationen der Basis ab und auf diejenigen Momente der Entwicklung, die sich durch die Annäherung „von oben“ nicht erfassen lassen[8]. Hier liegt die Betonung der Untersuchungen auf den systemgefährdenden Inhalten und Strategien, welche absolut nicht über das Machtkalkül „traditioneller“ Eliten erklärt werden können.

Die unterschiedlichen Ansatzweisen und Argumente zu den nationalen Verbänden lassen sich dabei zwei verschiedenen Historikerschulen zuschreiben.

Die Analysen, die sich dem Problem über die strukturellen Rahmenbedingungen der Entwicklung der Verbände und über ihre Stellung in der Machtpolitik der herrschenden Gruppen nähern, können einer westdeutschen Historikerströmung zugeordnet werden: Der „kritischen“ Sozial- und Strukturgeschichte[9]. Die Gruppe junger Historiker, die diese Konzeption vertritt, tritt ab der Mitte der sechziger Jahre in Erscheinung. Im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen und universitären Umbrüchen dieser Zeit fordert sie eine grundlegende Revision auch des traditionellen deutschen Geschichtsbilds.

Der zweite Ansatz entsteht in Großbritannien ca. zehn Jahre später[10]. In bewußter Kontrastierung zu der in der Bundesrepublik mittlerweile etablierten, „kritischen“ Geschichtsauffassung prüft eine Gruppe britischer, wiederum jüngerer Historiker die dort vertretenen Argumente auf ihre Stichhaltigkeit.

Die Bewertung des nationalen Verbandswesens und seiner Durchsetzungsfähigkeit in Deutschland steht damit in wesentlich weiteren Zusammenhängen - was sich auch darin niederschlägt, daß der Analyse dieses konkreten Themenfeldes z.T. nur geringer Raum in weiter ausgreifenden Untersuchungen zugestanden wird. Es ist verknüpft mit der Gesamtbewertung der Rolle des Kaiserreichs für die deutsche Geschichte, mit historiographischen Diskussionen über die Wurzeln des Nationalsozialismus, über den „deutschen Sonderweg“, über geschichtswissenschaftliche Methoden, deren Erkenntnisinteresse und Erklärungskraft.

Meines Erachtens kommt man nicht umhin, diese weiteren historischen und historiographischen Zusammenhänge in die Darstellung mit einzubeziehen. Der deutsche Standardtext zur Einordnung des nationalen Verbandswesens in seine strukturellen Zusammenhänge kommt von Hans-Ulrich Wehler[11], dem wohl (neben Jürgen Kocka) prominentesten Verfechter einer „kritischen“ Sozialgeschichte. Andere, grundlegende und weiter ausdifferenzierende Texte zum nationalen Verbandswesen kommen aus dem britischen Kritikerlager, insbesondere von Geoff Eley. Gerade seine Arbeiten sind gefüllt von Seitenhieben auf Sichtweisen, wie sie von Wehler am prononciertesten vertreten werden. Sie lassen sich erst vollständig verstehen (und dieses Verständnis erschien mir absolut notwendig), wenn der historische und geschichtswissenschaftliche Kontext erweitert wird[12]. Die unterschiedlichen Erkenntnisse von Wehler und Eley zu den nationalen Verbänden sind zentral für diese Arbeit.

Um also zu einer schlüssigen Gesamtbewertung auf der Ebene der nationalen Verbände zu kommen, müssen die weiter ausgreifenden Perspektiven einbezogen werden. Die folgenden Ausführungen sollen demnach a) ein möglichst umfassendes Gesamtbild des nationalen Verbandswesens im deutschen Kaiserreich vermitteln, b) die historiographischen Dimensionen des Problems beleuchten und c) historischen Kontext und Relevanz verdeutlichen.

3. Vorgehensweise und Gliederung

Hierzu soll im ersten Teil der Arbeit zunächst das Problem umrissen werden. Was versteht man unter „nationalen Verbänden“, was kennzeichnete Zielsetzungen, Selbstverständnis und Vorgehensweise ? Welche sozialen Schichten engagierten sich hier, was läßt sich zur Entwicklung der Mitgliederzahlen sagen ? Diese Skizze der Thematik gestaltet sich insofern schwierig, als daß hierzu notwendigerweise auf Texte mit konträren Ausrichtungen im o. g. Sinne zurückgegriffen werden muß; dennoch soll sie als Grundlage versucht werden.

Anschließend soll der „kritische“, sozial- und strukturgeschichtliche Ansatz verdeutlicht werden.

Zunächst: In welchen Zusammenhängen wurde er entwickelt, welches Erkenntnisinteressen sind bestimmend, welche Methoden werden angewandt ? Was charakterisiert die vorgenommene Neubewertung des Kaiserreichs ? Und dann: Wie fügt sich das nationale Verbandswesen in diese strukturgeschichtliche Sichtweise ein ? Können diese Organisationen über die Machtpolitik der „Eliten“ erfaßt werden, und wird ein solcher Versuch hier unternommen ?

Diese Ausführungen sind nötig, um im dritten Abschnitt des Hauptteils die britische Kritik und Ausdifferenzierung der vorgenommenen Bewertungen zu erläutern. Worin lag hier Interesse und Forschungsmotivation, welche Erklärungsmuster der westdeutschen, „kritischen“ Geschichtsschreibung wurden als unzureichend eingeschätzt ? Und vor allem: Welche Auswirkungen haben die hier vorgenommenen Forschungen zum nationalen Verbandswesen für die Bewertung desselben ?

Zuletzt sollen die Fäden zusammengezogen und ausgewertet werden. Paul Kennedy hat in einer Überblicksdarstellung zu Entwicklungstendenzen der radikalen Rechten in Deutschland und Großbritannien vor dem ersten Weltkrieg festgestellt, daß eine Zusammenführung und Synthese der beiden Ansätze derzeit nicht möglich scheint[13]. Die Widerlegung dieser Feststellung ist zwar ein hoher Anspruch, dennoch erscheinen mir die unterschiedlichen Positionen auf der Ebene des nationalen Verbandswesens nicht unüberbrückbar. Darauf wird zurückzukommen sein

II. Der Ausgangspunkt: Die Charakteristika der Verbände

1. Das neue Nationsverständnis

Folgende Organisationen werden in der Literatur zum nationalen Verbandswesen gerechnet (chronologisch mit Gründungsjahr): Der „Allgemeine Deutsche Schulverein“ (1881), der 1908 zum „Verein für das Deutschtum im Ausland“ umbenannt wurde; der „Kolonialverein“ (1882) und die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ (1884), welche 1887 zur „Deutschen Kolonialgesellschaft“ fusionierten; der „Alldeutsche Verband“ (1891); der „Deutsche Ostmarkenverein“ (1894); der „Deutsche Flottenverein“ (1898), außerdem der „Reichsverband gegen die Sozialdemokratie“ (1904[14] ), und zuletzt der „Deutsche Wehr-Verein“ (1912).

Alle nationalen Verbände repräsentierten in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld ein neuartiges, offensives, radikalisiertes Nationsverständnis[15]: Demnach handelte es sich bei der Gründung des Deutschen Reiches von 1870/71 um einen „unvollendeten Nationalstaat“. Dieser müsse nach innen und / oder nach außen ausgebaut und konsolidiert werden, um zur vollen Entfaltung seiner Machtpotentiale zu gelangen. Die Verbandsnamen verweisen auf die unterschiedlichen Stoßrichtungen, in denen nach diesem radikalisierten Nationsverständnis Handlungsbedarf bestand: Hauptsächlich beim Kampf gegen „innere Reichsfeinde“ politischer wie nationaler Provenienz, bei der Ausdehnung kontinentaler und überseeischer Gebietsansprüche, und bei der militärischen Rüstung (Flotte und Heer). Die Forderungen der nationalen Verbände betrafen also unterschiedliche Politikfelder, mit teilweisen Überlagerungen. Der Umstand, daß für jeden Arbeitsbereich mit der Zeit eine spezielle Organisation gegründet wurde, bedeutete gleichzeitig „nationale“ Arbeitsteilung wie auch inhaltliche Intensivierung. Begründet wurde die Arbeit stets mit dem Verweis auf die „Nation“, der man zur angemessenen Macht und Geltung verhelfen müsse.

2. Selbstverständnis und Verhältnis zu den Parteien

Roger Chickering[16] hebt hervor, daß nationale Vereinigungen zuvor explizit und exklusiv spezielle Klientelgruppen (z.B. Studenten) angesprochen haben, und sich folglich für deren spezielle Interessen (im Bezugsrahmen der „Nation“) engagiert haben. Die genannten, neuartigen nationalen Verbände wandten sich jedoch erstmalig an die Gesamtbevölkerung, an alle „Deutschen“- und ihr ideologischer Anspruch war es eben, auch für diese Gesamtheit (und nicht für Partikularinteressen) zu agieren.

Dieses Abheben auf ein „nationales Interesse“ prägte in starkem Maße das Selbstverständnis der Verbände. „Der Vorrang nationalistischer Zielsetzungen [...] beinhaltete eine doktrinäre Feindschaft gegenüber dem Wechselspiel der Interessen, das zentral für den üblichen politischen Prozeß war“[17]. Viktor Schweinburg, erster Sekretär des Flottenvereins, formulierte es so, daß ein Ziel seines Verbands darin bestünde, „weite Bevölkerungskreise aus dem politischen Parteibann herauszuholen“[18]. Der Nationsbegriff wurde von den Verbänden somit entpolitisiert; z.T. wurde dieser unparteiische Anspruch durch Schirmherrschaft und Mitarbeit von Landesherren und Adeligen unterstrichen[19].

Damit wurde ein Spannungsverhältnis insbesondere zum Reichstag und den dort vertretenen Parteien geschaffen. Insgesamt war das Verhältnis der Verbände zum Parteiwesen aber ambivalent: Auf der einen Seite wurden Verkrustungen, Inflexibilität und elitistische Sichtweisen („Honorationenpolitik“) der Parteien, sowie natürlich deren Engagement für Partikularinteressen z.T. heftig angegriffen - das nationale Verbandswesen wurde dem als positives Gegenbild gegenübergestellt[20]. Auf der anderen Seite war man auf Zusammenarbeit und Beeinflussung der Parteien besonders bei wichtigen Gesetzesvorlagen angewiesen, um so mehr, weil die Rolle des Reichstags durch eine ständig steigende Wahlbeteiligung aufgewertet wird. Partei- und Verbandszugehörigkeit schlossen sich demnach natürlich nicht aus, vielmehr war es Ziel, Angehörige aller Parteien unter dem nationalen Banner zu vereinigen[21] - wenn nicht sogar alle Deutschen überhaupt[22]. Nur Sozialdemokraten wurden durch den antisozialistischen Konsens unter den Verbänden ausgegrenzt[23].

[...]


[1] Chickering, R., We Men Who Feel Most German. A Cultural Study of the Pan-German League 1886-1914, Boston 1984 (im folgenden: Chickering, Most German), S.23; ders., Patriotic Societies and German Foreign Policy 1890-1914, in: IHR I.4 (1979), S.470-489 (im folgenden: Chickering, Patriotic Societies), hier: S.470.

[2] Wehler, H.-U., Zur Funktion und Struktur der nationalen Kampfverbände im Kaiserreich, in: Modernisierung und nationale Gesellschaft im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert. Referate einer deutsch-polnischen Historikerkonferenz, hg. v. W. Conze, G. Schramm u. K. Zernack, Berlin 1979, S.113-124 (im folgenden: Wehler, Kampfverbände), hier: S.123.

[3] Eley, G., Reshaping the German Right. Radical Nationalism and Political Change after Bismarck,
New Haven 1980 (im folgenden: Eley, Reshaping), S.352.

[4] Kennedy, P., The Pre-war Right in Britain and Germany, in: Nationalist and Racialist Movements in Britain and Germany before 1914, hg. v. P. Kennedy u. A. Nicholls, Oxford 1986, S.1-20, hier: S.13.

[5] Chickering, Patriotic Societies, S.470.

[6] Bei Kennedy, S.3, findet sich ein dritter Erklärungsansatz, der sich dem Problem über die Veränderungen in der internationalen Politik nähert; da dieser sich in der rezipierten Literatur nicht auffinden ließ, wird er hier vernachlässigt.

[7] Wehler, Kampfverbände; ders., Bismarck und der Imperialismus, Köln 1969 (im folgenden: Wehler, Bismarck); ders., Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918, Göttingen 19835 (im folgenden: Wehler, Kaiserreich); ders., Die Radikalisierung des Reichsnationalismus, in: ders., Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3: 1849-1914, München 1995, S.1067-1081 (im folgenden: Wehler, Radikalisierung); Berghahn, V. R., Der Tirpitz-Plan. Genesis und Verfall einer innenpolitischen Krisenstrategie unter Wilhelm II, Düsseldorf 1971; Böhme, H., Probleme der wirtschaftlichen Integration der Deutschen vom frühen 19. Jahrhundert bis 1945, in: Die Rolle der Nation in der deutschen Geschichte und Gegenwart, hg. v. O. Büsch u. J. Sheehan, Berlin 1985, S.137-181; Epkenhans, M., Die wilhelminische Flottenrüstung 1908-14. Weltmachtstreben, industrieller Fortschritt und soziale Integration, München 1991; Gordon, M. R., Domestic Conflict and the Origins of the First World War: The British and the German Cases, in: JMH, 46 (1974), S.191-226; Schilling, K., Beiträge zu einer Geschichte des radikalen Nationalismus in der Wilhelminischen Ära 1890-1909. Die Entstehung des radikalen Nationalismus, seine Einflußnahme auf die innere und äußere Politik des Deutschen Reiches und die Stellung von Regierung und Reichstag zu seiner politischen und publizistischen Aktivität, Köln 1968; Stegmann, D., Die Erben Bismarcks. Parteien und Verbände in der Spätphase des Wilhelminischen Deutschlands, Köln 1970.

[8] Eley, Reshaping; ders., Some Thoughts on the Nationalist Pressure Groups in Imperial Germany, in: Nationalist and Racialist Movements in Britain and Germany before 1914, hg. v. P. Kennedy u. A. Nicholls, Oxford 1986, S.40-67 (im folgenden: Eley, Some Thoughts); ders., From Unification to Nazism. Reinterpreting the German Past, Boston 1986 (im folgenden: Eley, Unification); ders., Wilhelminismus - Nationalismus - Faschismus. Zur historischen Kontinuität in Deutschland, Münster 1991 (im folgenden: Eley, Wilhelminismus); Blackbourn, D. /
Eley, G., The Peculiarities of German History. Bourgeois Society and Politics in Nineteenth-Century Germany, Oxford 1984 (im folgenden: Blackbourn / Eley, Peculiarities); Blackbourn, D., Populists and Patricians. Essays in Modern German History, London 1987 (im folgenden: Blackbourn, Populists); Coetzee, F. / Coetzee, M. S., Rethinking the Radical Right in Germany and Britain before 1914, in: JCH, 21 (1986), S.515-537; Evans, R. J., Rethinking German History. Nineteenth-Century Germany and the Origins of the Third Reich, London 1987.

[9] Siehe hierzu die ausführliche Darstellung S.11-14.

[10] Siehe die Darstellung S.20-22.

[11] Gemeint ist hier Wehler, Kampfverbände; eine lokalgeschichtliche Dissertation zur Entwicklung rechter Organisationen in Münster für den Zeitraum vom Kaiserreich bis 1930 bezieht sich bei den Anmerkungen zu Ursprüngen und Funktionen der Verbände im Kaiserreich nur auf diesen einen Text (Krüger, G., „Treudeutsch allewege !“. Gruppen, Vereine und Verbände der Rechten in Münster (1887-1929/30), Münster 1992, S.44) ! Insbesondere die Tatsache, daß Krügers Arbeit mehr als 12 Jahre später verfasst wurde, verweist auf die Durchsetzungskraft des Wehler’schen Ansatzes.

[12] Bei den Frans und Marilyn Coetzee findet sich sogar die umgekehrte Schlußfolgerung: Das ein Verständnis der nationalen Verbände zur Bewertung des Kaiserreichs in der deutschen Geschichte notwendig sei (Coetzee, S.515).

[13] Kennedy, S.3: „There are no signs yet that we are moving towards a synthesis of these various interpretations“.

[14] Hier findet sich bei Wehler, Kampfverbände, S.114 das Gründungsjahr 1914 - da die Verbandsgründung jedoch eine Reaktion auf den Erfolg der SPD in der Reichstagswahl im Juni 1903 darstellt, handelt es sich hierbei wohl um einen Druckfehler.

[15] Chickering, Most German, S.37 f.; Wehler, Radikalisierung, S.1067, 1071.

[16] Chickering, Most German, S.24 f.

[17] Eley, Wilhelminismus, S.160; vgl. Blackbourn, S.224; Coetzee, S.517.

[18] Zitiert bei Eley, Wilhelminismus, S.150.

[19] Die bundesstaatlichen Untergliederungen des Flottenvereins standen unter der Schirmherrschaft des jeweils regierenden Hauses - um nur ein Beispiel für derartige Kooperationen zu nennen. Siehe Eley, Wilhelminismus, S.153.

[20] Eley, Unification, S.242 f.; Blackbourn, Populists, S.228; Fairbairn, B., Interpreting Wilhelmine Elections: National Issues, Fairness Issues, and Electoral Mobilization, in: Elections, Mass Politics, and Social Change in Modern Germany. New Perspectives, hg. v. L. E. Jones u. J. Retallack, Cambridge 1992, S.17-48, hier: S.27-30.

[21] Eley, Some Thoughts, S.51.

[22] Diesen Anspruch erhebt der bayrische Landesvorsitzende des Flottenvereins für seinen Verband 1905 - zitiert bei Eley, Wilhelminismus, S.152.

[23] Eley, Wilhelminismus, S.149.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Das nationale Verbandswesen im Kaiserreich: Merkmale, Erklärungsansätze und historiographische Zusammenhänge
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Europäischer Imperialismus im 19./20. Jahrhundert
Note
1,0
Autor
Jahr
1998
Seiten
31
Katalognummer
V27035
ISBN (eBook)
9783638291835
ISBN (Buch)
9783640856626
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr gute diskursive Auseinandersetzung mit dem Thema, gute Gliederung.
Schlagworte
Verbandswesen, Kaiserreich, Merkmale, Erklärungsansätze, Zusammenhänge, Europäischer, Imperialismus, Jahrhundert
Arbeit zitieren
Jan Jansen (Autor), 1998, Das nationale Verbandswesen im Kaiserreich: Merkmale, Erklärungsansätze und historiographische Zusammenhänge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27035

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