Kulturraum Wachau. Die Förderung des Tourismus durch die Raumstruktur


Seminararbeit, 2013
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geographie der Wachau
2.1 Lage
2.2 Geologie
2.3 Klima
2.3.1 Mikroklimatische Besonderheiten für den Weinbau

3 Definitionen wichtiger Begriffe
3.1 Landschaft
3.1.1 Wachau als Kulturlandschaft:
3.2 Tourismus
3.2.1 Tourismus in der Wachau
3.3 Raumstruktur

4 Raumstruktur der Wachau für den Tourismus
4.1 Problem des Massentourismus am Beispiel Dürnstein
4.2 Touristische Entwicklung durch Hilfe von außen

5 Unterrichtsvorschlag mit lernprozessanregenden Fragestellungen

6 Resümee

7 Literaturverzeichnis

8 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Im Zuge des Seminars „Mensch – Raum – Wirtschaft Österreich“ beschäftigten wir uns eingehend mit den facettenreichen Gesichtern Österreichs. Der Wunsch mich mit der Wachau näher befassen zu wollen kommt daher, dass mir, obwohl ich selbst noch nie in der Wachau gewesen bin, trotzdem einiges aus dieser Region geläufig ist. Beispielsweise der Wein aus der Wachau, die Wachauer Marille oder das eingängige Lied „Mariandl“ aus dem gleichnamigen Film von 1961, der ebenfalls aus der Wachau stammt.

Viele Menschen in meinem Umfeld schwärmen von der Wachau und verbringen dort regelmäßige Kurzurlaube. In meiner Seminararbeit möchte ich daher der Frage auf den Grund gehen, ob die Raumstruktur der Wachau für den Tourismus förderlich ist.

Des Weiteren werde ich in der folgenden Arbeit versuchen eine lernprozessanregende Fragestellung für den GW-Unterricht einer 3. Klasse der Sekundarstufe 1 zu formulieren und eine mögliche Unterrichtsgestaltung im Zusammenhang mit der Raumstruktur der Wachau zu erarbeiten.

2 Geographie der Wachau

2.1 Lage

Die Wachau liegt im Bundesland Niederösterreich ca. 80 Kilometer westlich der Bundeshauptstadt Wien. Es ist relativ einfach die Region der Wachau abzugrenzen. Sie ist das Donautal, welches sich von Melk im Südosten über eine Länge von 33 Kilometern bis nach Krems im Nordosten erstreckt. (Vgl. Vinea Wachau 2013)

Teilt man Österreich in die Großlandschaften ein, so zählt die Wachau zur Randzone des Granit- und Gneishochlandes. Des Weiteren liegt sie an der Grenze zwischen zwei niederösterreichischen Viertellandschaften. Die südliche Wachau gehört dabei zum Mostviertel, die nördliche zum Waldviertel. (Vgl. Haider 2013)

An die südliche Wachau angrenzend liegt der Dunkelsteinerwald. Westlich der Wachau befindet sich der Nibelungengau und nach Osten öffnet sie sich trichterförmig zum Tullnerfeld. An den Donauufern befinden sich zahlreiche Weingärten und Wälder. Der Jauerling (960 m, bei Willendorf in der Wachau) und der Sandl (723 m, bei Dürnstein) sind die beiden höchsten Erhebungen. Es sind aber auch steil abfallende Talhänge zu finden, so etwa die Hohe Wand bei Dürnstein und die Teufelsmauer bei Spitz. (Vgl. AEIOU 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Karte – Oberösterrich / Niederösterreich / Wien – physisch (Quelle: Diercke Weltatlas Österreich, S. 23)

2.2 Geologie

Obwohl die Wachau nicht besonders groß ist, ist die geologische Vielfalt der Wachauer Böden beachtlich. Sie sind vor allem dadurch geprägt, dass sich die Donau ihren Weg durch das harte, kristalline Gestein bahnen musste. Die Grundlage des Wachauer Bodens bildet die Böhmische Masse. Die vorherrschenden Gesteinsarten sind Gföhler Gneis und Paragneis. Da es sich hierbei um metamorphe Gesteine handelt, sind sie unter großer Druck- und Hitzeeinwirkung im Erdinneren entstanden. (Vgl. Domäne Wachau 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Wachauer Geologie (Quelle: http://www.domaene-wachau.at/fileadmin/grafiken/02_Region/Wachauer_Geologie.pdf)

Erläuterungen zu Abbildung 1:

Die Geologie der Wachau gliedert sich in zwei Kategorien. Einerseits in die Sedimente, welche hauptsächlich im Gebiet um die Donau zu finden sind. Andererseits in kristallines Grundgebirge, welches den Grundstock der Böhmischen Masse bildet. (Vgl. Domäne Wachau 2013)

Die nachfolgende Legende soll die Gesteinsarten aus Abbildung 1 und deren Merkmale erläutern.

Kristallines Grundgebirge:

Gföhler Gneis ist ein kristallines Gestein granitischen Ursprungs. Er besteht zu 90 Prozent aus Quarz und Feldspat. Beim Gföhler Gneis handelt es sich um einen Orthogneis , da er durch mehrmalige Metamorphose eines bereits vorliegenden Gneises entstanden ist.

Paragneise sind im Gegensatz dazu aus verschiedenen Sedimentgesteinen entstanden. Ausgangsgesteine sind zum Beispiel Ton, Mergel oder Sandstein, welche unter immensem Druck zu Gneis (Feldspat, Quarz und Glimmer) kristallisierten.

Amphibolitgesteine entstanden durch die Metamorphose basaltischen Gesteins. Sie haben eine dunkle Färbung[1], die ins Grünliche übergehen kann, was auf den Hauptbestandteil, welcher grüne Hornblende[2] ist, zurückzuführen ist. Weitere Bestandteile sind Diopsid, Feldspat, Granat sowie kleine Mengen von Glimmer und Quarz.

Marmor und Kalksilikatfels haben sich aus den kalkhaltigen Sedimenten im Gebiet von Spitz gebildet.

Beim Granodioritgneis von Spitz handelt es sich wiederum um einen Orthogneis mit erhöhtem Plagioklasanteil[3], was dem Weinanbau zugutekommt.

(Vgl. Domäne Wachau 2013)

Sedimente:

Bei den Sedimenten handelt es sich um junge tertiäre Sedimente, die in zwei Kategorien unterteilt werden:

Sandige kiesige Flussablagerungen und lehmige Staube aus der Eiszeit, auch Löss[4] genannt

Junge marine Sedimente, wie Schlier[5] und Tegel[6].

(Vgl. Domäne Wachau 2013)

2.3 Klima

Da sich die Wachau über ein sehr beengtes Gebiet erstreckt spricht man bei ihrem Klima von einem Mikroklima. Das Mikroklima wird sehr stark durch die örtlichen Gegebenheiten beeinflusst, wie etwa Beschaffenheit des Bodens, Pflanzenvorkommen und Lichteinstrahlung. Der Begriff Mikroklima kann jedoch auch als Bezeichnung für bodennahes Klima im Bereich einer Höhe bis zwei Metern verwendet werden. (Vgl. Klima 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Schmatische Darstellung des Wachauer Klimas (Quelle: http://www.vinea-wachau.at/index.php?id=15&L=1%27%22)

Das Klima der Wachau ist zweigeteilt. Gemäßigte atlantische Luftmassen strömen aus dem Westen und treffen auf warme kontinentale Ströme aus der Pannonischen Tiefebene im Osten. Durch die Donau wird das Kontinentale Klima, welches heiße, trockene Sommer und strenge Winter mit sich bringt, gemildert. (Vgl. Knoll 2013)

2.3.1 Mikroklimatische Besonderheiten für den Weinbau

Die Wasseroberfläche der Donau reflektiert das Sonnenlicht und treibt so die Photosynthese der Weinstöcke voran. Dadurch ergibt sich eine erhöhte Zuckerbildung in den Trauben. Außerdem sorgen die kühlen Fallwinde aus dem Norden und die Tag-Nacht-Temperaturschwankungen vor der Erntezeit im Herbst für ein stärker ausgeprägtes Aroma des Weins. Die Jahresniederschlagsmenge der Wachau beträgt weniger als 500 Millimeter. Da sich die Hauptniederschlagsmenge in Form von heftigen Sommergewittern ergibt, kann der trockene Boden die hohe Wassermenge während der kurzen Zeit eines Gewitters nicht aufnehmen. Daher ist eine künstliche Bewässerung in den trockenen Berglagen für den Weinanbau unumgänglich. (Vgl. Knoll 2013)

[...]


[1] Dieses Gestein ist namensgebend für den Dunkelsteinerwald. (Vgl. Wikipedia:Amphibolite 2013)

[2] Grüne Hornblende gehört zu der Gruppe der Amphibole, welche dunkle gesteinsbildende Minerale sind. (Vgl. Kristallin 2013)

[3] Plagioklase sind Feldspate mit einem hohen Anteil von Natrium und Calcium (Vgl. Wikipedia: Feldspat 2013)

[4] Löss ist ein gelbliches, poröses Staubsediment. In Krems, am Rand des Donautals, sind zahlreiche Lössterrassen zu finden. (Vgl. Austria-Forum 2013)

[5] Bei Schlier handelt es sich um blau-grauen Mergel. (Vgl. Enzyklo: Schlier 2013)

[6] Tegel ist eine österreichische Bezeichnung für grün-graues oder gelbliches Mergelgestein. (Vgl. Wikipedia: Tegel 2013)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Kulturraum Wachau. Die Förderung des Tourismus durch die Raumstruktur
Hochschule
Pädagogische Hochschule Salzburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V270381
ISBN (eBook)
9783656617419
ISBN (Buch)
9783656617402
Dateigröße
1872 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kulturraum, wachau, förderung, tourismus, raumstruktur
Arbeit zitieren
Sophie Poehlmann (Autor), 2013, Kulturraum Wachau. Die Förderung des Tourismus durch die Raumstruktur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270381

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