Kaliningrad (Königsberg)-Exklave Russlands: Kaliningrad nach der Transformation


Hausarbeit, 2002
11 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Inhalt

Einführung

1. Kaliningrad – Lage und aktuelle Daten

2. Überblick über die Geschichte Kaliningrads bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts

3. Der Wandel Kaliningrads zur russischen Exklave

4. Probleme und Lösungsansätze
4.1. Probleme auf politischer Ebene
4.2. Probleme auf wirtschaftlicher Ebene
4.3. Probleme auf sozialer Ebene
4.4. Freie Wirtschaftszone „Jantar“
4.5. Regionaler Entwicklungsplan

5. Kaliningrad als Stützpunkt des russischen Militärs

6. Beziehungen zu den Nachbarländern und zu Deutschland
6.1. Beziehungen zu Polen
6.2. Beziehungen zu Litauen
6.3. Beziehungen zu Deutschland

7. Die Folgen der EU-Erweiterung für Kaliningrad

8. Aktuelle Geschehnisse und Zukunftsausblick

Schlussbemerkungen

Literatur

Einführung

„Viele Wege führen nach Rom – aber welcher nach Kaliningrad?“ Diese Frage stellt sich heute angesichts der geopolitischen Lage des ehemaligen Königsberg. Ganz besonders, nachdem die skandinavische Fluggesellschaft SAS den letzten Direktflug nach Europa gestrichen hat und so der Landweg zur Pflicht wird. Mit welchen Problemen die Oblast Kaliningrad (als die kleinste von 49 der Russischen Förderation) aufgrund ihrer Lage als Exklave Russlands ebenfalls konfrontiert wird, ist Hauptaugenmerk folgender Ausarbeitung.

1. Kaliningrad – Lage und aktuelle Daten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(aus: CIA World Factbook Russland)

Die russische Oblast Kaliningrad befindet sich beiderseits des Pregels, 7 km vor dessen Mündung ins Frische Haff (Ostsee). Die Nachbarländer sind Litauen, im Osten, und Polen, im Westen. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 15.100 qkm und zählt 927.000 Einwohner. Die Stadt Kaliningrad hat 394.000 Einwohner. Rund 500 km trennen die Oblast von den Grenzen der russischen Förderation.

Kaliningrad ist russischer Militärstützpunkt, Hafen- und Universitätsstadt und beherbergt u. a. eine Hochschule für Fischereiwirtschaft, eine Seefahrtsschule und ein Bernsteinmuseum.

Gouverneur Kaliningrads ist Wladimir Jegorow, Nachfolger von Gorbenko.

2. Überblick über die Geschichte Kaliningrads bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts

Die Geschichte der Stadt geht auf das Jahr 1255 zurück: In diesem Jahr legte der Deutsche Orden eine Burg an, die zu Ehren des Königs Ottokar II von Böhmen Königsberg genannt wurde. Im Schutze dieser Burg entstanden die Siedlungen Königsberg (Altstadt), Löbenicht und Kneiphof. 1525 bis 1618 war Königsberg Sitz der preußischen Herzöge sowie 1701 und 1861 Krönungsstadt der preußischen Könige. Der preußische König Friedrich Wilhelm I fasste die oben genannten drei Siedlungen 1724 zur Stadt Königsberg zusammen. Als Hauptstadt der Provinz Ostpreußen war Königsberg von 1805 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Um 1900 wurde der Hafen der Stadt durch den Königsberger Seekanal im Frischen Haff mit seinem Vorhafen Pillau verbunden. 1945 wurde das Gebiet von sowjetischen Truppen besetzt und mit dem nördlichen Ostpreußen der RSFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik) angegliedert. Das südliche Ostpreußen wurde Polen zugeschrieben. Die Frage der Übergabe der Stadt Königsberg und ihrem Umland an die Sowjetunion wurde in diesem Jahr auf der Potsdamer Konferenz der UdSSR, der USA und Großbritannien entschieden, nachdem die Ostpreußen-Frage schon vorher mehrmals aufgegriffen wurde; so z. B. von Stalin, welcher argumentierte, dass Russland einen eisfreien Ostseehafen bräuchte. Der Kaliningrader Hafen ist seitdem neben dem Hafen von St. Petersburg (ehemals Leningrad) von großer wirtschaftlicher (z. B. Fischfang) sowie politischer Bedeutung (Marinestützpunkt).

Am 4. Juni 1946 wurde Königsberg zu Ehren des gerade verstorbenen Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjet der UdSSR Michail Kalinin in „Kaliningrad“ umbenannt.

Ebenfalls in diesem Jahr begann auf Anordnung der Regierung die massenhafte Besiedlung des Gebietes auf freiwilliger Basis. Es siedelten sich sehr viele verschiedene Nationalitäten und Volksgruppen an, der Großteil der Umsiedler stammte jedoch aus Russland und der Weißrussischen SSR. Am 11. Oktober 1947 unterzeichnete Stalin eine Geheimverfügung des Ministerrats der UdSSR „Über die Umsiedlung der Deutschen aus dem Gebiet Kaliningrad der RSFSR in die sowjetische Besatzungszone in Deutschland“. Bis Mai 1951 siedelten über 100.000 deutsche Bürger aus.

Danach war das Gebiet lange Zeit wegen seiner Bedeutung als Standort der Baltischen Flotte der Sowjetmarine sowie der Land- und Luftstreitkräfte für Ausländer gesperrt. Daraus resultiert ein gewisser Garnisons-Charakter der Oblast.

3. Der Wandel Kaliningrads zur russischen Exklave

Die geopolitische Lage Kaliningrads spielte zunächst keine Rolle, da sich das Gebiet gemeinsam mit Litauen, Lettland und Estland, der Baltischen Wirtschaftsregion, als Teil der Sowjetunion entwickelte. Auch die Bevölkerung empfand die Lage nicht als Trennung zur RSFSR, da freier Transit gewährleistet wurde.

Die Situation änderte sich jedoch mit der Unabhängigkeit Litauens: Der Oberste Sowjet Litauens proklamierte am 11. März 1990 die Unabhängigkeit der Republik, nachdem die litauische Perestrojka-Bewegung „Sajudis“ bei den Wahlen zum Obersten Sowjet die Mehrheit der Sitze erreichte.

Zunächst war die Oblast nur durch Litauen von Russland getrennt, später jedoch, mit der Unabhängigkeit weiterer Staaten (z. B. Weißrussland), von mehreren Staaten. Die UdSSR besiegelte am 8. Dezember 1991 endgültig die Absonderung der Oblast Kaliningrad.

4. Probleme und Lösungsansätze

4.1. Probleme auf politischer Ebene

Mit dem Ende des Kalten Krieges endete auch die Gestalt Kaliningrads als „Garnisons“-Territorium. Da Kaliningrad aber im Gegensatz zu anderen russischen Gebieten politisch stabil blieb, sah die Regierung in Moskau keinen Handlungs-bedarf, den bestehenden bzw. entstehenden Problemen entgegenzutreten. Die Probleme mussten also vor Ort aufgegriffen werden. Daraus resultiert die Idee einer freien Wirtschaftszone (FWZ, siehe 4.4.). Zudem konzentrierte sich die Außenpolitik Russlands auf den Westen, besonders auf die USA, nicht aber auf die Baltischen Staaten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Kaliningrad (Königsberg)-Exklave Russlands: Kaliningrad nach der Transformation
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Interkulturelle Kommunikation)
Veranstaltung
Seminar: Interkulturelle Kommunikationsprobleme zwischen Ost- und Westeuropa
Note
gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V27043
ISBN (eBook)
9783638291897
Dateigröße
594 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kaliningrad, Russlands, Transformation, Seminar, Interkulturelle, Kommunikationsprobleme, Ost-, Westeuropa
Arbeit zitieren
Anne-Katrin Weiher (Autor), 2002, Kaliningrad (Königsberg)-Exklave Russlands: Kaliningrad nach der Transformation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27043

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